Merzig in alten Ansichten Band 1

Merzig in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Alfred Diwersy
Gemeente
:   Merzig
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2407-2
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Merzig in alten Ansichten Band 1'

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,. MERZIG a. Saar

Kgf. Präparandenanstalt

49. Im Jahre 1905 ins Leben gerufen und in den Räumen der Volksschule untergebracht, konnte die Königliche Präparandenanstalt 1906 ihren Neubau beziehen. 1907 wurde sie voll ausgebaut, 1914 in eine private, aber weiterhin dem Seminardirektor unterstellte Anstalt umgewandelt. Der dreijährige Besuch der Präparandie war der ebenfalls dreijährigen Ausbildung am Lehrerseminar vorgeschaltet. Nach Schließung der Präparandie als Amtsgericht genutzt, gehört der Bau heute zum Gymnasium. Späteren Umbauten fielen leider die Verzierungen am Spitzgiebel zum Opfer. Die mittleren Giebelfenster und der Haupteingang wurden zugemauert. Der halbrunde apsisartige Vorsprung links mußte dem neuen Gebäudeeingang weichen.

Partie à, d. St: Josëphs-KapeJle.

50. Die Josefskapelle hat der 'ehrsarn Matthaeus Kewerkopff sendt- und hochgerichtsscheffen' irn Jahre 1677 errichten lassen. Im Jahre 1905, als die Postkarte gedruckt wurde, standen nur im hinteren Teil der Waldstraße links einige Häuser. Die rechte Seite wurde erst später bebaut. Die Backsteine am rechten Bildrand könnten auf eine Baustelle hindeuten. Die Bäume des kleinen Wäldchens, in dem die Kapelle damals noch stand, wurden später gefällt. Am Josefstag pilgern, einern frommen Brauch folgend, immer noch viele Beter von hier zur Kreuzbergkapelle.

51. Dieses Foto zeigt die Trierer Allee mit der Josefskapelle Anfang der dreißiger Jahre. Das frühere Wäldchen um die Kapelle ist zu einer mit Büschen bepflanzten dreieckigen Anlage zwischen der Waldstraße und der Trierer Allee umgestaltet worden. Im Schatten der Linden der Trierer Allee bot damals eine Bank an der Spitze der Anlage Gelegenheit zur Erholung. Die Bäume der Trierer Allee wurden zur angeblichen Verbesserung der Verkehrssituation Ende der fünfziger Jahre gefällt.

52. Der 'Kaisergarten' war ein beliebtes Tanz- und Festlokal, in dem zu der Zeit, als unsere Eltern und Großeltern noch jung waren, glanzvolle Feste gefeiert wurden. Ende des vorigen Jahrhunderts von der Aktienbrauerei erbaut (am 29. Mai 1887 erfolgte laut einer Anzeige in der Merziger Volkszeitung die Eröffnung durch den Besitzer Kuhn), atmet der repräsentative Bau mit seinen Dachterrassen, Türmen und Verzierungen ganz den Stil der Zeit vor 1900, den wir heute wieder schätzen gelernt haben. Betrachtet man die schöne Aufnahme der 'Gartenwirtschaft Kaisergarten' mit dem Springbrunnen im Vordergrund, merkt man, wieviel Glanz unsere Zeit verloren hat. Schade, daß der 'Kaisergarten' uns nicht mehr in ursprünglicher Form zur Verfügung steht!

)lerzig- Gartenwirtschalt .. Kaisergarten''.

53. Inmitten ausgedehnter Garten- und Parkanlagen an der Trierer Straße/Ecke Waldstraße gelegen, war der 'Kaisergarten' für Sommerfeste ideal geeignet. 1928 von der Katholischen Pfarrgemeinde erworben, wurde der von manchen älteren und konservativen Merzigern als 'berüchtigte und sündige Vergnügungsstätte' angesehene 'Kaisergarten' in eine Notkirche umgewandelt. Nach dem Bau der modernen Josefskirche 1958/1959 erwarb die Baufirma Wegener Gebäude und Grundstück. Eine hohe Hecke und der Neubau der Firma Plasanit versperren heute den Bliek auf Grundstück und Gebäude, das ein halbes Jahrhundert FesthalIe und Kirche war. Seit zwanzig Jahren dient es jetzt - ganz prosaisch - als Lager und Bürohaus.

