Markt Schwaben in alten Ansichten Band 1

Markt Schwaben in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Irmgard Köhler
Gemeente
:   Markt Schwaben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5211-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Markt Schwaben in alten Ansichten Band 1'

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29. Dieses Holzhaus im Angerl nannte sich früher 'zurn Grießer und Lang'. Es war ein Doppelhaus mit zwei Besitzern. In unserer Zeit wurde es das 'Schwarz-Haus' genannt. Auch dieser Name war abgeleitet von seinem Besitzer. Die Aufnahme entstand anläßlich des neuen Balkons, die Zeit ist leider unbekannt. 1953 kam an die Stelle des Schwarzhäusls ein Neubau. Das alte Holzhaus soll nach Aussage 1671 gebaut worden sein und als Unterkunft für italienische Ziegelarbeiter gedient haben, die in der Nähe die Ziegel brannten.

30. Die Karte vom 17. September 1914 zeigt eine Dreschmaschine im Anger!. Die ganze Nachbarschaft half bei dieser Arbeit. Die Dreschmaschine wurde von Hof zu Hof gebracht, hier muß man besser sagen: vom Häusler zum Häusler, denn mit Sicherheit gab es im Anger! nicht so sehr viel zu dreschen und doch war es eine schwere, staubige Arbeit. Man war auf gegenseitige Hilfe angewiesen und dies festigte wiederum die Nachbarschaft. Diese Arbeit kostete nicht nur Mühe und Schweiß , man war auch fröhlich nach getaner Arbeit. Mit dem Erntedankfest im Herbst, verband man den Dank und die Freude auch dem Herrgott gegenüber.

31. Die alte Hausnummer 26 in der Loderergasse hatte eine sehr wechselvolle Vergangenheit. Sie gehörte zu den 33 Häusern, die am 5. Mai 1749 durch Spiel mit Granaten abbrannten. 1907 kauften dieses Haus Norbert und Gertrud Auerbeck. Sie eröffneten die erste Mineralwasserfabrik in Schwaben, die 1928 an Gabriel Habermeier übergeben wurde. Von da an gab es nicht nur Mineralwasser, sondern auch 'wunderschöne' gelbe , rote und grüne Limonade. Damals war Cola, Schweppes und dergleichen unbekannt, vermutlich hätte es keinem geschmeckt. Die neue Zeit brachte nicht nur neue Transportmittel, sie brachte auch ein anderes 'Trinkvergnügen' .

32. Am heutigen Ziegelstadel steht dieser Webstuhl. Sein ursprünglicher Standort war in der Webergasse , aber bedient wird er immer noch von der selben Frau. Fleckerlteppiche werden darauf gewebt, die auch heute noch ihre Liebhaber finden. Nachfolge gibt es kaum für diesen mühsamen Beruf.

33. Der Gartenzaun war 1953 noch das Schaufenster vom Kupferschmied Vogele. Es waren hier drei ledige Geschwister und die letzten ihres Handwerks in Markt Schwaben. Sie verkauften nicht nur Töpfe, Schüsseln und Pfannen, sie reparierten sie auch. Das Haus hatte viele Wandlungen erlebt: Söldnerhaus, Überreiter, Lehrer, Lotto-Collecteur, Kürschner, Revierjäger, Aufschläger, Kupferschmied. Nachdem die Schmiede so nahe bei der Kirche lag, wurde die Auflage gemacht, daß während des Gottesdienstes keine lärmenden Arbeiten verrichtet werden durften.

34. Das Kaufhaus Kaempfel/Kumpfmüller/Müller war ehedem eine Bäckerei mit dem Namen 'Hansbecken' . 1859 wurde die reale Bäckergerechtigkeit (das Recht dieses Handwerk auszuüben) verkauft und dafür die Bewilligung der Krämergerechtigkeit erworden. Ab hier taucht der Hausname 'Schäft1erkramer' auf. 1890-1893 entstand ein Neubau, der 1911 um ein Stockwerk erhöht wurde und das Aussehen wie auf dem Bild erhielt. Es wurde ein kleiner Supermarkt. Herr Kumpfmüller erhielt die erste Genehmigung Briefmarken zu verkaufen, es gab aber auch sonst alles, vom Faden bis zum Nagel, von der Kleidung zu den Lebensmitteln und der Suppenschüssel.

35. Der Jahrmarkt um 1910. In diesem Ortsteil fand der Viehmark statt. Hinter der großen Scheune, in der Mitte des Bildes, waren die Pferde, Kühe und Schafe in einer Umzäunung angebunden. Hier wurde gehandelt, sicher auch gefeilscht und dann mit Handschlag der Kauf besiegelt. Diese Märkte brachten Leben und Geld in den Ort. Am linken Bildrand ist die Kirche, daneben das Schulhaus von 1844, dahinter der große Stadel. Anschließend rechts die Metzgerei Leipfinger, ab 1913 Barmbichler. Ganz schräg davor das damalige Gasthaus Winklhofer, heute 'Scharfes Eek'. Dann die Ökonomie vom Gasthaus 'Zur Post'. Daneben angeklebt ein 'Stander!' mit Obst und Gernüse.

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~ Spezialität: DOPlelfal~.ziegel. Bibe:.schwä.nze. Vorsetzsteine, Gewöhnliche Maschinensteine ~

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36. Auf Grundstücken von Feichten I, dem 'Hölzl Hof'. und Feichten Il, dem 'Bauernhof', wurde 1892 die Dampfziegelei gegründet von Gustav Eekhardt aus München und seinem Schwiegersohn Hugo Paul Jaeger. 'Bauernhof' wurden die Wohngebäude auf diesem Gelände weiterhin genannt und von Beschäftigten der Fabrik bewohnt. Der Schwiegersohn trennte sich 1904. 1970 wurde auf diesem Gelände eine Wohnsiedlung gebaut.

37. Hugo Paul Jaeger gründete 1904 eine eigenständige Fabrik westlich der Geltinger Unterführung. Er besaß die Erfinder-Rezepte zur Herstellung künstlichen Bimssteins. So entstand die 'Erste' Bayerische Fabrik für dieses Produkt in Markt Schwaben. Der Bimsstein war sehr begehrt und wurde bis nach Amerika verkauft. Franz Bachmeier, 'Bimstein Franz' wie er genannt wurde , bei der Arbeit. Herr Jaeger brannte später auf diesem Gelände zusätzlich auch Ziegel. 1938 verstarb der Unternehmer und dessen Sohn Rudolf führte den Bertrieb weiter. 1939/40 wurde dieser Betrieb eingestellt. Nach dem Krieg folgte auf diesem Platz eine Seifenfabrik und danach die Bayerischen Kunststoff-Werke.

38. Eine Porzellanfabrik aus Weiden in der Oberpfalz siedelte sich 1922 mit seinem Stammpersonal an. Diese 'Porzellaner' , wie sie genannt wurden, lernten die Einheimischen für den neuen Beruf an. Es war ein begehrter Arbeitsplatz. Ihren Standort hatte die Fabrik auf dem Gelände der Dampfziegelei. Wohnung gab es in den 'Bauernhöfen'. Hergestellt wurde Gebrauchs- wie auch Luxusgeschirr. Als der Betrieb 1930 eingestellt wurde, war dies ein großer Verlust für die Belegschaft, denn neue Arbeit ließ sich kaum finden. Das Bild zeigt sitzend Frau Schätz!. Von links:

Anna Schartner, Peppi Frantz, Lina Hemeter und Anni Ostermeier. Ganz links eine der Porzellansignaturen aus dieser Zeit.

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