Marl in alten Ansichten Band 2

Marl in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rolf Pollberg
Gemeente
:   Marl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5881-7
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Marl in alten Ansichten Band 2'

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van

Ralf Pollberg

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande

Kurzbiographie des Autors:

Rolf Pollberg ist geboren am 18. März 1964 in Herten (Kreis Recklinghausen). 1980 mittlere Reife am Hittorf-Gymnasium in Recklinghausen. Seit 1980 Stadtverwaltung Marl (mittlerer Verwaltungsdienst). 1985 Fachhochschulreife (2. Bildungsweg). Seit 1989 Archivar bei der Stadt Marl. 1989 bis 1991 praktische Archivtätigkeit und -ausbildung in den Stadtarchiven Marl und Dortmund. 1991192 Facharchivarische Ausbildung (12. Fachlehrgang für Kommunal- und Kirchenarchivare des gehobenen Dienstes in Köln). 1994 Prüfung gehobener Archivdienst durch den Landespersonalausschuß im Innenministerium Düsseldorf. Hobbys: Brieftaubensport, Familiengeschichte, Lesen und Privat-Pfl.

W~OEN

OEKJE

rSBNIO: 90 288 58814 rSBNI3: 978 90 288 58817

© 1994 Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande © 2009 Reproduktion des ursprünglichen Druckes aus 1994

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EINLEITUNG

Nach einer Auflistung von 'Fragen betreffend die geschichtlichen und Kunstdenkmäler zu Marl, Kreis Recklinghausen, Regierungsbezirk Münster' liegt Marl in einer sandigen Gegend im Kreis Recklinghausen. Das Dorf ist zugleich Sitz einer Bürgermeisterei. In Marl befinden sich einige vorzügliche Damastwebereien. Die preußische Post befindet sich in Marl seit 200 Jahren in demselben Hause und derselben Familie. Marl hat an öffentlichen Gebäuden eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Schulgebäude, ein Arrestlokal zugleich Spritzenhaus und ein Maschinenhaus. Das Haus Loe und das frühere Karmeliterkloster Leuchterhof, letzteres Domäne des Herzogs von Arenberg, sind alter Bauform aus dem Mittelalter und liegen unmittelbar ersteres rechts, das andere links in der Nähe von Marl. Die Befestigung des Hauses Loe ist teilweise vom Zahn der Zeit zerstört, Türme sind nicht mehr da. Das Haus Loe hat eine Zugbrücke, ein Tor und einen um dasselbe führenden Graben. Eigentümer des Hauses Loe ist Gutsbesitzer Theodore Waldthausen. Das Haus Loe gehörte früher abwechselnd den Familien von Wiedenbrück, von Crane, von Hadde und von Twickel. Kloster Leuchterhof war bis zur Säkularisation Karmeliterkloster und ging dann als Domäne an den Herzog von Arenberg über. Leuchterhof besaßen früher die Eheleute Georg Kaspar Schaumburg und Sibilla Agnes Horst. Bei Übergang des Hauses Loe an den jetzigen Besitzer von Twickel blieb das Patronat üher die Kirche zu Marl bestehen. Es gab eine Kirche, das vorerwähnte Kloster und ein Armenhaus. Die Jahreszahl des Kirchbaus läßt sich nicht entziffern. Sie ist trotz An- und Ausbau im ganzen romanischer Bauform und wird im nächsten Jahr abgebrochen und umgebaut. Besitzer ist die Kirchengemeinde Marl. Die Zeit der Erbauung des Armenhauses ist auch unbekannt. Es gehört der Kirchengemeinde. Zwei kleine, hölzerne Heiligenhäuschen, sechs hölzerne Kreuze mit Linden umgebcn, die sich durch Alter, Materialoder Kunst auszeichnen, befinden sich in Marl.

