Melsungen in alten Ansichten

Melsungen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Wiegand
Gemeente
:   Melsungen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6488-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Melsungen in alten Ansichten'

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S9 Der in 1889 gegründete Heimat - und Verschönerungsverein widmet sich konsequentAufgaben der Heimatpflege, Volkstum und Heimatgeschichte. Er schafft Einrichtungen mit Sozialfunktion wie Schutzhütten, Ruhebänke, Grün- und Blumenanlagen, Brunnen und Denkmale. Er zeichnet Wanderwege und führt allwöchentlich Gemeinschaftswanderun gen im Sinne des sanften Tourismus durch. Die Einrichtung und Betreuung des Heimatmuseums ist ihm eine zwingende Aufgabe, ebenso die Durchführung der Melsunger Heimatfeste seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

60 In 192 7 erlebte Melsungen zum erstenmal den Start eines Segelflugzeuges. Der bekannte süddeutsche Segelflieger Espenlaub startete mit seinem Segler vom Galgenberg aus. Start und Landung verliefen glatt. Der zweite Flug allerdings wurde ihm zum Verhängnis. Eine Windboe muß seinen Flugapparat erfaßt haben. Das Segelflugzeug landete auf den Telegrafendrähten der Eisenbahnlinie Kassel-Bebra. Die Feuerwehr mußte den kühnen Piloten aus seiner mißlichen Lage befreien. Für die Jugend wirkte das Erlebnis wie ein Signal. Eine Gruppe junger Menschen baute sich selbst einen Gleiter. Am Gymnasium bildete sich ebenfalls eine Flugsportgruppe.

61 Sommerfest beim Ruderclub. Diesmal die Herren nicht in Sportkleidung, sondern im Sonntagsstaat. Am Bitzen hatten die Ruderer ihren Anlegesteg, auf einem benachbarten Gartengrundstück lagerten die Boote. Auf dem Bild sind der praktische Arzt Dr. Heinrich Reinhardt (links) und der Zahnarzt Dr. Heinrich Schmidt (4. von links) zu erkennen. Die Aufnahme stammt aus der Zeit Ende der zwanziger [ahre.

62 Klassenausflug der Quarta der Vilmarschen Lehranstalt, dem heutigen Oberstufengymnasium, in 1922. Klassenlehrerin ist Fräulein Grebenstein.

63 Rudersport betrieben in den zwanziger und Anfang der dreißiger [ahre auch die Damen. Auf unserem Bild legen zwei Frauen mit der 'Anni Diederich' zur Fahrt auf der Fulda ab.

64 Paddler auf der Fulda.

Das mittelalterliche Wehr konnte und kann mittels Schleuse überwunden werden. Früher stellte die Stadt auch noch einen Schleusenwärter bereit. Seit längerem schon müssen die Paddler das 'Geschäft' selbst besorgen. Auf unserem Bild befinden sich rund zwanzig Paddelboote gleichzeitig in der Schleusenkammer und warten auf die Absenkung des Wasserspiegels, damit sie nach Norden weiterziehen können. Die vielen Zuschauer lassen darauf schließen, daß es sich um ein besonderes Ereignis gehandelt haben muß: An- oder Abpaddeln oder den Ausflug einer Vereinsgemeinschaft.

Die Fulda war, neben einigen

Abschnitten des Mains, früher in Hessen der einzige schiffbare Fluß für flachgehende Schiffe von der Weser bis Hersfeld. In Melsungen lebten zahlreiche Familien von der Fulda-Schiffahrt, entweder als

Schiffer oder Schiffbauer. Die Fulda-Schiffe waren in der Regel 22m lang und hatten drei Mann Besatzung. In 1 805 gab es fünfzig Schifferfamilien in der Stadt, um 1850 besaßen noch sechs Familien

dreizehn große und kleine Schiffe. Mit dem Bau der 'Kurfürst -Friedrich- WilhelmNordbahn' mußten sie sich eine neue Existenz suchen.

