Malente-Gremsmühlen in alten Ansichten Band 1

Malente-Gremsmühlen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hanns Zimmermann
Gemeente
:   Malente-Gremsmühlen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2505-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Malente-Gremsmühlen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Welchen gemeinsamen Namen sollte das Gewese, das sich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts zwischen Kellersee und Dieksee immer mehr und mehr baulich aufeinander zuschob, erhalten? Die Bahnverwaltung machte es sich 1866, als die erste Bahnstrecke den Ort berührte, wohl etwas sorglos, leicht: Sie nannte die Station 'Grernsmühlen'. War doch die alte Grernsmühle mit ihrern beliebten Ausflugslokal in unmittelbarer Nähe, hatte doch der Müller schon mehrere Grundstücke verkauft, auf denen die Klausel ruhte, daß sie nur für Gebäude, die Fremdenverkehrszwecken dienten und für Villen genutzt werden durften. Zwischen Bahnhof und Mühle wuchs schon das Hotel, das im nächsten Jahr den Namen 'Hotel Gremsmühlen' erhalten sollte. Nichts schien klarer als das, daß die Station 'Grernsmühlen' hieß. Doch die Bahn hatte auf Malenter Sand gebaut. Die Grenze lief nicht, wie vermutet, bei den Schienen, sondern jenseits, denn die Malenter Feldmark reichte bis an den Dieksee.

Zunächst war aus Malente kein Protest zu hören, Doch als sich auch im Dorf der Fremdenverkehr regte, wurden die Malenter rege und verlangten, die Bahnstation solle 'Malente' heißen. Zumindest sollte Malente vor Gremsmühlen stehen. Es kam zu erbitternden Fehden. Die Auseinandersetzungen wurden sehr heftig. Der Meinungsstreit wurde vorwiegend in der gerade erschienenen Ortszeitung, erste Ausgabe am 6. September 1904, ausgetragen,

Den Anstoß zur endgültigen Änderung des Namens gab die Bahn. Die Lübeck-Büchener-Eisenbahngesellschaft hat bei der Eisenbahndirektion Altona die Änderung des Stationsnamens 'Gremsmühlen' in 'Malente' oder 'Malente-Gremsmühlen' vorgeschlagen, mit der wörtlichen Begründung, daß in Lübeck trotz aller Vorsicht der Beamten täglich Verschleppungen von Personen und Gepäck vorkämen, wegen des Gleichlauts der Stationsnamen 'Gremsmühlen' und 'Grevesmühlen Meekienburg'.

Bahn und Post entschieden sich 1905 für 'Malente-Grernsmühlen' und als Ortsvorsteher Paulsen aus eigener Machtvoll-

kommenheit 'Malente-Gremsrnühlen' mit dem verbindenden Strich schrieb, tat er es in der Hoffnung, eine Versöhnung herbeigeführt zu haben. Aber er irrte sich: Noch lange schwelte es unter der Oberfläche, denn immer wieder wurden Trennungsversuche unternommen.

Jahrzehntelang hieß der Ort 'Malente-Gremsmühlen', ab 1925 mit dem Prädikat 'Kurort' versehen. Und die Bewohner des ganzen Ortes sahen mit Freude, wie bei einern Festumzug auf blumengeschmücktem offenen Wagen stehend zwei gleich große Schwestern, die eine als 'Malente ', die andere als 'Grernsmühlen' dekoriert, sich geschwisterlich bei den Händen hielten und so die Verbundenheit, aber auch die Parität der beiden Ortsteile symbolisierten,

Doch, wie gesagt, es schien nur so, als sei die Glut erloschen - ein Fünkchen glomm stets weiter. Nach über siebzig Jahren zeigt es sich, daß gar kein Grund besteht, über die Herren der Vor- und Vorvorgeneration zu spötteln. Neue Kämpfe sind entfacht, und sie werden nicht ohne Emotionen ausgetragen. Die Post wil! rationalisieren und den Ort verkürzt 'Malente' nennen. Während der Vorbereitungsspiele der Fußballnationalelf zur Weltmeisterschaft hier in der Sportschule wird nur von Malente berichtet, Der Einfluß der Presse macht sich bemerkbar und die Kurverwaltung ist geneigt, lediglich Malente zu schreiben: Eines Tages wird der Ort 'Malente' heißen.

Bei der Erfüllung der Aufgabe Malente-Grernsmühlen in alten Ansichtskarten und Fotos aus der Zeit von 1890 bis 1930 darzustellen, tauchten auch noch weitere Probleme auf', als nur der gemeinsame Name: Womit beginnen? Der Kellersee hat eine völlig andere Historie als der Dieksee, Der nördliche Teil von Malente war früher ein selbstständiges Dorf, Egersdorf. Die Wohnkolonie Gremskamp mit Wasserturm und Sportplatz gehörte um 1900 noch nicht zum Ort, und wird heute im Grundbuch noch als Flur Rothensande geführt.

