Marl in alten Ansichten Band 1

Marl in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Krajewski
Gemeente
:   Marl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2825-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marl in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Nach der ersten Chronik des Amtes Marl liegt die Bürgermeisterei Maerl mit ihrer Feldmark am linken Ufer des schiffbaren Lippeflusses. Die Lage des Gebietes stellt eine Ebene dar; hauptsdchlic]t ernährt Ackerbau die Bewohner. Teilweise zeichnet sich Marl unter den der Bürgermeisterei zugerechneten Gemeinden dadurch hervor, daß hier einiges FabriekWesen eingefûhrt ist. Mit Lob macht sich die Damast-Weberei bemerkbar, welche für hohe Herrschaften kostbare Tisch zeuge liefert und großes Renommé für sich hat; es ist dies eine elegante Weberei.

Die Poststraße von Recklinghausen nach Dorsten führt durch das Dorf Maerl, wo auch eine Postexpedition ist. Der Wegebau ist nach Vorschrift und in gutem Stande. Bei giintzlichem Mangel an Urkunden läßt sich ûber das jetzige Amt Maerl, der Entstehung dieser Bauerschaften respective Nachweise der Geschichte aus früherer Zeit, nicht viel Umfassendes sagen, indem diese Land-Burgermetsterei nach der heutigen Verwaltungsreform aus vielen kleinen zerstreuten Bauerschaften besteht, worunter nicht einmal ein Hauptdorf vorherrscht, überhaupt deren Kombination dann ein ganzes bildet, wie das Bûrgermeister-Amt endlich im Dorfe Marl domiciliert ist, unter dem Titel Amt Marl, welches in 4 Kirchspiele oder Gemeinden zerfällt.

Die Bemühungen des jetzigen Bûrgermeisters, zur Geschichte der Vorzeit irgend einen chronologischen Verband aufzustellen, können nur fruchtlos bleiben. Es erschwert die Arbeit insbesondere sehr, daß die Pfarrer und Geistlichen unserer Kirchen und Schulen so wenig bezügliche vermerkenswerthe Aufzeichnungen der Vorzeit geführt haben. Bei einem Publikum von Acker-Bauem finden sich keine Individuen derartiger wissenschaftlicher Bildung, das gute Werk fördern zu helfen.

So also sah es in Marl um 1841 aus.

Bevor wir uns jedoch den 'alten Ansichten' Marls vergnüglich

zuwenden, sei die Stadt von heute vorgestellt und auch ihre historische Entwicklung kurz aufgezeigt.

Das der Marier Raum schon seit den Steinzeita1tern besiedelt war, bezeugen zahlreiche Grabungsfunde. Den Beweis gar fiir das Vorhandensein verhältnismäßig umfangreicher Ansiedlungen liefern verschiedene große Urnenfelder und frühe Begräbnisstätten innerhalb der Stadtgrenzen. Marl rnit seinen alten Bauerschaften darf für sich in Anspruch nehmen, zu den ersten endgültigen Siedlungsorten unserer engeren Heimat überhaupt zu gehören.

Ihre Anfänge liegen weit vor dem 7. und 8. Jahrhundert, wie letztlich die ursprünglich keltischen Namensformen hierüber Zeugnis geben. So auch das in seiner ersten Schreibforrn bereits um 890 in den Heberegistern der Benediktiner-Abtei zu Werden (Ruhr) genannte 'meronhlare', wonach ein gewisser Dagubracht für sein und seiner Familie Seelenheil in Marl eine Stiftung für das Kloster machte.

Ein Graf Balderich vom Niederrhein schenkte um das Jahr 1000 seinem Lehns- und Landesherrn, dem Erzbischof Heribert von Köln (t 1021), neben Osterfeld auch die Kirche zu Marlare. Der Ortsname hat im Laufe der Zeiten etliche Wandlungen erfahren. Aus 'meronhlare', Marlar, Marlare und Malori wurde 1155 wieder Marlare, 1228 Marleroder Marle, de Marler, bis endlich über Marll und Maerl die heutige Form sich durchgesetzt hat. Das recht wohlklingende 'meronhlare' bedeutet soviel wie 'Weide', oder einfach 'Stelle, Platz, Ort am Wasser, am Teich', und Marl war tatsächlich nicht nur sandiges Heideland, sondern fast zur Hälfte reines Feuchtgebiet. Neben größeren Sumpfstrecken und Moraste gab es noch eine Anzahl kleinerer Binnenseen und vermoorter Brüche. In fast hundertjährigem Bemühen (1830-1930) hat man die alte Sumpflandschaft Marl umgestaltet und durch Meliorationen neuen Boden gewonnen oder doch sehr verbessert.

