Marl in alten Ansichten Band 1

Marl in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Krajewski
Gemeente
:   Marl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2825-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marl in alten Ansichten Band 1'

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68. Vor der ehemaligen Besitzung Seclig am Dümmerweg (spätere postalische Bezeichnung Brassertstraße 248). Von 1922 bis 1927 war Paul Franz (dritter von links) aus Hamm-Bossendorf hier vorübergehend Eigentümer, der an einen Klemeit weiterverkauft hat. Bis Kriegsende 1918 in Förster- und Wilddiebskreisen, vornehmlich in der nahen Haard, als der 'Schwatte von Bossen' bekannt und 'respektiert', war auch sein 'Jägerleben' danach endgültig vorbei. 1930 ist Paul Franz im Hamm-Bossendorf verstorben.

69. Die Lippeschule (später Paulusschule) um 1922 mit dem neuen Hauptlehrer Josef Miehels aus Drewer. Bis 1890 mußten die Kinder aus Lippe und Oelde nach Marl zur Schule. Doch bereits am 18. Juni 1887 verließen acht Kinder die Marler Schule um in Lippe die Privatschule des Fräulein Fallböhmer zu besuchen. Die Unabhängigkeit von Marl war das Tagesthema der Lipper Bauern, denn der Weg nach Marl war weit. 1890/1891 wurde in einer Bauernstube des Hofes Meuser (zuletzt Albring), 1891-1898 auf dem Hof Gruthölter unterrichtet, bis endlich 1898 die Bauerschaft diese kleine, aber eigene Schule bekam.

70. Mit ihren Eltern kamen die Brüder Heinrich Albring (1872-1962) und Karl Albring (1877-1955) industrieverdrängt nach Marl und übernahm die Familie hier den alten Meusers Hof an der Brassertstraße 221. Während Heinrich später den Hof erbte und Landwirt blieb, mit seiner versuchten Kalksandsteinfabrikation nur wenig Erfolg hatte, sich aber als kauziger Sonderling und als 'der Herrgott von der Lipp' einen originellen Ruf erworben hatte, baute Bruder Karl 1908 das hier gezeigte Haus mit Schmiede und Eisenwarenhandlung an der Piusstraße und wurde als Schmiedemeister bekannt.

71. Hier präsentieren sich die IV. Kompanie oder die 'Lipper Schützen' in der Schützengilde Marl beim Schützenfest 1927, das am 9.,10. und 11. Juli in einem dreitausend QuadratmeterngroßenFestzeltauf dem Sportplatz an der Ophoffstraße stattgefunden hat. In Bildmitte die Herren mit Zylinder, links Gastwirt Bernhard Brinkmann und rechts Schmiedemeister Karl Albring, als Vorstandsmitglieder. Dazwischen die drei Offiziere, von links nach rechts: Leutnant Theodor Dahm, Hauptmann und Kompaniechef Adolf Fallböhmer und Oberleutnant Wilhelm Schulte.

72. Über die Lippe, den Marler Grenzf1uß, gab es früher einige Fähren. So bei Haltern, beim Hause Ostendorf in Lippramsdorf, oder seit 1790 auch die Kahnfähre hier zwischen Lippe-Oelde und Hervest. Die Aufnahme zeigt 'Brornkamps Fähre', 1929, vorn Hervester Ufer aus. In der Nacht vorn 12./13. Mai 1943 ist das Haus von Bromkamps Jans durch Phosphorbomben abgebrannt. Im Hintergrund die Hervester Brücke, wie es Brücken über Lippe und Kanal auf Marier Gebiet erst ab 1927 gab. Die Bromkamps stammen aus Kirchhellen, sind 1848 nach Marl gekommen und haben um 1860 Haus und Fähre von einem Peter Hügen gekauft. Um 1900 kostete eine Überfahrt fünf Pfennig, seltene Nachtfahrten den doppelten Kurs. Die Lippe früher schiffbar, war noch bis 1935 glasklar und voller Fische. Erst dann machten sich die Industrieabwässer bemerkbar. 1890 zwang eine Riesenüberschwemmung die Lipper Eingesessenen ihre Häuser zu verlassen, was sich 1946 fast wiederholte; das Wasser reichte bis oben an Pasings Hof. 1927/1928 war die Lippe so stark zugefroren, daß sie mit Pferd und Wagen überquert werden konnte.

73. Nach einem Xantener Stiftsgüter-Register von 1410 gehörte die 'sychinchmoelen' zum Hofe 'swartenbroyk in sykinch', Bereits im 14. Jahrhundert 'Sicinc' genannt (= Bach-/Talrinne, Sickerung), gehörten alle Bauern und Kötter zum Hause Ostendorf, jenseits der Lippe. 1660 sind es neunzehn Häuser und einhundertzweiundflinfzig Seelen, 1772 dann sieben Bauern und fünfundzwanzig Kötter. Die Nordstraße von Lippe bis Sickingmühle ist 1901 ausgebaut worden. Die reizvolle Sickingmühle hatte noch bis nach dem Zweiten Weltkriege dieses Aussehen und war ein beliebtes Ausf1ugsziel. Der Mühlenbetrieb ist schon vor Jahren eingestellt und der Teich beseitigt worden. Heute nur noch Gastwirtschaft. Die letzten bekannten Eigentümer oder Pächter waren Kläsener, Hertinger, Bennecker und Kasperek.

74. 'Ansichten' solcher Art sind aus dem heutigen modernen Stadtgebilde nicht mehr denkbar. Auch stammt dieses romantische Motiv nicht aus südlichen Ländern. 'Es war elnmal.;.', sie war einmal, die alte Mühle in Sickingmühle (1924).

75. 'Singe, wem Gesang gegeben .. .' Der Männergesangverein (MGV) 'Heideblümchen' in Sickingmüh1e um 1925; hier vor dem Hause des Vereins1oka1s Baumeister an der Nordstraße. Die Damen auf dem Foto sind eine Ausnahme, denn es war ein MGV.

76. An der neuen Nord-Ostgrenze Marls steht als letztes Haus der ehemalige Gasthof 'Zur Linde', Wilhelm Albers, geboren 21. März 1856, ein Bauemsohn aus Sickingrnühle und später Schrankenwärter bei der Bahn, hat 1885 diesen kleinen Pachwerk-Kotten mit Tenne (rechts im Bild) von einem Iking erworben. Die direkt am Hause vorbeiführende Eisenbahnlinie Essen-Münster hatte hier eine 'geduldete' Haltestelle und AIbers schon 1886 eine konzessionierte Kneipe eingerichtet. Damit war die erste Bahnhofsgaststätte in Marl gegeben, früher als in Sinsen. Den Schnaps bezog man aus Overbeck's Brennerei in Drewer (laut alter Rechnungen von 1890). Unsere Postkarte stammt aus dem Jahre 1926. Seit 1977 ist die alte Gastwirtschaft geschlossen.

77. Dieses Foto zeigt uns die 'Großfamilie Wilhelm Albers', Begründer des Gasthauses 'Zur Linde' in Hamrn-Bossendorf', 1906. Der heutige Seniorchef (Bildmitte, hinter dem Tisch stehend) Wilhelm Albers, geboren 2. Februar 1890, ist gelernter Bäcker. Er übernahm als Erbe Haus und Wirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg und ließ den Saalanbau errichten. 1923lagen hier belgische Soldaten in Quartier. Seine vielen Nebenämter wie auch sein 'professionelles' Kegelschieben haben 'diesen Wilhelm Albers' nicht nur als Wirt bekannt gemacht. Er gehört seit 1909 der Freiwilligen Feuerwehr an und war lange Jahre 'Ortsfeuermelder' per Trompete, baute verschiedene Kegelbahnen auf seinem Grundstück und unterhielt schließlich die Poststelle und war somit zugleich auch 'Postrneister' und über zwanzig Jahre Briefträger in seiner Bauerschaft.

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