Luckenwalde in alten Ansichten

Luckenwalde in alten Ansichten

Auteur
:   Roman Schmidt
Gemeente
:   Luckenwalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5964-7
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Luckenwalde in alten Ansichten'

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69. V.f.B. (Verein für Ballspiele) hieß dererste Sportverein, in dem das Fußballspiel betrieben wurde (gegründet März 1905). Bereits vier Monate später (1. August 1905) gründeten siebzehnjunge sportbegeisterte Männer den zweiten Fußballklub. Man einigte sich auf den Namen 'Frisch Auf' und wählte Gustav Günther zum 1. Vorsitzenden. Auf dem Foto von 1910 sehen wir (links oben beginnend) die Sportfreunde: G. Schuster, E. Kutschbach, F. Hecht, W. Hasse, R. Antelmann, K. Schuster. W. Hili. E. Kalow, R. Hagen. K. Kutschbach, F. Neuendorf und F. Eiserbeck.

70. Der Sport hatte in Luckenwalde einen hohen Stellenwert. Im Luckenwalder Adreßbuch des Jahres 1925 finden wie die Turn- und Sportvereine: Luckenwalder Turnschaft e.V, Turn- und Sportgemeinde Luckenwalde e.V, Verein für Bewegungsspiele e.V, Luckenwalder Spielvereinigung (1862), Sportklub 'Britannia 1906' e. 1., Luckenwalder Ballspielverein, Sportklub 'Herta', Sport- und Fußballklub 'Frisch Auf', Schwimmklub 'Poseidon', Schwimmklub 'Union', Luckenwalder Tennisvereinigung, Luckenwalder Radtouristen, Radfahrverein 'Stern'. Radfahrverein 'Schwalbc' (Foto) und Radfahrverein 'Sport'.

71. Eine eigentliche Luckenwalder Tracht gab es nicht. An Markttagen, wenn die bäuerlichen Bewohner unserer Region ihre Überschußerträge in der Stadt zum Verkauf anboten, konnte man sicherlich die eine oder andere Bauersfrau in Tracht bewundern. Das Markttreiben spielte sich um die Jahrhundertwende nicht nur auf dem Marktplatz ab, sondern zog sich die ganze Breite Straße entlang. Feilschen um den Preis der Ware, wie wir es heute noch in vielen südeuropäischen und nordafrikanischen Ländern finden. gehörte damals selbstverständlich mit dazu.

72. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) war in Luckenwalde ein Ersatz-Bataillon vom InfanterieRegiment 20 stationicrt. Außerdem gab es eine ganze Anzahl von Kriegslazaretten. 858 Luckenwalder mußten in diesern entsetzlichen Krieg ihr Leben lassen. Zur Erinnerung an die Gefallenen befand sich ab 1929 arn Marktturm ein Kriegerdenkmal, das einen übergroßen Soldaten darsteilte. Das Gedenkbuch der Stadt Lukkenwalde. in dem alle Getallenen mit Foto, Dicnstgrad und Kurzbiographie aufgeführt sind, befindet sich noch heute irn Kreisheimatmuseum.

73. In der Breiten Straße wurde am 3. Oktober 1915 ein 1 Meter hohes 'Eisernes Kreuz' aus Eichenholz durch Bürgermeister Lappe geweiht. Gegen Geldabgabe durften in dem Eiseren Kreuz Nägel eingeschlagen werden. H. Hahn berichtet in seinem Museumsführer von 1925: ' ... Es wurde errichtet zur Förderung der freiwilligen Wohlfahrtspflege und gleichzeitig als ein Dank- und Ruhmesmal für unsere Kricger, die heldenhaft das rings bedrängte Vaterland verteidigen .. .' Der Hammer für die 'Nagelung' wurde 1925 im Heimatmuseum (Vitrine 24) aufbewahrt.

