Mahlow-Glasow in alten Ansichten

Mahlow-Glasow in alten Ansichten

Auteur
:   Christlieb Ludwig
Gemeente
:   Mahlow-Glasow
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6033-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mahlow-Glasow in alten Ansichten'

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Einleitung

Der Band 'Mahlow in alten Ansichten' fand soviel Interesse, daß sich der Verlag und der Autor entschlossen, ein weiteres Buch entstehen zu lassen. Es soll in größerem Umfang dem früher selbständigen Ort Glasow gewidmet sein.

In den erstenAufzeichnungen wird der Name des Ortes Glase, Glaze oder Glaszow geschrieben und seit 1583 dann Glasow. Im Landbuch Kaiser Karl IV von 1375 wird Glasow erstmals urkundlich erwähnt. Bodenfunde in Ortsnähe weisen allerdings daraufhin, daß sich in der Gemarkung schon wesentlich früher Menschen aufgehalten haben. Die ältesten Funde stammen aus der Mittel- und Jungsteinzeit (4000-2000 vor Christi). Die erste Dorfstelle befand sich -laut Aussagen von Archäologen - zwischen dem Glasowbach und dem Weg nach Blankenfelde. Diese Gemarkung heißt heute noch Wenddorf

In der Zusammenstellung von 1375 sind für Glasow 43 Hufen Land ausgewiesen. Der Pfarrer besaß vier und ein Berliner Bürger fünf Freihufen. Für die restlichen 34 Hufen mußten je sechs Scheffel Roggen und Hafer als Pacht entrichtet werden. Ein Krug und eine Mühle waren zu dieser Zeit auch vorhanden.

Obwohl Glasow nie einen Gutshofhatte, war die gutsherrliche Gerechtsame (dingliche Rechte) an die von Milow, eine Familie aus dem niederen Adel, übergegangen. Ab 1530 bekamen die von Schlabrendorff, eine begüterte Familie aus dem Nuthetal, alle Abgaben. Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges fehlen jeglicheAufzeichnungen. Erst aus dem Iahr 1652 berichtet der Teltowsche Landreiter, daß elf männliche Personen im Ort anwesend waren, und zwar zwei gebürtige Glasower (40 und 57 jahre alt) und Zugereiste aus Berlin, Mittenwalde, Klein-Ziethen, Baruth und Dennewitz. Der kleine Ort lag zwischen zwei Armen des Glasowbachs, wovon der östliche nur noch ein Stück zu sehen ist.

Im Kontributionsregister (Steuer-Abgabenregister) von 1703 heißt es: 'Der Acker ist mittelmäßig, Wiesenwachß ist wenig, jedoch der Neue Graben wird ihnen zu etwas helfen.' Aus ganz alten Karten ist zu ersehen, daß der Ort in einer niedrigen Luchlandschaft lag. Sicher half der neue Graben das Land zu entwässern und fruchtbarer zu machen. Um diese Zeit gab es immer wieder Unglücke im Ort. Es wird von Bränden berichtet, die Häuser und Scheunen vernichteten. Zum Bau wurde viel Holz aufgewendet, und die Gebäude waren mit Stroh oder Schilf gedeckt. In den meisten Fällen war nichts mehr von so einem Haus zu retten.

Um 1800 berichtet man über Glasow, daß das Dorf 17 Feuerstellen zählt mit 118 Einwohnern, und zwar acht Ganzbauern und fünf Ganzkossäthen. Mitte des 19. [ahrhunderts dehnt sich erst das Dorf in Richtung Süden aus. 1880 hatte es 450 Einwohner. Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es immer eine Mühle im Dorf Die letzte wurde

1 933 abgerissen. Auch ein Küfner (Gastwirt) wird stets erwähnt. Nachdem 1835 die Poststraße von Berlin nach Dresden zu einer Chaussee ausgebaut wurde und vor allen Dingen der Frachtverkehr mit Pferdewagen zunahm, hatten drei Gastwirte ihr Auskommen, wobei jeder noch eine Landwirtschaft betrieb.

Genau wie in Mahlow begann zu Anfang dieses [ahrhunderts die Anlegung von Parzellen für Siedlungszwecke. Etliche Bauern verkauften Land und ermöglichten damit den Berliner Bürgern sich Wochenendgrundstücke zu schaffen. In den meisten Fällen bauten sich die Besitzer zuerst eine Laube, um darm später ein festes Wohnhaus darauf zu errichten. Die Nähe des Bahnhofs in Mahlow war ausschlaggebend für die frühzeitige Besiedlung an der Mahlower Grenze. Die anderen Siedlungsplätze wurden erst nach 1920 angelegt. Damit erhöhte sich auch die Einwohnerzahl. Im Iahr 1925 wohnten 77 5 Personen in Glasow.

