Marl in alten Ansichten Band 1

Marl in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Krajewski
Gemeente
:   Marl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2825-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marl in alten Ansichten Band 1'

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38. Um 1905. Seit wann die alte Rahm'sche Schmiede an der Kirchstraße gestanden hat, bleibt unbekannt. Doch zählen die Rahm zu den ältesten Marler Handwerkerfamilien und lassen sich bis 1660 (Vestisches Lagerbuch) exakt nachweisen. Franz Rahm, der letzte Marler Dorfschmied, schenkte nach Geschäftsaufgabe seine Schmiede dem Marler Heimatmuseum. Unser Bild zeigt ganz links den Lehrling Josef Wesselbaum; zweiter von rechts der Meister Franz Rahm selbst, dahinter sein Vater Johann Wilhelm Rahm (1852-1918), der als 'Fabrikant' der sogenannten 'Marler Schüppen' einen handwerklich beachtlichen Ruf genoß. Der 'Stift' JosefWesselbaum gründete 1919 bereits eine eigene Elektrowerkstatt und war in Marl eine stadtbekannte Persönlichkeit,

39. So sah 1927 die urige Schenke von 'Mutter Siebel' an der Kirchstraße aus. Wegen Baufálligkeit 1942 abgebrochen, soll sie auch ein wenig irn Wege gestanden haben, die Kneipe. Um Haus und Wirtin, die noch mit weit über achtzig Jahren die Seele dieser Bauernschenke war, ranken sich unzählige Anekdoten und Geselrichten aus Marls vergangenen Tagen und sind gute Erinnerungen geblieben. Die enge, aber schon gepf1asterte Straße führt in den Ortsteil Brassert. Rechts das alte Dümmermann'sche Haus am Altrnarkt; dahinter das 'Altdeutsche Restaurant' von Hugo Frentrop. Die zweirädrige Sturzkarre, ein Bauerngefährt, war ein alltägliches Bild auf den Marler Straßen damaliger Zeit. Sie eigneten sich vortrefflich für den Transport der Deputatkohlen der Bergleute (Hausbrand, krisenlos!).

40. Eingang Ophoffstraße/Ecke Breite Straße, 1927. Rechts im Bild die Brennerei Prost, dahinter die Schreinerei Sengelhoff. Auf der linken Seite die Lederhandlung des Schusters Heinrich Schäfer, anschließend Paul Wüller mit Mühle, Bäckerei und Kolonialwaren. Auch diese beiden Häuschen sind in den letzten Kriegstagen 1945 noch abgebrannt. Die Ophoffstraße, weil früher überwiegend nur ein Schlammweg, wurde auch 'Aalpott' (= Jauchestraße) bezeichnet. Mit dem Neubau der Overbergschule, 1909, zeitweise auch Schulstraße. Die Strecke bis zum Mühlenwall (hier gabelt die Straße, nach rechts Mühlenwall mit Badeanstalt, Wassermühle und Heimatmuseum, nach links oder weiterftihrend zum Overdiekshof, Overbergschule, Sportplätze und Reithalle, 'Bühnensteppken') nannte man vor 1923 Mühlenstraße.

41. 'Ein gut Stück Museum bin ich selbst,' sagte die hundertjährige 'Oma Fasel', die über viele Jahre mit ihrer Tochter Maria (die gute Fee des Marler Heimatmuseums!) in der alten Wassermühle gewohnt hat. Elisabeth Fasel geborene Gröper, 1875 in Essen geboren und am 25. Oktober 1976 in Marl verstorben, kam 1910 nach Marl, wo ihr Mann Wilhelm Fasel als erster Lokführer auf der Zeche Brassert angestellt war. Auf die Frage, wie es denn um 1910 hier so ausgesehen habe, antwortete Oma Fasel mit verschmitztem Lächeln: Marl war gut. Als Jesus aber Brassert sah, da drehte er sich um und weinte bitterlich. Frau Fasel war von 1919 bis 1924 als Zentrumsabgeordnete aktives und allseits geschätztes Mitglied im Marier Genreindepariament. Unser Bild zeigt sie als 23jähriges Fräulein Gröper mit Mutter Katrin und Bruder Bernhard im Jahre 1897 in Gelsenkirchen. Wie sich doch Mode und Eleganz geändert haben ...

