Lohmar in alten Ansichten

Lohmar in alten Ansichten

Auteur
:   Wolgang Schafhaus
Gemeente
:   Lohmar
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1719-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lohmar in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Altes Bildgut und Schrifttum von Lohmar beziehungsweise dem Milieu der Zeit haben Seltenheitswert, denn auch hier sind Kriege und Wirren nicht spurlos vorübergegangen. Ansichtskarten, Fotografien und anderes Material wurden aus Gleichgültigkeit oder Interesselosigkeit beiseite gelegt, fortgeräumt und verschwanden schließlich ganz; die Nachfolgegenerationen hatten keine rechte Beziehung zur Vergangenheit. So findet man sehr schwer Bildgut und Schrifttum aus der Zeit von 1870 bis 1930.

Allmählich wird jedoch das Geschichtsbewußtsein, zumal im Hinblick 'Heimat', wieder wach. Hierbei wirken in dankenswerter Weise die 'Heimatvereine' mit, unter ihnen der Heirnat- und Kulturverein Breidt e.V., der schon vor Jahren damit begann, heimatgeschichtliches und -kundliches Material in jeglicher Form zu sammeln, um es der Nachwelt zu erhalten.

Wenn in dem Heimatarchiv zunächst auch vorwiegend Material des Gemeindebezirks Breidt anfiel, so ist es eine vornehmliche Aufgabe, darüber hinaus die ganze Großgemeinde Lohmar zu erfassen. Es hat nichts mit Nostalgie zu tun, dem Schlagwort der heutigen Zeit, wenn in diesem Band alte Bilder und Texte veröffentlicht werden. Vielmehr soll hier ein Ausschnitt gebracht werden aus dem Leben einer ländlichen Gemeinde. Sie sollen Bindungen zur Heimat schaffen in einer Zeit, wo eher die Bindungslosigkeit regiert. Der vorliegende Band ist kein wissenschaftliches Werk. Wer sich für

geschichtliche Einzelheiten von dem Ort Lohmar interessiert, dem sei die illustrierte 'Geschichte von Lohmar' empfohlen, verfaßt von Friedhelm Limbach und von der Gemeinde Lohmar 1969 herausgegeben.

Die Reihenfolge der Bilder lehnt sich an eine Wanderbeschreibung aus damaliger Zeit an. Es versteht sich von selbst, daß in einer religiösen Gegend als Bildmotive vorwiegend die sakralen Bauten und Einrichtungen sowie die hiermit verbundenen Personen als Markantes dieser Landschaft galten. Es folgen Gasthäuser, Verkehrsmittel, Motive aus dem gesellschaftlichen Leben und Einrichtungen für die Allgemeinheit (Wasserversorgung, Feuerwehr). Urn das Bild und das Milieu der damaligen Bürgermeisterei Lohmar abzurunden, wird auch das allgemeine Zeitgeschehen mit typischen Motiven einbezogen, und auch die bedeutungsvollen Randzonen, wie zum Beispiel Siegburg, Wahlscheid und Overath, werden erwähnt. Der Zahn der Zeit hat die Bildqualität nicht verbessert, das möge man berücksichtigen.

Das Bildgut und Schrifttum wurde zu einem großen Teil vom Heimatarchiv des Heirnat- und Kulturvereins Breidt e.V. zur Verfügung gestellt und stammt zum anderen Teil aus Privatbesitz. Allen, die bisher bei der Sammlung mitgewirkt haben sei herzlich gedankt. Dieser Bildband soll dazu anregen, weiteres Material für heimatkundliche Zwecke zur Verfügung zu stellen; aber auch dazu beitragen, die Verbundenheit zur Heimatgemeinde wachzuhalten und zu festigen.

1. Die Bürgermeisterei Lohmar liegt zu beiden Seiten der Agger und der Sülz in unmittelbarer Nachbarschaft der Kreisstadt Siegburg mit der altehrwürdigen Benediktiner Abtei (Michaelsberg), die im Jahre 1064 von dem Kölner Erzbischof Anno II. auf dem vormaligen 'Sigiberg' (Siegberg) gegründet wurde; bekannt ist Siegburg auch durch die 'Siegburger Krüge', die im 15. und 16. Jahrhundert Weltgeltung hatten. Hier ist auch der Geburtsort des weltbekannten Komponisten Engelbert Humperdinck (Märchenoper 'Hänsel und Gretel').

