Mücke in alten Ansichten

Mücke in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Döring
Gemeente
:   Mücke
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2728-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mücke in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Man darf den vorliegenden Bildband 'Mücke in alten Ansichten' als unterhaltsarnes Bilderbuch von der Gemeinde Mücke ansehen. Trotz der Gliederung der Großgemeinde in einzelne Dörfer und auch Weiler glaubt man sich eines allgemeinen Interesses für dieses Buch sicher zu sein.

Die Landschaft erweist sich in allen Gemarkungen der Gemeinde Mücke mit ausgeprägten Talstrukturen als gleichförmig. Geographisch läßt sich ein übersichtliches Bild vom Gemeinderaum beschreiben: Die Gemeinde Mücke ist im Bereich des vorderen Vogelsbergs um die in Süd-Nord-Richtung verlaufende Seenbach-Ohm-Senke angesiedelt. Östlich fügen sich die jeweils zuführenden Täler des Streitbaches und des Gilgbaches -;- gemeinsam dann des Ilsbaches und des Oberlaufes der Ohm an und westlich hinter einem mäßigen Höhenrücken die Gemarkungen Atzenhain und Bernsfeld.

Bei der Auseinandersetzung des Menschen mit dem vorliegenden Siedlungsgebiet lassen sich gleichfalls viele Gemeinsamkeiten für das Gesamtgebiet erkennen. Das Waldgebiet Vogelsberg sperrte sich lange Zeit der menschlichen Besiedlung. Für die Steinzeit und die Bronzezeit lassen sich geringfügige Über-

legungen zur Siedlungstätigkeit machen, keine bisher aber für das Jahrtausend vor Christi Geburt, die Römerzeit und die Zeit der Völkerwanderung, obwohl zum Beispiel Nachbarräume wie Wetterau und Gießener Becken nachweisbare Spuren menschlicher Anwesenheit aufweisen.

Nach heutigem Kenntnisstand scheint frühestens im 7. oder 8. Jahrhundert der Anfang der Besiedlung des Mücker Raumes zu suchen sein und zwar im Zusammenhang mit der Anlage fränkischer Heeresstraßen nach Thüringen. Es kann eine Straße von Hungen über Lehnheim, 'Linnes', Nieder-Ohmen und Gemünden gedacht werden - man beachte die Amana (Ohmen) Erwähnung von 769-775 - als Zug der Straße durch die 'langen Hessen' und eine andere von Hungen über Laubach, Groß-Eichen, Ober-Ohmen in Richtung Alsfeld als Zug der Straßen durch die 'kurzen Hessen'. Von diesen Gegebenheiten aus sollte man sich die weitere Erschließung des Raumes vorstellen.

Erstmals erwähnt werden die Dörfer der Gemeinde Mücke nach Lutz Reichardt wie folgt: Atzenhain um 1300, Bernsfeld 1227, Flensungen 1340, Groß-Eichen 1036-1051, Höckersdorf 1353, Ilsdorf 1318, (Königsaasen 1227), Merlau 1199 (Nieder-Ohrnen

769-775), ferner 1008, Ober-Ohmen 1241, Ruppertenrod 1151, Sellnrod 1349 und Wettsaasen um 1300.

Im Mittelalter prägten sich im Raum Mücke folgende Herrschaften und Gerichte aus: Das hessische Gericht Nieder-Ohmen (ab 1370 hessisch), das hessische Gericht Bobenhausen, das Riedeselsche Gericht OberOhmen, die Herrn von Merlau (ab 1296 hessisch) und Besitzungen von Solms-Laubach. Im 19. und 20. Jahrhundert lösten sich diese Strukturen im Sinne der heutigen bekarmten Formen einschließlich der Gebietsreform der siebziger Jahre auf.

Ein recht einheitliches Bild gab und gibt die wirtschaftliche Seite des behandelten Gebietes ab. Aus den einst reinen Bauerndörfern entstanden Ende des 19. Jahrhunderts infolge des Abbaues der Eisenerzvorkommen die Anfänge für die Umwandlung in Arbeiter-Bauerndörfer. Alle Dörfer der heutigen Gemeinde wurden durch Beteiligung von Arbeitskräften vom Eisenerzabbau berührt, so daß man hier von der ersten großen Gemeinsamkeit im Raume Mücke sprechen kann.

