Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2

Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Irmgard Köhler
Gemeente
:   Markt Schwaben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6152-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Markt Schwaben in alten Ansichten Band 2'

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59 Der letzte Bauer auf dem Thalmayrhof am Kupferschmiedberg ist hier zu sehen mit seiner Frau Katharina, seinen drei Kindern: Antonie, ]oseph und Maria und den drei Schwestern: Maria, Therese und Anna, die zu Besuch nach Schwaben gekommen waren. Das Bild wurde um 1930 aufgenommen. Der Dalmer und seine Frau waren fleißige und gute Leute. Das Wirtschaftswunder haben sie nicht erlebt. Sie haben nur schwere Zeiten und harte Arbeit gekannt. Neben der Landwirtschaft betrieb der Dalmerbauer noch ein Fuhrunternehmen, mit RoB und Wagen, für den Gûternahverkehr. Schade, der Fotografhat Licht in das Bild gebracht.

Vermutlich ist er mit dern schwarzen 'Iuch an seinem Fotokasten nicht sorgfaltig genug umgegangen.

60 Jakob Heller am Fïschergries fuhr hier 2 000 Liter Petroleum und kübelweise Wagenschmiere mit seinem Gespann in die ganze Umgebrmg bis nach Isen und sonst wo hin. Wagenschmiere wurde auf jedern Bauernhof gebraucht, um die Radlager an den Fuhrwerken zu schmieren. Ob davon das Sprichwort kommt 'Wer gut schmiert, fährt gut'? Bei solch geschotterten Straßen, wie auf dem Bild, müssen wenigstens die Räder leicht laufen. Man schenke der Ausrüstung des Wagens Beachtrmg. Auch gegen Regen war der Wagenlenker bei diesenlangen Touren wenigstens zum Teil geschützt. Am Wagen steht geschrieben: 'Deutsch-Amerika-

nische-Petroleum -Gesellschaft.' Die Aufnahme stammt vermutlich aus dem [ahr

192 O. Der Volksmund hatte einen bezeiclmenden Namen für den Wagenlenker: 'Schrnirmführer;'

61 Es ist schade, daß diese schone Fassade ein Haus ziert, das fast unbemerkt im Pfarrer-Hueber-Weg steht, Man geht so achtlos vorbei, als hätte es keine Geschichte zu erzählen. Es ist das ehemalige Welschkramerhaus. Lorenzo Valentint hat sicher diesem Haus den Namen gegeben. Besitzer blieben Handelsleute. 1734 war das Haus 'erst kürzlich' wieder neu gebaut. Es brannte aber 1749 mit den anderen Häusern im Viertel ab. 1780 wurde es ein gemauertes Haus. 1820 war es im Besitz von zwei kinderlosen Partnern. Einer hatte eine Erziehungstochter. Bei der Übergabe an sie wurde festgelegt, beide Besitzer müssen mit deren Heirat einverstan-

den sein. Erhard Seywert war scheinbar genehm. Dessen zweite Ehefrau schenkte das Haus zur Einrichtung eines Kindergartens.

62 Die Schreiner wurden frûherKistler' genannt. 1823 harte Schwaben 606 Seelen und zwei Kistler. Der Zunftmeister war zu dieser Zeit Joseph Böck, auch aus unserem Markt. 1923, im August, haben sich in Schwaben dreizehn Schreinet versammelt, vermutlich zu einer Meisterprüfungsfeier, Namentlich sind uns zwei bekannt: zweiter von rechts der hinteren Reihe ist Kaspar Bösl und der Dritte von rechts ist Max Rackl. Ihre Musikinstrumente haben sie mitgebracht: eine Schoßgeige, eine Geige und eine Zither. Ihr Leitmotiv haben sie auf eine Tafel geschrieben 'Mit Ernst und Scherz lebt stets das Schreinerherz.'

63 Dieses Haus in der Gschmeidmachergasse läßt sich bis 1728 verfolgen und nannte sich Bacherschusteranwesen oder auch Schaabelschuster. Krautenbacherhaus wird es genannt, nach dem ein Krautenbacher eingeheiratet hatte. 1850 wird noch das reale Schuhmacherrecht mitgekauft. (Das Recht, dieses Gewerbe zu betreiben, für das natürlich Steuern bezahlt werden mußten.) Dann gibt es keine nachweisbaren Schuhmacher mehr in diesem Anwesen. 1881 kaufte es ein Metzgerehepaar, und bis heute ist dieser Beruf dort geblieben. Bei einem Übergabevertrag von 1904 taucht der Hausnarne 'Krautenbacherhaus'letztmalig wieder auf.

Das Bild stammt aus den [ahren 1913 oder 1914. Das Haus wurde nach Süden 1919 angebaut.