Im Jahre 1918 ist die Bürgermeisterei 5 058,79 ha groß und zählt 4470 Bewohner. Die achtzig Orte bilden die Gemeinden Altenrath, Breidt, Halberg, Inger, Lohmar und Scheiderhöhe, die katholischen Pfarreien Altenrath, Birk, Lohmar und Scheiderhöhe, sowie die Schulorte Altenrath, Birk, Breidt, Ellhausen, Lohmar und Scheiderhöhe. Diese Gemeinwesen wurden später, bis zum 1. August 1969, unter der Bezeichnung 'Amt Lohmar' zusammengefaßt, dessen Grenzen sich im wesentlichen mit denen der alten Pfarre Lohmar (1839) deckten. Das Gebiet wird in etwa begrenzt im Westen durch die Agger beziehungsweise den Ort Altenrath (Wahnerheide), im Süden durch den Rothenbach, im Osten durch die Zeitstraße; die nördliche Grénze verläuft von Krahwinkel durch das Gronetal und Naafbachtal nach Kreuznaaf-Hitzhof-Oberscheid und schwenkt wieder nach Westen ein über Kirchscheid zur Sülz.

In alter Zeit gewann man in den Gruben Versöhnung bei Altenrath, Moritz bei Lohmar und Nöggelrath (Nöggerrath) bei Salgert Blei-, Eisen-, Kupfer-, Silber- und Zinkerze. Die Grube Nöggelrath bestand gut zehn Jahre; sie wurde um 1870 wegen geringer Ausbeute geschlossen. Etwa zur gleichen Zeit auch das Bergwerk im Gronetal bei Deesem (Disurn); Halden, Stollen, Mauerreste und Rechnungsbücher zeugen von ihrer Existenz.

Die Einwohner der Bürgermeisterei Lohmar betreiben (1918) Ackerbau und Viehzucht, leben außerdem vom Fremdenverkehr und finden teilweise in den Fabriken von Siegburg und Troisdorf lohnende Beschäftigung, so der Chronist. Heute hat auch die neue Gemeinde Lohmar eine beachtliche Industrie aufzuweisen.

2. Ein Bliek ins Aggertal sowie auf die Höhen zeigt bunte Auen, grüne Hügel und Täler, die mit Waldund Obstbäumen, Bauernhöfen und reizenden Villen abwechseln, sowie zahlreiche Häusergruppen.

3. A1tenrath (alte Rodung) liegt am Rande der Wahner Heide (Truppenübungsplatz/Flughafen Köln-Bonn), Aller Wahrscheinlichkeit nach fällt die Gründung zwischen 800 bis 900 nach Christo. Auf dem Bergrücken wurden altgermanische zwei- bis dreitausend Jahre alte Hühnengräber gefunden. In dem Dorfe wohnten die Ritter von Altenroide, vielleicht in der Nähe von Utzenrath an der SüIz. Der Ort hat eine schöne Kirche aus dem 12. Jahrhundert; das Patronatsrecht war eine Berechtigung des Besitzers von Schloß Hackenbroich bei Neuß und gehört seit 1589 den Fürsten von Salm-Reifferscheidt-Dyck.

Das Wappen und Siegel der Gemeinde Lohmar symbolisiert im oberen Teil das Wappentier des Herzogtums Berg, wozu die Bürgerrneisterei von 1363 bis 1815 gehörte, im unteren Teil den Zusammenfluß von Agger und Sülz.

