Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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9. Im Jahre 1887 begannen die Mesumer mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche, weil ihnen ihre bisherige Kirche auf dem Friedhof viel zu klein geworden war. Am 20. Juli 1887 legte Weihbischof Wilhelm Cramer den Grundstein. Nach fast dreijähriger Bauzeit weihte Bischof Hermann Dingelstadt am 3. Juni 1890 feierlich die neue Kirche ein und gab ihr den heiligen Johannes den Täufer als Kirchenpatron. Unser Bild, eine sehr seltene Südwestansicht, zeigt die Kirche kurz nach ihrer Fertigstellung, Sie wird von großen Gärten begrenzt. Rechts steht die alte Kaplanei, links das alte Haus der jetzigen Metzgerei Overrneier.

10. Die neue Kirche, von Baumeister Hertel als 'Kreutzkirche(Centralbau)' errichtet, war mit dem Weihetag keineswegs fertig ausgestattet. Unser Bild von 1930 stellt das Kircheninnere mit allen Ausschmückungen und bunten Wandmalereien dar, die ab 1890 nach und nach verwirklicht wurden. Die Ranken- und Architekturornamente, die alle Wände und Pfeiler überzogen, wurden erst 1900 in Ölfarbe gemalt. Hinzu kamen noch weitere Wandmalereien des Kirchenmalers A. Soetebier aus Münster. Die Kanzel lieferte Holzschnitzer Tölle, ebenfalls aus Münster. Hochaltar und Seitenaltäre waren Stiftungen angesehener Mesumer Bürger. 1934 wurde die Kirche erstmals umgebaut.

11. Der Hof Schulte-Mesum, hier im Bild von 1920, gehört zu den größten und angesehensten Höfen in Mesurn. Er ist die Keimzelle Mesums, die ehemalige 'curia to Meseym', die schon vor 993 existierte. In einer alten Markenrolle von 1469 ist der Besitz als 'De hof to Mesem' erwähnt. Der Schulte auf dem Hof spielte zu allen Zeiten in Mesum eine bedeutende und führende Rolle, sei es im Mittelalter als Markenrichter oder viel später als Gemeindevorsteher, Das große Bauernhaus wurde 1847 errichtet. Dabei wählte der Erbauer keineswegs den damals üblichen Fachwerkstil, sondern den protziger wirkenden Ziegelbau, der eher einem adeligen Gutshaus ähnelte.

12. Gesundes, kräftiges Vieh im Stall war stets der besondere Stolz des Bauern. In Mesum züchteten die Landwirte vor allem Rindvieh und Pferde. Auf Auktionen, Leistungsschauen und Tierschaufeste waren Mesumer Züchter immer mit großem Erfolg vertreten. Das Foto von 1920 zeigt einen auf einer Hamburger Tierschau prämierten Zuchtbullen, den die beiden Mitarbeiter des Hofes Schulte-Mesurn stolz dem Fotografen präsentieren. Zur Hofanlage gehörten aber nicht nur Haus, Stall- und Nebengebäude, sondern auch seit altersher eine Brennerei, in der ein über Mesums Grenzen hinaus bekannter Schnaps der Marke 'Emsperle' hergestellt wurde.

13. Die Jagd war lange Zeit ein Privileg für Adelige, später für begüterte Fabrik- und Gutsbesitzer. Der Hof Schulte-Mesum besaß ein eigenes, großes Jagdrevier, in das der Hofbesitzer gern befreundete Jäger zu wiederholten Treibjagden einlud. Das Revier lag größtenteils im Gebiet der ehemaligen Mesumer Mark, also westlich der Bahnlinie. Um nun für sich, aber vor allem für seine Jagdgäste bei schlechter Witterung eine feste Unterkunft zu haben, ließ Schulte-Mesum mitten in seinem Jagdgebiet südlich der Moorstraße ein Jagdhaus bauen, das auf unserem Bild aus dem Jahre 1917 zu sehen ist. Der leichte, zweispännige Jagdwagen war das beliebteste und schnellste Gefährt für alle Jagdteilnehmer.

