Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2

Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Irmgard Köhler
Gemeente
:   Markt Schwaben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6152-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2'

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39 Der Rad- und Sportklub 'Solidarität' wurde 1912 nach einer Werbefahrt des Vereins aus München gegründet. 31 Mitglieder konnten schon am jahresende verzeichnet werden. Nach dem Ersten Welt-

krieg wurden Tourenfahrten veranstaltet. 19291egte sich der Sportklub eine Standarre zu, die hier voll Stolz gezeigt wurde. Ein Mitglied verwahrte sie, dadurch hat sie das Ende des Zweiten Weltkrieges ûber-

standen. 1 950 belebte sich dieser Sport, auch wieder rnit einer Motorsportgruppe. Es wurden Rundstreckenrennen veranstaltet, an denen sich Vereine aus Nilinberg, Rosenheim, München und

Schweinfurt beteiligten (schreibt Rektor Haushofer). 1986 wurde anläßlich '80 Iahre RKB Solidarität Markt Schwaberi' ein Internationales Iubiläums- Volkswandern und Volksradfahren veranstaltet.

40 Eines der wenigen Hàuser mit schöner Fassade ist das ehemalige Jungbäckerhaus am Marktplatz. 1689 wurde dieses Haus von den Erben verkauft. Der Käufer ist wieder ein Bäcker. Seine Frau bekennt 1693, daß ihr Mann 'haimblich abweg gezogen ist'. 1 749 fiel das Haus dem großen Brand zum Opfer.

1 775 stirbt die Eigentümerin und hinterläßt ihren drei Kindern mit 1 7, 12 und 9 [ahren ein beträchtliches Erbe. Der Vater heiratet wieder im selben [ahr und stirbt nach siebzigTagen. Die Stiefmutter verzichtet auf alles, sie will nur ihr eingebrachtes Geld zurück haben. 1793 stirbt die übernehmendeTochter und verlangt im Testament, daß der

Sohn das Bäckerhandwerk, die Tochter aber Lesen und Schreiben erlernen dürfen, auf Kosten ihres Vaters. Von

1 91 6 bis 1 939 gab es andere Berufe, dann kam zum Bäcker der Konditor. Bis 1960 war es Café.

41 Aus umstehendem Bäkkerhaus: 'Entlaßungs Bescheinigung. Vorzeiger dieses, Valentin Mangold geboren im Iahre 1795 in Schwaben kg!. Landgerichts Ebersberg im Isar Kreise, kath. Religion, ledigen Standes, seiner Profession ein Bäckerjunge, har die gesetzlich bestimmten Militairpflichtigkeits [ahre zurückgelegt. Für den Valentin Mangold, Persenalbeschreibung: Größe: fünfSchuhe und elfZoll, Haare: braun, Stirne: gewölbt, Augenbrauen: schwarz, Augen: grau, Nase: proportioniert, Mund: klein, Bart: schwarz, Kinn: rund, Gesicht: oval, Gesichtsfarbe: gesund, Körperbau: schlank, Besondere Kermzeichen: keine. Eigene Handun-

terschrifi: Valentin Manngold. Für diesen Entlassungsschein 6 Gulden bezahlt.'

42 Die Schaffler und Brauer vom Oberbräu haben sich hier 1892 vor ihrer Brauerei am Marktplatz einem Fotografen gestellt. Der Stern zeigt den Schaffler Scheuerecker. Auch sein Nachbar muß ein Schaffler gewesen sein, da er sein Werkzeug ebenso geschultert hat, In der Mitte dürfte sich der Braumeister befinden, wer sonst hätte eine Zigarre. Auf den der Schaufelstiel zeigt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Iosef Gerstmayer, ein Brauer. Es ist eines der letzten bekarmten Bilder, die noch aus der Ära Oberbräu als 'Brauerei' stammen. Nur noch wenige Schaffler werden gebraucht, da das Bier meist nur in Metallfässern geliefert wird.

43 Schon 1 72 9 war ein Schäffler in Markt Schwaben immer auf dem selben Platz, soweit man dies nachvollziehen kann. Heute Färbergasse. Beim Hollerrötzlschaffler hieß es. (Die Schreibweise ist natürlich ziemlich unterschiedlich.) Später wurde es das Oberschaffleranwesen genannt. Zwei Generationen Scheuerecker waren noch Schäffler. Ab 1908 hieß es 'Hafner' und ab 1957 'Ofensetzer'. Auf diesem Bild ist es sicher noch der Oberschaffler mit seiner Frau und seinem Kind. Ob der alte Mann derVater vom Oberschaffler war?

