Lörrach in alten Ansichten

Lörrach in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Moehring
Gemeente
:   Lörrach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5144-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lörrach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Zweite Weltkrieg, noch mehr aber die geänderten Lebensgewohnheiten der letzten sechzig Jahre, hervorgerufen vor allem durch die Technik, haben das Stadtbild so nachhaltig verandert, daß nur noch die Ältesten der Stadt sich an diese Bilder aus den Jahren bis 1930 erinnern können. Auch die modischen Akzente verschiedener Epochen seit 1930 machten sich bei der Veränderung des Stadtbildes in den unterschiedlichsten Bereichen bemerkbar. Der innerstädtische Verkehr prägte mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln wohl am nachhaltigsten das sich ständig wandelnde Bild. Kaum mehr vorstellbar wird für die Jüngeren sein, daß sich noch bis in die dreißiger Jahre durch die Turmstraße neben den Fußgängerwegen eine Straßenbahn und der gesamte motorisierte Verkehr in beiden Richtungen bewegte. Selbst in dieser heutigen Fußgängerzone empfindet noch mancher eine gewisse Enge. Ebenso würde man sich heute kaum noch mit dem Warenangebot und den damaligen Geschäftsauslagen der oft noch durch weit herausragenden Ladenschilder gekennzeichneten Geschäftshäuser begnügen.

Mit dem Wohlstand in den sechziger Jahren sind wir alle anspruchsvoller geworden. Dies hatte auch für das Stadtbild - viele Konsequenzen.

An Stelle der einstigen Kolonialwarengeschäfte und Krämerläden sind heute mächtige Kaufhäuser, Basare, Versandhäuser und Großmärkte getreten, die den ständig steigenden Bedarf der heutigen Konsumgesellschaft decken. Viele Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe, die weithin noch das Straßenbild bestimmten, sind in diesen Großbetrieben auf- und untergegangen.

Für die Personen- und Gruppenaufnahmen aus der kaiserlichen Ära haben wir vielleicht nur noch ein mitleidiges Lächeln oder Schmunzeln. Doch meint der Sinn dieser späten Rückerinnerung, wie durch Mode, Gestik, Präsentation und Verhaltensweisen jene Generation auch ein gewisses Selbstverständnis deutlich machen wollte, dem man allerdings nur auf dem historischen Hintergrund der Zeit von 1860 bis 1930 gerecht werden kann. Gleichzeitig sollte man bei all den Bildern sich ständig vergegenwärtigen, daß die damalige Aufnahmetechnik die heute gewohnten lebendigen und natürlichen Wiedergaben einfach noch nicht liefern konnte, wie wir es von der modernen perfektionierten Fotomechanik erwarten.

Wer die Baugeschichte der Stadt verfolgt, findet sie am ehesten noch in der seit 130 Jahren auch hier betriebenen fotografischen Tätigkeit do-

kumentiert. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus waren noch gotische Bauelemente vertreten (Herrenstraße, 1964 abgebrochen). Den ersten städtischen Akzent lieferte die barocke Periode des 18. Jahrhunderts, die mit einigen wenigen Bauten nur noch um den Burghof und in der Wallbrunnstraße erhalten ist. Die dörflichen Ortsteile der seit 1935 eingemeindeten Ortschaften Tüllingen, Tumringen, Haagen, Hauingen und Brombach sind - weil in diesem Bildband nicht berücksichtigt - in dieser Betrachtung ausgeklammert. Das heutige Gesicht der Stadt resultiert damit hauptsächlich aus der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, wobei Umbauten und Modernisierungen von Wohn- und Geschäftshäusern den Originalstil oft wesentlich veränderten. Zwischen Klassizismus im Weinbrennerstil, Biedermeierzeit, Jugendstil und den zahllosen Varianten des modernen Architekturverständnisses gibt es daher in Lörrach für den aufmerksamen Betrachter noch viel Reizvolles zu entdecken. wozu auch dieses Bändchen anregen will.

Bei den fast atemberaubenden Veränderungen im Stadtbild während der letzten vierzig Jahre erfüllen diese Archivbilder auch eine dokumentarisch-historische wie denkmalpflegeri-

sche Aufgabe in der Absicht, das Alte sinnvoll in die neuen Erwartungen vom Sinn einer lebensund liebenswürdigen Stadt von heute zu integrieren.

Bei aller kritischen Würdigung der heutigen Bausubstanz der Stadt und dem Leben in ihr, wie es sich in den letzten dreihundert Jahren entwikkelte - soweit geht auch ihr städtischer Anspruch zurück -, muß die Geschichte Lörrachs zwischen der Residenz der Herren von Rötteln und ihrer Nachfolger auf der Burg oberhalb Lörrach-Haagen und der Stadt Basel bewußt bleiben. Der große Aufschwung kam erst mit der Industrie und ihren Fabrikherren, mit ihren Firmenbauten, den Herrschaftsvillen, aber auch den sozialen Wohnungsbauten und Einrichtungen (etwa das erste Spital und Krankenhaus), die da und dort noch an diese Gründerzeit erinnern.

