Meppen in alten Ansichten Band 2

Meppen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinrich Heeren
Gemeente
:   Meppen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5323-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Meppen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Die älteste Ansiedlung, die den Namen Meppen trug, befand sich nördlich der Hasemündung in die Ems, im späteren Überwasser. Am linken Haseufer gab es damals nur ein Bauerngut, den Haupthof Meppen. Als in der Nähe des Haupthofes eine Kirche gebaut wurde, gestattete der Besitzer auch anderen, sich auf seinern Grund und Boden gegen eine jährliche Abgabe anzusiedeln.

So entstand neben dem Dorf 'Olde Meppen' allmählich ein zweites Dorf Meppen. Trotz des ungünstigen Bangrundes gewann das neue Dorf Meppen wegen der Nähe der Kirche und seiner durch den Lauf der Flüsse Ems und Hase geschützten Lage bald den Vorrang. Im Jahre 1360 bewilligte der Bischof Adolf von Münster den Bewohnern Meppens die Befestigung der Stadt, die zu dieser Zeit die Form eines Rechtecks hatte. Den Hauptschutz bildeten ein 30 bis 40 Meter breiter Wassergraben und ein Erdwall, der auf seiner Krone einen Palisadenzaun trug. Die alte Stadt hatte vier Tore, die Ems-, Hase-, Markt- und Merschporte. An den Toren befanden sich Zugbrücken über dem Außengraben, die allabendlich aufgezogen wurden, so daß während der Nacht niemand die Stadt verlassen oder betreten konnte.

Die alten Befestigungswerke und damit das ursprüngliche Bild Meppens blieben im wesentlichen fast dreihundert Jahre unverändert.

Als aber die Stadt im Dreißigjährigen Krieg (1622) von Graf Mansfeld eingenommen worden war, begann man nach dem Abzug der feindlichen Truppen mit einer ausgedehnten Verstärkung der Festung. Nach Abschluß der Arbeiten im Jahre 1660 war das Stadtgebiet, das von den neuen Befestigungsanlagen eingeschlossen wurde , dreimal so groß wie die alte Stadt,

Im Siebenjährigen Krieg erwiesen sich jedoch die Befestigungsanlagen als unzulänglich. Die Franzosen schossen 1761 den westlichen Stadtteil in Brand und machten die Stadt wehrlos, so daß die Regierung in Münster Meppen als Festung aufgab. Sie ließen die Schanzen niederlegen, Torhäuser und Pulvertürme auf Abbruch verkaufen, den Wall abtragen und die Außen- und lnnengräben auffüllen. So entstanden innerhalb des Walles Gärten, die zum Teil noch heute verhanden sind. Bald darauf wuchs die Stadt weiter, und neue Straßen wie Emsstraße und Lingener Straße konnten angelegt werden. Nun siedelte man sich auch im Stadtreil Überwasser an, und in den felgenden

Jahren begann Meppens 'Goldene Zeit'. Begünstigt auch durch den Krieg zwischen Frankreich und England, konnten Handel und Gewerbe aufblühen. Die Bearbeitung und der Versand von Zichorie (Kaffee-Ersatz) auf gewerblicher Grundlage, der Bau von Seifensiedereien und die Gründung des Handelshauses Frye prägten dieser Zeit ihr Gesicht.

Im Jahr 1803 wurde das Amt Meppen als erbliche und weltliche Besitzung mit voller Landeshoheit dem Herzog Arenberg als Ersatz für den Verlust linksrheinischer Besitzungen zugeteilt. Nach der Besetzung durch französische Truppen in den Jahren 1810 bis 1813 wurde 1814 das Emsland - somit auch Meppen - dem Königreich Hannover eingegliedert.

Eine erste große Wende trat für die Stadt ein, als 1856 die Eisenbahnstrecke Rheine-Emden dem Verkehr übergeben wurde und somit der Anschluß an das deutsche Eisenbahnnetz erfolgte. Ebenso bedeutsam war der Ausbau des Dortmund-Erns-Kanals in den Jahren 1892-1900. Durch die jetzt recht günstige Verkehrslage wurde die Entwicklung der Stadt beschleunigt, und das

stille Agrarstädtchen wurde nach und nach zu einem Verwaltungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsschwerpunkt im Zentrum des Emslandes. Trotzdem blieb Meppen ein geruhsames Landstädtehen, in dem für den überwiegenden Teil der Bevölkerung die Land- und Torfwirtschaft weiterhin die wesentliche Erwerbsgrundlage bildete.

Ein weiterer entscheidender Wandel trat ein, als die Emslanderschließung nach einem einheitlichen Plan großzügig in Angriff genommen wurde und als die Erdölförderung einsetzte. Nun siedelten sich neue Industriebetriebe am Rand der Stadt an, so daß dem Kern seine kleinstädtische Atrnosphäre belassen wurde. Handel, Gewerbe und Verwaltungen bestimmen noch immer am stärksten den Charakter der Stadt. Aber manche geschlossene Häuserzeile, manches markante Bauwerk, die den früheren Bewohnern für das Stadtbild typisch erschienen, sind leider verschwunden. Dieses verlorengegangene 'Möppske Miljö' versucht dieser Bildband - in Ergänzung und Erweiterung zum 1982 erschienenen Band 1 - zu dokumentieren.

