Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2

Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Irmgard Köhler
Gemeente
:   Markt Schwaben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6152-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2'

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19 Cajetan Textor wurde im vorhergehenden Melberhaus am 18. Dezember 1782 als vierzehntes Kind geboren. Keiner hatte vor ihm und auch nach ihm als gebürtiger Schwabener so viel Ruhm und Würden erworben. Mit 11 [ahren kam er in die Klosterschule Seeon, wo er bis 1796 blieb. Er besuchte noch mehr Ausbildungsplätze, bis er 1809 in München ein Staats-Reise-Stipendium erhielt. Dies nutzte er zum Aufenthalt in Paris zurWeiterbildung in der operativen Chirurgie. Danach machte er noch einige lehrreiche Reisen, bis er 1814 wieder nach München kam. Dort fiel er wegen seinerTüchtigkeit auf So kam er als Professor der

Chirurgie und als Oberwundarzt an das [uliusspital nach Würzburg.Von da veröffentlichte er wissenschaftliche Arbeiten, und erhielt Orden und Ehrungen. Nicht nur in Schwaben, auch in Würzburg gibt es eine Textorstraße.

20 Ab 1907 gab es einen Hauptlehrer, einen Schulverweser und zwei Lehrerinnen in Markt Schwaben. Links bei ihren Kindern steht die Lehrerin Anny Herbstbuchner und rechts die Praktikantin Agathe Gruner. Die Lehrerinnen hatten die unteren Stufen der Schulklassen zu betreuen. Links sitzend ist Nikolaus Heller und in der Mitte, das blonde Mädchen, das die Tafel hält, ist Johanna Mendl. Diese Aufnahme entstand 1 91 0/ 11 . Zu dieser Zeit war schon das neue Schulhaus in Betrieb.

Die inzwischen wieder eingetretene Enge und der Notbehelf im dritten Schulraum waren vergessen, jener Raum befand sich in der Gschmeidmachergasse.

21 Zum Maifest 1899 haben sich 43 Kinder schön gemacht. Der Lehrer, der hier mit den Schülern abgebildet ist, könnte Herr Sebastian Hupfauer sein. Von 1898 bis 1900 gab es in Markt Schwa-

ben einen Lehrer mit diesern Namen. Haben die Kinder ein Spiel aufgeführt, oder war es eine vaterländische Kundgebung, die Schärpen können beides bedeuten.

22 Schon 1807 gab es eine Filialapotheke in Markt Schwaben. Diese war verpflichtet, mit dem Landgericht ihren Sitz nach Ebersberg zu verlegen. Erst 1854 bekam Markt Schwaben eine eigenständige Apotheke. Bis heute ist sie an selber Stelle in der Erdinger Straße. Zwischen 1854 und 1859 entstand nach einem kleinen Parterrehaus (eingädig) dieser respektable Bau. Erkenntlich ist dies nur durch den sehr hohen Verkaufspreis. Dem Apotheker Herdegen folgten:

Herr Foeckerer, Herr Niggl, Herr Hoh, Herr Baldauf und nun Herr Wittmann. Ab 1971 nennt sich diese erste eigenständige Apotheke in Markt Schwaben 'Schloß Apotheke',

Sie ist längst nicht mehr die einzige in der Gemeinde, auch könnte sie der rapide angewachsenen Einwohnerzahl nicht mehr gerecht werden.

23 Nachdem der Herr Apotheker Baldauf gestorben war, führte seine Witwe rnit einigen Provisoren die Apotheke weiter. Zu dieser Zeit konnte man sich nicht niederlassen wo man wollte. Weder Arzt noch Apotheker oder Hebamme und andere Berufe wie etwa ein Bader waren dazu berechtigt. Wollte eine Witwe nicht erneut einen Apotheker (dieser nur mit Genehmigung) heiraten und auch nicht verkaufen, mußte sie einen Provisor in ihre Apotheke einstellen. Die Verhältnisse sind heute noch ähnlich. Unser Bild zeigt den Provisor Gustav Grüber bei der Zubereitung einer Arznei. Damals mußten noch fast alle Rezepte von Hand gemacht werden,

daher auch diese schöne Ausstattung mit Fläschchen und Tinkturen. Uns gefallt es, aber ob sich ein Apotheker diese Zeit zurückwünscht?

