Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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19. Das Gut Winterbrock, dessen großes Wohn- und Stallgebäude hier auf dem Foto aus der Zeit des Ersten Weltkrieges zu sehen ist, blickt auf eine noch nicht ganz hundertjährige Geschichte zurück. Durch die Markenteilungen in der Mitte des vorigen Jahrhunderts kamen viele Mesumer Bauern in den Besitz großer Sand-, Heide- und Moorflächen, die nicht sehr wertvoll, für die aber Steuern und Abgaben zu entrichten waren. 1883 konnte daher der Gerichtsreferendar Theodor Timmermann preiswert einige hundert Morgen ehemaligen Markengrund im Mesumer Feld kaufen und dort 1885 zunächst ein kleines Kötterhaus bauen, Aber schon 1888/1890 ließ er stattliche Wohn-, Stall- und Scheunengebäude errichten. Den Namen erhielt das Gut, weil der erste Verwalter und Mitarbeiter der Mesumer Kötter Franz Winter war. 'Broek' ist eine alte Flurbezeichnung.

20. Die ständige Erfindung und Entwicklung neuer Maschinen brachte der Landwirtschaft wertvolle Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Moderne Dreschmaschinen lösten die mühevolle, tagelange Handarbeit mit den Dreschflegeln ab. Und so sah der typische Dreschtag im ersten Viertel dieses Jahrhunderts, wie hier auf dem Hof Borcharding, aus: Der Unternehmer hat seinen Drescher angefahren und aufgebaut. Der Traktor, noch mit Eisenrädern, liefert über einen langen Riemen die Antriebskraft. Das im Sommer eingefahrene Korn wird garbenweise durch ein provisorisches Loch im Dach herangeschafft. Viele fleißige Hände sind noch für das Weiterreichen und Einwerfen der Garben, für das Einsacken des Korns, für das Pressen und Abtransportieren des Strohs vonnöten.

21. Dieses Bild, etwa um 1920 aufgenommen, zeigt eine Rarität in Mesurn: ein Doppelheuerhaus. Es stand am nördlichen Dorfrand auf einer kleinen Anhöhe, die 'Auf dem Schloß' genannt wird. Hofbesitzer Hinterding (heute Reinke) hatte es für seine Heuerleute errichten lassen, damit sie als unentbehrliche Hilfskräfte in Hofnähe wohnen konnten. Zu seiner Zeit war das Haus groß und stattlich und soll darum einen der frühen Bewohner veranlaßt haben zu sagen, er wohne wie 'in einem Schloß'. Es lohnt sich schon, das Bild in Muße bis ins Detail anzusehen, weil es viele Hinweise auf Lebensweise, Wohnkultur, Arbeitstechnik und Hausbau vermittelt: die kleinen Fenster, der gemeinsame offene, holzverschalte Brunnen, das tief geschleppte Dach und die kleinen Stallvorbauten an den Giebeln. Beide Hausteile besaßen genau die gleiche Aufteilung und Architektur,

22. Im Jahre 1790 zählte man in Mesum 28 Heuerhäuser, so daß zu jedem Bauernhof und größerem Kotten ein, manchmal gar zwei Heuerhäuser gehorten. Meist wohnte der Heuermann mit seiner Familie auf dem Hofgelände oder zumindestens in Rufweite. Diese Merkmale treffen auf das Haus Hansmeyer, das auf unserem Foto aus dem Jahre 1920 zu sehen ist, zu. Dennoch gehört das kleine, einfache Fachwerkhaus nicht in die Kategorie der Heuerhäuser trotz der Nähe zum Hof Schulte-Mesum. Das traufenseitig zur Elter Straße (heute Dechant-Römer-Straße), die 1920 noch ein Sandweg war, stehende Haus gehörte zu Roß (später Berghaus, heute Finkmann). Auf der kleinen Holzbank rechts vor dem Haus saß man des Feierabends und tauschte Dorfneuigkeiten aus. Bernhard Hansrneyer, der das Haus als letzter mit seiner Familie bewohnte bis zum Abbruch vor etlichen Jahren, ließ sich mit zwei Kindern vor dem Haus fotografieren.

23. Vor drei und mehr Jahrhunderten besiedelten immer mehr Kötter die freien Flächen, Teile des Markenlandes. Sie bekamen allerdings selten gutes, fruchtbares Land zugewiesen, sondern bauten ihr kleines Häuschen meist weit ins Feld oder in feuchten Niederungen, zum Beispiel am Rande des Hassenbrockes. Einige Kötter ließen sich auch nahe arn Dorfzentrum nieder, wozu auch der Kotten Post gehört, von dem hier das Foto aus dem Jahre 1909 stammt. Das schmale, bescheidene Fachwerkhaus versteekt sich unter den großen Eichen. Charakteristisch sind der Brettergiebel, der wenige Zentimeter überkragt und die breite, geteilte Tennentür an der Längswand zur Nielandstraße hin.

