Merzig in alten Ansichten Band 1

Merzig in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Alfred Diwersy
Gemeente
:   Merzig
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2407-2
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Merzig in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Als ich 1977 mit der Vorarbeit für diesen Bildband begann, war mir klar, daß eine Sammlung alter Ansichten von Merzig sich nicht allein auf die frühere Stadt beschränken konnte, sondern auch die sechzehn neuen Stadtteile einbeziehen mußte. Ich wußte, was an Fotos der Kernstadt verfügbar war, und hoffte, auch genligend Bilder der anderen Stadtteile zu bekommen. Erst nach mühevollem und zeitraubendem Suchen gelang es, wenigstens hinreichendes Bildmaterial zu finden, um ein knappes Drittel alter Ansichten der neuen Stadtteile in diesen Bildband aufnehmen zu können.

Die Originale der 116 abgebildeten Postkarten und Fotos sind mir von so vielen Merzigern leihweise zur Verfügung gestellt worden, daß ich nicht alle namentlich aufzählen kann. Erwähnen möchte ich Herrn Eberhard Becker-Krapp, der mich aus der urnfangreichen Sammlung seines Vaters siebenundvierzig Postkarten auswählen ließ. Siebzehn Fotografien

konnte ich dem städtischen Archiventnehmen, und neun Fotos von Peter Wagner gab mir Herr Oberstudienrat a. D. Julius Becker. Die restlichen dreiundvierzig Aufnahmen erhielt ich von fast vierzig verschiedenen Besitzern. Ihnen allen danke ich herzlich. Bei der Abfassung der Texte habe ich mich bemüht, ein knappes, komprimiertes, aber doch möglichst lebendiges Bild der früheren Zeit erstehen zu lassen. Wo es mir notwendig schien, habe ich die heutige Situation in die Bilderläuterung einbezogen, um denen, die den früheren Zustand nicht mehr vom Augenschein her kennen, den Zugang zu Alt-Merzig zu erleichtern. Waren mir beim Schreiben der Texte die Veröffentlichungen von Johann Heinrich Keil und anderen Heimatkundlern auch eine willkommene Hilfe, so mußte doch vieles, was im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten war, in Gesprächen mit älteren Bürgern in die Erinnerung zurückgerufen werden. Ohne diese Gesprächshilfen hätten die Texte mancher

Einzelheiten entbehren und viel allgemeiner formuliert werden müssen. Für Fehler, die sich bei der Kommentierung der fünfzig bis neunzig Jahre alten Bilder als Folge der unvermeidlichen Erinnerungslücken trotz aller Sorgfalt eingeschlichen haben, bitte ich um Nachsicht.

Ich danke Frau Cornelia Gantner und Fräulein Stefanie Wagner für ihre Mithilfe beim Zusammentragen der Informationen und meiner Frau für kritische Durchsicht von Text und Bildauswahl.

Beim Betrachten der alten Ansichten wird manchem Leser - wie dem Verfasser bei der Zusammenstellung - bewußt werden, daß sich das Aussehen Merzigs und seiner Stadtteile in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gewandelt hat und daß viele erhaltenswerte Baudenkmäler und charakteristische Straßenfronten der modernen Verkehrsentwicklung und dem Fortschritt zum Opfer gefallen sind. Wenn dieser Bildband die Verantwortlichen nachdenklich macht und zu

-größerer Behutsamkeit bei weiteren 'Modemisierungen' veranlaßt, so erfüllt er damit eine wichtige Funktion.

Seine eigentliche Aufgabe ist es jedoch, bei den älteren Merzigern die Erinnerung an das frühere Merzig wachzuhalten und den jüngeren zu zeigen, wie ihre Heimatstadt zwischen 1890 und 1930 ausgesehen hat. In diesem Sinne widme ich 'Merzig in alten Ansichten' meiner Mutter, die, noch im letzten Jahrhundert geboren, mir viel aus der vergangenen Zeit erzählen konnte, und meinen Töchtern Dorothee, Camelia und Jessica, damit sie die Stadt ihrer Großeltern und Urgroßeltern in dieser Bildsammlung entdecken können.

Merzig, im September 1979

Alfred Diwersy

1. Großer Beliebtheit erfreute sich diese kolorierte Neujahrsg1ückwunschkarte. In vier Jahren (1896-1899) verkaufte die Buchhandlung Becker-Krapp 5065 Stück davon. Die Karte zeigt Merzig von der Annaburg, einen Bliek in die Poststraße, das Fellenbergschloß, die Heilig-Kreuz-Kapelle, die Saarschleife mit der Burg Montclair und als grafische Dekoration eine Weinranke mit blauen Trauben. Im vergangenen Jahrhundert blühte der Weinbau in Merzig. Gute Preise erzielten vor allem rote Weine.

2. Dieser 'Gruss aus Merzig a.d. Saar' von 1895 ist ein grafisches Potpourri eines Blicks vom Gipsberg, der Kirche St. Peter, der Villa Thie1 und der Ansicht, die sich dem Reisenden bot, der vom Bahnhof aus nach Merzig kam. Das Weinglas mit dem Spruch 'In vino veritas' (rechts oben) und die Weinranke weisen auf den Weinbau hin. Links unten das Wappen, das der Stadt allerdings erst vierzehn Jahre später verliehen werden sollte. Die Rückseite der Karte war nur für die Adressenangabe des Empfängers bestimmt, der weiße Raum auf der Vorderseite diente für Mitteilungen.

aus dem

""- -

GesèlJenvater Kolping.