74. Am 13. November 1923 kostete ein Pfund Magarine 1000 Milliarden Mark. Inflation. Die Geldentwertung ging so schnell vor sich, daß die Banken nicht mehr mit dem Drucken der Scheine hinterherkamen. Die Stadt, der Kreis und der Unternehmerverein brachten eigenes Notgeld heraus. Die Arbeiterwohlfahrt richtete eine Speiseküche ein. Dort erhielten die alten Leute kostenlos eine warme Mahlzeit. Die Lebensmittel dafür wurden ausschließlich durch Spenden zusammengetragen. Die Aufnahme entstand im Lokal Gerhard (Beelitzer Straße) und zeigt Rentner bei einem Mittagessen, das ebenfalls durch die Arbeiterwohlfahrt organisiert wurde.

75.1920 wurde eine 'Walderholungsstättc', die in den Sommermonaten geöffnet war, im Wald Richtung Kolzenburg gebaut. Sie hatte die Aufgabe. Kinder zu sechswöchigen Kuren aufzunehmen. Über die Ziele der Einrichtung schrieb DL K. Rockstroh: 'Bei guter, auf den kindlichen Körper eingestellter Ernährung wird durch genaue Tageseinteilung, mit Wechsel von Ruhe und Bewcgung, durch Sonne, Luft und Wasser, durch Solbäder, Atem- und Freiübungen sowie Bewegungsspie!e und Tänze neben der Erziehung zur Körperpflege gründliche Kräftigung und Förderung der Kinder erstrebt..:" Die Aufnahme von 1924 wurde während der Feier zum 'Tag der Arbeit' (1. Mai) im Wald vor der Erholungsstätte aufgenommen.

76. Am 29. April 1865 wurde Alexander Sailer in Merseburg, Kreis Konstanz, geboren. Nachdem er den Beruf des Buchbinders erlernt hatte, begab er sich auf Wanderschaft und auf dieser karn er nach Luckenwalde. Als am 26. November 1890 hier ein sozialdemokratischer Wahlverein gegründet wurde, zählte Sailer zu den Mitbegründern und war der erste Vorsitzende. 1904 wählte man ihn zum Arbeitersekretär des Gewerkschaftskartells, Seit 1913 war er als Abgeordneter im Stadtparlament tätig. Besonders hervorzuheben ist seine Teilnahme am 1. Rätekongreß 1918 in Berlin. Ab 1920 wirkte er im Kreistag und im Provinziallandtag mit. In den letzten Jahren seines Lebens wurde A. Sailer Mitglied des preußischen Staatsrates.

77. Alexander Sailer verstarb am 21. März 1924 im Alter von 59 Jahren. Wie das Bild zeigt, wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung (über 5000 Menschen) zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Jüterboger Friedhof geleitet. In der Luckenwalder Zeitung kan man in einem Nachruf lesen: ' ... Tief betrübt trauern wir an der Bahre dieses ausgezeichneten Mannes, der aus kleinen Anfängen heraus sich emporgearbeitet hat und im öffentlichen Leben größte Anerkennung gefunden und zahlreiche Ehrenämter, in der Stadt Luckenwalde, im Kreise und in der Provinz, vorbildlich verwaltet hat. - Sein Andenken wird uns unvergessen bleiben und stets in hohen Ehren gehalten:

78. Die 'Städtische Sammlung von Altertümern' wurde am 9. Oktober 1906 gegründet. Auf der Stadtverordneten- Versammlung des selben Tages wählte man ein Kuratorium. Diesem ersten Sammlungsausschuß gehörten vom Magistrat der Bürgermeister Fischer als Vorsitzender und der Stadtrat Pariser, vom Stadtverordnetenkollegium Rentier H. Krüger und Dr. med. Rothe und als Vertreter der Bürgerschaft der Direktor des Realprogymnasiums DL E. Vogel und der Lehrer H. Hahn an. Bis zum März 1910 befand sich die Sammlung im Rathaus, zog dann ins Bauamt (Dahmer Straße 52) um und erhielt am 19. November 1922 bis zum Kriegsende 1945 diese ehemaligen katholische Kapelle in der Zinnaer Straße als Heimstätte.

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