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4. Im Jahre 1363 kam das Kirchspiel Altenrath an die Grafen von Berg. Als die Schweden in Siegburg die Aulgasse zerstört hatten, zogen die Töpfer nach Altenrath und betrieben dort ihr Gewerbe. Schwer rang in alten Zeiten der Heidebauer um sein tägliches Brot. Damals war der Ort arm. Härnisch sprachen die anderen Bauern der Bürgermeisterei Lohmar von den 'Altenrather Sandhasen'. Die Liebe zur Scholle war tiefverwurzelt in den alteingesessenen Familien. Bis 1652 reichten die Taufregister lückenlos hinab. 1938 wurde Altenrath in den Truppenübungsplatz einbezogen; die Bewohner wurden ausgesiedelt. Nach 1945 erwachte wieder neues Leben im Heidedorf. Die Ansichtskarte trägt einen Poststempel von Donrath, 1909.

5. Scheiderhöhe, ehemals eine Gemeinde mit fünfundzwanzig Ortschaften, gehörte ab 1383 zum Herzogtum Berg. Eine herrliche Freisicht hat man ins benachbarte Hügelland. Das romanische Gotteshaus aus Bruchsteinen und mit einem stumpfen Turm hat schöne Kirchenfenster. Sie zeigen die eherne Schlange in der Wüste als Vorbild des Kruzifixes und den Kaiser Heraklius, wie er das von den Persern zurückeroberte Kreuz durch die Straßen von Jerusalem wieder an seinen Ort trägt. Die Abtei Siegburg hatte hier große Besitztümer, zum Beispiel den Hof Kirchscheid, den Scherverhof und den Auelshof. Auch Haus Schönrath gehörte zur Gemeinde Scheiderhöhe. Dieses stammt aus dem Jahre 1218 und war Sitz der Ritter von Schönrath.

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6. Von Scheiderhöhe steigt man in die 'Donrather Schweiz'. Auf schmalem Steg über die Agger gelangte man damals nach Donrath, einern kleinen idyllischen Dorf im unteren Aggertal, zur Gemeinde Halberg gehörend. Der Gasthof 'Aggerburg' war ein Begriff für einheimische und auswärtige Bürger. Von Donrath aus gelangte man mit dem Aggertaler D-Zug oder auf der Landstraße an villengeschmückten Hügeln und der schönen J abachtaJstraße vorbei nach Lohmar, dem Hauptort der Bürgermeisterei. In der Nähe des Gasthofes gab es eine Krautfabrik, die sogenannte 'Krockpaasch', in der das Obst aus dem Ort und der benachbarten Gebiete in Handarbeit zu einem wohlschmeckenden 'Kraut' (Sirup) verarbeitet wurde.

7. Ein Bliek von Höngen ('Höhnchen') aus in die schöne bunte Au des Aggertales bei Donrath-Broich. Entlang der Straße führt der Schienenstrang der Aggertalbahn, der heute demontiert ist. Im Hintergrund verläuft die Agger. Etwa am oberen linken Bildrand beginnt die Donrather Schweiz und dem Lauf der Agger folgend gelangt man in die Dornhecke, früher ein stiller Winkel mit altem Baumbestand; heute ist hier ein Campingplatz. In der Dornhecke war damals die nächst gelegene Möglichkeit zum Schwimmen für die Schulen von Ellhausen und Breidt, immerhin ein Fußweg von etwa drei viertel Stunden. Der Ernteverein Donrath hat eine illustrierte Broschüre über Donrath mit interessanten Beschreibungen herausgegeben.

8. Lohmar, die Ortschaft nach der die Bürgermeisterei benannt ist, wird urkundlich erstmals zwischen 1079 und 1089 erwähnt. Jedoch deuten Bodenfunde auf eine frühere Besiedelung hin. Ursprünglich in der ehemaligen Herrschaft Blankenberg, kam das Dorf im Jahre 1363 zum Herzogtum Berg und 1815 an Preußen. Der Bliek vom Ziegenberg (in der Nähe von Altenrath) zeigt im Vordergrund die Burg, die aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammt. Sie war ehemals von Wasser umgeben und besaß meterdicke Mauern. Unten rechts - auf dem Bild nicht mehr zu sehen - liegt das Gasthaus 'Zur Fähre'. Bevor die Aggerbrücke gebaut wurde, wurde die Verbindung mit Altenrath mittels Fährbetrieb hergestellt.

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