3. Der 'Gruß aus dem Merziger Gesellenverein' zeigt neben St. Peter das Katholische Gesellenhaus, den späteren Saalbau. Das Gesellenhaus wurde 1896 vor allem für den Gesellenverein, den späteren Kolpingverein, erbaut, stand aber auch anderen Veranstaltern offen. Es bot daneben Übernachtungsmöglichkeiten für 'wandernde Handwerksgesellen'. 1925/1926 wurde es von Kaplan Hartmann umgebaut. Der Umbau brachte dem Haus Verschuldung, so daß es spater an die Stadt veräußert werden mußte. Etwa Anfang der vierziger Jahre erfolgte die Umwandlung in einen Bau für kulturelle Zwecke. Die Postkarte stammt aus dem Jahre 1896/1897.

-

MerziO', vom Kreuzberg aus.

4. Diesen Bliek vom Kreuzberg hat der Fotograf Anfang des Jahrhunderts aufgenommen. Die Häuser liegen dichtgedrängt zwischen den Bergen im Tal des Seffersbaches, das in die Weite des Saarbeckens mündet. Links hebt sich der Turm der Peterskirche aus dem Gewirr der Häuser, der Schornstein ganz rechts gehört zur Tonwarenfabrik Rieff & Bauer. Im Vordergrund sind die Rebstöcke eines Wingerts zu erkennen. Der im 19. Jahrhundert in Merzig blühende Weinanbau ging Anfang unseres Jahrhunderts stark zurück. Um 1925/1930 hatte er wirtschaftlich keine Bedeutung mehr. Allerdings gab es noch am sonnigen Südhang des Kreuzberges bis in die vierziger Jahre einen letzten Wingert.

~erzig Ansicht vom Klosterberg.

5. Im Vordergrund dieser 'Ansicht vom Klosterberg' (um 1920) erkennt man die BochStraße. Die stadtseitig gelegene Bebauung, 1888 mit zwei Häusern begonnen, wurde 1895 fortgesetzt. 1912 wurde die gegenüberliegende Seite auch bebaut. Die Straße am linken Bildrand ist die Gutenbergstraße. Rechts davon wurde 1934 die Molkerei erbaut. Das Werksgelände in der Mitte (heute Bauhof) war die Düngemittelfabrik Hees. Der Schornstein ganz links gehört der Aktienbrauerei. In der Mitte des Bildes halbrechts erkennt man die beiden Gasbehälter des Gaswerkes. Als Klosterberg bezeichnete man damals den Hohen Berg in dem Bereich etwa, wo heute die Realschule liegt. Dort soll der Sage nach früher ein Kloster gestanden haben.

:Jlerzi 0" (S aar)

6. Die als 'Eingang v. Kleinbahnhof' bezeichnete Postkarte stammt aus der Zeit um 1900. Die Marienkapelle ist durch Bäume verdeckt. Die noch jungen Linden an der Torstraße, zwischen fünf und zehn Jahre alt, wurden als große Bäume Mitte der sechziger Jahre gefällt. Etwa 1930 wurde die Straßenführung links im Bereich des Krankenhausgartens verbessert. In der Mitte des Bildes rechts erkennt man Gaslaternen. Kurz nach Errichtung des Gaswerkes (1888) wurde diese Straßenbeleuchtung installiert. Zunächst mußten die Gaslaternen von Hand angezündet und gelöscht werden, später erfolgte dies vom Gaswerk aus. Die charakteristischen Lampen standen bis Anfang der dreißiger Jahre.

}1crzig ( aar)

Katb. Pfarrkirche.

7. Die Anfang des Jahrhunderts gedruckte Ansichtskarte zeigt St. Peter mit dem Pfarrhaus und ganz links die frühere Volksschule. Das an der Hochwaldstraße (früher Kaiserstraße) liegende Schulgebäude wurde 1878 erbaut, das zurückliegende an der Propsteistraße 1902. Im Vordergrund sieht man die Gleise der Merzig-Büschfelder-Eisenbahn. Die an der damaligen Kaiserstraße liegenden Felder gehörten der Katholischen Kirchengemeinde. Sie wurden 1929 von der Stadt zur Anlage des 'Schwarzen Platzes' angekauft. Hier fanden neben der Kirmes auch viele andere Veranstaltungen statt, bis 1956 links das Verwaltungsgebäude der VSE und 1958 rechts das Amtsgericht gebaut wurden.

8. Vorderfront der Häuserzeile des Dienstagmarktes um 1905. Das linke Haus mit dem damals häufigen Zugang zum Keller von außen war die Gastwirtschaft Maringer. Der vermágende Besitzer besaß drei, die Stadt zwei Häuser des Blocks. 1909 erwarb sie die Maringer'schen Gebäude, um den Marktplatz zu vergrößern und den Bliek auf die Kirche frei zu geben. Nachdem Maringer am Ostende des Platzes ... im Jahre 1910 ein neues Gasthaus hatte erbauen lassen [Gasthaus zur Sonne) ließ die Stadt den Häuserblock bis auf das Kilster- und das anschließende Kleber'sche Haus niederlegen. Diese beiden, mit deren Besitzem man sich nicht einig geworden war, blieben bis in die spdten zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts erhalten. (DI. W. Laubenthal.)

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek