Merzig in alten Ansichten Band 1

Merzig in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Alfred Diwersy
Gemeente
:   Merzig
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2407-2
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Merzig in alten Ansichten Band 1'

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39. Diese Aufnahme, etliche Jahre später aufgenommen, wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1910 und 1920, läßt die Schönheit der reichverzierten Fassade der Landratsvilla mit ihrem Erker und dem Balkon deutlich erkennen. Das (linke) Verwaltungsgebäude, inzwischen umgebaut und vergrößert, hat man, dem Stil der Zeit entsprechend, mit einem Turm gekrönt, Mitte der sechziger Jahre wurden die beiden repräsentativen Sandsteinbauten bedauerlicherweise abgerissen. Seit 1966 gähnt als Lücke links ein Parkplatz und rechts sieht man die öde, rechteckige Metall- und Glasfassade des neuen Landratsamtes über die Mauer ragen.

40. Nikolaus Wagner hatte 1826 in Lockweiler mit der manuellen Herstellung von Seife begonnen. Seine Enkel verlegten 1880 das Werk nach Merzig. Das Fabrikgebäude, in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Peter Wagner Iotografiert, zog sich von der Bahnhofstraße (gegenüber Hotel Römer) bis rückwärts zu den Gleisen der Kleinbahn. Die Erzeugnisse der Seifenfabrik Gebrüder Wagner wurden an der Saar, in ElsaßLothringen, in Luxemburg, der Eifel, der Pfalz und im Hunsrück verkauft. Vor gut zehn Jahren wurde der Betrieb, der der Konkurrenz der großen Waschmittelhersteller nicht mehr gewachsen war, stillgelegt.

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41. So bot sich, von Peter Wagner festgehalten, dem Besucher, der vom Bahnhof kam, im Jahre 1898 der 'Eingang der Stadt'. Man erkennt die Heilig-Kreuz-Kapelle, das Hartfuß'sche Haus (unter anderem Friseursalon Gustav Rudolf und Anwaltspraxis des Reichstagsabgeordneten DI. Werr) und das Hotel Römer (vormals Hotel 'Bellevue' der Familie Hartfuß). Die Straße ist noch nicht gepflastert, sie wurde es erst 1903. Die Grünanlage im Zwickel der Gabelung der Schank- und Bahnhofstraße hatte der Verschönerungsverein 1886/1887 anlegen lassen. Der Terrakottaspringbrunnen, den die Firma Villeroy & Boch der Stadt geschenkt hatte, erst im Jahre 1897 dazugekommen, mußte schon zwei Jahre später dem Kreiskriegerdenkmal weichen.

merzîg.

Kreie-Krieçerdenkmcl.

C 3395i Verlag Becker-Krapp, ~Ierzig.

42. Stand der Keramikbrunnen in der kleinen Anlage vor dem Hotel Römer nur zwei Jahre, so schaffte es das am 15. Oktober 1899 feierlich enthüllte Kreiskriegerdenkmal immerhin auf mehrere Jahrzehnte. Zwar wurde es während des Ersten Weltkrieges schon aller bronzenen Teile - der Figur, der Tafeln und des Eichenkranzes - beraubt, aber der Sockel blieb doch noch bis in die späten zwanziger Jahre stehen. Entgegen dem Wunsch des Kreiskriegervereins entfernte die Stadt dann den Sockel des Denkmals und lagerte ihn im Bauhof, bis er nach dem Zweiten Weltkrieg als Gedenkstein für die verstorbenen Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde Merzig Aufstellung auf dem jüdischen Friedhof an der Plätsch fand.

43. Der Berliner Bildhauer Arnold Künne war der Schöpfer des Kreiskriegerdenkmals. Das Postament trug in mächtiger Bronzefigur einen stiirmenden Krieger, den entblößten Sëbel in der Rechten, die geraffte Fahne in der Linken. Die Vorderfront war mit einem Kranz aus Eichenlaub und Palmen geschmiickt, darin fand sich die Inschrift: 'Seinen in den Kämpfen von 1864,1866 und 1870/71 für Deutschlands Ehre gefallenen Söhnen. Der Kreis Merzig.' An den beiden Seiten des Postamentes befanden sich die bronzenen Ehrentafeln, von denen die rechte die Namen der Gefallenen, die linke die Namen der infolge Verwundung oder Erkrankung nachträglich Gestorbenen trug. (J.H. KeIL)