Po/sumo Das Dorf Polsum und die damit verbundenen umherliegenden Bauerschaften bilden eine Gemeinde der Bürgermeisterei Marl. An öffentlichen Gebäuden besitzt Polsum eine Kirche, ein Pfarrhaus und eine Schule. Die ehemalige deutsche Ordenskommende Hasselt ist jetzt Domäne des Herzogs von Arenberg. Das Hauptgebäude der Kommende ist bereits wegen Baufälligkeit abgebrochen und an dessen Stelle eine neue Pächterwohnung eingerichtet worden. Nur zwei alte Gebäude aus früherer Zeit sind noch vorhanden. Bruchstücke des ehemaligen Walles und des Grabens, der teilweise zugeworfen ist, sind noch zu sehen. Tor und Brücke sind nicht mehr da. In Polsum befindet sich eine in den vorigen Tagen durch Neubau vollendete Kirche. Es befinden sich in Polsum drei mit Bauten umgebene, hölzerne Kreuze.

Hamm liegt in einer sehr sandigen Gegend. Es ist kein Dorf, sondern eine aus mehreren Bauerschaften zusammengesetzte Gemeinde der Bürgermeisterei Marl. Die Gemeinde oder Ortschaft Hamm ist in keinerlei Weise befestigt. In der Nähe der Lippe steht die Kirche. Dort stand in uralter Zeit ein Ritterschloß, dessen Ruinen durch die Zeit untergegangen sind. Nur die daran haftende Jagdgerechtigkeit wurde noch vor wenigen Jahren durch den Grafen von Droste-Nesselrode angekauft und ausgeübt, bis auch diese durch das Jagdgesetz erlosch. Hamm besitzt eine Hauptkirche, ein Pfarrhaus und ein Schulhaus, außerdem aber auch in der Bauerschaft Bossendorf die älteste Kirche hiesiger Gegend, kommend aus grauer heidnischer Vorzeit, in welcher der Sage nach der Sankt Bonifatius (Winfried) die ersten Christen getauft haben soll. Die alte Kirche ist von gotischer Form und mit einer kleinen Spitze versehen. Sie hat noch fortwährend das Recht, daß in ihr der Pfarrer von Hamm alle gesetzlichen pfarramtlichen Handlungen vollziehen darf. An den Prozessionsstationen gibt es noch einige hölzerne Kreuze, die mit Linden umgeben sind. Hamm wird einerseits von der Lippe und andererseits von der Haard be-

grenzt. So sah es in der Bürgerrneisterei Marl und den mit ihr verbundenen Gemeinden Polsum und Hamm also um 1855 aus. Bevor wir jedoch unsere Blicke auf die 'alten Ansichten' von Marl richten, wird der Werdegang Marls in einer Kurzchronik dargestellt. Bereits 890 n. Chr. fand der Ort in den Heberegistern der Benediktinerabtei zu Werden seine erste schriftliche Erwähnung ('Meronhlare'). Den wechselvollen Ereignissen des letzten Jahrtausends hatte das kleine Dörfchen Marl seinen Tribut zu zahlen. So wurde Marl im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von Kriegen, wie z.B. der Dreißigjährige Krieg, der Truchsessische Krieg, der Siebenjährige Krieg oder Erbfolgekriege benachbarter Territorialherren, sowie Krankheiten und Hungersnöten getroffen. Durchziehende Soldaten haben Marl mehrfach geplündert und gebrandschatzt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die auf Grund der von den Franzosen eingeführten Reformen neu entstandene 'Mairie' Marl zum 'Canton' Dorsten geschlagen und bestand aus den Kirchspielen Hamm, Polsum und Marl. Nach dem Einzug preußischer und russischer Truppen im Jahre 1813 endete die französische Herrschaft und die 'Mairien' wurden durch 'Bürgermeistereien' ersetzt. Am 31. Oktober 1841 löste die Regierung in Münster die seit 1820 bestehende Personalunion mit Dorsten aufund es entstand das 'Amt Marl', ein Amtsverband, der sich aus den Gemeinden Marl, Hamm, Polsum und AltendortUlfkotte zusammensetzte. Durch die Auflösung des Amtes Recklinghausen am 1. April 1926 konnte sich die Gemeinde Marl durch den Zuwachs aus den Ortschaften Sinsen. Hüls, Lenkerbeck und Löntrop stark vergrößern. Durch den einsetzenden Bergbau am Anfang des 20. Jahrhunderts ausgehend von den Zeehen Auguste Victoria und Brassert, erhielt Marl den eigentlichen Entwicklungs-'Boom'. An die Stelle der Landwirtschaft und des Weberhandwerks trat der Bergbau als strukturbestimmender Faktor und Haupterwerbsgrundlage der Bevölkerung. Mit Ansiedlung des Bergbaus entstanden

