Marl in alten Ansichten Band 1

Marl in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Krajewski
Gemeente
:   Marl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2825-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marl in alten Ansichten Band 1'

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18. Schon im Jahre 1815 hatte ein Josef Ader aus Marl den Bau einer Windmühle beantragt, sein 1816 genehmigtes Vorhaben aber dann doch nicht zur Ausführung gebracht. Erst 1850 ließ der Marier Kaufmann Heinrich Erwig an der Straße nach Recklinghausen (B 225) diese Mühle errichten, sehr zur Freude der Marier Bauern, da die Wassermühle in Marl gerade in den Sommermonaten oft unter Wassermangel zu leiden hatte. Es soll sich aber genarmter Erwig nicht gerade gut mit dem WassermüIIer verstanden haben. Heute (die Aufnahme stammt aus 1928) erinnert nur noch der Rumpf an vergangene 'Windmühlen-Rornantik', die der Coesfelder Künstler Heinrich Everz in einem sehr schönen Holzschnitt, 1928, festgehalten hat. Elektrische Anlagen besorgen heute das Mahlen und Schroten, das Misehen und Mengen. 1908 kam die Mühle in den Besitz der Familie Rütter.

19. 'Genius Eck' an der Hochstraße/Ecke Barkhausstraße. Das kleine Fachwerkhaus (Sattlerei/Polsterei) ist 1938 abgebrochen und rückwärts durch Neubau ersetzt worden. Wie die Wandreklame am nächsten (Genius-) Haus deutlich macht, hatte hier Georg Genius sein Möbellager und viele Jahre die Marler Spar- und Darlehnskasse untergebracht. Georg Genius war Schreiner und mit seinem Bruder, Architekt Fritz Genius (Barkhausstraße 5), lange Jahre führend in der Freiwilligen Feuerwehr Marl aktiv. Das eigentliche Stammhaus der Marler Genius stand auf dem Friedhof bei der Kirche. Sattler Bertram Genius mußte hier wegen Vergrößerung des Kirchhofes (1876 außerhalb des Dorfes, Hochstraße, verlegt) weichen und siedelte an dieser Stelle neu an.

20. Kreuzung Amtshaus Marl, Hoch-, Barkhaus-, Vikariestraße, Frühjahr 1924. Zur Zeit der Ruhrbesatzung 1923/1924 lag auch französisches und belgisches Militär im Amtsbezirk Marl in Quartier. Das neue Amtshaus war zeitweise örtliche Kommandantur; das Schildwachthäuschen im Bild ist beredtes Zeugnis. Den hier 'dokumentarisch' festgehaltenen 'Verkehrsunfall' hatten am 23. März 1924 einige volltrunkene belgische Soldaten mit blanker Waffe erzwungen und inszeniert. Sie wollten einmal selbst die Straßenbahn fahren. Außer eigenen Blessuren wurden 'nur' siebzehn Fahrgäste verletzt, und ohne jegliche Strafverfolgung nur ein Sachschaden anerkannt. Links im Bild das Genius' Fachwerkhaus. Wer erinnert sich noch, wie die Straßenbahn hier immer wenden mußte, vor 1938? Rechts das neue Amtshaus.

21. Das alte Amtshaus im Jahre 1912. Schon das erste Marier Verwaltungsbüro befand sich in einem Gebäude an gleicher Stelle. Es brannte am 13. Juni 1884 restlos ab und wurde 1885 durch diesen Neubau ersetzt. Hier hatte der Amtmann auch seine Dienstwohnung. Im Zuge der Zeit wuchs aber die lokale Bürokratie und es fehlte wieder an Büroräurnen. Die 'kommunale Notlage' wurde zunächst einmal überbrückt und dem Amtmann Barkhaus 1908 ein Wohnhaus gebaut. 1921/1922 konnte dann endlich unter Einbeziehung dieses Gebäudes das 'neue' Amtshaus (jetzt Polizei) gebaut werden. Die bisherige Eingangstür wurde zugemauert und der Neubau rechts einfach angesetzt. So schlicht waren die Bauregeln und -forrnen damals.

22. Eingang des alten Amtshauses mit dem gesamten Personal im Jahre 1910. Der Gendarm trug saubere Uniform und Schleppsäbel und galt als Respektsperson bei allen Bürgern. Von den abgebildeten Personen sind bekannt: Oben links Arntsbaumeister Johannes Birkenfeld, oben rechts 'Papa' Albert Heil und Custodis, unten von links nach rechts: Gendarm Giese, Schopmann, 'Öhme' Josef Lang, ein Unbekannter, Körning, Conin mit Fahrrad und Melone, Lehrling Bensing und ein Unbekannter. Amtmann Albert Barkhaus, 1852 in Minden geboren und 1933 in Marl verstorben, war vom 1. Juli 1881 bis 1. Juli 1921 Leiter der Amtsverwaltung Marl. Zwei Diensteide hat er schwören müssen und es wird sicher nicht immer leicht gewesen sein für Kaiser, Volk und Vaterland 'ein-zu-stehen'. Seine Verdienste um Marl sind durch Benennung der früheren Kaiserstraße in Barkhausstraße gewürdigt worden. Auch als 'General' der Marler Schützen genoß er bis zu seinem Ableben größte Hochachtung.