44. Am Kreiskriegerdenkmal fanden öfter Militärfeste und Gedenkfeiern statt, auch zu der Zeit als nur noch der Sockel stand. Das Foto zeigt eine solche Gedenkfeier während des Ersten Weltkrieges, vielleicht sogar die feierliche Ablieferung der bronzenen Teile, die zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurden. Der Platz konnte die Menschen kaum fassen. Links hatte man eine Tribüne mit Sitzplätzen errichtet; rechts kann man Soldaten mit Gewehren erkennen. Es ist kein Foto von der Enthüllung des Denkmals, denn bei genauem Hinschauen sieht man, daß die Figur des Kriegers auf dem Sockel fehlt.

45. Als Abschluß der Foto-Serie der 'Partie' an der Heilig-Kreuz-Kapelle sei diese Aufnahme aus den dreißiger Jahren angefügt. Der dem Zeitgeschmack entsprechende Wandel der Anlage vom vergangenen Jahrhundert bis zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spiegelt sich in den Aufnahmen. Vergleicht man die heutige, durch Verbreiterung der Straßen auf ein Minimum verkleinerte Anlage, die einen Verkehrsschilderwald an der Spitze trägt, mit der gepflegten, einladenden Grünanlage von einst, wird deutlich, wie nachteilig sich der 'Stadteingang' verandert hat, der den Besucher empfängt, wenn er zur Innenstadt geht oder fährt.

Sfddf. 5óhere Sehule.

merzig.

46. Die im Jahre 1882 eröffnete private Höhere Knabenschule, zunächst im Hause Schuppenhausen, Ecke Kaiser- und Wagnerstraße untergebracht, 1883 in die Räume der umgebauten vormaligen Gerberei Merziger am Mühlenbach verlegt, wurde 1888 von der Stadt übernommen. 1895 konnte die Städtische Höhere SchuIe das an der Brauerstraße errichtete Gebäude beziehen. Die Postkarte mit dem Lehrerkollegium im Eingang und den Schülern an den Fenstern dürfte aus Anlaß des Umzuges gedrückt worden sein. Das abgebildete Gebäude ist eine Vorstufe, nämlich die erste Hälfte des später um den linken Flügel vergrößerten Schulhauses.

Gymnasium in Merzig,

47. Vergleicht man diesen Bliek in die Brauerstraße mit dem heutigen Zustand, wird die Zerstörung des Stadtbildes in den letzten Jahrzehnten erschreckend deutlich: Links der 1890 errichtete Pferdestall der Aktienbrauerei, der 1956 einem Parkplatz und einem Hochhaus weichen mußte. Rechts der noch intakte Sandsteinbau des Hauses Brauerstraße 7, in dem sich heute die Marienapotheke befindet. In der Mitte das Anfang 1900 vergrößerte Gymnasium mit dem schönen Portikus. Zunächst Höhere Knabenschule und Realprogymnasium , später Lyzeum und Mädchenrealgymnasium, von 1964 bis 1970 Realschule, seither Volkshochschule und Jugendzentrum, soll dieses wichtige Bauzeugnis der Merziger Schulgeschichte leider bald auch einem Neubau weichen.

König!. Lehrer-Seminar, Merzig

48. Im Jahre 1910 wurde das Gebäude des 1907 eröffneten Königlichen Lehrerseminars in Merzig fertiggestellt. Die gegenüberliegende Seite der Waldstraße war damals noch unbebaut. Nach Einstellung der Lehrerausbildung in den dreißiger Jahren fand das Jungengymnasium, heute 'Gymnasium am Stefansberg', hier sein Domizil. Die Umbauarbeiten von 1969/1972 haben die harmonische Wirkung des Baukomplexes zerstört. Das links angebaute Wohnhaus, die Direktorwohnung, eine geschickte Wiederholung des großen Bauwerks im Kleinformat, ist heute durch einen unpassenden Bau in Kastenform ersetzt. Die schwungvollen Frontgiebel sind abgetragen. Das Gebäude wirkt dadurch wie amputiert.

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