Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Adolf Brebberman
Gemeente
:   Lüneburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2361-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüneburg in alten Ansichten Band 1'

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39. An die Stelle des unter Nummer 38 abgebildeten Fahrtmeisterhofes der Saline an der Neuen Sülze wurden hier nach seinem Abbruch 1911 drei moderne viergeschossige Reihenhäuser errichtet. Da diese ebenfalls auf der Abbruchskante des Senkungsgebietes standen, neigten auch sie sich im Laufe der Zeit immer stärker nach hinten und zeigten schließlich derart bedenkliche Schäden, daß sie im Jahre 1967 abgebrochen werden mußten. Bei dem dann hier entstandenen, aber von der Abbruchskante abgesetzten Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses hofft man künftige Gebäudeschäden weitgehend ausgeschaltet zu haben.

40. Die zu den alten Bürgerhäusern gehörenden Grundstücke im mittelalterlichen Lüneburg waren keineswegs überall gleichmäßig stark überbaut. Abgesehen von der teilweise engen Bebauung in den östlichen Stadtvierteln gibt es bis auf die heutige Zeit in einigen Teilen der westlichen Altstadt noch kaum vermutete Hinterhöfe mit Gärten, soweit sie nicht durch gewerbliche Bauten und Parkmöglichkeiten verschwunden sind. Eins dieser reizvollen Motive hat der Fotograf 1910 im Bilde festgehalten. Es ist die Rückseite des damals abgebrochenen Fahrtmeisterhofes (siehe Nummer 38) an der Neuen Sülze.

41. Zu der Zeit, da das geräumige und behäbige Haus an der Neuen Sülze 35 aufgenommen wurde, gehörte es den beiden Lehrerinnen Ahrend, zweier Fräulein, die im Adreßbuch von 1890 als Besitzerinnen des Kindergartens bezeichnet sind. Das Haus war früher in patrizischem - von Dasselschem - Besitz. Die aus Backstein errichtete Fassade verdeckt, was die der Waagestraße zugewandte Seite enthüllt, daß es ein Fachwerkbau ist. Seit neueren Zeiten sind städtische Ämter in dem Gebäude untergebracht, jetzt das Stadtbauamt. Die Haustür, die es heute besitzt, stammt aus dem abgebrochenen Hause Egerstorffstraße 1 (siehe Nummer 150) und ist der alten, auf unserem Bilde noch vorhanden gewesenen, gleichwertig.

42. Das fast das ganze Bild ausfüllende Eckhaus in der Roten Straße Nummer 7 an der Einmündung der Ritterstraße ist nur aufgenommen, weil es bald darauf abgebrochen wurde, um dem 1908 errichteten Neubau Platz zu machen (siehe Nummer 45). Wo sich heute Schmids Apotheke befindet, hatte anfangs der Büchsenmachermeister Karl seine Geschäftsräume. Ganz links die Hausecke des katholischen Pfarrhauses. In der seit einigen Jahren als Sackgasse endenden Ritterstraße sind noch einige der immer weniger werdenden reizvollen Utluchten erhalten. Ganz rechts ein Traufenhaus von 1553.

43. In der Roten Straße, deren Westseite überdies in den Abbildungen 44 und 45 gezeigt wird, steht als Nummer 10 - links im Bilde - die Landeszentralbank. Sie ist 1909 als Nebenstelle der Reichsbank durch den Architekten P. Schuppen erbaut und - wie das Gemeindehaus, das Eichamt, die Kreissparkasse und das Wohnhaus Luhmann - eine edle Schöpfung des Jugendstils. Die Bäume der rechten Straßenseite sind verschwunden, hier eröffnet sich heute der Bliek auf die Anlagen, in denen das Reiterdenkmal der 16-er Dragorier steht.