~.

23. Stammt diese Ansicht auch aus dem Jahre 1941, so darf sie doch zu den 'Alten' zählen, denn nur den Alteingesessenen zeigt sich hier ein vertrautes Bild:

Marl, der 'Dorfeingang' von Osten nach Westen. Lediglich die rechte Häuserzeile hat sich so erhalten. Die alte Vikarieschule, das Café Lang und all die anderen Häuser bis zur Ophoffstraße sind längst durch moderne Neubauten verdrängt und ersetzt worden. Hier fährt keine Straßenbahn rnehr, liegen keine Eisenschienen in den Straßen und die verkehrsträchtige Kreuzung ist den Gegebenheiten unserer Tage angepaßt.

24. So zeigte sich der Dorfeingang um 1900. Eisengitter sichern Schule und Kinder. Die Straße noch oder schon wieder ausbaubedürftig, wenn auch für die wenigen Pferdefuhrwerke und Schiebkarren breit genug, hat hohe Linden- und Kastanienbäume vor den Häusern, die Schutz und freundliches Aussehen zugleich sind. Schon damals eine Stadt im Grünen? Das erste Haus am rechten Bildrand ist Kottmann's Hüsken, in dem viele Jahre die AOK (Allgemeine Ortskrankenkasse) ihren Sitz hatte. Die Schule (links hinter dem Gitter), zuletzt Schwesternhaus mit Kindergarten, ist erst 1957 abgebrochen worden. Sie bestand aus einem Klassenraum und einer Wohnung für den Schulvikar. Erster Schulvikar war ein Balthasar Mödder, als letzter wird 1886 Vikar Vorwiek genannt, der 1897 als Pastor in Lette verstarb. Mußte Mödder seinerzeit an Sonn- und Feiertagen zusätzlich auf Haus Loe den Gottesdienst halten, so hatten 1853 Vikar Leinemann und Lehrer Peter Fleckner zusammen dreihundertzwanzig Kinder zu unterrichten. Nun ja, ausgelastet waren sie wohl alle.

25. Alte Poststelle an der Hochstraße um 1905. Marl ist seit dem 17. Jahrhundert schon 'Postort'. Die Postreiter des Großen Kurftirsten benutzten bereits 1646 den Postweg der Linie Kleve-Berlin zweimal wöchentlich über Marl. Nach dem Ableben der 70jährigen Postexpedientin Frau Reuter im Jahre 1808 übernahm deren Tochter, die Witwe Volrath, die Poststelle in Marl. 1847 war ein Heinrich Volrath Postagent. Um diese Zeit erfolgt dann auch die Verlegung der Post von der anderen Straßenseite (Brauer) in dieses Haus. Fräulein Anna Haumann wird Postmeisterin in Marl. Die Briefträger per Fahrrad sind von links nach rechts: Johann Prinz, Heinrich Bußmann und Wilhelm Bertels. Die Postkutsche im Hintergrund fuhr damals zweimal täglich nach Dorsten und zurück. Als letzter Marler Postillion gilt Theodor König, besser als 'Post-Dors' bekannt.

26. Nach einem ersten offiziellen Versuch im Jahre 1887 konnte erst am 16. August 1908 die Freiwillige Feuerwehr Marl als Dauereinrichtung gegründet werden. Selbst die Honorationen Marls zeigten sich jetzt interessiert und von der Idee begeistert und es meldeten sich so viele, daß eine Höchstzahl von vierzig Mitgliedern festgelegt werden mußte. Arntsbaumeister Birkenfeld wurde zum Chef und die Gastwirtschaft Prest als Vereinslokal gewählt. Ihren ersten bedeutenden Einsatz meisterte die Freiwillige, auch einfach FF genannt, beim großen Waldbrand 1910 in der Drewer Mark. Urn 1850 stand ein Spritzenhaus auf dem Kirchplatz. 1910 hatte der 'Gerätewart' Schmied Haumann für jederzeitige Einsatzbereitschaft der erforderlichen Geräte Sorge zu tragen. Mit sogenannten 'Wiäckelbuschen' (Wacholderzweigen) wie hier auf dem Bilde erkennbar, scnmückte man früher bei besonderen Anlässen (Prozessionen, Schützenfeste, Hochzeiten) gern die Häuser im Dorfe.

27. Die Freiwillige Feuerwehr Marl, Löschzug I, im Jahre 1927. Noch ist die alte Pferdespritze im Einsatz, Die Gespanne wechselten Franz König, Hermann Schulte und August Tüshaus. Die beiden Herren in der Mitte der ersten Reihe (mit Pickelhelm) sind Amtsbrandmeister Johannes Birkenfeld und sein Löschzugführer Winter. Zweiter von links der bekannte Marier Architekt Fritz Genius.

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