Jahrhundertlang gehörte Marl zum Kurfürstentum Köln, und seine bunte Geschichte liegt fest eingewoben in die des kleinen Ländchens zwischen Emscher und Lippe, zwischen den alten Städten Dorsten, Haltern, Recklinghausen, an der Scheide zwischen Münsterland und Ruhrgebiet, das seit dem 14. Jahrhundert als Vest Recklinghausen (Landkreis) bekannt ist.

Nach der Neueinteilung der vormaligen Kreise des Deutschen Reiches zählte das Vest Recklinghausen nicht zum westfälischen, sondern zum niederrheinischen Kreise.

In Ausführung der Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses wurde 1803 Herzog Ludwig-Engelbert von Arenberg neuer Landesherr des Vestes. Mit Einführung des französischen Gesetzbuches ('Codé Napoleon') 1809, noch unter Arenbergischer Regierung, erfolgte die Teilung des Vestes in zwei Kantone und Friedensgerichte (Recklinghausen und Dorsten). Die Bürgermeisterei (Mairie) Marl kam zu Dorsten, die heutigen Stadtteile Hüls mit Löntrop und Lenkerbeck gehörten zur Mairie Herten, und Sinsen gar nach Recklinghausen. 1811 endete die herzogliche Regierungszeit. Das Vest wurde dem neuen Großherzogtum Berg zugewiesen, bis dann 1813 auch die französiche Herrschaft durch den Einzug preußischer und russischer Truppen ihr Ende fand. Die altbewährten Bürgermeistereien ersetzten die fremden Mairien. Gehörte Marl nach Auflösung der Verbindung mit dem bisherigen Großherzogtum Berg für kurze Zeit auch zum Essener Kreis, als dessen vorläufiger Landrat der Kriegs- und Domänenrat Stemmer eingesetzt war, so kam es 1815 als Bestandteildes neuen Landkreises Recklinghausen endgültig zum Königreich Preußen. Ab 1811 befand sich das Marler Mairiebüro auf Haus Lüttinghoff bei Buer; die Verlegung nach Marlgeschah 1815. Von 1820 bis 1841 sah sich Marl in Personalunion mit der Stadtbürgermeisterei Dorsten verwaltet, bis durch Verfügung der Königlichen Regierung zu Münster vom 22. September 1841 der vormalige Freiwillige Jäger und Landwehrleutnant Carl Bölling aus Olfen als Bürgermeister in Marl eingesetzt wurde. Amt und Wohnsitz kamen wieder nach Marl zurück. Ab 31. Oktober 1841 führten die nunmehr vereinigten Kirchspiele Marl, Polsum, HarnmBossendorf und Altendorf-Ulfkotte als selbständiger Gemeindeverband die offizielle Bezeichnung 'Arnt Marl'. Mit Auflösung des Amtes Recklinghausen am 1. Aprill926 sind die heutigen Stadtteile Hüls, Lenkerbeck und Sinsen, im Osten der Stadt, nach Marl eingemeindet worden.

Am 20. April 1936 hat der Oberpräsident der Provinz Westfalen in Münster der Gemeinde Marl im gleichnamigen Arntsbezirk die Rechte zur Führung der Bezeichnung 'Stadt', wie

auch ein Stadtwappen verliehen. Die geschichtliche Vergangenheit des Ortes wird in dem Wappen sichtbar deutlich durch das kurkölnische Kreuz als Zeichen der früheren Zugehörigkeit zum kurkölnischen Vest Recklinghausen. Als Beizeichen sind gewählt das Faßeisen (auch Krampe oder Prame) aus dem Wappen des hier seit dem 14. Jahrhundert ansässigen Geschlechtes derer von und zurn Loe, und schließlich Hammer und Schlägel als Symbol des Bergbaues, dem der Ort seine erste wirtschaftliche Entwicklung verdankt.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts blieb der gesamte Marler Raum rein landwirtschaftlich ausgerichtet. Das wenige Handwerk, überwiegend auch nur für den eigenen Bedarf, war und blieb ohne Bedeutung und für eine wirtschaftliche Entwicklung gab es kaum eine Chance. Dennoch: Die Marler waren immer fleißig und hatten ihren 'Kram' in Ordnung, lagen aber zu weit ab von 'aller Welt', als daß sie sich hätten groß entfalten können. Die Höfe und Kotten in den weiten und nur sehr schwer zugänglichen Gemarkungen bildeten einen nur losen Verband und die eigenen kleinen Dorfgebilde, so in Marl, Polsum und Hamm-Bossendorf, hatten kaum mehr als Kirche und Schule zu bieten. Das gesellschaftliche Leben spielte sich hauptsächlich in den gut gepflegten Nachbarschaften ab und neben den jeweils fälligen Familienfeiern blieben lediglich die Schützenfeste und die 'Maalsche Flaigenkiärmste' die alljährlich 'großen Anlässe',

Erst mit dem Vordringen der Industrie in den Marler Raum, den Zechengründungen von Auguste Victoria und Brassert, kurz nach der Jahrhundertwende, vollzog sich ein erster und zugleich bedeutsamer Strukturwandel. Marl, industriell erfaßt, hatte jetzt einen Namen, war bekannt, Und wurde die wirtschaftliche Entwicklung durch die beiden Kriege auch empfindlich gestört und aufgehalten, so begann mit der Niederlassung der weltweit bekarmten Chemische Werke Hüls AG in der alten Drewer Mark im Norden Marls eine neue gewaltige und zielstrebige Aufwärtsentwicklung, die sich neben aller Wirtschaftlichkeit auch kulturell und städtebaulich positiv für die junge Stadt Marl auswirkte. Die für eine industrielle Basis besonders günstige verkehrsgeographische Lage wird in Verbindung mit noch weiträumigen zur Verfü-

gung stehenden Flächen in der Stadt durch ein den lokalen wie auch zeitbedingten Erfordernissen entsprechend ausgebautem Straßennetz, vcrhandenen Eisenbahnlinien, Wasserstraßen und Luftwegen eindentig markiert.

Marl ist jung und eine Industriestadt - ja, aber auch eine Stadt im Grünen, eine liebenswerte Stadt, und das Leben in Marl ist voller Schwung, ist einfach lebenswert. Und Marl ist eine immer wache Stadt, die keine Wagnisse und Experimente scheut und der es nie an Ideen mangelt, das Leben ihrer Bürger und Gäste noch lebenswerter und attraktiver zu gestalten. Moderne und großzügige Wohnungen sind ebenso selbstverständlich wie eine Vielzahl heller, freundlicher und allen Ansprüchen gerechter Schulen. Kulturelle Einrichtungen aller Art, Kindergärten und Spielplätze, Schwimmbäder und Sportanlagen für alle Disziplinen und in reichlicher Auswahl garantieren entsprechende Aktivitäten, Die Sportjugend weiß sich in Marl bestens aufgehoben und dankt ihre Förderung durch ausgezeichnete Leistungen auf breiter Ebene. Das Marler Rathaus, die Marler Hügelhäuser und nicht zuletzt der 'Marler Stern', der neue Mittelpunkt der neuen Stadt Marl, sind seit Jahren das 'loekende Ziel im Revier', sind bedeutsame Studienobjekte von zahlreichen interessierten Fach- und Besuchergruppen des In- und Auslandes.

Die beiden bisherigen Stadt- und Einkaufszentrum Hüls und Brassert werden mit dem neuen Zentrum, dem Stadtkern mit Bundesbahnhof, Großkaufhäusern, überdachter Ladenstraße, einer vielzahl neuer Wohnungen und Appartements, modernen Kommunikationszentren mit Bürger- und Verbraucherberatung, mit mehr als zweitausend Parkplätzen, und nicht zuletzt mit einer neuen 'Super-insel', dem neuen Bildungswerk der Stadt, zusammenfinden. Marl wird dann 'eine vollends runde Sache' sein.