Der ländliche Charakter ist auch heute in allen Ortsteilen der Gemeinde Mücke unverkennbar. Landwirtschaftliche Betriebe (nicht die Fläche) sind stark

zurückgegangen, Industrie und Gewerbe haben sich in MerlaujFlensungen und Nieder-Ohmen überdurchschnittlich angesiedelt.

Einwohnerzahlen der einzelnen Ortsteile in Mücke:

Atzenhain - 774, Bernsfeld - 455, Flensungen - 776, Groß-Eichen - 1 014, Höckersdorf - 245, Ilsdorf 258, Merlau - 1117, Nieder-Ohrnen - 2313, OberOhmen - 784, Ruppertenrod - 796 und Wettsaasen 246.

Der heimatgeschichtliche Arbeitskreis Mücke hatte sich die Erarbeitung dieses Bildbandes zum Ziel gesetzt. Bei der Zusammenstellung der Beiträge bearbeitete Werner Döring die Ortsteile Bernsfeld, Höckersdorf, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod, Sellnrod und Wettsaasen - Robert Keller die Ortsteile Atzenhain, Groß-Eichen, Ilsdorf, Merlau und Armin Möll den Ortsteil Flensungen. Die Arbeit wurde unterstützt von Karl Lang, Gustav Münch, Ludwig Pfeiffer und Emil Schombert.

Ein besonderer Dank gilt allen denjenigen, die ihre Bilder für den Band zur Verfügung stellten. Die Ortsteile werden in alphabetischer Reihenfolge behandelt.

1. ATZENHAIN. Eine erste augenfällige Gemeinsamkeit der heutigen Dörfer der Gemeinde Mücke entstand in besonderer Weise durch den Eisenerzabbau im Bereich der Seenbach-Ohm-Senke und der unmittelbar anschließenden Gemarkungen in den letzten Jahrzehnten des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele Männer aus diesen Orten fanden nämlich in den planmäßig angelegten Gruben für ihre Familien 'Arbeit und Brot'. Die erste Anlage dieser industriell ausgerichteten Förderung von Eisenerz baute der Schalker Gruben- und Hüttenverein 1874 bei Flensungen, die Aufbearbeitungsanlage 'Antonie'. Der planmäßige Abbau der vorkommenden Eisenerze war mit dem Bau der Eisenbahnlinie Gießen-Fulda in den Jahren zuvor möglich geworden, da nunmehr auch die Möglichkeit des Transports zu den Hochöfen bestand. Eine handwerkliche Schmelze der Eisensteine reicht im Raum Mücke nach bisherigem Wissenstand bis ins Mittelalter zurück, wie auch ein Eisenschlackenfund in Verbindung mit mittelalterlichen Keramikscherben von Schönborn beim Klingelbom in der Gemarkung Atzenhain ausweist, Unser Bild zeigt die Belegschaft einer Grube in Atzenhain aus dem Jahre 1911 vor dem Waschbau in der Nähe des Atzenhainer Teiches. Der Waschbau wurde in den dreißiger Jahren abgebrochen.

2. ATZENHAIN. Einen alten und ehrwürdigen Eindruck macht die Kirche in Atzenhain. Nach Baumerkmalen zu urteilen sollte sie im 12. oder sogar im 11. Jahrhundert erbaut worden sein. Sie war von dem alten Friedhof umgeben, auf dem einst die Einwohner Atzenhains und auch diejenigen von Klein-Lumda ihre letzte Ruhestätte fanden. Auch die Gefallenen der Schlacht bei Atzenhain am 21. März 1761 im Siebenjährigen Krieg wurden in Massengräbern auf dem Friedhof bei der Kirche beigesetzt.

3. ATZENHAIN. Das Fest der Kirmes oder Kirchweih ist schlechthin das große Fest des Dorfes, das zur Erinnerung an die Einweihung der Kirche gehalten wird. Daß es außer mit dem Namen, mit der Kirche nicht viel zu tun hat, ist auch bekannt. Mit viel Geselligkeit trifft sich jung und alt bei dem Kirmestest. Bei der Kirmes 1898 in Atzenhain haben sich Gäste und Musikanten zu einern Foto auf dem Hof vor dem Haus und dem Tanzsaal im Hintergrund aufgestellt. Die sehr deutliche Wiedergabe der Gebäude der Gastwirtschaft Lenz auf diesem Bild gab den Ausschlag dafür, dieses Bild der Atzenhainer Kirmes von 1898 einern anderen Kirmesbild von Atzenhain aus dem gleichen Jahr - von der Gastwirtschaft Reichel - vorzuziehen. Eigentlich überraschte es, daß im Jahre 1898 an zwei Stellen Kirmes gefeiert wurde, da sonst nach üblichem Brauch die Kirmes jährlich zwischen den Gastwirtschaften wechselte.

