Mücke in alten Ansichten

Mücke in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Döring
Gemeente
:   Mücke
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2728-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Mücke in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19. GROSS-EICHEN. Die alte Dorfschmiede, in der Pferde beschlagen, Ackerwagen mit Eisenbeschlägen versehen und den Wagenrädern die eisernen Reifen aufgezogen wurden, gehört wie vieles andere in dem handwerklichen Bereich des Dorfes der Vergangenheit an. Hier meldet sich also wiederum ein altes Dorfhandwerk ab, dessen Dienste von den Menschen unserer Zeit nicht mehr beansprucht werden, da die AufgabensteIlungen andere geworden sind. Der Schlepper führt bekanntlich heute die Zugleistungen für den Bauern aus, und den neuen 'Beschlag' nimmt beim Schlepper der Landmaschinenschlosser, die Werkstatt, mit der Montage neuer Decken für die Räder vor. Die Schmiede auf unserem Bild wurde von der Familie Fischer in der Alsfelder Straße in Groß-Eichen betrieben. Während der Sohn Karl das Eisen auf den Huf nagelt, schaut sein Vater, der Schmiedemeister Georg, aufrnerksam zu. Das Wohnhaus der Fischers brannte einmal ab und wurde dann wieder aufgebaut.

20. GROSS-EICHEN. Die Mühlen mit dem Wasserrad am Heimatbach sind gleichfalls der modernen technischen Entwicklung und den veränderten Wirtschaftsbedingungen zum Opfer gefallen. Von der 'HeßlerschMühle' in Groß-Eichen weiß man, daß ihr Besitzer, Konrad Faust, sie noch bis in die sechziger Jahre mit einer Turbine und mit Elektromotoren betrieb. Das Mühlrad selbst fiel bereits inden dreißiger Jahren bei dieser Mühle fort.

21. GROSS-E1CHEN. 1899 baute die Molkerei-Genossenschaft Vogels berg (heute Molkerei-Genossenschaft Groß-Eichen) am Wege nach Ruppertenrod am Gilgbach eine neue Molkerei (Bild). Vorher, im Jahre 1896, hatte H.K. Zimmer aus Grünberg eine Dampfmolkerei am Ortsausgang in Richtung Ilsdorf errichtet, die neben der anderen Molkerei noch bis ins Jahr 1935 als Filiale der Molkerei Nieder-Ohmen bestand. Mit der Eimichtung von Molkereien wurde eine wichtige wirtschaftliche Verbesserung für den Bauern im Vogelsberg geschaffen, der nun bessere Einkünfte von seinen Wiesen und Weiden über seine Viehwirtschaft erzielte. Die wirtschaftliche Situation der letzten Zeit beeinflußt allerdings auch das Geschehenum die ländlichen Molkereien.

22. GROSS-EICHEN. Bis zum Jahre 1887 wurden die Kinder in Groß-Eichen in der 'alten Schule' (kleines Gebäude im Vordergrund unseres Bildes) unterrichtet. An die Schule schloß sich links das Lehrerhaus, ein Bauernhaus, an. Die Partie gibt etwas von 'der Romantik des alten Dorfschulmeisters' mit der Rute und vielen, vielen Kindern im kleinen stickigen Schulzimmer wieder. Mit dem Bau der neuen Schule an der Brücke beim Streitbach (1887), dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus, änderte sich die Funktion der 'alten Schule'. Sie diente nunmehr als Standesamt - wurde sinnvoller Weise oft direkt von den Brautleuten vor dem Kirchgang 'aufgesucht' -, als Wahllokal und zu sonstigen Gemeindezwecken. Dieses Häuschen brach dann die Gemeinde ab. Die Kirche kaufte das Grundstück und baute den evangelischen Gemeindesaal darauf. 1968 brach man auch das ehemalige Lehrerwohnhaus ab und erweiterte das Gemeindehaus mit einem Neubau, so daß in den siebziger Jahren der Kindergarten in dieses Gebäude einziehen konnte.

23. GROSS-EICHEN. Die Gründung einiger Gesangvereine in dem Gebiet der Gemeinde Mücke fällt bereits in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sing-Vereine waren in dieser Zeit eine typische Erscheinung und spiegelten das damalige bürgerliche Wohlempfinden auch in den Dörfern des Vogelberges wieder, einen Stolz auf technischen Fortschritt, wirtschaftlichen Wohlstand und nationale Würde. Aus dem Gründungsprotokoll eines Vereines lassen sich solche Deutungen heraushören: Um das Gemüth zu veredeln, das Gefühl flir das Schöne zu wecken, um die patriotischen Feste in jeder Weise erhebend und fördernd feiern zu helfen. um nach Kräften zur Hebung des Kirchengesangs beizutragen. Die Gesangvereine entwiekelten sich in den Dörfern zu wichtigen Kulturträgern und blieken auf viele wichtige Ereignisse und Erfolge, Der Gesangverein Groß-Eichen wurde 1890 gegründet. Unser Bild zeigt die Fahnenweihe von 1897. Zwei Jubelfeste, das 25jährige (1915) und das 50jährige (1940), fielenjeweils den Kriegen zum Opfer. Erst das 75jährige Gründungsfest konnte 1965 begangen werden - seinerzeit mit Wilhelm Daupert als Chorleiter des Vereins.

