Mücheln in alten Ansichten Band 1

Mücheln in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Schmidt
Gemeente
:   Mücheln
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5230-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mücheln in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Mücheln, im Kreis Merseburg, zugehörig zum Land Sachsen-Anhalt, ist eine mitteldeutsche Kleinstadt. Die Stadt liegt zwischen der fruchtbaren 'Querfurter Platte' in westlicher Richtung und einem östlich angrenzenden, ausgedehnten Braunkohlentagebaugebiet.

Die 'Stadt zwischen Kohle und Korn' ist vorwiegend die Wohnstadt der Bergbau- und Chemiearbeiter als auch der Bauern und zählt heute zwischen 8 000 und 9 000 Einwohner.

Die geschichtliche Entwicklung des Ortes Mücheln läßt sich durch eine Reihe Überlieferungen und archivale Unterlagen belegen. Archivare und unermüdliche Helfer vergangener Zeitabschnitte haben geschichtliches Material in Kleinarbeit zusammengetragen. Sehr zu bedauern bleibt die Tatsache, daß wertvolles Aktenrnaterial, besonders durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, einschließlich der beiden großen Stadtbrände 1631 und 1641, verloren ging. Im Müchelner Stadtarchiv findet man Akten demzufolge erst ab dem Jahr 1680 lückenhaft vor.

Zur stadtgeschichtlichen Entwicklung sollte auf folgende wesentliche Hinweise die Aufmerksamkeit gelenkt werden: Nach alten Überlieferungen wird die Erstbesiedelung des Ortes auf die Zeit vor etwa 4 000 bis 5 000 Jahren geschätzt. Voraussetzungen für eine Ansied-

lung waren durch das Vorhandensein von fischreichem Gewässer (die Geisel), den Wald mit seinen Beeren und den jagdbaren Tieren, nicht zuletzt des fruchtbaren Bodens, gegeben.

Auskünfte über den Namen unseres Heimatortes gibt es erst um das Jahr 890 und damit der erste schriftliche Nachweis, durch das 'Hersfelder Zehntverzeichnis'. Ein Mönch des Klosters Hersfeld, im heutigen Hessen gelegen, wurde beauftragt alle Orte wie auch alle Burgen in einem Verzeichnis zusamrnenzustellen, damit die Entrichtung des pflichtigen 'Zehnten' abverlangt werden konnte. Nach diesem Zehntverzeichnis wurde der Ort 'Muchilidi' und eine Burg 'Muchileburg' genannt. Innerhalb der folgenden Jahrhunderte wurden auch andere Namen genannt, wie um 900 'Muchilacha', um 979 'Muchunlevaburg', um 1127 'Mucheln', um 1144 'Muchil' und 1350wieder'Mucheln'.

Im Jahre 1350 erhielt Mücheln ('Mucheln' genannt) das Stadtrecht. Mit dieser besonderen Auszeichnung eines Ortes hatte Mücheln die Rechte erworben Zölle zu erheben, die Ausstellung von Urkunden vornehmen zu dürfen, Märkte durchzuführen und nicht zuletzt eigene Gerichtsverhandlungen einzuberufen und Urteilsentscheidungen zu treffen.

Es soll daran erinnert werden, daß in Mücheln bis in das

Jahr 1734 Geständnisse über die Folter erzwungen wurden. Der mittlere , tiefe Keller des Rathauses wurde als FolterkeIler benutzt.

1357 erhielt Mücheln nachträglich weitere Rechte eingeräumt, die da waren das Recht den Pechhandel zu betreiben, das Bier zu brauen und im Umkreis einer Meile verkaufen zu dürfen.

Nicht nur Zeiten des wirtschaftlichen Aufblühens gab es für die Einwohner Müchelns, sondern auch Zeiten der Not, des Elends, seien es die zehn Tage langen Plünderungen und Brandschatzungen der Truppen Tilly's 1631 in der Stadt und der Umgebung, oder der Ausbruch der Pest im Jahre 1680, wodurch über 400 Personen der Stadt innerhalb kurzer Zeit den Tod fanden. 1757 hatte die Schlacht bei Roßbach auch böse Auswirkungen auf die Einwohner von Mücheln und die Nachbarorte. Hierzu berichten die Akten des Stadtarchivs über eine Reihe von Ausschreitungen durch Soldaten der französischen Armee, welche in Mücheln unter dem Befehlshaber Prinz Soubise ihr Quartier aufgeschlagen hatten.

