Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Lüneburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Adolf Brebberman
Gemeente
:   Lüneburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2361-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüneburg in alten Ansichten Band 1'

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79. Am Fischmarkt. Daß es in Lüneburg eine Straße Am Stintmarkt links der Ilmenau und rechts des Flusses eine mit der Bezeichnung Am Fischmarkt gibt, zeigt die kaum noch vorstellbare große Bedeutung, die der Fisch als Volksnahrung im Mittelalter hatte. Sie ist auch daraus ersichtlich, daß das vor Errichtung desjetzigen Kaufhauses (1741/48) an gleicher Stelle vorhanden gewesene Gebäude Heringshaus hieß. Es wird darüberhinaus auch deutlich, wie überaus notwendig das Salz als einziges Konservierungsmittel gerade für dieses Nahrungsmittel gewesen sein muß. Die im Vordergrund sichtbaren ersten zwei Häuser mußten nach einem Brand während des Zweiten Weltkrieges beseitigt werden. An ihre Stelle trat ein Geschäftsneubau.

80. Die Häuser Bardowieker Straße 25 (Ude), 26 (Voigt) und 27 (Baxmann) sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie einst die reihenweise mit glasierten Backsteinen belebten aufwendigen hohen Staffelgiebel den Straßen der Stadt ihr typisches Aussehen gaben. Hinter den in späteren Jahrhunderten an Stelle der baufällig gewordenen Staffelgiebel vorgeblendeten neueren Fassaden verbergen sieh in manchen Fällen heute noch die mittelalterlichen Grundrisse, jedoch nur ganz selten mit der sich durch zwei Geschosse erstreekenden hohen Diele. Allermeist jedoch hat der Wandel zum modernen Geschäftshaus die aIten Bürgerhäuser um ihre innere Struktur gebracht, so daß es in Lüneburg kein unverfälschtes altes Bürgerhaus mehr gibt.

81. Das Straßenbild An der Münze um 1920 zeigt an seiner Westseite aus verschiedenen Jahrhunderten stammende Bauten der Gotik und des Barock, die ihre Giebel durchweg nicht mehr unversehrt bis in unsere Zeit haben bewahren können. Außerdem ist durch Schaufenstereinbauten der Charakter der Häuser weitgehend zerstört und ihr einstiger Reiz ist nur noch zu erahnen. Jetzt steht an Stelle der Häuser Nummer 4 (Pepper), 5 (Thüme) und 6 (Warmbold) der 1969/70 errichtete Neubau der Kreissparkasse. Dem im Zuge des Neubaues wiedererrichteten Staffelgiebel von Haus Nummer 4 sieht man nicht an, daß es nur einem Betongerüst vorgeblendete Ziegel im Klosterformat sind, die den alten Eindruck wieder hergestellt haben.

82. Altenbrückertorstraße Nummer 9, Haus des Lohgerbermeisters W. Weber. 1895 erwarb es der Fabrikant Albert Heyn und kaufte im nächsten Jahr das daneben unmittelbar an der Ilmenau liegende Gerberhaus Nummer 10. Die Gerberei war durch eine Mauer mit Erdwall vom Schießgraben getrennt. An der Mauer, die als Kugelfang diente, stand die Scheibe mit dem Adler. Vor dem Schützenhaus war der Schießstand. Eigentümer des Hauses Nummer 10 war ursprünglich das Schuhmacher-Arnt, danach der Schuhmacher H. Meyer. Auf beiden Grundstücken errichtete Heyn die heute noch stehende Villa (siehe Nummer 59), in der jetzt das städtische Säuglings- und Kinderheim ist. Rechts im Bilde sieht man das Haus Schießgrabenstraße 17 (jetzt Concordia-Feuer).

83. Dieses Milieu wurde um 1895 von der Straße Am Berge aufgenommen. In der Bildmitte ist das Haus des Färbermeisters Behrens Auf dem Kauf Nummer 1, dessen gefärbte Ware rechts vom Eingang zum Trocknen in der Sonne hangt. Im gleichen Hause war später das Café Fröhlich (jetzt Textil-Gubi). Heute ist das Gebäude vollständig verputzt. Ganz links die Schlachterei und Wurstmacherei von Drube Am Berge 50, daneben der Barbier Eisenberg. Rechts im Eckhaus Am Berge 48 das Geschäft für Herren- und Knabengarderobe mit Schuh- und Stiefelhandlung von Oberschützky. Bemerkenswert ist die damals gängige Kopfbedeckung der Jugend. Nach Verbreiterung der abzweigenden Straße Bei der Abtspferdetränke (siehe Nummer 71) ist es hier wesentlich übersichtlicher geworden.

84. Die von Norden nach Süden gemachte Aufnahme der Straße Am Berge zeigt schon fast das gleiche Bild wie heute, nur der Straßenverkehr ist in den letzten Jahrzehnten erheblich stärker geworden. In der Bildmitte ist noch das unschöne gründerzeitliche Gebäude der bereits 1821 durch Friedrich Penseler eingerichteten Tapetenfabrik zu sehen. Das Unternehmen wurde von seinem Schwiegersohn und Nachfolger Mirow 1916 geschlossen. Die Gebäude wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen, nachdem sie jahrelang der Firma Lüdemann als Lagerhaus gedient hatten. Das freigewordene Grundstück diente eine zeitlang als Parkplatz bis auf ihm der so gar nicht in das alte Stadtbild passende Zweckbau eines Parkhochhauses der Firma Karstadt errichtet wurde.

85. Bis vor wenigen Jahren war die vom Marienplatz zur St. Michaeliskirche führende Straße Auf dem Meere noch eine geschlossene malerische Gasse, in der im Mirtelalter vornehmlich Handwerker ihre Häuser hatten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in den sechziger Jahren durch Abbruch mehrerer aus früheren Jahrhunderten stammender Häuser die ersten Baulücken, die aber nur in zwei Fällen durch Neubauten wieder geschlossen wurden. Die Straße Auf dem Meere hält in ihrem Namen die Erinnerung an ein Naturereignis fest. In einer Chronik für das Jahr 1013 wird über einen großen Erdfall in Lüneburg berichtet, wobei ein See entstanden sein soll. Später wurde das Gelände wieder bebaut, indessen ist die Gegend immer noch eine Senke.

Lüneburg

Salzstreße

86. Bis 1866 als selbständiger Straßenname bekannt, heißt heute nur noch im Volksmund der Schnittpunkt der Grapengießerstraße, der Altstadt, Salzstraße und Neuen Sülze: An den Vierorten. Die um 1907 entstandene Aufnahme sieht von der Salzstraße nach Norden über die unübersichtliche Kreuzung An den Vierorten in die Neue Sülze. Die Westseite der Salzstraße und Neuen Sülze verlor wegen der hier an der Abbruchskante des Senkungsgebietes besonders stark aufgetretenen Gebäudeschäden nacheinander in den Jahren 1954/55 nahezu sämtliche Häuser. Mit dem Abbruch der aus verschiedenen Zeiten stammenden Häuser ging damals für viele Familien unwiderbringlich ein Stück Heimat dahin. Die Häuser auf der rechten Seite sind, abgesehen von wenigen Neubauten, noch vorhanden.

87. In der Bildmitte fällt eins der wenigen im Stadtbild vorhanden gewesenen Traufenhäuser ins Auge. Es unterbrach als neues Element die bislang im Straßenbild vorherrschenden Giebelfronten. Vermutlich bestand das vom Ratsherrn und späteren Bürgermeister Franz Witzendorff 1559 in der Bardowicker Straße errichtete prachtvolle Renaissancehaus mit seinem reichen plastischen Schmuck ursprünglich aus zwei früheren Giebelhäusern. Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte es mit dem ehemaligen Schloß am Markt zur Dragonerkaserne. Ausgangs des 19. Jahrhunderts wurde es von Grund auf restauriert, beherbergte unter anderem eine zeitlang die Beamtenbank und mußte schließlich 1936 dem Neubau des Amtsgerichts mit Staatlichem Gesundheitsamt weichen.

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88. In dem Hause Wilschenbrucherweg 1 (rechts mit Schilderhaus) wohnten von 1900 bis 1904 nacheinander die Kommandeure des Dragonerregiments 16, zuerst Major Bartsch von Sigsfeld, der 1902 nach Berlin zum 2. Garde-Dragonerregiment versetzt wurde, dann sein Nachfolger, Oberstleutnant Freiherr v.d. Goltz. Das vor dem Hause aufgesessene Musikkorps Dragoner scheint uns bei mangelhafter Überlieferung darauf hinzudeuten, daß die Aufnahme zum Zeitpunkt des Kommandeurwechsels im Jahre 1902 gemacht ist. Die Gastwirtschaft gegenüber (Haus Nummer 6), die Heßling 1901 übernommen hatte, hielt sich bis 1905, dann wurde das Haus abgebrochen. Heßling zog in die Grapengießerstraße.

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