1908 die ersten Bergarbeiter-Kolonien' in Hüls und Brassert. Später spielte neben dem Bergbau insbesondere die chemische Industrie eine große Rolle. 1938 wurden die Chemisehen Werke Hüls gegründet. Bereits in den dreißiger Jahren waren aufgrund der Struktur, Siedlungstorm, Einwohnerzahl usw. die Voraussetzungen für eine Stadtwerdung Marls gemäß der 'Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935' erfüllt. So erhielt Marl am 20. April 1936 durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüninck, das Recht, sich 'Stadt' nennen zu dürfen. Dies war kein Gunstbeweis durch die nationalsozialistischen Machthaber, sondern hier wurde der Status einer Gemeinde. die städtisches Gepräge erkennen ließ, mit der Bezeichnung 'Stadt' amtlich dokumentiert. Mit dieser Stadtwerdung befand sich Marl auf einem ersten Höhepunkt seiner Entwicklung.

Der Zweite Weltkrieg warf Marl in seiner Entwicklung wieder zurück. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und unter demokratischen Verhältnissen blühte Marl wieder auf. Mit der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 wurde das 'Amt Marl' als Gemeindeverband aufgelöst und die 'Stadt' Marl neu gebildet. Hinsichtlich Grenzzuschnitt, Fläche und Bevölkerungszahl haben sich nur geringe Veränderungen ergeben. Bis heute ist die Entwicklung von Marl noch lange nicht abgeschlossen. Dennoch muß an dieser Stelle gesagt werden: Marl konnte sich bis heute zu einem leistungsfähigen Gemeinwesen entwickeln, das an der Grenze Ruhrgebiet/Münsterland ein eigenständiges Gesicht und Gewicht hat.

Abschließend möchte ich mich bei allen Personen und Institutionen, die mir bei der Erstellung des Bildbandes hilfreich zur Seite gestanden haben, bedanken, insbesondere für die Unterstützung durch meinen Arbeitskollcgen, Herrn Kirch, der hier für seine ergänzenden Hinweise Erwähnung finden muß.

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._1700

1. Die geographische Lage des Marler Raumes wird mit diesem Kartenausschnitt des 'Vestes Recklinghausen um 1700' bezeichnet. Die Bezeichnung 'Vest' bedeutet soviel wie 'umschlossener Bezirk' und wird urkundlich erstmals im Jahre 1341 erwähnt. Marl ist geschichtlich und politisch Bestandteil dieses zwischen Emscher und Lippe gelegenen Gebietes, das nicht nur kirchlich, sondern auch weltlich in den Herrschaftsbereich des Kölner Erzbischofs gehört. Die Grenzen des Vestes sind größtenteils naturbedingt. Im Norden und Osten trennt die Lippe das Vest vom Gebiet des Fürstbischofs von Münster. im Süden stellen die Niederungen und Sümpfe der Emscher die Grenze zur Grafschaft Mark und dem Stift Essen. im Westen wird das Gebiet durch den Kölnischen Wald und Ödland vom Herzogtum Kleve abgegrenzt. Nur im schmalen östlichen Ziptel. beim Kirchspiel Waltrop. fehlt diese naturbedingte Grenze. Die Herrschaft des Kölner Erzbischofs endet 1802/03 durch die Säkularisation.