Es gab auch etliche Vereine im Dorf, zum Beispiel den Radfahrerverein

'Frei weg', den Kriegerverein, Gesangverein, Grundbesitzerverein, Landbund, Reit- und Fahrverein. Sie alle trugen mit ihren Veranstaltungen dazu bei, daß sich ein gesellschaftliches Miteinander entfaltete. Auch Handel und Gewerbe entwiekelten sich langsam. 1890 gab es ein Kolonialwarengeschäft, einen Milchhändler, Bäcker, Schlächter, einen Müller, Schmied, Schuhmacher, Stellmacher, Maurer und eine Postagentur mit Telegrafenbetrieb. Zum Anfang dieses Iahrhunderts kamen noch etliche Handwerker und Gewerbetreibende dazu.

1926 wird der Grundstein für ein Naturheilkrankenhaus gelegt. Das große Grundstück dazu hat der 'Deutsche Bund der Vereine für naturgemäße Lebens- und Heilweise' schon vorsorglich im Iahr 1907 erworben. Es wird 1927 eröffnet und nach dem Vater der Naturheilkunde 'Priessnitz-Haus' genannt.

Das älteste Gebäude im Dorf ist die als unverputzter Feldsteinbau im 13/14. Iahrhundert errichtete Kirche.Ab dem Iahr 1600 sind noch Kirchenbûcher vorhanden. Die jeweils zuständigen Pastoren trugen nicht nur die Daten der geborenen, verheirateten und gestorbenen Personen ein, sondern vermerkten auch besondere Ereignisse. Leider gab es damals noch keine Numerierung der Grundstücke, so daß man heute nicht mehr nachvollziehen kann, wo die einzelnen Familien wohnten. Aus vielen Eintragungen kann man ersehen, wie arm die Bevölkerung damals war. Trotzdem wird immer wieder von kleineren und größeren Reparaturen und von Umbauten an der Kirche berichtet. 1845 beschwert sich allerdings der Pfarrer Kallenbach bei der Regierung in Potsdam ûber den sehr schlechten baulichen Zustand. 1846 wird die Kirche gründlich renoviert und bekommt dabei den Turm in seiner heutigen Form. Die Glasower Kirchengemeinde war lange Zeit (bis 1819) eine 'Filiale' von [ûhnsdorf und später von Blankenfelde. Auf die längste Dienstzeit konnte der Pfarrer Iohann Friedrich Reu-

scher (1728-1790) zurückblicken. In denletzten acht Iahren stand ihm ein Adjunkt zur Seite.

Die ersten Hinweise auf einen Schulunterricht der Kinder sind im Kirchenbuch vermerkt. Dort heißt es 1695, daß der 'Meister Martin Ulbricht, Schulmeister allhier' geheiratet hat. 1699 ist die Hochzeit von Hans Ziemchen 'Schneider und Schulrneister' im Register eingetragen und es wird auch ein Schulhaus erwälmt. Dieses alte Schulhans muß nahe der Kirche gestanden haben und war mit Stroh gedeckt, zirka 14 m lang und 4,20 m breit. 1/3 davon war Stallung und 2/3 Schul- und Wohnraum des Schulmeisters mit Familie. Fûr Schulzwecke waren 1800 nur zwei Bänke vorhanden. Die Kinder gingen auch nur von Oktober bis April zur Schule. Im Sommer mußten sie bei allerlei Arbeiten zu Hause helfen. Lernmaterialien wurden wenig benutzt. Die großen Kinder lasen aus der Bibel, die kleinen aus dem Katechismus. Es könnten mehr Lernmaterialien beschafft werden, aber das war teuer und die Landbevölkerung hatte dafür kein Geld. 1819 wurden ein Tisch, eine Wandtafel und Schiefertafeln für die Kinder angeschafft. Weil das Schulhaus schon so baufállig war, wurde in Erwägung gezogen, die Kinder nach Iûhnsdorf zur Schule gehen zu lassen. Das wurde aber wegen der Entfernung von den Eltern abgelehnt.

Im Iahr 1851 wurde nördlich der Kirche ein neues Schulhaus gebaut. Es bestand aus einem Klassenraum, einer Stube und Küche für den Lehrer. 192 9 entstand die Schule am Glasower Damm, die heute - wesentlich vergrößert - noch genutzt wird.