Wer hätte damals gedacht, als man im Jahre 1698 hier bei Mücheln die erste Kohle fand, daß sich die kleine Stadt Mücheln zu einer bedeutenden Industriestadt entwikkein und solch eine wirtschaftliche Bedeutung erlangen würde. In diesem Zusammenhang mußte in den siebzi-

ger Jahren eine Reihe ehemaliger eingemeindeter Ortschaften der Auskohlung weichen. Das hatte einen erheblichen Rückgang der Einwohnerzahl durch die Umsiedlung von etwa 6300 Einwohnern (vorwiegend nach den Orten Braunsbedra und Merseburg) zur Folge. Für die Zukunft Müchelns und des Geiseltals liegen Pläne vor, die Tagebaurestlöcher für umfangreiche Naherholungszwecke zu nutzen.

Die im vorliegenden Bildband dargestellten Ansichten sollen älteren Menschen zur Erinnerung dienen und der jüngeren Generation Eindrücke aus der Vergangenheit vermitteln. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, daß die noch vorhandenen Bau- und Kunstdenkmale unserer Stadt und die der näheren Umgebung im guten baulichen Zustand vielen nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.

Quellennachweis:

Archiv der Stadt Mücheln: Titelbild, Nr. 1-5, 9, 10, 15, 17-20, 23-27, 29-36, 38, 41-43, 44/2, 45-51, 54, 55, 59-65, 68-76.

Persönlicher Besitz: Nr. 6-8, 11-14, 16,21,22,28,37,39, 40,44/1,52,53,56,57/1,57/2,58, 66und 67.

1. Herr Ernst Steckner, Bürgermeister von 1877 bis 190 in Mücheln, zu einer Zeit, als Mücheln in wirtschaftlicher wie auch kultureller Beziehung eine erfolgreiche Entwicklung nahm. Dank gilt ihm für seinen vorbildlichen persönlichen Einsatz. Besonders beliebt war er bei den Einwohnern von Mücheln und Umgebung durch Ausgeglichenheit und seine stete Freundlichkeit. In seiner Dienstzeit entstand die Eisenbahnstrecke von Merseburg nach Mücheln, wodurch der Personenpostkutschbetrieb eingestellt wurde. Die Gründung des Heimatverlages 'Bote für das Geiseltal' erhielt durch den Magistrat der Stadt besondere Unterstützung. So fielen in diesen Zeitabschnitt ein umfangreiches Baugeschehen im Straßenbau der Innenstadt und die Gründungen von Vereinen und Gesellschaften, wie Freiwillige Feuerwehr, Gesangvereine und andere. Bürgermeister Ernst Steckner erhielt den Ehrenbürgerbrief der Stadt und eine Straße wurde nach seinem Namen benannt.

2. Bürgermeister Herr Wilhelm Heine bekleidete sein Amt in Mücheln von 1920 bis 1933. In seine Amtszeit fielen die schwierigen Jahre der Inflationsbewältigung, die Herausgabe von kunstvoll gefertigtem Notgeld für die Stadt.

3. Der Ehrenbürger Müchelns, Herr Stadtmusikdirektor Robert Friedemann, geboren 1805 und gestorben 1889, stand im Amt eines Stadtältesten und war langjähriger Beigeordneter im Rathaus Mücheln. Die Besonderheit seiner Leistung bestand in der Gründung der ersten Privat-Musikschule in seinem Wohnhaus auf dem Ölberg. Fast alle seine elf Kinder. sieben Söhne und vier Töchter, erhielten eine musikalische Ausbildung beim Vater. Eine Reihe von musikalisch begabten Kindern und Jugendlichen aus Mücheln und Umgebung nahmen Unterricht bei Friedemanns im Haus. Der zweite Sohn Bernhard übernahm ab 1883 die Geschäfte des Vaters in der Musikschule und wurde auch Stadtmusikdirektor in Mücheln. Herr Bernhard Friedemann starb im Jahre 1916. Der bedeutendste Sohn war Herr Carl Friedernann , der sechste Sohn der Familie, er wurde Generalmusikdirektor in Bern in der Schweiz und zum Professor ernannt. Neben den Aufgaben als Generalmusikdirektor komponierte er eine Anzahl von vielseitigen Musikstücken, die zu besonderen Anlässen oft aufgeführt wurden.

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4. Die Ansicht des Marktplatzes von Mücheln, um das Jahr 1880, aufgenommen vom Turm der Stadtkirche St. Jakobi. Im Mittelpunkt an zentraler Stelle gelegen das Renaissance-Rathaus, erbaut 1571, rechts daneben das kaiserliche Postamt. Über dem Marktplatz ersichtlich die Stallanlagen, Scheunen, Gewerke sowie Schloßpark und Barockgarten des Rittergutes St. Ulrich bei Mücheln, Besitzer: Derer von Helldorff. Außen links im Winkel steht die Apotheke. Vier Sitznischenportale, geschmückt mit figürlichen Steinmetzarbeiten, und der auf einer tragenden Halbsäule stehende Erker als Gegengewicht zum Treppenturm, geben dem Rathaus äußerlich einen besonderen Charakter. Das Schmuckportal, links neben dem Runderker angeordnet, ist das Durchfahrtportal zum Rathaushof. Das Tor am Postgebäude, ebenfalls ein Tor zur Durchfahrt in den Hof, wurde um die Jahrhundertwende entfernt. Sämtliche Gebäude rund um den Marktplatz stehen unter Denkmalschutz.