Dieser kleine Bildband versteht sich als Folge und Ergänzung des 1976 erschienenen Bandes 'Alt Lörrach 1865-1914' aus dem Verlag Lutz, Lörrach, und spart daher die dort wiedergegebenen Bilder aus,

Gerhard Moehring

1. Gesamtansicht von Lörrach. Postkartenzeichnung um 1900 mit Bliek auf das Zentrum der Stadt zwischen der evangelischcn Stadtkirche und dem Bahnhof. Die Ruine des 1678 zerstörten Schloß Rötteln, das neue großherzogliche Bezirksamt und die markgräfler Tracht symbolisieren Landschaft und Herrschaft des von Lörrach aus verwalteten Markgräflerlandes.

2. Basler Straße beim Marktplatz um 1910. Rechts liegt das noch heute bestehende Gebäude des 1680 von Hans Brödlin gebauten 'Wilden Mann', in dem bis 1939 gewirtet wurde. Das gleiche Haus gegenüber teilen sich die Apotheke 'Zur Lerche' und das Juweliergeschaft Eugen Nusser. Im Eckhaus zur Teichstraße 'Zu den 3 Königen' war damals das Kaufhaus Asal untergebracht. Dazwischen (mit den beiden Dachgaupen) lag die Damenschneiderei Max Guggenheim. Über das Gasthaus 'Hirschen' verliert sich der Bliek in die Turnringer Straße. Unter der damals mit Gas betriebenen Straßenlaterne an der Ecke des 'Wilden Mann' ist noch das Finnenschild des Möbelmagazin Georg Marquardt erkennbar.

3. Marktplatz 15. November 1919. Eine festlich versammelte Menge zur Eröffnung der Straßenbahnlinie Basel-Lörrach. Oberbürgermeister Dr. Erwin Gugelmeier hielt die Festansprachc. Die bereits 1914 geplante Straßenbahn Linie 6 konnte erst nach Beendigung des Ersten Wcltkricgs gebaut werden. Außer der Unterbrechung von Mai 1939 bis Juni 1947 verkehrte die Bahn bis zu ihrer Stillegung am 31. August 1967.

4. Alter Marktplatz 1920. Einen nur kurze Zeit möglichen Bliek bietet diese Aufnahme vom Marktplatz mit dem Brunnen von 1838 (rechts) und den 1863 gepflanzten Kastanien auf die Baulücke zwischen Hansahaus (rechts) und dem Haus 'Schwanen' (links, heute Dresdner Bank). Sie entstand nach Abbruch des Arntshauses 1914. Hinter den Baracken, die nach dem Ersten Weltkrieg vorübergehend aufgestellt wurden, ist die 1807/08 im Weinbrennerstil errichtete und 1938 zerstörte Synagoge zu erkennen. Die Tafel an der Gaslaterne markiert die Haltestelle 'Marktplatz' der 1919 eröffneten Straßenbahn Basel-Lörrach. In der Baulücke sollte das neue Rathaus gebaut werden, das wegen der Inflation nicht verwirklicht wurde.

5. Brunnen au] dem alten Marktplatz 1925. Der 1838 im klassizistischen Stil errichtete Brunnen ist nach dem Vorbild des Basler 'Dreizackbrunnen' am Münsterberg von Melchior Berri, Meisterschüler von Weinbrenner, gebaut. Die Rundsäule mündet in drei Delphinfiguren. Die nur noch zum Teil vorhandenen Kastanienhäume wurden 1863 gepflanzt. Dabinter erkennt man die von 1919 bis 1967 zwischen Basel und Lörrach verkehrende Straßenbahn und das alte Café Binoth im ehemaligen Hansahaus,

6. Alter Markt in Lörrach 1925. Marktrechte besitzt Lörrach seit 1403 mit der Urkunde vom 26. Januar durch ein Regal von Kaiser Ruprecht Ill. v.d. Pfalz. Der zunächst auf eincn Wochenmarkt an jedem Mittwoch und einen Jahrmarkt am Mittwoch vor St. Michael begrenzte Termin wurde nach und nach erweitert. Heute wird auf dem benachbarten Neuen Marktplatz Dienstag, Dormerstag und Samstag Markt abgehalten.

Lërrach

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7. Ecke Turmstraße und Basler Straße 1901. Fast gleichzeitig mit dem Neubau Christian Vortisch gegenüber entstand der Jugendstilban Maurath inmitten alter Bauten des Barock und Biedermeier. Die repräsentative Fassade aus massivem Granit und mit überhöhten Stockwerken setzt ein deutliches Zeichen auch zum baulichen Aufbruch in ein neues, modernes Jahrhundert.

8. Gasthaus 'Zum Schlûssel' in der Turmstraße 1920. Schon 1740 gegründet gehörte die Wirtschaft zu den reuomrnierten Lokalen im Zentrum der Stadt bis in die Mirte unseres Jahrhunderts. Das später noch umgebaute Haus wich in den sechzigcr Jahren einem Neubau , der heute Ladengeschäfte und Büroräume beherbergt.

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