Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Adolf Brebberman
Gemeente
:   Lüneburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2361-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüneburg in alten Ansichten Band 1'

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9. Die Südostecke des Rathauskomplexes ist die Stelle, an der einst die Stadtwaage stand. Wir sehen hier den 1896 beginnenden Abbruch der aus den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts stammenden Wache mit angebautem Toilettenhäuschen. Ende der sechziger Jahre war die Stadtsparkasse in den Räumen über der Wache untergebracht gewesen. Ein späterer Neubau an dieser Stelle nach den Plänen des Architekten Krüger enthielt nur Toilettenanlagen. Nach einem völligen Umbau fanden der Verkehrsverein und ein Reisebüro Unterkunft. Die Gerichtslaube enthält noch die neugotischen Zutaten aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die, als sie späterem Stilempfinden nicht mehr entsprachen, wieder entfernt wurden.

10. Ansicht, um 1870 durch R. Peters von Südost aus aufgenommen, über den mit Kopfsteinen gepflasterten, noch von keinen Bürgersteigen begrenzten Platz Am Sande. Haus Nummer 1 (Industrie- und Handelskammer), ohne die uns heute vertrauten Staffeln, gehörte damals dem Landwirt Meyer aus Bornsen, der den Staffelgiebel wiederherstellen ließ. Nahezu alle Giebel der Nordseite sind noch unverputzt und haben ihre alten Portale. Die meisten Giebelstaffeln waren bereits verschwunden. Einige Häuser zeigen im Barock veränderte Vorderfronten. Vereinzelt stehen Linden vor den Häusern. Schaufenster gibt es noch nicht. Einziger Tribut an die Neuzeit sind die auf beiden Platzseiten nach 1858 aufgestellten Gaslaternen.

11. Der Bliek um 1906 von Osten aus auf den Sand zeigt ihn zwar schon von hochgelegten Fußsteigen eingeengt, vermittelt aber doch die einzigartige Monumentalität des riesigen einheitlich gepflasterten Platzes, der, mit Ausnahme der Litfaßsäule und des Toilettenhäuschens, noch frei ist von allen modernen Zutaten und Veränderungen. Es bestehen keine durch Inseln getrennte Fahrbahnen wie heute. An der Reihe der herabgelassenen Markisen sind jedoch schon die namentlich an der Nordseite des Sandes in den alten Bürgerhäusern eingerichteten Schaufenster zu erkennen. Die Südseite hatte damals wie auch heute weniger Geschäfte aufzuweisen als ihr Gegenüber.

12. In den Zeiten. als am St. Martinstag (11. November) noch nach bäuerlichem Brauchtum das Wirtschaftsjahr begann, die Knechte und Mägde in der Landwirtschaft ihre Stellungen antraten und der Lohn gezahlt wurde, fand auch der Martinimarkt statt, auf dem landwirtschaftliche Produkte zum Verkauf auslagen. Die aus dem Haus Am Sande 1 gemachte Aufnahme zeigt das von keinem Verkehr behinderte lebhafte Treiben des Martinimarktes um 1910. Heute findet er auf dem Marktplatz statt und ist mehr und mehr zu einem Basar geworden, auf dem vom Pullover bis zum Fleckenentfernungsmittel nahezu alles angeboten wird. 1m Vordergrund ist die Figur des ehemaligen Reichenbachbrunnens sichtbar, der im Zweiten Weltkrieg einem Feuerlöschbecken weichen mußte.

13. Ein festlich geschmückter Sand und eine disziplinierte Menschenmenge. Es ist Sonntag, der 9. Juni 1907 um 8 Uhr morgens. AnIäßlich des 21. hannoverschen ProvinzialFeuerwehrtages findet ein Manöver statt. Im Hause Am Sande Nr. 12 ist im ersten Stockwerk ein Feuer ausgebrochen. Mittels des am Hause befindlichen Feuermelders wird das Feuer sofort gemeldet. Das darauf erfolgende Signal der elektrischen Glocken, wovon sich ebenfalls eine auf dem brennenden Gebäude befindet, wird von den Signalbläsem der Wehr aufgenommen. Die fretwillige Turner-Feuerwehr und das Werkleutekorps rücken an. Die im ersten Stockwerk befindlichen Personen werden durch Sprungtuch gerettet. Zwei in das 1. Stockwerk eingestiegene Steiger milssen sich durch Herablassen an der Rettungsleine retten.