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Beim Rathaus

1. Die Südseite des Marktplatzes um die lahrhundertwende. Irn Hintergrund das Rathans in seiner Form während der Jahre 1809 bis 1910. Rechts daneben das 1816 erbaute Haus des Arztes N. Vagedes, in dem heute die Stadtverwaltung untergebracht ist. In dem Haus vorne rechts befand sich seit 1865 die Buchhandlung Heinrich Meyer, daneben seit 1886 das Textilgeschäft Löning. Links im Bild die Wein- und Spirituosenhandlung Menne.

2. Der Marktplatz im Jahr 1915 rnit dem Rat- und Stadthans in ihrer bis heute erhaltenen Form. Links hinter dem Windthorstdenkmal das heutige Haus Heissen, daneben Druckerei und Zeitungsverlag Heinrich Wegener. Im nächsten Haus wohnte der Stadtvogt Schärpenberg, heute Dr. Kamp. Im Haus vorn rechts das Geschaft Emil Cohen, heute Schuhhaus Harmeting. daneben das Hotel Schmidt und die frühere Bäckerei Finke.

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3. Die Westseite des Marktes im Jahr 1910. Links im Bild das Haus Riedemann und daneben die 'Alte Stadtapotheke' der Familie Kerckhoff. Im nächsten Haus befand sich bis 1910 die Schnapsbrennerei Fickers und daneben das Textilgeschäft Högemann. Auf diesen beiden Grundstükken steht heute das Geschäftshaus der Firma Leffers. Im Hintergrund (Bildmitte) Bäckerei und Café Lerch, daneben das Textilgeschäft Kemmlage und das Schuhgeschäft Altmeppen .

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Marktplw: mit Windbor5t-Denkmal

4. Die letzten Häuser an der Westseite des Marktes bis zur Einmündung der Hinterstraße im Jahr 1910. Links im Bild Kolonialwarengeschäft und Gaststätte Muke, in dem sich heute das Hotel Schmidt (seit 1931) befindet. Durch den breiten Gang zum Nachbarhaus konnten die zur Gaststätte gehörigen Pferdeställe erreicht werden. Im Haus des Viehhändlers Emi! Cohen befanden sich ein Damenhutgeschäft und ein Frisiersalon, heute Schuhhaus Harmeling. Das Haus daneben an der Ecke zur Hinterstraße gehört der Familie Augustin, die hier ein Textilgeschäft betrieb. Das Anwesen brannte im Jahr 1928 ab und wurde zweigeschossig wieder aufgebaut.

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Marktplatz

5. An der Nordseite des Marktplatzes befand sich in dem Eckhaus Marktplatz-Obergerichtsstraße bis zum Jahr 1937 das Schuhhaus Altrneppen (Markt 23), welches 1883 von Hermann Altrneppen gegründet worden ist. Sein Sohn Bernhard übernahm 1920 das Geschäft und zog 1937 in das Haus Vietor Sommer, am Markt 22, um. Das Eckhaus Altrneppen dagegen wurde vorn Fahrradgeschäft Vietor Sommer übernommen. In dem Haus links (Markt 21) befindet sich heute das Herrenbekleidungsgeschäft Kemrnlage.

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6. Die Ostseite des Marktplatzes mit dem Windthorstdenkmal im Jahr 1915. Auf dem Grundstück der Gaststätte 'Börsen-Hallc', Markt 24 (Inhaber Heinrich Krapp), befindet sich heute die Commerzbank. Rechts daneben das Haus des Kaufmanns Bernhard Roling. Hier betreibt die Firma Heissen seit 1935 ein Pelzfachgeschäft. Im Anschluß dann die Buchdruckerei Heinrich Wegener, heute Modehaus Brinkmann. Das Windthorstdenkmal auf dem Marktplatz wurde 1896 errichtet und steht heute vor der Residenz in der Gymnasialstraße. Ludwig Windthorst war seit 1867 für den Wahlkreis Meppen Mitglied des Norddeutschen und des Deutschen Reichstages sowie des preußischen Abgeordnetenhauses. Er gehörte zu den Gründern der Zentrumspartei und wurde am 25. Mai 1888 zum Ehrenbürger der Stadt Meppen ernannt.

7. Die Arenbergische Rentei in der Obergerichtsstraße entstand 1805 als Wohnhaus des Kaufmanns Ferdinand Frye. Er wurde ab dem 1. Mai 1804 der erste Thurn und Taxische Postverwalter in Meppen, da er schon vorher als Expedient der früher bestehenden französischen Feld- und Armeepost tätig gewesen war. Das Haus wurde 1834 von der Arenbergischen Verwaltung angekauft und als Amtshaus und Wohnung des Rentrneisters eingerichtet, Heute befindet sich hier das Heimatmuseum des Heimatvereins Meppen. Am 16. April 1932 wurde die Arenbergische DomänenRentei in die Haselünner Straße verlegt.

8. Die Burgstraße mit dem Torhaus der Paulsburg. Bis Ende der dreißiger Jahre sah man regelmäßig Störche in dem Nest auf dem Schornstein des Torhauses, das 1963 abgerissen wurde. An der Stelle steht heute ein Restaurant. Rechts neben dem Torhaus wohnte die Familie Altmeppen (Burgstraße 2-4), aus der über drei Generationen Posthalter in Meppen hervorgegangen sind. Später befand sich an dieser Stelle lange Jahre der Bierverlag Gottfried Heidfeld.

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