64 Spielmannszug der Feuerwehr am 13. Mai 1956. Der Zugführer ist Anton Wagner, derTambourmajorWilli Haller, ihnen folgen: Stefan Widl, Anton Fahrnbauer, Martin PilIer, JosefTiefenmoser, Ludwig

Heihnaier, Rudolf Etzelsberger, Helmuth Diewald, Theo Engel und Adolf Schomann. Zweite Reihe: Erwin Kefelder, Rudi Köck, Georg Buchberger, Josef Plotz, Alfred Boßle, Walter Plotz und Robert Riezler.

Dritte Reihe: Heinrich Schmitt, Siegfried Spachmann, Georg Piller, Philipp Beer, Baptist Regler, JosefRiexinger, Iosef Bruckner und Rudi Binar. Der Spielmannszug wurde 1955 gegründet. Aus Nachwuchs-

mangellöste er sich leider 1987 wieder auf.

65 Schon 1887 gab es eine Musikgesellschaft in Schwaben. Hier stellt sich, nach Aussage, die spätere Kapelle Emmer vor. Sepp Emmer ist mit der Tuba abgebildet. Dazu gesellen sich eine Zugposaune, ein Tenorhorn und drei Flûgelhörner, so weit man dies beurteilen kann. Durst haben die Musikanten auch damals gehabt, nur in diesem Falle waren die Krüge schon leer, wie die Gesten ahnenlassen. Eine Besonderheit gab es noch bei der Kapelle Emmer, dies war die' lOer! Tour'. Das bedeutete, daß nach Anspielen einer Tanzmusik die Kapelle eine Pause einlegte, bei der von den Tanzpaaren 1 0 Pfennige kassiert wurden zum Ärgernis der Tänzlusti-

gen. Zehn Pfennige bedeureten damals mehr als heute. Aus dieser Kapelle entwickelte sich später die Blas- und 'Ianzkapelle Bruckner.

66 Dieses Haus am PfarrerKressierer-Weg ist sicher noch vielen als das Doktorhaus bekannt. 1 721 kaufte es der Bader Frickh (er war schon seit 1706 in Schwaben, hatte aber ein anderes Haus). 1723 baute der Bader die nun erworbene Behausung an selber Stelle ganz neu, doch brannte diese mit den anderen Häusern im Viertel 1 749 ab. Der damalige Bader Martin Kerle konnte seinen Stiefkindern nur noch weniges von ihrem mütterlichen Erbe aushändigen, es mußte ja wieder gebaut werden. 1799 kam das Haus in die Hände des kunsterfahrenen Chirugus Martin Trischberger. Von da ab gab es darin keine Bader mehr, nur noch Ärzte. Sanitätsrat Dr.

Lorenz Schneider war der letzte Arzt in diesem Haus. 1934 wurde es an den Sattler Franz Beckert verkauft und 1988 abgebrochen. Ein Neubau folgte.

67 Dr. Gattermann war der erste Arzt, der in dem Krankenhaus von Schwaben praktizieren konnte, (Wie bekannt war das Krankenhaus eine Stiftung von FelixTrappentreu.) Dr. Gattermann ging 1877 nach Donauwörth als Bezirksgerichtsarzt. Dr.med. [ohann Limmer übernahm dessen Praxis in Schwaben. Ihm folgte 1895 als letzter Doktor in diesem Haus Sanitätsrat Dr. Lorenz Schneider. Vorgänger von Dr. Gattermann war Dr. Wensauer; er war als 'Roter Dokter' oder 'Revolutzer' verschrien. Doch war er sehr sozial, behandelte arme Leute auch kostenlos. Er verkaufte das 'DoktorAnwesen'1858 anDr.med. Jakob Gattennann, mit der

Badergerechtsamen. Gattermann hatte also die Rechte eines Baders mit dem Haus erworben.

68 An der Ecke WebergasseSchießstättenweg stand ein Holzhaus, das sich in das Reichlhäusl und das sogenannte Mudlweberhaus teilte. Das Foto zeigt das Reichlhäusl bei dem man noch 1980 die Holzbalken erkennt (siehe Bild). Diese Balken sind nun ganz mit Putz zugedeckt, so daß man kein Holzhaus vermutet. Hier wohnten vorwiegend Zimmermänner. Alle hatten metst gut geheiratet. Natürlich mußten sie die Geschwister ausbezahlen, oder versorgen und die Eltern in den 'Austrag' nehmen, wie Schulden bezahlen. Dieses halbe Haus hatte 1827 einen Wert von 394 Gulden, die Belastungen betrugen 200.Auch wenn die dritte Ehefrau 282

Gulden in die Ehe brachte und eine Aussteuer im Wert von 60 Gulden harte, reich konnten sie nicht werden.

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