Merzig in alten Ansichten Band 2

Merzig in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Alfred Diwersy und Wolf Porz
Gemeente
:   Merzig
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3724-9
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Merzig in alten Ansichten Band 2'

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59. Noch einmal der Barockbau in derTrierer Straße, der 1954 der Spitzhacke zum Opfer fiel. Wir sehen ihn hier im [ahr 1935 zur Zeit der Volksabstimmung. Damals war er Sitz des städtischen Bauhofes. Das Bild mag verdeutlichen, wie leichtfertig man in Merzig in früheren [ahren mit alter Bausubstanz, die als Verkehrshindernis galt, umgegangen ist. In diesem Büchlein gibt es dafür eine Menge Beispiele.

60. Das Hotel Trierischer Hof an der Ecke Trierer Straße/Josefstraße im Iahr 1913. Die Saarfûrst-Brauerei hatte das Gebäude erworben und unterhielt es auch. Es besaß unter anderem einen rund 350 Quadratmeter großen Saal, der sich zu Vereinsfestlichkeiten besonders eignete und wegen seiner Akustik gerne auch zu Konzerten und Theater-Aufführungen genutzt wurde. Bis zur Fertigstellung des Saalbaus in der Hochwaldstraße, aber auch noch danach, war das Haus ein wichtiger Veranstaltungsort in der Stadt. Legendär sind die rauschenden Ballnächte, die hier in den fünfziger jahren an Fastnacht über die Bühne gingen.

61. Die in den vierziger [ahren des 19. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus erbaute Merziger Synagoge stand in der Rehstraße, die heute Synagogenstraße heißt. Es war ein schlichtes Gotteshans, die Wände nur belebt durch hohe Fenster. die Fassade klassizistisch klar gegliedert mit Eckquaderung als Bauschmuck. Daneben, innerhalb der Mauerumfriedung, getrennt von einem schmalen, baumbestandenen Hofstück, das Schulhaus mit der Wohnung des Lehrers und Kantors. In der Pogromnacht 1938 brannte die Synagoge aus und wurde wahrscheinlich 1940/41 abgerissen. Während der Kriegsj ahre befand sich eine Holzbaracke auf dem Grundstück, die als Kindertagesstätte (7) diente. Das daneben stehende Schul- und Lehrerhaus wurde im Herbst 1944 durch Bomben zerstört, nicht dagegen die Synagoge, wie fälschlicherweise auf dem Gedenkstein vermerkt ist.

MERZIG _ S ?? r

Trlerer u. Waldstrafte

62. Auf das Iahr 1913 wurde diese Aufnahme datiert. Man sieht die gepflasterte Weggabelung von Triererund Waldstraße. Die Hauptverkehrsstraße in Richtung Trier war ausgangs der Stadt eine prächtige Allee. Hinter dem kleinen Hain verbirgt sich die Josefskapelle. Sie ist eine Stiftung des Matthaeus Kewerkopff, 'sendt- und hochgerichtsscheffen'. Er ließ sie für sich und seine 'eheliche Hausfrau' Walpurg Weis 1676/77 errichten, einer Zeit der Drangsal, wo Krieg, Hungersnot und Pest Merzig heimsuchten. Noch heute ist sie am Josefstag Treffpunkt vieler Gläubiger, die entlang der Kreuzwegstationen bis zur Kreuzbergkapelle (siehe Bild 69) betend pilgern. Sehr hübsch ist die prächtige Laterne an der StraBengabelung.

63. Merzig war einst reich an repräsentativen Veranstaltungsstätten und Ausflugslokalen. Unvergessen ist noch heute der Kaisergarten, wenngleich das Gebäude ab den zwanziger [ahren als Kirche diente und seit dem Bau der pfarrkirche St. Josef in den sechziger [ahren als Büro- und Lagerhaus genutzt wird. Der Kaisergarten war 1887 ganz im Stil der Zeit erbaut worden, mit prunkvollen Verzierungen der Fassade, flankiert von einer terrassierten Parkanlage. Auch hier wurden - schenkt man den Überlieferungen Glauben die rauschendsten Feste gefeiert. Der Saal war etwa 250 Quadratmeter groß. Das Haus fasste mit Nebenlokalitäten rund 600 Personen. Eine über dem Saalliegende Terrasse bot eine herrliche Sicht ins Saartal. Die Gartenanlage, der Saal und die Terrasse boten Raum für 3 000 bis 4 000 Personen.