54. Vergleicht man diese Ansicht der früheren Kirche St. Josef mit der vorherigen des 'Kaisergartens', bemerkt man, daß äußerlich beim Umbau in Kirche und Pfarrhaus nicht allzuviel geändert wurde: Den mittleren Teil erhöhte man um ein Stockwerk mit Dach. Auf die vordere Terrasse setzte man den Kirchturm. Anstelle des Namens 'Kaisergarten' schrieb man 'St. Joseph' sowohl ans Gebäude als auch ans Eingangstor. Der 1932 gegründeten Pfarrei St. Josef diente der Bau fast dreißig Jahre als Gotteshaus bis zur Errichtung der modernen Josefskirche 1958/1959.

55. Die evangelische Kirche, das Foto zeigt sie im ursprünglichen Zustand, ist ein schlichter, ansprechender neugotischer Bau aus den Jahren 1863-1865. Da Seitenschiffe fehlen, nehmen Strebepfeiler unmittelbar den Druck des Gewölbes auf und gliedern zugleich die Seitenwände in eindrucksvoller Weise. Die mit zahlreichen Krabben besetzten und in Kreuzblumen auslaufenden Fialen auf den Strebepfeilern erhöhten die Leichtigkeit und das Himmelstrebende des Gebäudes. Bei der Renovierung der Kirche Mitte der siebziger Jahre wurden sie leider abgetragen.

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56. Im Jahre 1893 hatte das Villeroy & Boch-Werk in Merzig etwa dreihundert Mitarbeiter und produzierte hautpsächlich salzglasierte Tonröhren, Bau- und Kunstterrakotta sowie Dachziegeln. Merziger Terrakotta wurde an vielen markanten Bauwerken in der ganzen Welt verwandt (Bahnhof und Kunstakademie in München, Trocadero in Paris, Schloß Herrenchiemsee, Theater in Odessa). Plattenverlegerkolonnen der Merziger Fabrik arbeiteten in St. Petersburg, Moskau, Jerusalem, Konstantinopel, Warschau und vielen anderen Plätzen. Im Vordergrund des 1893 aufgenommenen Fotos der Rotensteiner Weg. Über den Fabrikhallen erkennt man den Gipsbergweg, der im spitzen Winkel auf die Losheimer Straße stößt.

57. Dies ist die erste Luftaufnahme des Merziger Werkes von Villeroy & Boch, Sie stammt aus dem Jahre 1928. Damals hatte das Werk etwa eintausend Beschäftigte. Produziert wurden Platten, Terrakotta, salzglasierte Steinzeugrohre und Sanitär-Feuerton. Die Fabrikstraße, heute etwa hundert Meter nach links verlegt, verlief damals dort, wo der Hangenfelder Weg in die Losheimer Straße einmündete und die Gleise der MBE die Straße kreuzten. Der Bereich der oberen Torstraße und des Hangenfeldes war noch unbebaut, desgleichen der Rotensteiner Weg, wo erst eine Dienstwohnung von V & B stand. Etwas rechts von der Bildmitte kann man das Bahnhofsgebäude der MBE erkennen.

58. Die Merzig-Büschfelder-Eisenbahn, mit dem erheblichen Kostenaufwand von 2,1 Millionen Mark erbaut, konnte am 6. Juli 1903 den Verkehr aufnehmen. Damals (1902/1903) wurde auch der Kleinbahnhof (Merzig-Ost) gebaut. Hier waren die Verwaltung, die Abfertigung für den Personen- und Güterverkehr sowie eine Gaststätte untergebracht. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude wurde 1948/1949 wieder aufgebaut. Links neben den Fabrikhallen von Villeroy & Boch steht eine der 1903 erworbenen Loks, die seit den vierziger Jahren langsam durch französische Triebwagen, von denen einer in der Bildmitte zu erkennen ist, ersetzt wurden. Die MBE hat ihren Verwa1tungssitz heute in Losheim. Die Personenbeförderung geschieht nur noch mit Bussen.

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