Marl in alten Ansichten Band 1

Marl in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Krajewski
Gemeente
:   Marl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2825-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marl in alten Ansichten Band 1'

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58. Die Schachtanlage der Zeche Brassert in ihren ersten Anfängen. Die Gründung der Gewerkschaft erfolgte 1905. Ihren Namen erhielt sie nach dem Berghauptmann Hermann Brassert, der sich als Verfasser und Veranlasser der Preußischen Berggesetzes von 1865 verdient gemacht hat. 1909 wurden die ersten Kohlen gefördert und es begann nun eine immense Bautätigkeit. Die eigenen Zechensiedlungen unmittelbar neben dem Schachtgelände wurden größer und größer; inmitten von Wald und Heide war in der Frentroper Gemarkung ein neuer Stadtteil geboren: Brassert!

59. Das hier ist die Lokomotive NI. 2 der Zeche Brassert, aber sie beförderte damals, 1909, den ersten Kohlenzug, und das war immerhin ein Festtag. Als erster Lokführer (der Zweite von rechts, oben auf dem Fahrerstand), würdig dem Augenblick mit weißer Hemdbrust und Stehkragen mit Fliege ausgeputzt, besorgte Wilhelm Fasel den ersten Transport. Zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag hat sich auch gleich das gesamte technische Bahnpersonal im Bilde festhalten lassen.

Marl - Bismarckstraße mit Zeche Brassert

60. Eine der ersten Zechensiedlungen in Brassert. Im Vordergrund noch ein alter heimiseher Fachwerkkotten, der sich harmonisch dem neuen Baustil anpaßt. Die Bergarbeiterhäuser reichen bis an den Zechenplatz und niemand spricht von Luftverschmutzung und Lärmbelästigung,

61. Die Glückaufstraße in Brassert im Jahre 1927. Hat man hier auf Gehwege und Straßenbeleuchtung noch verzichtet und ist die Straße selbst auch eben nur befestigt, so war es damals doch schon eine freundliche 'Muster-Bergarbeitersiedlung', Zu jedem Haus gehörten Gärten und Stallungen für Klein tierhaltung und auch die Aufsicht über 'viele' Kleinkinder war damals in den Höfen und Gärten kein Problem. Nachdem vor Jahren schon 'Brassert' stillgelegt worden ist, sollen die altersgrauen Brassertsiedlungen nunmehr in Privathand übergehen. üb der Charakter der alten Siedlung erhalten bleiben kann, ist allerdings fraglich.

62. Wie bei den Schachtanlagen an Rhein und Ruhr allgemein üblich, wurden früher auch hier Pferde 'unter Tage' eingesetzt. Heute haben gottlob Maschinen diese Arbeit übernommen. Was auch würde wohl der Tierschutz dazu sagen - oder nichts? Unser Bild zeigt den Brasserter Futtermeister Brandt mit seinen letzten drei Grubenpferden, die hier mit ihren Pflegern die letzte Schicht gefahren sind und für immer die dunkle Tiefe verlassen haben.

63. Das Zechengelände war groß. Überall wuchsen noch Gräser und Kräuter. Und war Ziegenhaltung auch damals nicht gerade 'in', so ließ sich doch von manchem Graben oder sonstigem kostenlosen Futterplatz das 'Gemeckere' hören. liegen gab es damals mehr als Autos. Die Kinder 'durften' die Leckermäuler hüten, hatten damit ihre spielerische Aufgabe und Verantwortung, tummelten sich draußen in frischer Luft und hatten daheim täglich eine gesunde Milch. Wen will es da wundern, wenn auch die Frau des Futtermeisters ihre 'Bergmannskuh' im Stall hatte (um 1935).

Marl-Brassert

Kath. Kirche

64. Ab 1911 wurde in den Fluren der damaligen Kolonieschule (heute Bonifatiusschule) Gottesdienst gehalten. 1919 erwarb der Marler Pfarrer Reuter vom Militärbauamt in Münster eine größere Holzbaracke, die schon am 8. Dezember 1919 als Notkirche genutzt werden konnte. Unser Bild zeigt von rechts nach links die um 1930 fertiggestellte neue katholische Kirche St. Bonifatius (Grundsteinlegung 21. Oktober 1929), dahinter mit kleinem Türmchen die Notkirche (1919-1931), das 1925 erbaute Pfarrhaus, und dahinter die 1911 errichtete Schule.

Inneres der Nolkirche 51. Bonifalius in Marl-Brassert 1920-1930

65. Das 'Innenleben' der Brasserter Notkirche zeigte sich immer 'zeitgemäß' und die jeweilige Ausschmückung erfolgte größtenteils durch freiwillige Helfer. Als der aus Mete1en stammende, polnisch und tschechisch sprechende Kaplan Fehlker, 1914 nach Marl versetzt wurde, da war Brassert noch eine reine 'Kurnpel-Kolonie' und die Bergleute stammten aus allen Teilen Deutschlands und der Nachbarländer. Das 'bunte Gemisch' wurde von den 'Hiesigen' mit erheblichen Vorbehalten gesehen und behandelt. Längst hat sich hier ein völliger Wandel vollzogen. Die Gründung der evangelischen Kirchengemeinde (sprich Brassert) erfolgte am 1. Januar 1920 und zählte 4 500 Seelen.

66. Die Brasserter 'Hauptstraße' um 1915. Ursprünglich ein Verbindungsweg vom Kirchdorf zum neuen Schacht, führte er nur durch Wald und Heide. Mit den zeeheneigenen Siedlungen begann auch der Ausbau der Brassertstraße und alsbald hatte sich hier ein Geschäftszentrum gebildet, das die Alt-Marler Kaufleute doch empfindlich berührte. Übrigens: Das Vehikel im Bildvordergrund soll ein Auto gewesen sein.

67. 'Am Dümmerbach' (früher Dümmerweg) in MarlLippe. Aufgenommen am 15. Juni 1927, elf Uhr, exakt. Welch schönes Dorfidyll! Der Bach links im Bild ist schon lange begradigt und plattiert, der Weg eine fest asphaltierte Straße und das kleine Haus rnit Kramladen (rechts) im Herbst 1927 abgebrannt. Lediglich die große Kastante steht heute noch. Wie lange wird es noch dauern, bis auch hier die Industrie 'alles' erfaßt hat, die Kastanie verschwunden ist?

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