2. Das Foto zeigt den Bliek auf die Kirche St. Georg, von der Hochstraße aus. Die älteste sichere Nachricht über eine Kirche in Marl findet sich in einem Inkorporationsverzeichnis des Klosters Deutz. Die Kirche in Marl ist dem Kloster zu Deutz inkorporiert, d.h, es handelt sich um eine Schenkung des Grafen Balderich von Oplathe an die Abtei Deutz und ihrem Stifter dem Heiligen Heribert von Köln. Diese erste Kirche in Marl ist nur ein Holzgebäude gewesen, eine zweite wahrscheinlich ebenfalls. Von diesen Holzbauten ist nicht die geringste Erinnerung erhalten geblieben. Vom ältesten steinernen Kirchenbau rührt der untere Teil des Turrnes, der im 12. bis 13. Jahrhundert aus roh behauenen Bruchsteinen erbaut wurde. Außer dem Turm und dem Taufbrunnen, der aus dem 12. Jahrhundert stammt, ist aus der ältesten Zeit nichts mehr vorhanden. Zur Kirche wurde der Grundstein am 2. September 1856 gelegt, nachdem sie mit Ausnahme des Turmes, nach häufigem Um- und Anbauen im 15. und 16. Jahrhundert, 1850 abgebrochen wurde.

3. Zu schweren Belastungen für die Bevölkerung von Stadt und Amt Marl kommt es in den Jahren 1923-1924. Franzosen und Belgier dringen zur angeblichen Sicherung ihrer Holz- und Kohlenforderungen ins Ruhrrevier ein. Am 15. Januar 1923 rücken französische Soldaten in Marl ein. Sie werden aber schon am folgenden Tag von belgischen Soldaten ersetzt. Zeitweilig liegen bis zu 1200 Belgier in Marl. Ihnen werden Plünderungen von Geschäften, Straßenraub, Überfalle, sogar Vergewaltigungen und Mißhandlungen vorgeworfen. Zu einem besonders schweren Verkehrsunfall kommt es am 23. März 1924 um 20.10 Uhr vor dem Marler Amtshaus an der Haltestelle 'Amt Marl'. Angetrunkene belgische Soldaten halten mit Waffengewalt eine Straßenbahn an, überwältigen das Bedienungspersonal und treiben die Fahrgäste heraus. Vor dem Amtshaus stoßen sie auf einen anderen Straßenbahnwagen der Linie RecklinghausenDorsten. Dabei werden 17 Fahrgäste verletzt, ohne daß die Schuldigen sich für Ihre Tat verantworten müssen. Am 6. November 1924 endet die Besetzung durch belgische Truppen. Für die Bevölkerung bedeutet dies eine erhebliche Erleichterung.