4. ATZENHAIN. Eine Bügelschule besuchten junge Frauen und Mädchen im Jahre 1913 in Atzenhain. Man kann diesen Kurs vergleichen mit Ausbildungsveranstaltungen, die heute die Volkshochschulen anbieten.

5. ATZENHAIN. Vielfältige Betätigung fanden Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter auch während des Ersten Weltkrieges - der Zeit in der das Bild entstand - in den Wäldern bei Atzenhain bei der Aufzucht von Forstpflanzen und der Pflege des Waldes allgemein.

6. BERNSFELD. Die ehemalige Bernsfelder Kirche - auf unserem Bild aus alter Zeit mit Linde - wurde im Jahre 1983 abgebrochen und innerhalb der Gemeinde Mücke in Ilsdorf wieder aufgebaut. Der Abbruch der Kirche und ihre Versetzung löste einen langen und heftigen Streit aus, der seine Entscheidung wohl erst mit einer Abstimmung im hessischen Landtag im Jahre 1983 fand. Die Kirche stellt eine der ältesten hessischen Fachwerkkirchen aus dem 16. Jahrhundert dar. 1hre Funktion als Kirche war mit dem Neubau einer Kirche in Bernsfeld nicht mehr gegeben. Im Dorf selbst gab es zunächst selbst keinen Widerstand gegen einen Abbruch, dieser entstand erst in den letzten Jahren, als man sich bewußt wurde, daß die Kirche ein bedeutsames Baudenkmal darsteilte.

7. BERNSFELD. Kirmes war um das Jahr 1930 in den meisten Dörfern sonntags und montags. In Bernsfeld trafen sich die Kirmesburschen, die Veranstalter der Kirmes, am Sonntagnachmittag in der Kirmeswirtschaft, tranken pro Mann vier Schoppen Bier, um Stimmung zu haben, und zogen dann im Umzug durchs Dorf, bei dem bei des Bürgermeisters Haus ein Ständchen gespielt wurde. Die Kirmes war dann eröffnet, wenn die Kirmesburschen und Kirmesmädchen - diejenigen, die beim Schmücken des Saales und des Kirmesbaumes geholfen hatten - die drei ersten Tänze gehabt hatten. Am Montagmorgen zogen die Kirmesburschen mit den Musikanten durch das Dorf und brachten für ein 'Trinkgeld' vor jedem Haus ein Ständchen. Unsere Aufnahme zeigt die Kirmesburschen und -mädchen bei der Bernsfelder Kirmes in Schmidts Garten, der Gastwirtschaft, in der in dem Jahr die Kirmes gehalten wurde. In Bernsfeld wechselte die Kirmes jährlich zwischen den Gastwirtschaften Schmidt (heute HaumannStein) und Schott.

8. BERNSFELD. Mit der Dreschmaschine zog Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige technische Neuheit auf den Bauernhöfen ein, die die Drescharbeit ungemein erleichterte. Eine Dreschgesellschaft - hier mit der Dampfmaschine - wurde auf dem Hofe Sehrt in Bernsfeld in der Zeit um das Jahr 1925 von Heinrich Sehrt aufgenommen, der sich damals mit der 'fotografischen Kunst' beschäftigte. Daß die Dreschmaschine eine Sache der Vergangenheit geworden ist, weiß man, denn der Mähdrescher führt diese Arbeit bereits auf dem Acker viel zweckrnäßiger aus. Wenn in einem Bauernhof die Dreschmaschine war, dann nahm Bekanntschaft und Verwandtschaft an diesem Ereignis Anteil - zwar in erster Linie wegen der vielen Arbeit, aber auch wegen der Geselligkeit. Ganz selbstverständlich erschienen die Kinder des Dorfes bei der Dreschmaschine und holten sich nach Sitte und Brauch ihren 'Maschinenkuchen'.

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