6S 1932zogindiefrühere Katzmühle der Freiwillige Arbeitsdienst ein. Bei der großen Arbeitslosigkeit gab es beträchtlichen Zulauf Wenige [ahre später, 193 S, nahm der Reichsarbeitsdienst Besitz von den Gebäuden. Die RADAbteilung 7/220 wurde eingesetzt bei Flußregulierungen, beim Waldwegebau und bei der Restaurierung einer mittelalterlichen Burganlage, die zum Gauehrenmal für die Gefallenen umgestaltet werden sollte.

66 Arbeitsdienst beim Waldwegebau im Staatsforst. Arbeitsmänner und Förster stellen sich zu einer Aufnahme für das Fotoalbum.

67 Katholische Kirchengemeinde mit ihrem Seelsorger Anfang der dreißiger [ahre bei einemAusflug in ein Nachbardorf. Alt und jung nehmen teil, wie es in der Diaspora gang und gäbe war.

68 (Bild links, nächste Seite) Der älteste Verein von Melsungen ist die Kasino-Gesellschaft, am 13. November 1823 als Abendgesellschaft zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens von 23 Bürgern gegründet. Als 1825 die Kurhessische Forstlehranstalt von Fulda nach Melsungen verlegt, verzeichnet die Stadt den Zugang von zwölf Dozentenfamilien und fünfzig angehenden Forstbeamten. Nach anfänglichem Zögern schlossen sich viele davon der Abendgesellschaft an, pflegten dort Geselligkeit. Vierzehn [ahre hielten die Mitglieder der Abendgesellschaft ihre Zusammenkünfte im Rathaus oder im Spritzenhaus ab, doch ein eigenes Vereinslokal zu besitzen, war aller erklärtes Ziel. Am 31. März 1837 stellten die 23 Mitglieder das Startkapital von 4 3 00 Thalern bereit und schufen damit die Voraussetzungen zum Bau eines repräsentativen Veranstaltungsgebäudes. Für damalige Verhältnisse entstand in 1837/38 ein großzügiges Gebäude in klassizistischem Stil mitTerrasse, anfangs offener Kegelbahn sowie zwei Tennisplätzen. Täglich traf man sich in den Räumen zum Dämmerschoppen. An Weihnachten und Neujahr, an Fastnacht, und im Oktober fanden Ballfestlichkeiten statt. Konzerte und Theateraufführungen standen auf dem Jahresprogramm. Das Kasino überdauerte die Zeit. In 1935 nahmen es die Nationalsozialisten in Besitz, richteten dort Büros der 'Deutsche Arbeitsfront' ein. Gleichzeitig wurde das Haus in ein 'Fcicrabcndhaus' umfunktioniert. Im Zweiten Weltkrieg machte der Staat aus dem Gebäude ein Hilfslazarett. 1946, als viele Heimatvertriebene aus dem Sudetenland nach Hessen einströmten, war es vorübergehend Flüchtlingsunterkunft. Die amerikanische Militärregierung entdeckte das Gebäude für die 'Umerziehung des deut-

schen Volkes' und machte daraus ein Amerikahaus. Gleichzeitig beanspruchte die Spruchkammer, eingerichtet nach dem Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus, das Haus. Erst nach langem Bemühen und nach [ahren bekamen die früheren Eigentümer ihr Besitztum zurück. Es wurde dann in 1971 an die Stadt Melsungen zum Vorzugspreis veräußert. Die Stadt wendete 5,5 Millionen Mark für Umbau und Ergänzungsbau auf, schuf daraus die Stadthalle. Von der Kasinogesellschaft (Abendgesellschaft) sind im Verlaufe der fast 175 [ahres ihres Bestehens viele Impulse ausgegangen. Das bürgerschaftliche Leben in der Stadt ist durch Kasinogesellschaft und Kasinogebäude sehr positiv beeinflußt worden, davon sind viele gute Anregungen und Gedanken ausgegangen. Das Haus war Treffpunkt für vielerlei Festlichkeiten und Veranstaltungen, aber auch ein Ort des Gesprächs, der Diskussion, des Vortragens und des Zuhörens. Die Jahrhundertfeier am Samstag, dem 18. Oktober 1926, gestaltete sich zu einem festlichen Ereignis.

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