Über sechstausend Jahresvormieten im Theater der Stadt Marl, das hier seit 1960 beheimatete und weltweit bekannte Orchester Philharrnonia Hungarica, die Marier Musikschule mit ihrer musikalischen Früherziehung und eigenem 'Marler Debüt' für die künftige musikalische Elite, die international bekannte Marler Erwachsenenbildung mit einem alljährlich breit gefächertem Angebot und Weiterbildungsmöglichkeiten

und die seit 1964 hier Jahr für Jahr stattfindende Verleihung des Adolf-Grimme-Preises der Deutschen Rundfunk- und Fernsehanstalten, geben der jungen Stadt das gegenwärtige Gepräge. Nicht zuletzt auch die kunstpflegerischen Bemühungen, die sich im Städtischen Kunstbesitz und in ständigen Ausstellungen - erwähnt seien hier nur die Ausstellung 'Stadt und Skulptur' und das Skulpturen-Freilichtmuseum rund um den neuen City-See - bürgernah prasentieren. Öffentliche Jugendpflege auf breitem Raum und ein überaus vielseitiges und aktives Vereinsgeschehen geben dem Tagesgeschehen in Marl ein buntes Kolorit und immer wieder neue Akzente. Daß Marl über modernste Krankenanstalten, Altenpflegestätten und Seniorenzentren, über Mütterschulen, zahlreiche Kirchen und Jugendheime verfügt, ist nur selbstverständlich. Am 1. Januar 1975 ist das alte Amt Marl als Gemeindeverband aufgelöst und die Stadt Marl neu gebildet worden. Mit wenig verandertem Grenzzuschnitt haben sich hinsichtlich Fläche und Bevölkerungszahl nur unwesentliche Änderungen ergeben. Der Bevölkerungsstand belief sich im Sommer 1979 auf exakt 91 293 Einwohner. Übrigens: Daß Marl heute ein umfangreiches und gutes Strafsen- und Wegenetz aller Größenordnungen und Klassen hat, einschließlich vieler Wanderwege, bedarf keiner besonderen Erwähnung mehr. Von welcher Seite der Windrosé man auch Marl erreichen und kennenlemen will, es ist leicht und angenehm, denn

Viele Weae führen nach

und zu den wichtigsten Plätzen und Sehenswürdigkeiten dieser 'großen jungen Stadt im Grünen',

1. 'Alte Ansichten', wie hier präsentiert und vergnüglich zugedacht, sind Erinnerungen und Zeugnisse, sind Bilder von einst, die zeigen, wie es einmal ausgesehen hat, hier und dort. Der hier gezeigte 'Ausschnitt aus Section XV, der Karte des Preußischen Generalmajors Le Coq von 1805', der zugleich ein wenig als MarIer Standortsbestimmung gelten mag, weist weite Heide- und Oedflächen, spärliche Äcker, Wiesen und Weiden aus, kleine Waldungen und Forsten, vielfach von Bachläufen durchzogen, die das Kirchdorf Marl umgeben.

2. Stellt sich das Marl von heute als eine junge und moderne Industriestadt mit über 91000 Einwohnern dar, so darf es nicht wundern, wenn noch im Jahre 1928 solche sandigen Heidbrinke im Stadtgebiet zu finden waren und das Marter Landschaftsbitd damals trotz aller neuen 'Errungenschaften' urwüchsig erscheinen ließ. Wir befinden uns auf dieser Aufnahme in der Marler Heide in Richtung Dorsten.

3. 'Ein schwerer Broeken aus grauer Vorzeit.' Ein mächtiger Findling, der bei Ausschachtungsarbeiten am Hause Marl, Am Gänsebrink 11, zutage kam. Heute ziert er den Eingang des 'Gänsebrink', einer 1953 errichteten öffentlichen Parkanlage an der Hülsstraße. Die beiden Herren oben im Bild sind links Dr. Günter Hahn, seinerzeit Redakteur der Marler Zeitung und als 'fliegender Reporter' immer dabei; daneben der langjährige Leiter der Hülser Waldschule (seit 1909), Rektor Heinrich Keßler (1874-1956), der sich außer als Pädagoge insbesondere als Marier Natur- und Heimatpfleger und aufbauender Museumsleiter verdient gemacht hat.