5. Das dreigeschossige Rathausgebäude von 1571 hat eine Anzahl von interessanten Details aufzuweisen. Der Baumeister ist nicht bekannt. Steinmetzzeichen an der Außenfassade wie auch im Inneren des herrlichen Bauwerkes weisen auf mindestens eine Bauhütte hin. Die Tiefe des Rathauses entspricht analog der Höhe des Gebäudes, das heißt, drei KeIleretagen mit ausgeprägten Gewölben sind vorhanden. Der mittlere Keller, bis 1734 ein Folterkeiler , entsprechend der nach der Verleihung des Stadtrechts im Jahre 1350 das Recht zur eigenen Gerichtsbarkeit ausgesprochen wurde. Der letzte und dementsprechend tiefste Keller zeigt durch hohe kalkreiche Feuchtigkeit mehr oder weniger große Ausbildungen an Stalaktiten und Stalakmiten. Darüber hinaus gingen zu Vorzeiten unterirdische Gänge von diesem Keller aus in verschiedene Richtungen außerhalb des Rathauses, die als Fluchtwege in kriegerischen Zeiten und bei Bränden benutzt wurden. Der Ratskeller als Gaststätte befindet sich im Erdgeschoß, im Mittelpunkt ein geräumiger Flur von welchem aus die Kellerräume und die Küche zugänglich sind. Linksseitig der Diele befindet sich ein größerer kreuzgewölbter Raum, heutzutage ein Schankraum, welcher vor 1880 einen eigenen Zugang hatte. Um diese Zeit war es ein gesonderter Verkaufsladen, vermutlich auch zeitweise eine Werkstatt. In der mittleren Etage des Rathauses befand sich im Mittelalter neben dem Zimmer des Bürgermeisters ein großer Tanzsaal. Die obere Etage beherbergte einen Tuchsaal.

6. Das Portal der Torfahrt (Schmuckportal) ist mit Steinmetzkunst reich bestückt. In der Mitte des Giebels schaut der Bürgermeister mit Federhut, aufgelehnt auf eine Rollkartusche, in Richtung Stadt die Straße hinab. Auf ihn hinauf blickt ein langbärtiger Stadtschreiber (Amtmann) aus der rechten Rundbogenecke. In der linken Ecke über dem Rundbogen wird bildlich ein Unglücksfall beim Bau seiner Arbeit vom einstürzenden Gebälk und Steinen des Durchfahrtgewölbes erschlagen, rechts daneben steht eingehauen: 1571 De (N) 17. SEPTEMBER ZWIS(CHEN) 3 und 4.

7. Die Stadtkirche St. Jakobi ist in mehreren Bauperioden entstanden. Die ältesten Bauteile stammen aus dem 13. Jahrhundert, was den Unterteil des quadratischen Turmes betrifft. Diese Teile deuten auf eine ehemalige Burgkirche hin, die im Zusammenhang der Müchelner Burgstätte steht. Die Burg wurde genannt um das Jahr 890 im Hersfelder Zehntverzeichnis als 'Muchileburg'. Nach den vorhandenen Bauresten scheint das Kirchenschiff ursprünglich eine Basilika mit Seitenschiffen gewesen zu sein. An der westlichen Eckstrebe des Chores befindet sich außen eine kleine Marienskulptur, die aus dem 14. Jahrhundert stammt. In etwa der Hälfte der Höhe des Turmes steht an der Nordwestecke unter einem Baldachin eine weitere größere Madonna, jedoch in einem stark verwitterten Zustand. Von Interesse ist außerdem, daß sich unter dem gotischen Chor eine Gruft befindet, welche einen Mittelpfeiler zeigt und mit Kreuzgewölbe und Schlußstein ausgestattet ist. Die Hauptbauzeit liegt im 14. und 15. Jahrhundert. Der Altarraum und die Emporen im Innenschiff stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sehr gelitten hatte die Stadtkirche unter den großen Stadtbränden 1631 und 1641 und sie war 1718letztmalig abgebrannt.

8. Das Bildnis über MüchelniSt. Ulrich, nach 1930 entstanden, stellt den zentralen Raum, das Wasserschloß und die anhängigen Gutsgebäude sowie rechtsseitig den Barockgarten, darüber anschließend den Landschaftspark dar. Ein einheitlicher Komplex, vom Reinknechtsberg aus in westlicher Richtung gesehen, verdeutlicht eine aufeinander abgestimmte Feingliedrigkeit.

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