24. Der größte und wohlhabendste Kotten, zu dem auch noch ein Heuerhaus gehörte, war der Familie Stiegemann eigen, die schon in alten Einwohnerlisten als 'Stigrnan' erwähnt wird. 40 Morgen Ackerland zählten zu ihrem Besitz. Daneben betrieb die Familie noch eine Seilerei. Längs zum Hassenbrockweg unter einer Hainbuchenhecke wurden die Seile gedreht. Dem Familienbesitz entsprechend ist auch das 1804 errichtete stattliche Fachwerkhaus, hier auf dem Foto um 1900 zu sehen. Das im Stil eines Vierständerhauses aus Eichenholz errichtete Gebäude ist mit 20 Meter Länge eines der größten Kötterund Bürgerhäuser des 19. Jahrhunderts. Von Größe und Pracht zeugen auch das schöne Fachwerk und der mächtige Giebel, der mehrmals überkragt.

25. Die Familie Schulte, die zu den ältesten Mesums gehört, bewohnte seit jeher einen Dorfkotten. Unser Bild aus dem Jahre 1910 zeigt das Kötterhaus, das unmittelbar in Kirchnähe an der Rheiner Straße steht. Ein Kamin mit der Jahreszahl1740 und die Tatsache, daß es noch Lehmwände im Hause gab, lassen auf ein hohes Alter schließen. Während die Vorfahren allesamt Heimweber (Leineweber) waren, die nebenbei den kleinen Kotten mit zwei Kühen bewirtschafteten, war Josef Schulte, der mit seiner Frau vor der Haustür steht, auch Handwerker und Holzschuhmacher. Darum liegen vor der Tür Birken-, Linden- und Pappelstämme, die bevorzugter Rohstoff zum Holzschuhschnitzen waren. Bei Umbauten 1960 stießen die Bauarbeiter auf eine Urne mit 13 Münzen aus dem 16. Jahrhundert.

26. Die ersten Handwerker, die in alten Mesumer Urkunden erwähnt werden, sind Bäcker, Zimrnermann, Schmied, Schuster, Holzschuhmacher und Seiler. Eine Blütezeit erlebte das Handwerk mit dem Aufbau der Industrie, als junge, unternehmungslustige und wagemute Handwerksgesellen sich selbständig machten. Einer von ihnen war auch der Küfer Franz Achterkamp. Er ließ sich 1890 in Mesum nieder und eröffnete als Berufsfremder ein Fleischergeschäft. 1931 zum großen Handwerkerfest bauten die Metzgergesellen auf dem Hofe vor dem Schlachthaus Achterkamp einen Festwagen. Bei dieser Arbeit dabei waren (von links) Franz Achterkamp junior, auf dem Wagen Ludger Scheffer und Hugo Deitmar, Wilhelm Gausepohl, Antonius Hesseling und August Remke.

27. Jürgens ist der alte Name für den Besitz Borcharding, zu dem früher ein ansehnlicher Kotten, eine Bäckerei und ein Lebensmittelladen gehörten, eine in Mesum durchaus übliche Kombination. Unsere Aufnahme muß vor 1900 entstanden sein, denn 1900 wurde die Straße gepflastert und 1912 am Westgiebel (Bildvordergrund) der Saal angebaut, nachdem die Junggesellenschützen hier ihr Vereinslokal einrichteten. Bäckergesellen und Familienmitglieder posieren für den Fotografen. Die Bahnhofstraße ist noch ein Sandweg mit Grasstreifen. Ganz links erkennt man den Fachwerkgiebel des Heuerhauses. Zeichen für Wolhabenheit: zwei Fahrräder stehen vor dem Eingang, von wo es in den kombinierten Schank- und Ladenraum ging.

28. Um die Jahrhundertwende erlebte die junge Textilindustrie in Mesum ihre erste Blütezeit. Die Gunst der Stunde nutzte der junge Bäcker Joharm Schräer aus Wettringen. Er baute sich an der Rheiner Straße, unweit der Textilfabrik Gröning, 1889/1900 eine Bäckerei rnit Kolonialwarenladen. 'De niee Bäcker', wie die Mesumer den zugezogenen im Unterschied zu den alteingesessenen Bäckern nannten, hatte Erfolg und konnte schon 1910 eine neue, größere Backstube anbauen, die auf unserem Bild als Neubau mit dem Dach hinter dem Haus zu erkennen ist. Die Bezeichnung 'de niee Bäcker' blieb erhalten, und heute nennen die Bürger die Familie Schräer noch 'Bäckers',

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