Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Adolf Brebberman
Gemeente
:   Lüneburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2361-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüneburg in alten Ansichten Band 1'

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29. Der im Roman 'Der Sülfmeister' von Julius Wolff geschilderte umfangreiche Handelshof'an der Ilmenau gegenüber dem Kaufhaus gehörte der im Jahre 1554 ausgestorbenen Patrizierfamilie Visku1e. Unser Bild zeigt den von der Straße Im Wendischen Dorfe zugänglichen malerischen Innenhof mit seinen Treppen. Den drohenden Abbruch konnte der Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg durch Ankauf verhindern. Wegen zu ho her Kosten mußten Instandsetzungsarbeiten unterbleiben, Wiederholt wurde das Anwesen durch Brände heimgesucht. Die Gebäude verfielen weiter, bis 1954/55 die an der Baumstraße und Im Wendisohen Dorfe liegenden Bauten abgebrochen werden mußten. Heute steht nur noch der Speicher an der Salzstraße am Wasser (siehe Nummer 27).

30. In dem großen, teils massiv, teils in Fachwerk errichteten Eckhaus an der Neuen Sülze und Auf dem Meere war Bakkes, nachmals Glaves Gasthof. Das Erdgeschoß enthielt die Restaurationsräume und unten rechts eine Turnhalle. Später waren hier die Diensträume der Kaiserlichen Post mit der Wohnung des Postdirektors untergebracht. Im Obergeschoß lag ein großer Saal. Das Gebäude wurde 1888 abgebrochen. An seiner Stelle wurde das neue kaiserliche Postamt errichtet, ein für damalige Verhältnisse großzügiger Bau (siehe Nummer 31).

31. Das an der Ecke Neue Sülze und Auf dem Meere errichtete kaiserliche Postamt wurde am 14. März 1891 seiner Bestimmung übergeben. Nach damaliger Auffassung war es ein in seiner Bauart dem ehrwiirdigen altertümlichen Aussehen der Stadt getreulich sich anpassender präch tiger Backsteinbau im gotischen Stile. Er war mit einem kuppelförmigen Eisengerüst gekrönt, welches zur Aufnahme der Freileitungen des noch zu erwartenden Stadtfernsprechnetzes dienen sollte. Dem sich wandelnden Stilempfinden späterer Generationen entsprach dieser gotisierende Prachtbau aus wilhelminischer Zeit keineswegs mehr. Das Gebäude kam 1972 wegen starker Senkungsschäden unter die Spitzhacke, nachdem zuvor in der Sülztorstraße ein Neubau errichtet worden war.

r erlag: Heinrich Everding, Lüneburg.

32. Die Aufnahme vom Schnellenberger Weg umfaßt den Hauptteil des Kalkberges. Links oben am Berg der 'Tote Mann', eine Gesteinsgruppe. die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Teil abgesprengt wurde. Der Berg unterstand zeitweise dem Oberbergamt Goslar, später der Strafanstalt Lüneburg und gehört heute der Stadt. 1922 kam das Gelände unter Naturschutz. Baurat Schlöbcke gestaltete danach den Berg zu einer zugänglichen Anlage aus. Der alte Brennofen mit dem reizvollen gewölbten Dach im Vordergrund steht heute noch. Das dahinter sichtbare Ofengebäude mit den vier Schornsteinen wurde 1925 zu Wohnungen umgebaut. Der Berg hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: 955 Herzogsburg und Michaeliskloster, 1371 Zerstörung der Burg, 1636 Ausbau zur Festung.

33. Bliek in den Kalkberggrund vom alten Brennofen aus. Die Lorengleise führen zu den Abbaustellen des Gipsgesteins. Der Gips wurde damals an der Südseite des Berges in sechs bis sieben Meter hohen Terrassen abgebaut, wobei man gleichzeitig in die Tiefe bis unter die Grenze des Grundwasserspiegels ging. Die oberste Bergkuppe war seit 1878 vor weiterem Abbau geschützt. Ab 1922 kam der verbliebene Rest des Berges unter Naturschutz, nachdem er jahrhundertelang ausgebeutet worden war. Noch heute sind an alten Bauten (Bardowicker Dom, Stadtmauer) zu Quadern, Säulen und Kapitellen verarbeitete Gipssteine zu finden. Der Berg wurde vor etwa einhundertvierzig Jahren vom Göttinger Professor Gauß in seine Meßarbeiten für die Europäische Gradmessung einbezogen.

