Marburg in alten Ansichten

Marburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Woischke
Gemeente
:   Marburg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6053-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marburg in alten Ansichten'

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49 An dem abgerissenen Haus hingen zwei Schilder, die den Verkehrsteilnehmern

vor allem Fuhrwerke, wenig Radfahrer und Autos gab es kaum - Weisungen erteilten. Radfahrer hatten ihr Fahrrad 150 m über den Rudolfsplatz, das 'gefährliche' Nadelöhr des MarburgerVerkehrs, zu schieben und Fuhrwerke durften nur im Schrittempo passieren. Beleuchtet wurde diese belebte Stelle damals noch mit Gaslicht, wie die Gaslaterne zeigt.

50 Nachdem 1863 das Gaswerk in Betneb kaITI löste die Gasbeleuchtung die Ölbeleuchtung in den Straßen Marburgs ab. Täglich mußte der Gashahn am Abend geöffnet und morgens gedrosselt werden. Tagsüber brannte nur eine kleine Zündf1amme. Das Öffnen und Schließen erfolgte durch den 'Gasmann', der mittels einer langen Stange den Hahn öffnete bzw. schloß. Da die Zylinder aus Glas verrußten, mußten sie regelmäßig gereinigt werden. Auch das Reinigen der Zylinder gehörte zu den Aufgaben des Gasmannes. Das Bild zeigt den 'Gasmeter' (Meier war der Familienname) bei seiner Reinigungsrunde am Gymnasium Philippinum in der Un-

tergasse. In der Hand hält er einen Zylinder und der Reinigungskasten steht am Bürgersteig. Die Leiter war nötig um an die Laterne zu kommen. 1919 löste der Strom das Gaslicht ab.

51 Radfahrer benötigten zum Benutzen eines Fahrrades eine Genehmigung. So stellte die Polizeibehörde Marburg, 1921 im Staat Preußen gelegen, dem Lehrer Ernst Ulrich, wohnhaft in der Uferstraße, eine Radfahrkarte mit der Nummer 128 aus. Wieviel Fahrräder es heute im Marburg gibt ist nicht bekannt. Da aber sehr viele Studenten ein Fahrrad benutzen dürfte die Zahl beträchtlich

sein.

52 Gleieli am Beginn der Universitätsstraße, heute die Papierhandlung Kilber und Zetel, verkaufte Otto Nahler nicht nur Fahrräder, Näh- und Schreibmaschinen und Musikwerke (Plattenspieler), sondern auch Autos der Marke Adler. Autos der Marke Adler gab es noch vor dem Krieg, ebenso die aufgeführten Fahrradmarken. Auch Benzin, Öl und die Werkstatt wurden der Kundschaft in der Anzeige des Iahre 1910 angeboten.

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53 In der Universitätsstraße, wo heute der freie Platz ist, stand die 1897 geweihte Synagoge. Bei diesem Ereignis waren die Vertreter der Stadt, des Landratsamtes, der Universität, des Militärs und der christlichen Kirchen zugegen. Bei der Grundsteinlegung wurde gesagt: 'Religion, Arbeit und MenscWichkeit sollen die Säulen dieses Hauses sein.' Der Wunsch ging nicht in Erfüllung, denn 1938 ging dieses Gotteshaus in Flammen auf, während die Feuerwehr zuschaute. Vermerkt sei, daß Marburg mit Dr. Böckel den ersten antisemitischen Reichstagsabgeordneten der Kaiserzeit stellte.

54 In der UniversitätsstraBe stand gegenüber der Synagoge die 1878 erbaute Elisabethschule. Dieses Mädchengymnasium wurde 1957 in die Leopold-Lucas-Straße verlegt und das Gebäude abgerissen. Wie auf dem Bild zu sehen bestand dieTurnk1eidung der Mädchen im Iahre 1907 aus einer Matrosenbluse und Pumphosen. An der Elisabethschule gab es nicht nur jûdische Schülerinnen, sondern auch jüdische Lehrkräfte. Aber als 1938 ihre Synagoge brannte war die Elisabethschule bereits arisiert.

55 An der Ecke Universitätsstraßel Gu ten bergstraße, früher Kasernenstraße, standen die Stadtsäle. Sie waren 1890 als Museumsbau eingeweiht worden und dienten mit ihrem Saal dem MarburgerTheater- und Veranstaltungsleben. Aber die Stadtsäle wurden wie das gegenüber gelegene Gymnasium Philippinurn dem 'Portschntt' geopfert und abgerissen. Heute stehen an diesen Stellen Kaufhäuser.

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56 Nachdem Marburg

1866 preußisch geworden war errichteten die Preußen in dem damals noch unbebauten Südviertel die Jägerkaseme. In sie zog das Kurhessische Jägerbattalion Nr. 11 ein. Als dieses 1913 seinen einhundertsten Geburtstag feierte erschien diese Karte. Die Kopfbedechmg der Marburger Jäger war nicht die preußische Pickelhaube sondern der Tschako, der später von der Polizei getragen wurde, 1903 besuchte Königin Margherita von Italien 'ihr' JägerbattaJion in Marburg, war sie doch dessen Kommandeurin, Dies verhinderte die Marburger Jäger allerdings nicht im Ersten Weltkrieg in den Dolomiten gegen Italien zu

kämpfen. Die Tradition der Marburger Jäger setzten die Reichswehr, die Wehrmacht und die Bundeswehr fort. Heute ist Marburg keine Garnisonmehr.

57 Auf dem Kàmpfrasen, an der Frankfurterstraße, fanden die Marburger Viehmärkte statt. 1925 wurden noch dreihundert pferde zum Preis zwischen eintausend und zweitausend Mark und vierhundert Ferkel bis zu fünfzig Mark angeboten. Auf dem Bild aus der Kaiserzeit sieht man, daß die Bauern den damals noch allgemein üblichen Hessenkittel tragen. Im Hintergrund ist die Exerzierhalle zu sehen. Im Zuge der Aufrüstung Deutschlands wurde der Kämpfrasen mit Kasernen bebaut, welche zur Zeit zivilen Zwecken zugeführt werden.

58 Das historische Wirtshaus an der Lahn lag ursprünglich weit vor den Toren der Stadt Marburg. Mit dem nach etwa 1880 einsetzenden Wachsen von Marburg gehörte es zum Südviertel. 1970 mußte es einem großen Betonklotz, den die Marburger als Affenfelsen bezeichnen, weichen.

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