14. Die Reihe der dargestellten Bürgerhäuser auf der Südseite des Platzes Am Sande von Nummer 25 (jetzt Stadt Hamburg) bis Nummer 19 (früher Lüneburger Hof, jetzt Landeszeitung) vermittelt, abgesehen von Nummer 24 mit dem durch barocke Zutaten veränderten Staffelgiebel, noch den Eindruck einer baulich intakten Häuserzeile aus dem Mittelalter. Noch sind auf dieser um 1870 entstandenen Aufnahme mehrere gotische Portale, Kellereingänge sowie Utluchten vorhanden. In späterer Zeit sind hier, wie überall in der Stadt, infolge der ständig in Wandlung begriffenen Lebensansprüche nachfolgender Generationen eingreifende Veränderungen in der baulichen Substanz durch Um-, Ausund Neubauten als Wohnung, Geschäftshaus, Werkstatt oder Gaststätte eingetreten.

15. Die Ansicht eines Teiles der Nordseite reicht von dem Eckhaus an der Kleinen Bäckerstraße, der Einhornapotheke, bis zur Mitte des Bürgerhauses, in dem um die Jahrhundertwende der Marmorschleifer Ehlert wohnte. Die Einhornapotheke, um 1800 vom Apotheker Dempwolff begründet, erweist sich als stolzes Patrizierhaus der Renaissance. Daneben zwei gotische Schaugiebel, die glücklicherweise noch im Straßenbild vorhanden sind, Vor diesen Häusern ein von einem Putto gekrönter Zierbrunnen - längst dahin und zwei Pumpbrunnen für Brauchwasser, auch längst dahin.

16. Nicht ohne Bedacht ist der Sand mit seinen giebelständigen Häusern betont in diesem Bilderbuch in alten Aufnahmen berücksichtigt worden. Sie zeigen, was die neue Zeit bedenkenlos an ihm gesündigt hat. Da steht noch, mitten im Bild, die stolze, in gotische Spätzeit weisende Schaufront des Gasthauses 'Zur Hoffnung'. Der Zwischenraum zum Nachbarhaus, die Twiete, ist von einem Torgebäude ausgefüllt, über dessen Einfahrt eine kleine Wohnung eingerichtet ist. Der schräge Verlauf des Bürgersteiges läßt deutlich erkennen, wie das Gelande zur Johanniskirche hin abfällt.

17. Die Nordostecke des Sandes, dort, wo die Straße Am Berge beginnt, scheint vom Fotografen mit Bedacht zur Aufnahme ausgewählt zu sein, um das Haus der Sterne in der Bildmitte zu zeigen. Das ist das Haus, Wohnung und Werkstatt - Offizin, wie zu sagen sich gebührt - der ältesten deutschen, noch seit nahezu vierhundert Jahren im Familienbesitz befindlichen Buchdruckerei. In diesem Hause verkehrten Matthäus Merian, Elzeviers und Plantins. Aus diesem Hause gingen nach dem Dreißigjährigen Kriege die bedeutenden Bibelausgaben und das protestantische Kirchengesangbuch in die Welt.

18. Die auffälligste Veränderung, die dieser Bliek von vor sechzig Jahren in die Straße Am Berge gegenüber der Gegenwart erfahren hat, scheint die Beseitigung der 'eleganten' Bedürfnisanstalt zu sein. Der aufmerksame Betrachter sieht mehr. Er ernpfindet dankbar, daß die augenfällige Reklame für Lüneburgs damals berühmte Möbelfabrik geschwunden ist, er bemerkt mit Trauer den Verlust des klassizistischen Hauses an der Ecke der Glockenstraße, in dessen Hof Böhms Essigfabrik war, er tröstet sich indes am Anblick des alten Sternsehen Druckereihauses rechts im Bilde, in dem die Tradition einer nahezu vierhundertjährigen Buchdruckerei am gleichen Ort und in der selben Familie erhalten ist.

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