Melsungen in alten Ansichten

Melsungen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Wiegand
Gemeente
:   Melsungen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6488-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Melsungen in alten Ansichten'

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9 Eines der schönsten Fachwerkrathäuser Deutschlands ist das von Melsungen, errichtet 1555/56.An gleicher Stelle hat ein Vorgängerbau gestanden, der bei einem Großfeuer zusammen mit dem Brauhaus und einem Dutzend Bürgerhäuser 1554 vollständig abbrannte. Das Rathaus, wie es sich heute stolz präsentiert -links im Bild - zieren immer noch die vier Ecktürme und ein Dachreiter mit der 1928 eingebauten mechanischen Bartenwetzerfigur. Eine Stiftung des Heimatverlegers Konrad Bernecker. Rechts im Bild das Rathaus vor dem Umbau und der Freilegung seines Fachwerks in 1927. Links am Bildrand das Krie-

gerdenkmal für die Kriegstoten von 1870/71 mit der Germaniafigur. Ihre Enthüllung erfolgte arn 3. September 1882.

10 Der Bartenwetzer, die Symbolfigur der Stadt, ist ein bewährtes Werbemittel. Er

soll die Erinnerung an die Vorväterzeit wachhalten und für die Nachkommen Verpflichtung sein, immer mit geschärfter Barte (Axt) an die Arbeit zu gehen. Zum ersten Heimatfest 1928 brachte die Stadtverwaltung eine Medaille aus der Werkstatt des Frankfurter Bildhauers Wilhelm Oskar Prack heraus. Der Künstler zeigt das von Putz freigelegte Rathaus und einen abgewandelten Löwen mit dem Stadtwappen. Prack hat der Stadt noch weitere Kunstwerke hinterlassen. Er war Kaufmannssohn aus Melsungen, erlernte zunächst den Textilverkauf. Erst spät folgte

er seinen künstlerischen Neigungen und studierte Bildhauerei und Malerei am Städelschen Institut in Frankfurt/Main.

11 Ein Bürger in der Tracht des 17. [ahrhunderts, eingebracht als Schnitzwerk in einem Patrizierhaus am Marktplatz. Die Figur wird als damaliger Marktmeister gedeutet. Ihm oblag die Aufsicht über das Marktgeschehen seiner Zeit. Im Ersten Weltkrieg waren nicht nur Lebensmittel und die Güter des täglichen Bedarfs Mangelware, sondern auch das Kleingeld. Die Stadt entschloß sich daher in 191 7 und 192 1 zur Herausgabe von Wertersatzmarken in runder und in achteckiger Form zu 1 0 und zu so Pfennig. Außerdem brachte der Magistrat Geldersatzscheine zu 1, Sund 1 0 Mark in Umlauf. Die Stadt stand mit ihrem Vermögen hinter dem Geldersatz.

12 In diesem Gebäude erhielten Generationen von Bürgern die Grundlagen fürs Leben. Das Stadtschulgebäude entstand von 1826 bis 1828. Vorher war Schulunterricht in mehreren Häusern erteilt worden. In 1850 unterrichteten sieben Lehrkräfte 543 Schüler. Die jüdischen Kinder hatten 1854 eine eigene Elementarschule. 1869 waren zwanzig Schüler eingeschult, bis 1920 hatte sich ihre Zahl leider halbiert. Das Stadtschulgebäude entsprach nach 1945 nicht mehr den Notwendigkeiten. Es war abgängig und räumlich viel zu klein. Im März 1964 fiel es der Spitzhacke zum Opfer (Foto). In 1949 erbaute die Stadt aus eigener Finanzkraft

eine neue Grundschule, und in 1958 wurde der Grundstein für ein modernes Schulzentrum 'Auf dem Schloth' gelegt.

131m Sommer 1927 stellte die Stadt den Schwimmsportfreunden eine Flußbadeanstalt an der Fulda zur Verfügung, ein auf Stelzen gestellter Holzbau mit zwei Umkleidekabinen und mehreren großen Umkleideräumen. Städtische Arbeiter schlugen fortan im Sommer einen schmalen Holzsteg über den Fluß, um beide Ufer miteinander zu verbinden. Für Nichtschwimmer war ein eigenes Areal abgegrenzt.

14 Das Landgrafenschloß in Melsungen ist ein schlichter Kastenbau, dreigeschossig und ohne jeden Schmuck. Erbautvon 1550 bis 1557 in der Nähe des Kasseier Tores und noch vor der Stadtmauer. 1557 erhielt das Schloß einen Marstall sowie eine Zehntscheune. Die Landgrafen kamen zur Jagd in das Schloß, Landgraf Moritz (verstorben 1632) nutzte es als Alterssitz. Das Gebäude sah in seinen Mauern landgräf1iche Soldaten, französisches Militär, die 1825 von Fulda nach Melsungen verlegte Forstlehranstalt und nahm 1821 die aus den Ämtern Melsungen, Spangenberg und Felsberg gebildete Verwaltung des Landkreises Melsungen auf. Gegenwärtig ist es Sitz der Finanzverwaltung sowie eines Amts- und Familiengerichts.

IS Die Westseite des Landgrafenschlosses. An ihm vorbei führt heute die verkehrsreiche Bundesstraße 83.

16 Noch einmal Landgrafenschloß. Von wildem Wein bis an das hohe Dach bewachsen war es über [ahrzehnte Brutstätte vieler Vögel. Im Vordergrund der Schloßbrunnen, einer von dreien, die früher das kostbare Trinkwasser lieferten und heute noch Feuerlöschzwecken dienen.

17 Neben dem Rathaus ist die benachbarte Stadtkirche Mittelpunkt der Ackerbürgerstadt. Van HlS bis 1425 als gotisches Bauwerk errichtet, von prächtigen Säulen getragen und mit fein gestalteten Schlußsteinen in den Gewölbescheiteln ist die dreischiffige Hallenkirche ein viel beachtetes Bauwerk. Fenster und Türen sind spitzbogig ausgelegt. Im Turm gibt es noch Spuren aus der romanischen Zeit, die darauf schließen lassen, daß Reste einer Vorgängerkirche in den Neubau eingeflossen sind. Die Stadtkirche ist wiederholt erneuert und baulich gesichert worden, so in 1570, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dann 1891 und wiederum in mehreren Abschnitten nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Kircheninneren befanden sich vor der Reformation vier Altäre. Einer

war der Jungfrau Maria, der zweite den Aposteln Petrus und Paulus, der dritte der Heiligen Katharina und der letzte dem Heiligen Kreuz gewidmet. Außer dieser großen Kirche gab es vor Zeiten noch mehrere kleine Kapellen in der Stadt.

18 In 1882 ist diese Kirche, die Christuskirche der Selbständig-Evangelisch- Lutherischen Kirchengemeinde in derTränkelücke, im neugotischen Baustil errichtet worden. Im Laufe ihrer mehr als

1 OOjährigen Geschichte wurde sie mehrmals umgestaltet. Die Evangelisch- Lutherische Kirche ist in etwa 200 Gemeinden über ganz Deutschland verteilt. Die von Melsungen bildete sich nach dem Zwangsanschluß von Hessen an Preußen in 1866 durch den damaligen Pfarrer Vilmar. Zwar spaltete sich die Gemeinde später noch einmal, fand aber in den zwanziger [ahren durch die Aktivität van Ptarrer Wilhelm Schmidt zur Geschlossenheit zurück.

Die Opferbereitschaft der Kirchenmitglieder ermöglichte schon 1949 den Einbau einer Empore, auf der auch die Kirchenorgel ihren Platz hat.

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