44 An der Ecke HerzogLudwig-Straße und Landgerichtsgasse befand sich dieses kleine Obst- und Gemüsegeschaft, Ursprünglich baute Herr Höpfl dieses kleine Haus zum Verkauf von Limonaden, Ein kleiner Anbau diente zur Herstellung. Später erweiterte er seinen Betrieb durch das Angebot von Obst und Südfrüchten. Die Schrift an dem Häuschen lautete: 'Obst, Südfrüchte, Limonaden, Punschesenzen.' Tochter Maria - sie ist auf dem Bild zu sehen - übernahm das kleine Geschäft und verkaufte nur noch Obst und Gemüse. Der Abbruch erfolgte anfangs der fünfziger jahre. Vermutlich hatte sich das Häuschen zum lOjährigen Bestehen so fein gemacht.

45 Der Schneiderwirt befand sich zwischen dem Oberbräu und dem heutigen Café Seidl. Dieses meist verpachtete Gasthaus wurde 1928 an Spaten-Leistbräu von seinem Besitzer verkauft. 1932 war nochlustiges Faschingstreiben. 1933 kaufte die Gemeinde mit Hilfe der Bürger das Gasthaus zum Abbruch. Es war abgewirtsèhaftet mld nur hinderlich. Kurze Zeit war dort ein Rondell mit Blumen angelegt, aber bald wurde dies ein ganz freier Platz, so wie man ihn heute kennt. Die anschließende Häuserfront zeigt das heutige Café Seidl. In der Mitte vom Bild (Osten) war damals das Schreibwarengeschäft Sommer. Rechts im Vordergrund

sieht man das ursprüngliche Benefiziatenhaus das 1909 an Privat verkauft wurde, nachdem 1908 in der Schulgasse ein neues Haus für den jeweiligen Benefiziaten gebaut worden war.

Gruss eus Sdllvaben. Narktplatz.

46 In der Herzog-LudwigStraße droht einern alten Haus der Abbruch. Ein schönes Gebäude ist es nicht mehr, auch wenn es auf dem alten Bild und in dieser Perspektive gut aussieht. Es ist aber ein Haus mit Geschichte. Es handelt sich um das umgebaute ehemalige Gefängnis; Amtshaus oder auch Fronfeste genannt.

1 840 wurde auch das Gefängnis zum Landgericht nach Ebersberg verlegt. Der Kistler Spannrath ersteigerte am 5. Oktober 1842 das zweistöckige und mit Ziegeln gedeckte 'Frohnfestgebäude' mit gemauertem Back- und Waschhaus, wie auch gemauertem Bnmnen für 2 440 Gulden mit allem Grund und Boden. '10 Obstbäume gehö-

ren dem Gerichtsdiener Beer nach Ebersberg' Schon 18 1 7 wurden die 'Amtmannshofgründe' versteigert. es war ja alles Staatseigentum, wie ehedem auch das Schloß.

47 Im Namen: 'Nach einer Mittheilung der k. Regierungskammer des Inneren vom 14. dieß Mts. sind die in der Fronfeste zu Schwaben gewesenen Arestanten am 1. diB Mts. bereits in die neue Fronfeste nach Ebersberg versetzt worden. Das k. Rentamt erhält den Auftrag wegen der anderweitigen Verfügung des numnehr leerstehenden Frohnfestgebäudes zu Schwaben förderliehst die geeignetenAnträge zu stellen. München den 28. Oktober 1841.'

1 81 7/ 1 8 wird die Fronfeste wie folgt beschrieben: 'Der Zustand ist gut und entspricht der jetzigen Bestimmung. Zu ebener Erde: 2 Zirnmer. é Kammern, 1 Küche, 1 Speis, 1 Keller, 3 Keichen unbewohn-

bar. (Gefàngniszellen) Über einer Stiege: 1 Zimrner; 2 Kammern, 4 Keichen, 1 Stube. Über 2 Stiegen: 4 Keichen, Heuboden, Getreidespeicher.'

48 In diesein Haus wurde mindestens dreihundert [ahre lang Brot gebacken, heute sind dort Marktcafé und Marktschänke untergebracht. An den 'Heiß-Bäck' werden sich noch manche erinnern können. 192 9 heiratete Alois Wandinger die 'Heiß-Tochter' Anna. Auf dieser Karte steht noch: 'Bäckerei und Mehlhandlung v. Ioseph Heiß.' Durch die Gaube wurden mit einer Winde die Mehlsäcke hochgezogen und eingebracht. Das Haus steht und stand immer an exponierter Stelle. Der Marktplatz diente für Märkte, aber auch Schausteller, Zirkus, Schiffschaukel, ete. fanden dort Platz und wa-

ren mindestens bei der Jugend so begehrt, wie dem 'Heiß-Bäck' seine Semmeln.

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