Wie zu vermuten, zeigen die Postkarten und Bilder aus den ersten Jahren getrennte Ortsbezeichnungen, Um einen Aus-

gleich zu schaffen und um einigermaßen den chronologischen Ablauf zu wahren, mußte also mal aus diesern, mal aus jenern Ortsteil berichtet werden. Hinzu kam, daß die Ausflugspunkte am Kellersee, die mit in dem Fremdenverkehrsgebiet von Malente-Gremsmühlen liegen, zu bedenken waren. Sielbeck-Uklei gehörte bis 1937 zur Gemeinde Malente. 'Hotel Bruhnskoppel' galt bis zu seiner Umwandlung in ein Heim als 'Haus ersten Ranges'.

Sol! von 1890 bis 1930 erzählt werden, fällt dreiviertel der Zeit davon in die ausklingende monarchische Epoche. Das spiegelt sich nicht nur in einem Teil der Bilder wieder, sondern auch in ihren textlichen Erläuterungen - zum Beispiel wenn die umfassenden Titel und Titularien genannt werden.

Beim Sortieren der alten Ansichtskarten zeigte es sich erneut, daß in Ostholstein schon sehr früh mit Fotos, Postkarten und Reiseführern geworben wurde. 'Früh' ist um 1870. 1868 erschien, vom Wirt des 'Hotel Grernsmühlen' finanziel! unterstützt, Bruhn's 'Führer durch die Umgebung der Osthol .. steinischen Eisenbahn' im Baedeker-Format und wie dieser rot/gold aufgemacht.

In Bruhn's Reisehandbuch ist eine Anzeige zu finden, die 'Photographische Ansichten' aus dem Jahre 1866 von Gremsmühlen und dem Ukleisee anpreist. Von der allgemeinen Fotografie wird in Bezug auf Schleswig-Holstein vorwiegend gesagt, sie sei mit den Bildberichtern, die während des Krieges gegen Dänemark 1864 das Land durchzogen, nach hier gekommen. Es gab aber schon vorher ortsansässige Fotografen, die mit Bestimmtheit 1852, zur 1llustration der Zeitungen beitrugen.

In anderen Anzeigen werden Postkarten angeboten. In einer Werbung für die werbende Karte heißt es: Die 'IllustrierteKorrespondenz-Postkarte' macht Gratiswerbung fûr den Ort - der Wunsch des Empfängers wird geweckt, auch nach hier zu reisen! Die ihm von treuen Freunden und Verwandten zugeflogene oder solche Karten, die der Gast sich selbst

gekauft auf Reisen, bilden, in das Album geklebt, oder hinter den Spiegel gesteckt, immer traute Erinnerungen. Die 'Illustrierte-Korrespondenz-Postkartc' rangiert als Ansichtskarte bei den Postkartensammlern unter den 'Vorläufern'. Sie betreiben ihr Hobby mit der gleichen Leidenschaft wie die Philatelisten das Briefmarkensammeln.

Die Postverwaltung des Norddeutschen Bundes führte die Postkarte, sie hieß amtlich zunächst Postblatt oder Korrespondenzkarte, ohne Bild am 1. Juli 1870 ein. Den Weg zur beliebten Ansichtskarte machte die Postkarte über die bebilderte 'Glückwunschkarte für besondere Anlässc'. Die 'Illustrierte-Korrespondenz-Postkarte' wurde meistens nach Fotovorlagen in den verschiedensten Druckverfahren hergestellt. Ausgestaltung mit schmückenden Vignetten, die Möglichkeit der Farbgebung förderten ihre Beliebtheit und Verbreitung. Die Abbildung Nummer 49 zeigt eine Karte, die fachgerecht in die sehr frühe Kategorie der Vorläuferkarten 'Gruß aus .. .' gehört.

1895 trat ein entschiedender Wandel ein: Die 'Photographische Ansicht' verschmolz mit der Postkarte zur Fotokarte nach heutiger Auffassung. Die illustrierte kolorierte Karte blieb am Leben, wurde aber von der in Massenproduktion hergestellten Fotokarte überflügelt. Noch mehr verloren jetzt Malerei und Graphik bei den Karten als Kommunikationsmittel an Bedeutung, Und doch konnten sie sich, besonders die Landschaftsrnalerei, mit der Postkarte verbinden.

Bei den Vorbereitungen zu diesem Büchlein wurde eins sehr deutlich: Es gab hier keinen ausgesprochenen Kitsch bei den Postkarten, ebenfalls wollte man nicht 'komisch' wirken, andererseits fehlte aber auch der Humor; Alles schien wie von merkantilern Ernst getragen - und wenn auf der Karte Nummer 64 dem Bild noch ein Text zugefügt ist, gilt er keineswegs der Auflockerung, sondern der Werbung:

Wie Holsteinische Schweiz liegt, so herrlich und schon! Dies Bild kanns nicht zeigen. musst kommen und sehn!

