Lüneburg in alten Ansichten Band 2

Lüneburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Adolf Brebberman
Gemeente
:   Lüneburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4790-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüneburg in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Nachdem Adolf Brebbermann vor drei Jahren einen ersten Band alter Ansichten von Lüneburg vorgelegt und damit Erinnerungen beschworen hat, die dazu geführt haben, daß das Werk binnen kurzem sechs Auflagen erleben konnte und noch immer seine Freunde findet, mußte es reizen, aus der Fülle der vornehmlich im Lüneburger Museum gesammelten reichen Bestände alter Fotografien eine weitere und aufs Neue beglückende Auswahl zu treffen und in einem zweiten Band vorzulegen, von dem erwartet werden kann, daß er ähnliche freundliche Aufnahme wie sein Vorgänger findet.

Auch dieses Bilderbuch will Vergnügen wecken. Es wird Erinnerungen lebendig werden lassen, die höchst persönlicher Natur sind. Es wird aber auch Vergleiche ermöglichen und sicherlich hier und da betroffen machen. So kann es zum Menetekel für die jetzt Lebenden und Verantwortlichen werden und soll es sogar auch dann, wenn unübersehbar erkennbar wird, daß die gute alte Zeit doch nicht immer nur gute alte Zeit war. Es war eben Manches einfach auch scheußlich. Und doch ist es unser Aller altes liebes Lüneburg, in dem wir uns unter den Veränderungen, die das Geschick der Stadt hat zuteilwerden lassen, zu Hause

fühlen und das uns in Namen, in Straßen und Menschen immer noch anheimelt: Eine schöne gute alte Stadt.

Es ist wieder eine bedachte Auswahl von charakteristisch dünkenden Einzelheiten, Ereignissen und Gesamterscheinungen, die nach Vermögen beschrieben sind, um Anhaltspunkte zu liefern, so daß Bild und Beschreibung zusammengehören, ohne daß diese erschöpfend sein kann und braucht.

Dem Werk haftet überdies wie dem vorigen ein dokumentarischer Wert insofern an, als hier wiederum alte Fotografien in bestmöglicher Wiedergabe aufbewahrt werden, die, weil die Originale auf Albuminpapier abgezogen sind - die Platten sind längst nicht mehr vorhanden - dem Verderb des Verblassens infolge natürlicher Alterung preisgegeben sind. Auch dieser Gesichtspunkt sollte bedacht werden insbesondere dort, wo man hier und da eine schärfere Wiedergabe gewünscht hätte, die freilich nicht zu leisten war. Möchte etwaiges Bedauern darin Trost finden, daß alte Postkarten oft nicht besser sind und hier wenigstens allgemein und insgesamt der Eindruck einer Postkartenwiedergabe erreicht ist.

1. Oben: Die Gaslaterne an einem Hause im Klostergang mit dem Bliek auf St. Michaelis zur Winterszeit, ein Symbol des aufziehenden Industriezeitalters, ist längst wieder aus dem Stadtbild verschwunden. Am 26. Oktober 1858 erstrahlte das erste Gasglühlicht in Lüneburgs Straßen aus vielen Laternen. Seit 1962 ist diese Beleuchtung der Elektrizität völlig gewichen. Die beiden Daten bezeichnen den Zeitraum, den die Bilder dieses Buches umfassen.

Unten: Nachdem sich die heute etwa 60 000 Einwohner zählende Stadt Lüneburg weit über den alten Stadtkern hinaus ausgedehnt hat und fast in jeder Hirnmelsrichtung neue und weiträumige Wohngebiete mit ihren Hochhäusern entstanden sind, ist das reizvolle Panorama auf die Stadt unbeeinträchtigt nur noch vom Kalkberg zu genießen, Unsere Fotografie zeigt einen Blick auf die Stadt von Südost von der Straße Am Blümchensaal. Lüneburg bemüht sich, eine glückliche Synthese zu finden zwischen dem Guten der 'guten alten Zeit' und dem Leistungsangebot für die Ansprüche der modernen Gesellschaft. Diese Stadt gehört bis jetzt noch zu den wenigen wohltuenden Ausnahmen, die in unserer Wohnlandschaft ein eigenes Gesicht haben. Möge es auch in Zukunft so bleiben.

2. Wer die Fassade des Lüneburger Rathauses sieht, vermutet nicht, daß er eine vielgliedrige Gebäudegruppe vor sich hat, deren Urzelle des 13. Jahrhunderts ein kleiner, rechteckiger Saalbau war. Die folgenden Jahrhunderte brachten ihm zahlreiche Ergänzungen, die den Kernbau fast völlig verdeckten und uns schließlich das Rathaus in seiner heutigen Ausdehnung bescherten. Die Aufnahme aus der Zeit um 1870 zeigt die ursprünglich seitlich stehende und nunmehr zur Mittelachse versetzte gußeiserne Brunnenschale noch ohne die Sandsteinverkleidung (siehe Nummer 3). Bei der 1870 vorgenommenen Neugliederung der Rathausfront und des Marktplatzes wurden die hier noch spärlich anmutenden Linden gepflanzt. Auffallend sind die Markisen am Regierungsgebäude.