14. Während zum Hof Schulte-Mesurn als Privileg eine Brennerei gehörtc, besaß der idyllisch in einer Bachaue am Nordrand Mesums liegende Hof Egberting, später Höping, das besondere Recht, eine Wassermühle zu bewirtschaften. Der wasserreiche Frischhofsbach ermöglichte den Betrieb einer öi. und einer Kornmühle. Daß zu den beiden Mühlengebäuden später noch ein Sägewerk, ebenfalls mit Wasserkraft betrieben, angebaut wurde, macht unser Bild deutlich, das etwa um 1925 aufgenommen wurde. Ganz rechts, wo das Wasserrad zu sehen ist, steht die Ölmühle. Zwischen ihr und der Kornmühle, beide mit der Traufenseite zum Hof hin, schießt das Wasser über das Wehr, überragt von der Figur des heiligen Nepomuk aus dem Jahre 1782. Sägewerk und Holzschuppen schließen sich, beide giebelseitig zu erkennen, nach links hin an.

15. Aus den benachbarten Bauerschaften und aus dem Dorf kamen die Bauern, Kötter und Bürger mit ihrem Mahlgut zu den Höping'schen Mühlen, den einzigen weit und breit. Erst 1885 wurde durch den Bau einer Windmühle nahe der Nielandstraße das Mühlenmonopol Höpings durchbro chen. 1902 wurde dann noch eine weitere Mühle, eine Dampfmühle, in Mesum an der Rheiner Straße gebaut (bis 1978 im Besitz Greive). Die Ölmühle, vor der auf unserem Bild aus den dreißiger Jahren das Kuhgespann steht, war noch weit nach 1945 zeitweilig in Betrieb. Gut zu erkennen ist rechts die Nepomuk-Statue. Kühe waren bei den Mesumer Kleinbauern nicht nur Milchlieferanten, sondern auch noch unentbehrliche Zug- und Arbeitstiere.

16. Waschtag war vor 50 Jahren, als dieses Bild aufgenommen wurde, nicht nur auf dem Hofe Höping eine schwere, zeitraubende und anstrengende Arbeit für die Frauen. In vielen Familien begann die Woche mit dem Waschtag, und wenn viel Wäsche anfiel, mußten fremde Waschfrauen aushelfen. Die Wäsche wurde eingeweicht, gekocht, auf dem Waschbrett gerubbelt und sauber gerieben, dann mehrfach gespült und ausgewrungen. Wer wie hier Höping nahe am Bach wohnte, hatte Wasch- und Spülwasser zur Genüge parat. Dort stand dann auch das separate Waschhaus, in dem die Waschgerätschaften aufbewahrt wurden, von denen unser Foto einige zeigt. Nebenan lag dann vielfach die Bleichwiese.

17. In Akten von 1333 und 1469 heißt der Hof Renger, den das Bild um 1920 zeigt, 'Glodes hues'. Daraus entstand der alte Name 'Gloe', und so nennen die Mesumer auch heute noch die Hofbesitzer, Das stattliche Fachwerkhaus trägt die Jahreszahl 1778 im Torbalken über der großen Tennentür. Auf dem Bild stellt sich die ganze Familie dem Fotografen: In der Mitte hält der Bauer eine Schaufel. Zwischen ihm und seiner Frau stehen zwei Kinder, nach rechts folgen die übrigen Kinder. wovon der älteste Sohn Bernhard (heute Hofbesitzer) ein Pferd führt. Ganz links faßt Öhm Clemens den 'Ploogstiärt', wie man in westfälischer Mundart den hölzernen Griff der Pflug nennt.

18. 1m Festtagsgewand präsentiert sich die ganze Familie des Bauern Schulte-Mesum, Feuerstiege, im Jahre 1918 dem Fotografen. Wie beim Renger-Bild hält auch hier der älteste Sohn ein Pferd. Das jüngste Mädchen zeigt stolz einen Kinderwagen. Der Fotograf wählte keineswegs. wie das sonst üblich war, die Vorderseite des großen Hauses als Hintergrund für seine Aufnahme, sondern die Rückfront, die zum Grünen Weg hin liegt. Der Name Schulte-Mesurn kam auf den Hof, als sich hier im 19. Jahrhundert ein Sohn vom Mesumer Schuitenhof einheiratete, Der alte Hofname lautet 'Gröne' oder 'Gröns', Er wurde hergeleitet aus 'Groneweyh' oder 'Gronewergh', wie in alten Urkunden zu lesen ist.

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