Marburg in alten Ansichten

Marburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Woischke
Gemeente
:   Marburg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6053-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marburg in alten Ansichten'

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19 Der Steinweg fürht hinauf in das alte Marburg, die Oberstadt. Er war die erste gepflasterte Straße in Marburg und führt deshalb diesen Namen. Der Mönchsbrunnen, links vorne, ist den Fialtûrrnehen auf den Tûrrnen der Elisabethkirche nachempfunden. Er war eine der Zapfstellen für dat notwendige Wasser bevor vor etwa einhundert [ahren die Marburger die heutige Wasserleitung bekamen. Bedingt durch den zunehmenden Verkehr wurde der Mönchsbrunnen bergauf zurückgesetzt. Rechts ist eine Gaslaterne zu sehen. Dahinter die in die Straße hineinragenden kleinen Anbauten waren ursprünglich Schmieden. Gegenüber, links des Mönchs-

brunnens, ist noch das Gasthaus und HotelZur alten Post' zu erkennen.

20 DasTöpferhaus Schneider am Steinweg ist mit seinen hohen Stockwerken und seinen vielen Verzierungen ein typisches Fachwerkhaus der jahrhundertweude. Die Töpferei Schneider ist die letzte der 58 Töpfereien die es im vorigem Iahrhundert in Marburg gab. Sie lebten meist vom Export und brachten den Marburgern den Utznamen 'Marburger Dipp'chc' ein.

21 Die im Iahre 1903 geschriebene Ansichtskarte zeigt das Markttreiben vor dem 1524 eröffneten gotischen Rathans. Die meisten Bauern fuhren mit Kühen, denn ihr Besitz war recht klein und der hier anstehende Buntsandstein ist ein ertragsarmer Boden. Die Frauen und Mädchen in den Dörfern um Marburg trugen noch alle Tracht, wie die Mutter mit ihren Töchtern vor dem damallgen St.-Georgs-Brunnen. Marburg hatte damals 18 000 Einwohner und 1 350 Studenten. Fast jeder kannte jeden, sodaß der Absender die Karte mit dem Vermerk 'Universitätsdorf' versah. Die zwei Fachwerkhäuser auf der rechten Seite wurden nach

dem Krieg abgerissen, während das erste links bereits in der Kaiserzeit durch einen Steinbau ersetzt wurde.

22 Auf dem Bild sind die Marburger Nachtwächter bei ihrem letzten Dienstantritt am 30. April 1901 in der Rathauswache zu sehen. Es waren rneist ältere Handwerksmeister die gegen ein kleines 'Salär' diesen Dienst versahen. Zu ihren Aufgaben gehörte auch die fröhlich zeehenden und singenden Studenten in Marburgs Gassen zu beschwichtigen, damit die Marburger Bürger in ihrer Nachtruhe nicht gestört wurden. Zuweilen wurde ein 'Nachtrat' , so der Utzname der Nachtwächter, von den Studenten auch mal zum Mitmachen verführt. Der Ruf der Marburger Nachrwächter: 'Hórt ihr Herren und laßt Euch sagen, die Glock' hat

zehn geschlagen. Bewahrt das Feuer und das licht, damit der Stadt kein Schaden g'schiet, und lobet Gott, den Herren' ist seit dieser Zeit verstummt, aber nicht die Studenten.

23 Das Gasthaus 'Zurn alten Ritter' wurde 1913 festlich geschmückt, denn Kaiser Wilhelm IJ. hatte sein 25jähriges Regierungsjubiläum. 1430 trägt es den Namen 'Ortenberghaus' und wird im 16. [ahrhundert das städtische Weinhaus. Die Marktfrauen sind noch alle in Tracht und der Herr Wachtmeister hütet unter preußischer Pickelhaube die 'Zucht und Ordnung'. Das Gasthaus 'Zurn alten Ritter sta~d an der Ecke Markt-Barfüßerstraße und wurde 1959 abgerissen. Der Name wanderte hinunter an den Steinweg und heute befindet sich in dem neuen Haus die Buchhandlung Rappel.

24 Studenten haben wohl schon immer demonstriert. Das Bild aus dem Iahre 1910 zeigt wie die Marburger Studenten auf dem Marktplatz gegen die Errichtung einer Universität in Frankfurt am Main protestleren. Aus der Menge kann geschlossen werden, daß die Beteiligung sehr hoch war. Die Freie Reichsstadr Frankfurt/M war wie Marburg 1866 in dem Krieg zwischen Preußen und Österreich preußisch geworden.

~. Studenten-Demonstration auf dem Marburger Marktplatz ~. gegen die Gründung einer

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25 In Marburg lebten 1933, dem jahr der Machtübergabe an den Nationalsozialismus. 340 jüdischen Mitbürger, von denen etliche die verschicdensten Geschäfte in Marburg berrieben. So gab es unter anderem in der Barfüßerstraße das Bankhaus Baruch Strauß. Dieses stiftete das Gemälde 'DerWeg des Lebens', das

192 7 -1930 der berühmte

Hessenmaler Carl Bantzer schuf. Es hängt im Rathaussaal und Experten sehen in ihm bereits die Blut- und Bodenideologie des Nationalsozialismus.

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27 Aus Anlaß des 700jährigen Bestehens der Universität wurde 1 927 das Ehrenmal für die Gefallenen der Universität im Ersten Weltkrieg an der Weidenhäuserbrücke eingeweiht. Die Studentenverbindungen erschienen im vollen 'Wichs' und Honoratioren noch mit Zylinderhut bzw. in der Uniform der 1918 untergegangenen kaiserlichen Armee (Pickelhauben unten rechts). Die Marburger gaben dem Löwen den Namen 'Lahnziege' . Heute steht das Denkmal bei der Stadthalle.

28 Beim Universitärsjubiläum und bei den Stiftungsfesten der Verbindungen waren die Gassen Marburgs stets geschmückt, hier die Reitgasse. Auch die einstige kaiserliche Reichskriegsflagge war in der republikanischen Weimarer Zeit in Marburg zu sehen. Im heutigen Deutschland wird sie von rechten Gruppen bei Aufmärschen mitgeführt.

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