24. GROSS-EICHEN. Der Bliek in eine Dorfstraße der zwanziger Jahre in Groß-Eichen, der heutigen Straße 'Am Streitbach', vermittelt dem Betrachter einen Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit. Ein beschaulicher Moment ist dem Bilde eigen, Kinder spielen auf der Gasse Gäulchen und Wagen, Wäsche hängt vor dem Haus. In dieser leichten und heiteren Form muß ein Mann aus Groß-Eichen solche Bilder in der Straße vor seinem Geburtshaus gleichfalls gesehen haben, der bekannte Maler und Heimatdichter Ernst Eimer (1881-1960). Zur 100. Wiederkehr des Geburtstages von Ernst Eimer wurde im Jahre 1981 der Dorfplatz in der Mitte Groß-Eichens als 'Ernst-Eimer-Platz' benannt. Als einer der Stillen im Land hat er, der 'große Sohn' Groß-Eichens - wie er oft genannt wird

ein bedeutsames Lebenswerk als Künstler geschaffen. Ein bekannter Kunstkritiker schrieb nach seinem Tod unter anderem: Da herrscht ein solcher Überfluß an Material, da ist, so scheint es, ein solcher Wechsel in Form und Technik, ein häufiges Pendeln in Aussage und Gestalt ... und anderswo: Es ist keine große Welt, sie ist nicht laut und nicht lärmend. Da waren die rauhe Landschaft des Vogelsbergs. ihre Bauem und Bäuerinnen, da waren Saat und Ernte, Geburt und Tod... Rechts vorne sieht man auf unserem Bild das Geburtshaus von Ernst Eimer, nicht sichtbar die Schule des Dorfes auf der anderen Straßenseite.

25. HÖCKERSDüRF. Ein kleines Dorf wie Höckersdorf hatte auch in der Vergangenheit wenig Vereine aufzuweisen. Allerdings gab es seit 1870 einen Kriegerverein, der vor allem soldatische Traditionen pflegte - in diesem Sinne Feiern veranstaltete und Feste in der Umgebung besuchte - und bis nach dem Zweiten Weltkrieg bestand. 1907 wurde dem Verein eine Fahne gespendet. Die vorliegende Aufnahme entstand im Jahre 1914 vor der im Jahre 1912 eingeweihten Schule, dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus, (Vor 1912 war in Jägers-Haus die Schule untergebracht.) Das Bild wurde aus einem denkwürdigen Anlaß heraus gemacht. Der Kriegerverein verabschiedete nämlich am Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges die aus dem Dorfe einberufenen jungen Männer,

26. HÖCKERSDORF. Dreschmaschinen und Maschinisten kamen oft aus Höckersdorf und nahmen in der ganzen Umgebung in den Herbstmonaten den Lohndrusch auf den Bauernhöfen vor, Vielleicht setzte man damit eine alte Dreschertradition fort, denn aus vielen Dörfern des Vogelberges ging vor der Dreschmaschinenzeit im Herbst und Winter eine Reihe Männer zum Flegeldreschen in die Wetterau.

27. HÖCKERSDûRF. Aus dem ehemaligen Wohnhaus Philippi wurde inzwischen eine Scheune. Als dieses Bild in den zwanziger Jahren entstand, war der Eigentümer, der Schuhmacher Johannes Philippi, auch Bürgermeister des Dorfes, wie das Schild über der Haustüre ausweist.

28. HÖCKERSDORF. Einen Bliek gestattet dieses Bild durch die heutige 'Lutherstraße' auf die Kirche im Hintergrund (der Kirchturm ist nur noch schwach zu sehen), auf 'Peifersch-Haus' - heutiger Besitzer Rudolf Schott - (links) und auf das alte 'Hob-Schotte Haus' mit dem Fachwerkgiebel, das inzwischen einem Neubau weichen mußte - heutiger Besitzer Hans Groh (rechts). Eine Idylle aus dem alten Höckersdorf zeichnet sich auf diesem Bilde ab, mit der Bäuerin und dem Korb in den Händen, dem Mädchen mit dem Kleinkind auf dem Arm und dem Schuhmacher und Bürgermeister Johannes Philippi auf dem Leiterwagen sitzend.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek