Maintal in alten Ansichten

Maintal in alten Ansichten

Auteur
:   Walburga Edeling-Teves
Gemeente
:   Maintal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5124-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Maintal in alten Ansichten'

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37. Fachwerkhäuser im alten Ortsteil.

38. In strengen Wintern fror der Main häufig zu. Darm staute sich an der Schleuse Dörnigheim! Mühlheim und dem Kraftwerk das Eis (Aufnahme vom Ende der zwanziger Jahre). Beide Bauwerke wurden abgerissen. Heute verbindet nur noch ein Fuß- und Radweg die beiden Mainufer.

39. Die wunderschönen Kopfweiden auf dem Weg nach Hochstadt lieferten nicht das Arbeitsmaterial für die Korbflechter. Sie boten vielmehr mit ihren honiglosen Kätzchen im Frühjahr den Bienen den ersten Blütenstaub. Für die Flechtarbeiten wurden nur die Weidenruten vom Mainufer verwendet. Die Korbweiden wuchsen auch in einer Art 'Plantagen' in der Umgebung der Stadt. Im vorigen Jahrhundert waren noch 30 Morgen 'Hutweide' im Besitz der Gemeinde. Die Flechtarbeiten fanden viele Käufer in den benachbarten Städten; denn Leder war teuer und Kunststoffersatz noch nicht vorhanden.

40. In Dörnigheim - an einer der wichtigsten deutschen Straßen von Nord nach Süd, von West nach Ost gelegen - arbeitete eine Anzahl der Bewohner als Wagner, Schmiede oder Fuhrleute. Eine Reihe Bierbrauer bediente die Durchreisenden mit ihrem selbstgebrauten Trank. Die Postkutschen trugen schon regelmäßig die Reisenden durch die Ortschaft. Auch Kaufleute für die Frankfurter und Leipziger Messe benützten die mit Bäumen bepflanzte Straße parallel zum Fluß. Weniger beliebt waren die Kriegsheere und Marodeure.

41. Die 'Schemisch': Casella-Werk, Anilinfabrik. Die Fabrik war in Feehenheim 1870 erbaut worden. Diese Gemeinde gehörte bis 1928 zum Landkreis Hanau, ehe sie sich Frankfurt anschloß. Der Betrieb begann zunächst mit 15 Arbeitern und hatte im Jahr 1900 bereits eine Belegschaft von 2050 Personen. Zwei Jahre später wurden Filialen in Bombay und New York eingerichtet. Die meisten Arbeiter kamen aus dem Spessart, der Wetterau und auch aus Dörnigheim. Da von den Dörnigheimer Einwohnern nur 15% Landwirte waren, aber 85% als Fabrikarbeiter ihr Brot verdienten, waren sie gezwungen, in den Betrieben der Umgebung zu arbeiten: in Frankfurt, Mühlheim, Offenbach und Hanau, denn Industrie war am Ort nicht vorhanden.

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42. 'Mai-Feier 1894' - Titelblatt der Festschrift aus dem Hessischen Haupt-Staatsarchiv in Wiesbaden. Die Wahl vom 29. November 1925 brachte in Dörnigheim folgendes Ergebnis: Hessen-Nassauische Arbeitsgemeinschaft 89 Stimmen; SPD (Sozialdem. P.) 245 Stimmen; KPD (Kommunist. P.) 254 Stimmen; Deutschnationale Partei 29 Stimmen; Haus- und Grundbesitzer-Partei 51 Stimmen; Zentrumspartei 7 Stimmen. Mit zunehmendem Wohlstand hat sich jedoch auch die Sympathie für bestimmte Parteien gewandelt.

1894

Wir waren lang genug geknechtet Vom TaumelderGewaltmißbraucht. Wir waren lang genug entrechtet,

In tatenlose Nacht getaucht.

Wir haben lang genug in Banden Zwinguri Mammon hart gefrönt.

HörtIhr das Hom, wie's hallt und dröhnt? Habt Ihr den Sturmesruf verstanden?

Wir woll'n die Menschen frei. Leucht' uns, 0 Weltenmai! Herbeil Herbei!

Zerbrecht, zerbrecht den Thurm der Tyranneil

K. Henckell

43. Bliek aus Richtung Dörnigheim auf den Mainbogen bei Fechenheim. Im Hintergrund der Turm der Melanchthonkirche (erbaut im 18. Jahrhundert). Die katholische Herz-Jesu-Kirche, die auch von den wenigen Katholiken aus Dörnigheim und Bischofsheim an Sonn- und Feiertagen besucht wurde, entstand erst im Jahr 1896. Flußabwärts treiben Flößer aus dem Spessart ihre Baumstämme in Richtung Rhein. 1914-1921 wurde der Main aufgestaut und bis Asehaffenburg schiffbar gemacht. Flöße können jedoch auch heute noch von der Landesgrenze an die Wasserstraße nutzen.

44. Eine Anmeldung im Rathaus genügte - und der Eisverkäufer durfte mit seiner süßen Ware im Drückkarren auf den Straßen sein Vanille-, Erdbeer - oder Schokoladeneis anbieten. Zunächst war es zwischen zwei Waffeln zum Preis von 5 oder 10 Pfennigen zu haben. Später auch in einem kleinen Waffelschiffchen. Wer in einem Pappmachébecher zu 25 Pfennigen einkaufte, erhielt auch ein Löffelchen aus weißem Karton dazu und galt in den schwierigen Nachkriegsjahren schon als 'reich', Die 'Gewerbe-Polizei' achtete übrigens auf die hygienische Herstellung des Speiseeises, wenn auch nicht darauf, ob es aus Pulver oder aus natürlichen Zutaten wie Vollmilch, Kakao, Erdbeermark, Zitronensaft usw. fabriziert wurde.

45. Haus der Oma Meusert- Platz für Straßenzoll (Wegegeld), Im vorigen Jahrhundert waren noch an vielen Gemeindegrenzen und Brücken Zolleinnehmer tätig. Dieses Amt wurde - wie schon in biblischer Zeit - von den Behörden verpachtet. Die Zöllner erhielten einen Prozentsatz der Einnahmen. Inzwischen sind diese Einrichtungen in Deutschland verschwunden. Aber bekanntlich werden noch in anderen Ländern für die Benutzung bestimmter Straßen und Brücken Gebühren erhoben.

46. Die ernst bliekende Dörnigheimerin in gestreiftem Kattunkleid und Schürze besserte ihr Haushaltsgeld auf, indem sie auf Bauernhöfen Milch aufkaufte und auf einem Hundewagen zu ihren Kunden nach Hanau brachte. Täglich lief sie den Weg hin und zurück zu Fuß. In den Häusern der Abnehmer mußte die bewunderungswürdige Frau oft noch Treppen steigen. Sie starb 1912 im Alter von 76 Jahren. Die öffentlichen Verkehrsverbindungen zu den umliegenden Städten waren entweder zu teuer oder gar nicht vorhanden. In den kleinen Gemeinden gab es kaum Verdienstmöglichkeiten, und weite Strekken zu laufen, war damals selbstverständlich.

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