34. Bei der um 1870 von Westen aus entstandenen Aufnahme auf das Kalkbergmassiv ist die Ausbeute des Gipsgesteins im vollen Gange. Der Berg unterstand damals der Bergwerksdirektion in Claustal-Zellerfeld. Wir sehen im Vordergrund die Gebäude der Kalkfabrik, rechts ist die Direktorenwohnung und links die Kalkmühle. Der Brennofen befindet sich im Gebäude beim Schornstein. Das links sichtbare Schilderhaus deutet auf die Bewachung der hier am Berg arbeitenden Kettensträf1inge. Das Gemäuer über der Direktorenwohnung ist noch ein Rest der vom Herzog Georg nach Abzug der Schweden 1636 entstandenen Kalkbergbefestigung. Im Einschnitt rechts vom Schornstein ist die Spitze des Michaelisturmes erkennbar.

35. Der Kalkberg im Jahre 1891, aufgenommen von Ferdinand Birnpage, stellt sich als ein rationeller Fabrikbetrieb dar. Das ursprüngliche, mächtige, aus der norddeutschen Tiefebene unvermittelt aufgetauchte Gebirge, das früher die Burg der Landesherren trug, die von ihr den Namen der Herzöge von Lüneburg angenommen haben und noch diesen Namen tragen, ist zum Steinbruch geworden. Er wird abgetragen, zerkleinert, zu Gips gebrannt und verkauft. Erst die Bemühungen eines Heimatfreundes, des Baurats Eduard Schlöbcke, haben den gänzlichen Ruin theses großartigen Naturdenkmals in unserem Jahrhundert verhindert. Der Bliek in die Ferne zeigt zunächst die neue Saline und dann die weite Landschaft der Lüneburger Heide, noch frei von aller Bebauung der letzten achtzig Jahre.

36. Diese Aufnahme aus dem Jahre 1915 zeigt den in Lüneburg im allgemeinen nicht üblichen Typ eines Traufenhauses in der Glockenstraße. Als regelmäßig gebautes Haus war es in seiner Gliederung mit einern Torweg in der Mitte der Hausfront und je einer rechts und links daneben liegenden Haustür nur noch mit dem 1936 abgebrochenen Witzendorff'schen Hause in der Bardowicker Straße vergleichbar (siehe Nummer 87). Während die linke Haushälfte bis zum halben Torweg schon vor vielen Jahren abgerissen wurde, fiel die rechte Hälfte erst im April 1970 der 'Spitzhacke zum Opfer. Die entstandene Baulücke führt in die zum Sande durchgehende Passage bei Timper.

37. Von den im Mittelalter vorhanden gewesenen zahlreichen Gesellenherbergen für die verschiedenen Handwerke zeugt als einziges Beispiel nur noch die 1889 fotografierte Gastwirtschaft Straßberger in der Unteren Schrangenstraße (jetzt Sterk). Die prachtvollen Ausleger weisen das Gehäude als Herberge für Gesellen verschiedener Handwerkersgilden aus. Bis in die jüngste Zeit gab es am Lambertiplatz noch eine Herberge für Tischler und Zimmerleute (siehe Nummer 151).

38. An der Westseite der Neuen Sülze gegenüber dem ehemaligen Salinenverwaltungsgebäude (früher Landdrostei) lag der neue Sod, eine seiner Zeit neu erschlossene Solquelle (jetzt Grundstück Thies). Das in der Aufnahme wiedergegebene südlich daran anschließende Gebäude enthielt den zur Saline gehörigen Fahrtmeisterhof, der 1910 abgebrochen wurde. Der Fahrtmeister war Zimmermeister und beaufsichtigte die Stollen, das Gestänge, die Röhrenleitungen, den Bau der Sülzhäuser und war nächster Vorgesetzter der Salinenarbeiter. Die Abbruchskante des Senkungsgebietes verläuft genau an der Westseite der Neuen Sülze. Hier neigen sich sämtliche Häuser mehr oder weniger nach hinten, wohingegen die Häuser an der gegenüberliegenden Ostseite keinerlei Schäden aufweisen.

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