MERZIG a. d. aar : Prov1pzia~Heü- und Pftegeanstalt. Portal.

64. Portal der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt im [ahr 1918. Das spätere Landeskrankenhaus, heute nach Urn- und Anbau Klinikum Merzig, war einer der öffentlichen Profanbauten, die Merzig zum Ende des 19. [ahrhunderts städtisches Gepräge gaben. Die Hauptfront wurde 1876 nach Plänen des Koblenzer Architekten Dittrnar errichtet. Der dreiachsige Mittelbau übernimmt Züge italienischer Renaissancepaläste. Diese Ansicht ist zum Glück bis heute erhalten. Als nämlich das neue Krankenhaus geplant wurde, gab es auch Stimmen für einen Abriss oder eine deutliche Veränderung des Portalbereichs.

65. Im [ahre 1905 ins Leben gerufen, konnte die Königliche Präparandenanstalt ein [ahr später ihren Neubau (rechts) beziehen. Der dreijährige Besuch der Präparandie war der ebenfalls dreijährigenAusbildung am 1907 eröffneten Königlichen Lehrerseminar vorgeschaltet, das im Iahre 1910 sein Gebäude (links) in derWaldstraße beziehen konnte. Nach der Einstellung der Lehrerausbildung in den dreißiger [ahren fand das Jungengymnasium, heute Gymnasium am Stefansberg, hier sein Domizil. Das Haus der Präparandie wurde als Amtsgericht genutzt. Heute gehört es zum Schulkomplex. Wie bei vielen Gebäuden in der Stadt ist auch hier bei einem Umbau in jüngerer Zeit wenig Rücksicht auf die Harmonie der architektonischen Gestaltung genommen worden. Die Straßenansicht des heutigen Gymnasiums am Stefansberg wirkt wie amputiert.

66. Bliek vom Kreuzberg - in diesem Falle exakter vom Stefansberg - auf die Ausläufer der Stadt und das Saartal. Vorne die heutige Stefansbergstraße, damals noch ein Weg, dahinter das Gelände des königlichen Seminars, heute Gymnasium am Stefansberg. In der Mitte hinten der ehemalige Wiesenhof und rechts am Rand, von Bäumen umgeben, die Heil- und Pflegeanstalt. Im Hintergrund rechts Besseringen und links Schwemlingen. Der Blick fast bis nach Orscholz verrät, warum damals mit dem Slogan 'Merzig - Das Tor zum romantischen Saartal' geworben wurde.

67. Ein früher wie heute beliebtes Ausflugslokal ist der Ellerhof. Hier eine Biergartenszene aus dem [ahr 1926. Noch immer spenden linden- und Kastanienbäume Schatten, und man kann auch heutzutage nachvollziehen, warurn diese Ausflüglergruppe so zufrieden dreinschaut. Auf dem Bild der Dritte von links ist übrigens Michel Schwindling, der am Dienstagsmarkt eine Gemüsehandlung unterhielt und wie viele Merziger regelmäßig auf den Ellerhof spazierte.

68. Zum Glück ist nicht ausgeführt worden, was eigentlich geplant war. Die Kreuzbergkapelle hoch über der Stadt war bei Kriegsbeginn 1939 als Ziel für feindliche Angriffe eingestuft worden. Das kleine Gotteshaus hatten Soldaten deshalb zur Sprengung vorbereitet. Eine eilig an die Mauer geschmierte Warnung beweist das: 'Betreten verboten! Vorsicht! Zur Sprengung fertig!' Die Sprengung blieb zwar aus, aber die Kapelle überstand den Krieg nicht heil. Beim schweren Luftangriff auf die Stadt im November 1944 wurde auch sie empfindlich getroffen. Die Kriegsschäden waren erst Anfang der fünfziger Iahre beseitigt. Unter anderem musste die Kreuzbergkapelle ein komplett neues Dach erhalten.

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