24 Das Gasthaus 'Zur Post' übernahm FräuleinAcllberger von ihrem Vater, dem 'Herrn Posthalter' (davon Bericht im ersten Büchlein). Dieses Bild zeigt sie bei der Feier zu ihrem 85. Geburtstag. Die 'Postmarie " wie sie liebevoll genannt wurde, kanrite jeder im Markt. Sie war eine Persónlichkeit, aufgeschlossen für alle Nöte und hilfsbereit, wo sie nur konnte. So manch einer könnte davon berichten. Sie hatte aber auch eine besondere Liebe: ihre Pferde, die sie noch vom Vater übernornmen hatte. So mancher Knecht mußte sich mit diesen pferden abplagen, es waren ja Hengste. Sie war aber nicht bereit diese Tiere abzuschaffen. 'Sie sind noch vom Papa!'

Sie hing am Alten und Hergebrachten, auch wenn ihr Neuerungen Mühe erspart hätten. Sie wollte die alte Zeit festhalten.

25 Hier sind sie, die Lieblinge der Postmarie, schön, rassig aber auch nervös, Daß rnit ihnen ein Knecht alle Hände voll zutun harte, kann man sogar auf dem Bild sehen und verstehen. Natûrlich durfte die Peitsche nicht verwendet werden. Das prächtige Zaumzeug und die gepflegten Hufe lassen die besondere Sorgfalt und gute Behandlung erkennen.

26 Eines der alten Handwerkerhäuser war das Hafnerhaus. Runde 334 Iahre waren dort Hafner ansässig. Es war eines der vielen Häuser, die

1 749 bei dem großen Brand in Markt Schwaben vernichtet wurden. Damals waren fast alle Häuser nur aus Holz gebaut. Einzelne hatten schon einen Teil aufgemauert, aber auf dem Dach waren, wenn es kein Stroh mehr war, dann doch nur Holzschindeln. Nicht ohne Grund mahnte der Nachtwächter: 'Verwahrt das Feuer und das Licht.' Zu welcher Zeit dieses schöne Hafnerhaus gebaut wurde, war nicht zu ergründen. Heute steht an seiner Stelle ein modernes, bequemesVVohnhaus.

27 Es gibt zwei Votivtafeln (untergebracht im Pfarrhof) , die ûber den Brand von 1 749 Zeugnis geben. Die eine der Tafeln zeigt eine Kutsche vor dem Oberbräu, in der die kranke Oberbräuin weggebracht werden soli. Der Neuwirt oder auch LampIwirt (heute Kreissparkasse )

brennt. Der Maler wollte vermutlich dieses Ereignis auf die Tafel bannen, daher stimmt die Perspektive nicht. Das Wirtshausschild ist gut zu erkennen mit einem Lamm und in den Urkunden findet man den Neuwirt auch als Lamplwirt. Das Feuer ergriff nicht die Straßenseite vom Oberbräu, vernichtere aber die Ostseite des Marktes gänzlich. Die hier vorgestellte Tafel

zeigt das brennende Schwaben. 35 Häuser fielen den Flammen zum Opfer. Das Mesner-, Zimmermeisterund Wagnerhaus waren nur zum Teil abgebrannt, daher stifteten ihre Besitzer diese Votivtafel.

28 Das Gasthaus 'Der Neuwirt' nannte sich kurzfristig auch der 'Lamplwirt' , wie berichtet. Nach dem Aufbau war es wieder der 'Neuwirt' . Viele Wirte und Pächter wechselten sich ab, 1 91 0 kaufte Kaspar Stocker die Wirtschaft. 1917 brannte das Haus ah. Um seine Gastwirtschaft weiter führen zu können, stellte ihm die Gemeinde eine 'fliegende Bude' auf den Marktplatz. Nach dem Wiederaufbau sah der Neuwirt so aus, wie auf dem Bild. 1937 wurde die Kreissparkasse Besitzer und baute das Gebäude zur Sparkasse um. Der Giebel, nun in ganz schlichter Form, kam auf die Westseite. Heute, 1995, ist es wieder eine Baustelle der Kreissparkasse. Dies-

mal werden auch die Grundmauern entfernt.

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