4. Die St-Katharlnen-Kapelle (auch Ludgeruskapelle, da aus der Zeit des Heiligen Ludgerus) in der früher zum Amt Marl gehörenden Gemeinde Hamm-Bossendorf (heute Stadt Haltern) gilt als das älteste Bauwerk des gesamten Vestes (Kreis Recklinghausen) und stammt aus dem 9. Jahrhundert. Sie verdankt ihre Entstehung altem fränkischen Königsgut und lag innerhalb einer Befestigungsanlage (curtis Carolingia), die in den Jahren 1901 und 1914 in unmittelbarer Nähe entdeckt und ausgegraben worden ist, Obwohl nur sehr klein, werden in ihr, die alle Stürme der Zeiten überdauert hat und die schon oft völlig neu 'eingekleidet' werden mußte, bei besonderen Anlässen auch heute immer wieder Gottesdienste gehalten und auch der kleine Friedhof als solcher genutzt.

5. Diese Aufnahme von der alten Bergstraße über die Hagenstraße zeigt das Gelände der ehemaligen Wasserburg 'Haus Loe' in Marl. Ursprünglich wohl der Familie derer 'von Marl' gehörend, ist es bereits im 14. Jahrhundert Loe'scher Besitz. 1395 nennt ein Heinrich von Loe als Nachfolger des Wessel von Loe schon 'unser huis to Marle genant zum Loe', Genarmter Wessel hatte am 18. Mai 1378 sein Burghaus im Kirchspiel Marl, das er 'Strevelsloe' nannte, mit allen Mauern, Toren, Gräben, Vorburgen, Gezimmern und Befestigungen seinem Landesherrn, dem Kölner Erzbischof und Kurfürsten Friedrieh lIl. (1370-1414), als Offenhaus übergeben und als Erblehen zurück erhalten. In Bildmitte von links nach rechts das Albert-Schweitzer-Gyrnnasium, das Geschwister-Scholl-Gymnasium und die Ausläufer einer Wohnsiedlung der Chemisehen Werke Hiils,

6. Neben einigen versuchten Rekonstruktionen und trotz der Ausgrabungsergebnisse wissen wir nicht exakt, wie das frühe Haus Loe ausgesehen hat. Es gibt bisher keine authentische Abbildung. Die Katasterkarte von 1824 zeigt uns aber den Grundriß der damaligen Anlage und ein wenig von der Umgebung des Hauses. Burg und Geschlecht Loe blieben über Jahrhunderte auf das Engste mit dem Kirchspiel Marl verbunden. Der Grundbesitz war enorm. Zahlreiche Bauerngüter und Kotten, einige Mühlen, nicht zuletzt die Berechtigungen an Marken- und Weidegründen, gehörten den Junkern Loe, die auch das Patronatsrecht an der MarIer Kirche innehatten. 1705 erlosch das Geschlecht im Mannesstamm und Loe kam in fremde Hände. Der Herzog von Arenberg als letzter Eigentümer, erwarb 1863 den noch vorhandenen Rest, ließ jedoch 1864 schon 'alles Gemäuer' abtragen. Auf dem ehemaligen Burggelände steht seit Jahren den Gymnasien eine Sportanlage zur Verftigung. An Haus Loe erinnert heute die Loemühle, verschiedene Straßen und Bäche, wie auch die romantische Sage der Judith von Loe, die als 'Wilde Hummel' von Marl ihre Geschichte hat.

7. In dem Wäldchen, unmittelbar neben der heutigen Rundtumhalle, vis-à-vis der ehemaligen Burgauffahrt, steht heute noch ein früherer Schafstall des Hauses Loe. Vor 1900 als Forsthaus umgebaut, war über der Eingangstür dieser alte Wappenstein angebracht. Er zierte einst das Hauptportal des im Jahre 1618 nach einem Brande wieder aufgebauten Wasserschlosses. Das Wappen versinnbildlicht das erneute Aufblühen des Geschlechtes Loe in Marl, begründet durch die Heirat der Mechtildt von Loe zum Loe in Marl mit Dietrich von Loe zu Dorneburg in Wanne-Eickel und der Vereinigung beider Häuser. Die kunstvolle Steinmetzarbeit zeigt den getrennten Wappenschild mit je einer Krampe. Oberhalb der sechs Straußenfedern mit wiederkehrenden aufgesteckten drei Krampen als Helmzier, die Freiherrenkrone. Bezeichnend der französische Spruch: 'Qui trop haut tend plus bas descend' (JVer zu hoch hinaus will, fällt um so tiefer). Darunter die Namen der Eheleute.

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