Marburg in alten Ansichten

Marburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Woischke
Gemeente
:   Marburg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6053-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marburg in alten Ansichten'

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9 Der Betrachter der Ansichtskarte aus der Kaiserzeit blickt vom Bahnhof in die Bahnhofstraße. Der Absender vermerkt auf der Rückseite: 'Liebe Schwester! Hier siehst Du die Bahnhofstraße, Links das Bahnhofshotel und rechts das Hotel du Nord. Marburg macht so einen ziemlich großstädtischen Eindruck. Doch das trifft nur für diese Straße zu, sonst ist es sehr kleinstädtisch, die Straßen sind sehr krumm und winklich.'

An dieser Feststellung har sich bis heute nichts geändert. Der Bereich des Bahnhofs wurde durch Bomben stark zerstört. Die Häuser auf der rechten

Seite wurden gänzlich abgerissen und der Bahnhofsvorplatz erweitert.

10 Das Bild zeigt einen Festzug in der Bahnhofstraße und muß vor 1908 aufgenommen worden sein, denn im Hintergrund ist noch der alte Bahnhof zu sehen. Das heutige Hotel Waldecker Hof, rechts im Bild, nannte sich damals noch Hotel Bellevue und war das erste Haus in der neuangelegten Bahnhofstraße. Die Festzugsteilnehmer tragen Gehrock und Zylinder, während die begleitenden Männer und Jungen meist mit dem damals üblichen Strohhut behütet sind, Angeführt wird der Festzug von der Kapelle der Marburger Jäger. Sie tragen als Zeichen ihrer Eliteeinheit den Tschako und nicht die preußische Pickelhaube. Auch die instrumentale Zu-

sammensetzung der Kapelle war eine andere als bei den üblichen Militä:rkapellen, so gab es zum Beispiel keine Pauke.

1 1 Als 1912 das Luftschiff 'Viktoria-Luisc' Marburg überflog wurde von ihm aus diese Aufnahme gemacht. Man sieht noch wie das Haus vom 'Pfeifen-Schmid' die Verbindung Ketzerbach-DcutschhaustraBe versperrt. Davor befand sich eine Kreuzungsstelle der Straßenbahn an der drei Elektrischen stehen. Links unten sind die Apsis des ehemaligen Elisabethhospitals und die noch unbebaute Fläche zu erkennen, Zwischen den Türmen schaut die St.-MichaelsKapelle, das Miehelehen. heraus.

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Elisabelh-Kirche, Aufnahme aus dem Zeppelin-Luftschiff.

12 Als die Marburger am 1. Mai 1883 den sechshundertsten Jahrestag der Weihe der Elisabethkirche feierten, errichteten sie vor dem Portal der Elisabethkirche einen Triumphbogen und schmückten ihn mit der französischen Elisabeth, Franz Liszt führte damals sein Oratorium 'Heilige Elisabeth' auf und wohnte in der Barfüßerstraße bei seinem Vetter, der als Professor an der Universität lehrte.

J 3 Das Bild zeigt die Ausgestaltung der Elisabethkirche um die [ahrhunderrwende. Links steht noch die fahrbare Kanzel, der Lettner ist rnit Heiligenfiguren geschmückt und darüber hängt ein Kruzifix eingerahmt von Maria und Johannes. Diese Ausschmükkung erfolgte im Zuge einer Restaurierung der Elisabethkirche nach 1847. In diesem [ahr hatte ein Wolkenbruch in Marbach die Elisabethkirche überflutet.

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14 Im November 1930 endere eine erneute Renovierung der Elisabethkirche. In diesern Zusammenhang wurden die Heiligenfiguren und das Kruzifix aus dem vorigen Jahrhundert vom Lettner entfernt und der Zustand früherer [ahrhunderte wiederhergestellt. Neu aufgestellt wurde das Barlach-Kruzifix. Da der Künstler während des 'Tausendjährigen Reiches', von 1933 bis 194-5, in die entartere Kunst eingestuft war, wurde es aus der Kirche entfernt. Dank der Tatsache, daß ein NS-Funktionär das Kruzifix versteekte entging es der Einschmelzung und konnte so 194-5 wieder an seinen angestammten Platz gestellt werden.

15 Hinter der Elisabethkirche lag einst der Wirtschaftshof des Deutschen Orden der nach der Säkularisierung im Jahre 1809 in den Besitz des Gutsbesitzers Hofmann überging. Die Anlage war in sich abgeschlossen und die Zufahrt führte durch das Torhaus, heute die Deutschhaustraße. In dem kleinen Häuschen rechts neben dem Baum wohnte der letzte Marburger Ausrufer. Der niedrige langgestreckte Fachwerkbau war der Schweinestall. Er stand auf der Ketzerbach, sodaß die Schweine schon damals eine 'Wasserspülung' hatten. Der Wirtschaftshof wurde um die [ahrhundertwende abgerissen. Nur das große Gebäude, der Kornspei-

cher und Backhaus, blieb erhalten. In ihm befindet sich heute das Mineralogische Museum der Universität. Um 1890 befand sich noch ein Storehennest auf dem Schornstein.

16 Obernachtwärter NiH war der letzte Ausrufer in Marburg und wohnte im Deutschen Haus, Er rief nicht nur die amtlichen Bekanntmachtingen aus sondern auch private, ZUil1 Beispiel wenn jemandetwas verkaufen wollte. Dieses Amt hatte er von seinem Vater ûbernornmen und fünfzig Iahre lang ausgeübt. Er starb im Iahre 1884 imAlter von 78 jahren.

17 Das Bild zeigt 'Die' Ketzerbach urn die Iahrhundertwende. Rechts die ehemalige Schule, nach dem Krieg noch Zalmklinik. Links sind der Kinderwagen mit den großen Rädern und die Mädchen mit langen weißen Schürzen typische Merkmale der jahrhundertwende. Der Name Ketzerbach har nichts mit Ketzern zu tun, sondern kommt von Kerzenbach. 1859 war die Überwölbung des Ketzerbaches fertiggestellt, seit dem feiern die Ketzerbächer alle fünf'[ahre ihr Bachfest. Nach der Überwölbung wurde die entstandene Straße mit Bäumen bepflanzt.

18 Die Ansichtskarte aus dem Anfang unseres Iahrhunderts zeigt, daB es in Marburg früher auch Winter gab. Die Bauern fuhren mit dem Pferdeschlitten nach Marburg auf den Markt und zum Einkaufen, die Frauen in den Dórfern trugen alle noch Tracht. Rechts das Gebäude mit den Gasleuchten war das Hotel 'Ritter'. heute Stadtbibliothek, und gegenüber die Restauration Küster ist heute das Gasthaus 'Zur Lokomotive'. Das querstehende Haus ist noch als 'Pfeifen-Schmid' bekannt und wurde auch dem 'Moloch'Verkehr geopfert.

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Marburg a. Lahn,

Elisab<lhkirche

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