44. Institut für ambulante Krankenpflege und Kinderbewahranstalt ist die im Adreßbuch von 1907 genannte korrekte Bezeichnung für das an der Ecke Wallstraße/Rote Straße gelegene katholische St. Bonifatiusstift, ein in zwei Bauperioden errichtetes Doppelhaus in Bildmitte. Es ist vor einigen Jahren abgerissen und hat geräumige Unterkunft an der Georg-Böhm-Straße in einem Neubau gefunden. Auch St. Marien ist durch eine neue Kirche an der Friedenstraße ersetzt worden. Die Anlage im Vordergrund ist durch einen niedrigen eisernen Zaun gegen das Trottoir abgegrenzt, die Anpflanzungen sind durch eine dichte Hecke zusätzlich geschützt. Es ist Hyazinthenzeit.

45. Die Ansicht zeigt die Rote Straße in Richtung zum Sande um 1907. Links die 1855/57 durch Beiträge aus dem katholischen Deutschland errichtete St. Marienkirche. Ihre Weihe fand 1858 statt. Da sich die katholische Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg durch Zuzug von Flüchtlingen erheblich vergrößerte, mußte an der Friedenstraße 1962/63 ein neues Gotteshaus gebaut und konnte die alte Kirche abgebrochen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch das an der Ritterstraße stehende reizvolle katholische Pfarrhaus abgerissen. Das frei gewordene Gelände kam zum angrenzenden Schulhof der katholischen Schule. Die ursprünglich sehr schmale Rote Straße bekam erst beim Neubau des Deutschen Hauses im Jahre 1901 ihre jetzige Breite.

46. Die von der Höhe des Kalkberges um 1910 gemachte Aufnahme zeigt vorn die Straße Am Springintgut und in der linken Bildhälfte die Frornme- und Bastionstraße rnit ihren 1933 und 1972 zum Teil abgebrochenen Häusern. Das Industriegebiet im Hintergrund erfaßt links die Portland-Cementfabrik, vormals Gebrüder Heyn AG, ab 1926 Lüneburger Düngekalkwerke von Pieper und Blunck, und rechts anschließend das schon 1842 gegründete Lüneburger Eisenwerk. Die Düngekalkwerke wurden 1964 abgebrochen. Das Eisenwerk wird zur Zeit in das Industriegebiet am Elbe-Seiten-Kanal verlegt. Auf dem frei werdenden Gelände sollen Behördenbauten sowie ein großer Supermarkt entstehen.

47. Die Aufnahme zeigt einen Teil der schon 1863 an der Dah1enburger Landstraße von A. Brauer gegründeten Knochen- und Lederleimfabrik A. Brauer und Co. Nach dem Tode des Sohnes Richard Brauer wurde die Fabrik 1904 von der Scheidemandel AG übernommen, die sie weiter ausbaute und sich auf die Herstellung von Perlleim spezialisierte. Die Fabrik mit ihren bei Ostwind über die Stadt sich hinziehenden üblen Gerüchen war lange Jahre hindurch ein Ärgernis der Bevölkerung, bis die Firma ihren Lüneburger Zweigbetrieb aus Rationalisierungsgründen aufgab. Auf dem ehemaligen Fabrikgelände sind in den letzten Jahren die Gebäude und Einrichtungen für die Gewerbeförderungsstelle entstanden.

48. Der Zusammenklang von Brücke, Hafen, Kaufhaus und Kran blieb bis in unsere Tage nahezu unverändert erhalten. Die Brücke ist heute zwar nicht mehr aus Holz und hat keinen von Geländern eingerahmten Gehsteig, auch im alten Hafen ist es still geworden, aber der zauberhafte Reiz, der von der Barockfassade des Kaufhauses, 1741/43 von Stadtbaumeister Haeseler errichtet, und dem ehrwürdigen, nach älterem Vorbild 1792 erneuerten, Kran ausgeht, ist geblieben und macht diese Gegend zum meist fotografierten Motiv der alten Stadt. Der 1964 wiederaufgebaute rückwärtige Teil des 1959 abgebrannten Kaufhauses beeinträchtigt das gewohnte Bild nur wenig.

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