Die Straßennamen und Gebäudenummern, die verschiedentlich angegeben sind, entsprechen den Aufzeiclmungen aus dem Adreßbuch des Kreises Teltow 1 92 7 .

Mah1ow, im März 1995, Christ1ieb Ludwig

1 Diese etwa Anfang der dreißiger Iahre entstandene Luftbildaufnahme zeigt rechts unten den 'Lindengarten' mit Saal und Kegelbahnen. An der Bahnhofstraße, links im Bild, das Lebensmittelgeschäft HöffIer, das Schreibwarengeschäft Mehring und die Bäckerei Schadow. Gegenüber liegt die Fleischerei Beow. Daneben steht das Haus Nr. 9, das sich der Oberlandjägermeister Müller errichten ließ, und das Haus Nr. 11 wurde von Alfred Boczanski zum gleichen Zeitpunkt gebaut. Im Haus befand sich ein Laden mit zwei Schaufenstern, in dem er Eisenwaren verkaufte.Auf dem Hoi hatte er eine Kunstschlosserei. Bei einem Luftangriff 1944 zerstörten Bomben

diese beiden Häuser völlig. Rechts am Bildrand befindet sich das Postgebäude und darüber die Schlächterei Bölke (später Kermaß), Trebbiner-/Ecke Poststraße.

2 Links im Bild ist das Inspektorhaus des Gutes Mahlow zu sehen. Das Gebäude auf der rechten Seite ist die 1741 errichtete alte Schule. Die Aufnahme entstand zirka 1925.

3 Die Schultheiss-Brauerei, Berlin, beliefert den 'Gasthof Langner' gerade mit Getränken. Links ist der Saalanbau zu erkennen, in dem vieleVeranstaltungen stattfanden. Neben den Kindern steht der Postbote von MaWow in seiner Dienstkleidung. Interessant ist der handschriftliche Text. Da schreibt eine Mutter 1913: 'Fritz ist seit gestern im Volkskindergarten. 1,65 (Mark) die Woche, wo er Mittagbrot und zum Frühstück und Vesper Milch bekommt. Ein Versuch, bis jetzt gefàlIt es ihm ausgezeichnet.'

4 Diese Aufmachung von Postkarten war um die Iahrhundertwende keine Besonderheit. Graphiker zeichneten wichtige Gebäude in den Orten, zum Teil in 'künstlerischer Freiheit'. Im Original sind diese Karten oftmals koloriert und wirken dadurch gefàlliger. links oben ist das Gutshaus zu sehen, darunter das Haus mit dem Kolonialwarenladen der Familie W. Neuendorfin der Glasower Straße 7. Das Bahnhofsgebäude und die Kirche stimmen mit den Örtlichkeiten nicht ganz überein.

5 Hier hat man als Motiv das Postgebäude in der Poststraße 10 und das danebenstehende Haus Nr. 9 ausgewählt. 1905ließ sichAdolf Höffler aus Mariendorf dieses Haus von der Firma Lau, Blankenfelde, bauen. Im Erdgeschoß befand sich ein Kolonialwarengeschäft von 20 m 2 Größe, das später auf 3 2 m2 erweitert wurde. 1936 ging dieses Haus in den Besitz von Dr. Rösch über. Inzwischen hatte Adolf Höffler in der Bahnhofstraße ein neues Haus gebaut und darin ein größeres Lebensmittelgeschäft eröffnet.

6 In der Zossener Straße, heute Maxirn-Gorki-Srraße, wurden allgemein große Einoder Zweifamilienhäuser gebaut, Diese Häuser stehen noch heute zwischen der Post- und Bahnhofstraße.

.Mahlow

Zossener Strasse

7 Ein Bliek vom Glasower Damm auf die Häuser in der Gneisenaustraße, heute Travenstraße, Anfang der dreißiger [ahre. Die Fläche zwischen den beiden Straßen wurde landwirtschaftlich genutzt.

8 Nach der Eröffnung des Priessnitzkrankenhauses 1927 standen dem ersten Chefarzt Prof Dr. med. Schönenberger 42 Betten zur Verfügung. Bis zum Ende des [ahres erhöhte sich die Bettenzahl auf 53. Es wurde zum ersten Mal die moderne physikalisch diätische Therapie klinisch angewandt. Das Interesse an diesem Heilverfahren war groß. Bauliche Erweiterungen waren notwendig. Diese erfolgte Vergrößerung, ohne staatliche Zuschüsse, ließ bereits im Sommer 1930 die gleichzeitige Behandlung von 75 Patienten zu.

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