3. Etwa fünfundzwanzig Jahre liegen zwischen dieser und der vorhergehenden Aufnahme vom Markt mit dem Rathaus. Die Ausgestaltung des Marktplatzes hat inzwischen Fortschritte gemacht. Prächtige Kandelaber, einer in der Mitte, und eine sorgsam vorgenommene Pflasterung mit Sandsteinplatten auf den Fußwegen geben dem Platz etwas Steifes. Auch der Brunnen hat seine Sandsteineinfassung bekommen. Links vom Rathaus ist das neue Kaiserliche Postamt von 1891 zu sehen, das mit seinem eisernen Kuppelgeriist noch auf die Installierung der Freileitungen wartet. Die Menschenmenge vor dem Rathaus umsteht die Kapelle der 16er Dragoner, die das damals übliche Mittagskonzert veranstaltet, während andere sich promenierend auf dem Platz ergehen.

4. Die Gerichtslaube im Lüneburger Rathaus, Anfang des 14. Jahrhunderts als Ratssaal erbaut und im Verlaufe von mehr als zweihundert Jahren umgestaltet, zeigt sich in der Aufnahme von Raphael Peters um 1870 in einer uns ungewohnten Ansicht. Die Holztonnendecke mit den von geschnitzten Blättern begleiteten Rippen scheint hier abgestützt zu sein, als wenn sie einzustürzen drohte. Und doch sind diese Spannbalken mit den sogenannten Hängesäulen - wie wir erst durch neue Forsehungen erfahren haben - ursprünglicher Bestandteil des Dachwerks, mit denen die hohen und schwachen Seitenmauern zusammengehalten wurden. Nach wiederholten Renovierungsarbeiten ist die Konstruktion der Spannbalken 1880 entfernt und von außen sind starke Strebepfeiler errichtet worden.

5. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in den Räumen des Rathauses umfangreiche Renovierungen vorgenommen. Sie beschränkten sich indeß nicht nur auf die Wiederherstellung von Gemälden, sondern auch bauliche Veränderungen wurden durchgeführt. Hierzu gehörte neben der Beseitigung der ursprünglichen Deckenkonstruktion der Gerichtslaube auch der Einbau einer neuen Treppe von der Rathaushalle zum Fürstensaal im Jahre 1909. Mit nur einem Absatz führt sie jetzt bis zur gleichen Höhe des Fürstensaales und gewinnt dadurch nach Fortfall der kleinen Treppchen - rechts die zum Fürstensaal - ein weitaus gefälligeres und repräsentativeres Aussehen. Die eintönige graue Ausmalung wurde durch eine freundlichere Farbgestaltung abgelöst.

6. Dieses und das gegenüberstehende Bild Nummer 7 müssen im Zusammenhang besehen und begriffen werden. Es sind Aufnahmen von 1898, kurz vor dem Abbruch der beiden Gebäude. Hier ist das Verbindungsglied zwischen dem rechts sichtbaren Haus, dem alten Ratssitzungssaal, und dem links erkennbaren, jenem Renaissancebau an der Stelle der Heiligengeistkapelle, in dem sich die große Ratsstube mit der geschnitzten Täfelung des Albert von Soest befindet. Der Charakter eines Verbindungsbauwerks an dieser Stelle ist übrigens dem hier 1899 errichteten Nachfolger erhalten geblieben, wie die Abbildung Nummer 42 erkennen läßt, die vom gleichen Rathaushof aufgenommen ist, von daher der Betrachter auf dieses Bild sieht.

7. Das bescheiden dünkende, mit großen Fenstern ausgestattete Haus, das sechs mal fünfzehn Meter maß und auf einem Fundament von Gipsblöcken errichtet war, hieß des Rates Küchenstube. Zu diesem Gebrauch war es nach mancherlei Schicksalen, von denen das sichtbare Mauerwerk und die nachträglich eingebrochene Türöffnung noch eine Ahnung bescheren, herabgesunken, als sich in seiner Nähe und um es herum das Rathaus vergrößerte. Ursprünglich war es das erste Rathaus der Stadt Lüneburg, das als einfacher Saalbau inmitten des großen neuen Marktes stand, der dann durch das Wachstum und immer neue Zubauten des Rathauses schließlich auf die verbliebene Hälfte zusammengeschrumpft ist.

8. 1902. Brand des Am Markt gelegenen aber zur Großen Bäckerstraße zählenden Traufenhauses Nummer 31, in dem sich früher das Hotel Wellenkamp befand, Jetzt waren hier die Geschäfte von Bernhard Meyer und Co., des Friseurs Eduard Sass und das Restaurant von Lührs, der später eine Gaststätte bei der Nikolaikirche besaß. Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gehörte die Wirtschaft einem gewissen Bökenhauer, Von einem seiner Stammgäste, namens Monthans, erfuhr Julius Wolff so manches von Lüneburg, das er dann für seinen Roman 'Der Sülfmeister' verwertete. In den später errichteten Neubauten von 1903 und 1957 waren Bernhard Meyer und Co., dann Karstadt, nach 1945 etliche Jahre ein britisches Kaufhaus und schließlich wieder Karstadt.

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