Merzig in alten Ansichten Band 1

Merzig in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Alfred Diwersy
Gemeente
:   Merzig
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2407-2
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Merzig in alten Ansichten Band 1'

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ffierzig.

59. Vor hundert Jahren, am Tage ihrer Goldenen Hochzeit, entschlossen sich Herr und Frau von Fellenberg, Merzig ein Kranken- und Waisenhaus zu stiften. 1880, kurz nach dem Tode Wilhelm von FelIenbergs, war der Bau fertiggestellt. Frau von Fellenberg konnte die Schlüssel der Oberin der Borrornäerinnen, Schwester Sebastiana, am 24. August übergeben. 1884 übertrug sie die Fellenberg'sche Stiftung der Firma Villeroy & Boch, ließ aber noch 1887 eine Kapelle anbauen. Auf dem Foto des Kranken- und Waisenhauses mit der Kapelle (in Rückansicht) sind im Vordergrund die Gleise der MerzigBüschfelder-Eisenbahn zu sehen.

60. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde der Bau des Kranken- und Waisenhauses, von Fellenbergstift genannt, den Bedürfnissen entsprechend erweitert (urn Speiseanstalt für die V & B-Arbeiter, Nähschule, Kinderbewahranstalt und Haushaltungsschule). Am 4. Februar 1908 übertrug Geheimrat René von Boch auf Antrag des Landrats Eichhorn die FeJlenberg'sche Stiftung auf den Kreis Merzig. Eine erneute Erweiterung (urn Isolierbaracke, Infektionshaus und Leichenkapelle) fand 1911/1912 durch den Kreis statt. Das Foto aus den zwanziger Jahren zeigt das Kreiskrankenhaus in Teilansicht von der Parkanlage an der Torstraße aus.

61. Die Postkarte aus den dreißiger Jahren vermittelt einen Eindruck des Kreiskrankenhauses nach dem Urn- und Erweiterungsbau von 1933/1934, der auch eine Erneuerung der inneren Einrichtung mit sich brachte. Oben rechts der Haupteingang, darunter ein Bliek in einen der Gänge, links eine Innenansicht der stilvoll gestalteten neugotischen Krankenhauskapelle. Da das Kreiskrankenhaus, inzwischen veraltet und zu klein geworden, nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde in den Jahren 1959 bis 1964, rechts an den Altbau anschließend, der seither als Altersheim dient, ein Neubau errichtet.

Schloss fellenberg, ;Vierzig.

62. Wilhelm Tell von FelIenberg, verheiratet mit Virginie Boch, baute um 1840 eine am Seffersbach an der damaligen Stadtgrenze Merzigs gelegene alte baufällige Mühle zu einern Wohnhaus um, dem Schloß FeIlenberg. Ganz in der Nähe begann er 1857 mit der Herstellung von Dränagerohren. Aus diesen Anfängen wurde später das Merziger Werk von V & B. Schloß Fellenberg bewohnte er bis zu seinem Tode am 22. März 1880. Die Karte zeigt das Fellenbergschlößchen, wie man es heute nennt, im Jahre 1900.

63. Im Jahre 1933 mietete der Kreis Merzig das Fellenbergschlößchen von der Firma Villeroy & Boch, um es 1934 zur Erweiterung des Kreiskrankenhauses anzukaufen. Nach erfolgtem Umbau wurden zunächst ein Alters- und ein Mädchenheirn sowie später die Wöchnerinnenabteilung darin eingerichtet. Von 1964 bis 1973 war es Schwesternwohnheim. 1977(1978 wurde es renoviert. Seit Ende 1979 hat das wiedereröffnete Heimatmuseum hier eine passende Bleibe gefunden. Das Foto des efeubewachsenen Felienbergschlößchens inmitten der Parkanlage wurde Ende der dreißiger Jahre aufgenommen.

