Melsungen in alten Ansichten

Melsungen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Wiegand
Gemeente
:   Melsungen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6488-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Melsungen in alten Ansichten'

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19 Katholische Kirche, im [ahre 1906 errichtet und 1968 abgebrochen, weil sie für die gewachsene Zahl der Gottesdienstbesucher schon lange nicht mehr ausreichte. Um die Jahrhundertwende hatte die Katholische Kirchengemeinde etwa 120 Mitglieder. Durch das Hereinströmen der Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland in 1946 vervielfachte sich ihre Zahl. Es entstand eine neue geräumige Kirche mit Saal, Jugend- und Versammlungsräumen sowie einer pfarrwohnung, geweiht am dritten Adventssonntag, IS. Dezember 1969,durch den damaligen Fuldaer BischofDr. AdolfBolte. Hunderte wohnten dem feierlichen Hochamt bei.

20 Hospital mit fünfzehn Wohnungen aus dem [ahre 1788/89. Politische Gemeinde und Kirchengemeinde verwalten ihre Stiftung gemeinsam. Ein Rathausbeamter fungiert als Provisor. Der jeweils amtierende Bürgermeister und der Inhaber der 1. pfarrstelle der Evangelischen Kirchengemeinde haben gemeinsam das Sagen.

21 Weit älter als das Hospital ist die benachbarte Hospitalkapelle. Um 1330 errichtet, gehört das Fachwerkkirchlein zu den ältesten Bauten der Stadt. Lange zweckentfremdet, steht es nach gründlicher Erneuerung in 1968 wieder für gottesdienstliche Handlungen zur Verfügung. Ein hohes Alter hat auch die prächtige Linde am Eingang aufzuweisen.

22 Seit dem 21. Juli 1929 gibt es in Melsungen ein Lutherhaus. Die Evangelische Kirchengemeinde kaufte die Weinreich'sche Gaststätte mit Saal und einem schönen alten Baumbestand. Damaliger Pfarrer Karl Biel, seit 1923 in der Stadt, gestaltete daraus eine Stätte christlicher Begegnungen. Kleinkinderschule, Posaunenchor, CVJM, Vaterländischer Frauenverein, Evangelische Frauenhilfe, Konfirmandengruppen hatten künftig hier ihre Bleibe. Im Zweiten Weltkrieg diente das Lutherhaus verwundeten Soldaten als Lazarett. Ein großzügiger Umbau in 1996

schaffte Voraussetzungen für eine noch bessere Nutzung.

23 Patrizierhäuser am Marktplatz. Der Kaufmannsladen rechts wartet bereits mit zwei kleinen Schaufenstern auf. Nikolaus Kothe als Besitzer bietet Haushalt-und Irdenwaren an. Später war hier ein Feinkostgeschäft ansässig. Bis Mitte der dreißiger [ahre unseres [ahrhunderts befand sich vor dem Haus auch eine Benzinzapfsäule.

24 Portal eines schmucken Fachwerkhauses, erbaut nach 1600 in der Fritzlarer Straße. Bei der Fasadenerneuerung in 1953 entdeckte man ein besonders schönes Schnitzwerk. Die Hälfte der kunstfertigen Arbeit mußte vollständig nachgebessert werden, weil sie buchstäblich vom Wurm zerfressen war. Das Haus mit Hintergebäuden befand sich einmal im Besitz des jüdischen Holzhändlers Speyer. Der Eulenturm im Südwesten der Stadt ist das noch am besten erhaltene Zeugnis der ehemaligen Stadtbefestigung. Er ist einer der früher vorhandenen fünf Türme. DerTurm im Bild hatte unterschiedliche Verwendung. Er diente vorübergehend auch als Stadtgefängnis. Nach dem Zweiten Weltkrieg mußte seine Standsi-

cherheit hergestellt werden. Der Dachhelm mitTurmknauf ist ebenfalls neu. DerTurm stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert.

25 In1893bekommtdie Stadt ein eigenes Postamtsgebäude, als Kaiserliches Postamt am 1. April in Betrieb genommen. Ausreichend dimensioniert, kann es 1902 auch noch die Telegraphie aufnehmen. Zwar muß sich der erste Klappenschrank erst durchsetzen, aber in 1913 gibt es bereits 72 Telefonanschlüsse in der Stadt. Die Anfänge des Melsunger Postwesens liegen noch reichlich im Dunkeln. Landgräf1iche Boten und Reiseposten gingen von Kassel aus nach Leipzig. Zu Beginn des 16. [ahrhunderts stieg das Taxische Postwesen zu einem sehr bedeutenden Kulturfaktor auf. LandgrafKarl richtete 1705 den Nürnberger Postkurs ein. Er endete erst mit der Eröffnung der 'Kurfürst-FriedrichWilhelm-Nordbahn' in 1848.

In 1868 bekam Melsungen ein Preußisches, 1871 ein Kaiserliches Postamt.

26 Holzbalkenwerk unter Außenputz versteckt, so wie es die Zeit eben manchmal mit den Fachwerkkonstruktionen hielt. Im vorigen [ahrhundert zogen die Hausbesitzer eine glatte Außenfassade auf das Balkenwerk auf. Der Uhrmacher als Besitzer des abgebildeten Hauses hätte sich auch damals durchaus die aufwendige Pflege seiner Holzbauweise angelegen sein lassen können. Der Schaukasten als Auslage steht für eine, wenn auch bescheidene Wohlhabenheit. Heute kann man sich verputzte Häuser in der Innenstadt kaum noch vorstellen.

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27 Nach 1933 hattenauch in Melsungen die jüdischen Mitbürger unter den Gesetzen der neuen Machthaber zu leiden. Da half es wenig, daß sich manche Christen vor die [uden stellten, alte Freundschaften und Verbindungen sich nicht nehmen lassen

wollten. Eine ganze Reihe jüdischer Familien konnten ab 1933 noch geregelt das Land verlassen. Wer nach der sogenannten Reichskristallnacht vom 9. November 1938 noch im Land war, mußte Schlimmes an Leib und Leben fürchten. Viele

[uden wurden in Lager verschleppt, waren Verfolgungen und Demütigungen, ja dem Tod ausgesetzt. Das Bild zeigt den jüdischen Friedhof Er wird von der Stadt gepflegt und verwaltet, kann an fast allen Tagen besucht werden.

28 Grabstein auf dem jüdischen Friedhof an der Fritzlarer Straße für die Lehrerswitwe Sarah Neuhaus, abgefaßt in hebräischer und deutscher Sprache. Sarah Neuhaus verstarb in 1922. Ihr Grabstein ist noch sehr gut erhalten. In den achtziger [ahren unseres Jahrhunderts wechselte das letzte [udenhaus in der Mauergasse seinen Besitzer. Es gehörte dem Nachfahren des nicht sehr begüterten Fellhändlers Samuel Goldschmidt. Levi Simons aus Rotterdam, der auch Wohnungen in der Schweiz und in den USA besaß, war als Schüler oft zu seinem Onkel nach Melsungen gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg vergaß er die Stadt nicht, aber der Vorfahr lebte nicht mehr. Junge, fanatische Nationalsozialisten hatten Samuel Goldschmidt in der Reichskristallnacht aus dem Haus gewor-

fen. Andere Melsunger Bürger schafften ihn mit einem Oberschenkelhalsbruch in ein Krankenhaus nach Kassel. Der leidgeprüfte Mann konnte Deutschland geheilt in Rich-

tung Holland verlassen, wurde dann aber doch noch einem Konzentrationslager überstellt und verstarb dort.

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