4. Personal des Amtes Marl im Jahre 1910. Amtman (Amtsdirektor) ist Albert Barkhaus, der leider nicht auf dem Foto abgebildet ist. Er übt die Funktion des Leiters der Marier Amtsverwaltung vom 1. Juli 1881 bis 1. Juli 1921 aus. Sein Geburtsort im Jahre 1852 ist Minden in Westfalen. Er lebt bis zu seinem Tode im Jahre 1933 in Marl. Seine berufliche Tätigkeit beginnt er am 13. Oktober 1872 als Steuerkassengehilfe, ehe er am 1. April 1875 in Recklinghausen als Bürogehilfe eingestellt wird. Nach fast fünfjähriger Tätigkeit wird er am 1. Januar 1880 Amtsekretär in Recklinghausen, später bis 30. Juni 1881 auch Sekretär im Kreisausschluß von Recklinghausen. Am 1. Juli 1881 wird er vom Landrat Recklinghausen in Marl eingestellt. Am 1. Oktober 1882 wird er dann, zunächst kommissarisch, später, am 24. Oktober 1882 endgültig als Amtmann bei der Amtsverwaltung Marl eingestellt. Seine Verdienste sind mit der Umbenennung der ehemaligen Kaiserstraße in Barkhausstraße geehrt worden. Amtsbaumeister (Amtsbaudirektor ) ist Johannes Birkenfeld, der auf dem Foto oben links abgebildet ist. Er gilt als Pionier des Vestischen Feuerwehrwesens und hat bis zu seinem Tode am 8. Januar 1957 in Marl gelebt. Amtsoberinspektor ist Josef Custodis, auf dem Bild oben rechts. Er lebt von 1885 bis 25. Januar 1937. Die einzelnen Gemeinden des Amtes Marl haben folgende Vorsteher: Der Landwirt Johann Stoltenberg ist Gemeindevorsteher der Gemeinde Marl. Er nimmt diese Aufgabe von 1903 bis zu seinem Tode imJahre 1913 wahr. Gemeindevorsteher der Gemeinde Hamm ist von 1909 bis 1919 der Landwirt Wilhelm Amerkamp. Gemeindevorsteher der Gemeinde Polsum in der Zeit vom 1. März 1899 bis 30. August 1919 ist der Landwirt Heinrich Spiekermann. Gemeindevorsteher der Gemeinde Altendorf-Ulfkotte ist vom 1. Januar 1906 bis zu seinem Tode im Jahr 1913 Theodor SchulteHemming.

5. Die Marier Heide. Die Beschaffenheit des Bodens ist größtenteils sandig. Während die Böden im Bereich der Sandlößzone des Vestischen Höhenrückens mittelgute natürliche landwirtschaftliche Ertragsbedingungen aufweisen, stellen die Iein- bis mittelkörnigen Sande, die den größten Teil des Marler Raumes bedecken, nur geringwertigen Ackerboden dar. Dem Bodentyp nach sind die vorwiegend sandigen Flächen durch einen stark gebleichten rostfarbenen Waldboden gekennzeichnet, der an einigen Stellen durch Zufuhr von Plaggen künstlich verändert und aufgehöht worden ist. So sind im ganzen gesehen die natürlichen landwirtschaftlichen Ertragsbedingungen im Marier Raum als ungünstig zu bezeichnen. Im Westen des Gebietes des Amtes Marl bilden die Kirchhellener Heide und die Dorstener Haard eine Grenze, die sich bis zur Lippe um den Sandstreifen, die 'Marler Heide' genannt, nach Norden verschieben. Bei der fast ebenen Fläche des Marler Heidesandgebietes kann man von einer 'Marler Tafel' sprechen, die sich bis in die Lippeaue hinab erstreckt.

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6. Zechenhäuser in der Kolonie Brassert. Durch die massenhafte Zuwanderung von Arbeitskräften für den Bergbau bauen die Zeehen zur Deckung des dringendsten Wohnbedarfs nicht gerade sinnvoll. Sie errichten Mietskasernen und Hinterhäuser in gedrängter Bauweise. Auf hygienische Einrichtungen wird nur wenig geachtet. Daneben werden aber auch kleinere ein-, anderthalb und zweistöckige Häuser für zwei bis vier Familien von den Zeehen errichtet, die sich allgemein durchsetzen und bis heute das Bild der Zeehenkolonie prägen. Die Ziegel werden vielfach auf der Zeche hergestellt. Dazu werden Materialien verwendet, die beim Vortrieb der Strecken sowie der Förderung anfallen und den Ziegeln ihre charakteristische rotbraune Farbe geben. Daraus entsteht die optische Einheitlichkeit der Zechenhäuser, die jedoch durch verschiedene Stilelemente aufgelockert wird. In der Konzeption der Siedlung wird versucht, an bäuerliche Elemente anzuknüpfen. Im Jahre 1900 verfügen 86% der Wohnungen über einen Garten und 96% über einen Stall.

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