1. Das Wahrzeichen für den Ort steil Malente war, bis er seinen dörflichen Charakter verlor, die Feldsteinkirche, erbaut um 1230 mit dem hölzernen Glockenstuhl davor. 1893 wurde der neue Turm gebaut. Die Malenter mußten wegen des klapperigen schindelgedeckten 'Gestells' aus den Nachbardörfern viel Spott erleiden. Besonders von den Sieversdorfern, die gar keine Kirche und von den Neukirchnern, die einen besseren Turm hatten.

2. Das Symbol für den Ortsteil Gremsmühlen blieb bis in die Gegenwart das Wasserrad der Gremsmühle. Diese Mühle, schon 1280 im Tafelgüterverzeichnis der Bischöfe von Lübeck erwähnt, ist Keimzelle jeglichen Fremdenverkehrs des jetzigen Kneippheilbades mit dem Doppelnamen Malente-Grernsmühlen. In ihren Räurnen war der erste Krug auf den dazugehörenden Ländereien wuchsen die ersten Hotels und Pensionen. Diese weniger bekannte Aufnahme zeigt das Wohnhaus des Müllers bis zum Umbau 1891. Links im Bild ist ein mit Kornsäcken beladener Wagen zu sehen.

3. Die Besitzer der Gremsrnühle betrieben nicht nur in ihren Räurnen, sondern auch auf dem freien Platz jenseits der Schwentine Gastwirtschaft. 1867 erbauten sie das 'Hotel Gremsmühlen'. Es stand dort, wo jetzt die Ladenzeile in der Hindenburgallee steht. Es brannte 1908 ab und wurde nicht wieder errichtet.

4. Vor dem 'Hotel Gremsmühlen' standen Kutschen für die Gäste bereit. Zu den Zielen gehörte die Bierwirtschaft auf dem Bungsberg, Forsthaus Wüstenfelde, das Kaffeehaus in Fissau. Andere Touren gingen in die Schloßgärten nach Eutin und Plön, nach Preetz zum Gasthaus 'Weinberg', nach Panker zur 'Olen Liese' und zum 'Hessenstein' . Ebenso ging es in Tagestouren zur Ostsee, wo schon seit einigen Jahren gebadet wurde.

5. Wer in der Mühle mahlen ließ, wartete meistens, bis sein Korn 'durch' war. Das war eine günstige Gelegenheit, die Zeit zu nutzen, um die Pferde beschlagen zu lassen. 1841 wurde in unrnittelbarer Nähe der Mühle diese Schmiede gebaut. Der letzte Schmied, Ernst Schmidt, verstarb 1932 - mit seinern Tod erlosch das Schmiedefeuer. Die kleine romantisch gelegene Schrniede ist oft gemalt und fotografiert worden. Auf dem Schmiedehof wurde eine moderne Parkfläche erstellt.

6. Schmied und Stellmacher arbeiten Hand in Hand, daher loekte die Schmiede in Grernsmühlen einen Rademacher an. Der Betrieb lief bis 1917. Beide Handwerker wohnten in der Bleekenkate, Baujahr 1742. Auch sie ist verschwunden. Ihr Fachwerkgiebel wies eine Balkenmusterung auf, die in Ostholstein fremd ist.

7. Im Zuge des Bahnbaus Neumünster-Neustadt in Holstein 1866 erhielt auch MalenteGremsmühlen seinen Zug. Doch wie befremdlich sieht es aus, daß an dem Bahnhofsgebäude nur 'Gremsmühlen' steht. So war es wirklich zunächst: Die Station hieß 'Gremsmühlen' und die Malenter haben jahrelang nicht protestiert, obwohl der Bahnhof einwandfrei auf ihrem Grund und Boden stand. Erst als die Ortsteile mehr zusamrnenwuchsen und der Fremdenverkehr sich ausbreitete, einigte man sich nach vielen Fehden 1905 auf den Namen 'Ma1ente-Gremsmüh1en'.

8. Am 6. Januar 1890 wurde mit dem Bau der Bahnstrecke Eutin-Malente-Lütjenburg begonnen. Nach einern halben Jahr war die Station 'Holsteinische Schweiz' errichtet. Am 1. Oktober 1892 konnte die ganze Strecke dem Verkehr übergeben werden. Zunächst war geplant, die Strecke über die kürzeste Route zu führen, es sollten also die Dörfer Sieversdorf', Neukirchen und Dannau berührt werden. Die Bauern, aber auch der Großherzog hätten dafür Land hergeben müssen - alle lehnten dieses Ansinnen entrüstet ab. 'Hein Lütteriburg' war schon damals ein Sorgenkind.

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