42. Als eine Pioniertat galt diese am 13. Juli 1924 eröffnete Marier Badeanstalt, die als erstes Freibad im Kreise Recklinghausen von sich reden machte. 1959 wurde die gesamte Anlage als Guido-HeilandBad umgestaltet. Früher standen den Marier Wasserfreunden lediglich die Lippe, später auch der Kanal, und einige Wassertümpel und Privatteiche zur Verfügung, Der Ausbau des Loemühlenbades in Hüls, des 'schönsten Parkbades im Ruhrgebiet' (so damals die Reklame ... ) begann erst Mitte der dreißiger Jahre. 1930 ist in aller Stille der Lippeseitenkanal eröffnet, dafür aber das seit 1925 'wild genutzte' Lippebad (hinter dem AV-Hafen in Sickingmühle) ab 1935 endgültig gesperrt worden.

43. Der ehemalige Overdiekshof mit dem um 1930 errichteten Arbeitsdienstlager im heutigen Volkspark Marl. Im Hintergrund rechts die Overbergschule, links daneben einige Häuser der Vikariestraße. Der Overdiekshof, eines der ältesten Marler Bauerngüter, nach Brand um 1900 massiv wieder aufgebaut und später von der Gemeinde käuflich erworben, diente viele Jahre als Verwaltungsgebäude (Bauamt, Eltwerk, Standesamt). In dem Gebäude sind heute die Marler Musikschule und eine Museumsabteilung untergebracht.

44. Bereits um 1865 findet sich in den Marier Kirchenbüchern die Berufsbezeichnung Bergmann. Diese hatten allerdings auf den Schachtanlagen in den Nachbargemeinden ihre Arbeit. Die weiten Wege nahm man auch 'zu Fuß' gern in Kauf, brachte die Arbeit als 'Püttmann' doch wesentlich mehr ein als die landwirtschaftliche Plackerei, als der bienenhafte Fleiß von 'zig' Stunden täglich am Webstuhloder in den kleinen Handwerkerstuben. 1886 zählte man in Marl über fünfzig 'Kumpel', Siebenundzwanzig katholische Bergleute gründeten 1881 bereits ihre Standesorganisation. Doch erst nach Abteufen der Schächte der A V in Hüls und 'Brassert' in der Frentroper Mark, wuchs der Verein beachtlich an, berücksichtigte nun auch die Industriearbeiter und kümmerte sich insbesondere um die fremden Bergleute, die den Weg nach Marl fanden.

45. Haus Leuchterhof in Frentrop um 1920. Wie alt das freiadelige Gut ist, bleibt unbekannt. Urkundlich wird es im 13. Jahrhundert erstmalig erwähnt. 1709 (ein Not- und Hungerjahr) erwerben es der domkapitularische Administrator Caspar Schaumburg und seine Frau Sibilla Agnes Horst aus Reeklinghausen, die es jedoch mit Testament von 1712/1716 dem Karmeliterorden schenken. 1726 errichten die Mönche ihr kleines Kloster und widmen sich der zusätzlichen Seelsorge und dem Unterricht der Schulkinder (in den Sommermonaten auf Haus Loe). 1803 fällt es dem Herzog von Arenberg zu, der das landtagsfähige Gut in eine Domäne umwandeln und verpachten läßt. Die Mönche werden pensioniert und abgefunden. Von 1890 bis 1922 hatte Hermann Hawig (früher auch die Familie von Raesfeld in Marl) den Hof in Besitz. Heute wird das 'Gütlein' von der Familie Leo Beckmann, Klosterstraße, bewirtschaftet.

46. Über diese Straße gelangte man schon 1901 nach Polsum. Vor 1841 war das Kirchspiel auch eigenständige Gemeinde und als solche von 1842 bis 1975 im Gemeindeverband Marl integriert. Heute gehört Polsum zur Stadt Marl. Die !eichte Anhöhe, auf der das Fachwerkhaus 1874 gebaut worden ist, war damals noch Heidegrund und von zahlreichen Wacholderbüschen bewachsen. Deshalb hieß das Haus auch immer Beckmanns Kotten 'op'n Wiäckelberg'. Es gehörte der bekannten Beckmann'schen Musikantenfamilie und wird auch heute noch von dem 99jährigen Bernhard Beckmann, ehemals selbständiger Schneidermeister und letzter Kapellmeister der Beckmann'schen Kapelle, bewohnt.

47. Beekmann's Kotten oder auch 'Schniederhüsken' von der Straßenseite im Jahre 1919. Von links nach rechts: 'Opa' Bernhard Beckmann, ein Enkel Beckmann, der bei den Großeltern Ferien macht und immerhin ein interessant bereiftes Fahrrad vorführt, daneben Tochter und Tante Johanna und 'Oma' Beckmann geborene Angela Grollmann, lächelnd und verständnisvoll staunend ...

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