64. Der erste Merziger Kindergarten, damals noch 'Verwahr-Schule' genannt, wurde von den Borromäerinnen in der am Ritzerbach gelegenenen Kessler'schen Mühle eingerichtet. Sie lag neben dem auch von den Schwestern geleiteten Kranken- und Waisenhaus. 1890/1891 wurde für die 'Kinderbewahrschule' am anderen Ende des etwa sechs Morgen großen Gelandes der Fellenberg'schen Stiftung gegenüber der Marienkapelle ein eigenes Gebäude errichtet, das Peter Wagner damals fotografierte. Darin war bis Ende der fünfziger Jahre der Kindergarten und die Nähschule St. Peter untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkriege gab es hier Kostümfeste und Bunte Abende der Katholischen Jugend, auch das erste Nachkriegskonzert. 1959 mußte die alte 'Verwahr-Schule' dem Neubau des Kreiskrankenhauses weichen.

65. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Merzig eine Maschinenspinnerei, die Wollfabrik Gusenburger. Sie produzierte Wollgarne in drei Güteklassen und wurde mit Wasserkraft betrieben; aushilfsweise konnte eine Dampfmaschine eingeschaltet werden. Ihr Standort war die Ecke an der Brunnenstraße/In der Altstadt ('Powei'). Die Leder- und Treibriemenfabrik Thees kaufte die Gebäude der freigewordenen Wollspinnerei Gusenburger 1910 zur Erweiterung ihres Betriebes. Im Vordergrund des Fotos ist die um 1890 gebaute Seffersbachbrücke zu sehen. Rechts, unweit der Einmündung der Inselstraße in die Brunnenstraße, gab es einen Laufbrunnen, den Hirschbrunnen.

66. Der Fotograf stand am tiefgelegenen Seffersbachufer in der oberen Inselstraße, als er diesen 'Bliek zum Kreuzberg' Ende der zwanziger Jahre aufnahm. Die Straße verlief hinter der (von unten gesehen besonders) hohen Brückenmauer und lag höher als der seitlich angebaute Fußgängersteg. Der Giebel des Hauses rechts gehörte zur Leder- und Riemenfabrik Thees. Nach Durchfließen der beiden durch den Mittelpfeiler getrennten Brückengewölbe vereinigten sich die Wasser des Mühlengrabens und des Seffersbaches, um sich die Inselstraße einschließend - sofort wieder zu trennen. Die in den Ursprüngen aus dem vorigen Jahrhundert stammende Brücke wurde um 1930 durch eine neue ersetzt.

67. Das war der Anblick, wie er sich dem Betrachter von der Seffersbachbrücke in der Brunnenstraße aus bis Ende der sechziger Jahre bot. Unsere Postkarte aus der Mitte der dreißiger Jahre zeigt den Mühlengraben und die Häuser der Inselstraße mit der Mühle Blasius im Hintergrund. Die Turbinenanlage, das quer über dem Bach stehende Gebäude, wurde im Jahre 1912 gebaut. Links eine 'Scaützel', die man öffnete, wenn die Wassermenge für den Mühlengraben zu groß wurde. Das überschüssige Wasser floß dann nach links in den Seffersbach, der nach Unterquerung der Inselstraße, an ihrer linken Seite vorbeiflaß. 1968/1970 wurde die Häuserzeile abgerissen und der Mühlengraben zugeschüttet.

68. Dies ist ein frühes, wohl aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende stammendes Foto der Inselstraße vor ihrer Einmündung in die Brunnenstraße. Eine eigentliche Brücke gab es noch nicht. Das Wasser des Seffersbaches unterquerte die noch nicht gepflasterte Inselstraße in drei großen Rohren. Hinter dem Weg kann man in der Nähe der 'Schützel' einen Steg erkennen. An der Ecke Inselstraße/Brunnenstraße (bei dem Anwesen Daum) lag der Hirschbrunnen, den die Merziger einfach 'Baar' nannten. Das Wasser, das nicht trinkbar war, lief in mehrere große 'Kumpen' und diente den Merziger Frauen zum Wasehen der Wäsche.

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