Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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29. Schenkwirtschaft, Kolonialwaren- und Manufakturgeschäft waren das Gewerbe von Josef Schröder, der sich hier mit seiner Frau (zweiter und dritter von links) und Gästen und Nachbarn vor seinem 1909 neu erbauten Haus dem Fotografen stellt. Er besaß eines der ältesten Geschäfte in Mesum. Hinter dem Haus Schröder erkennt man den Brettergiebel und den niedrigen Vorbau des alten Hauses Sprick (heute Stienemann/Lüke). Zu sehen ist auch noch der Giebel, ebenfalls verbrettert und darum vom Sprick'schen Haus nur schlecht zu unterscheiden, der zum 1731 von Gut Wieching dort gebauten Heuerhaus gehört. Die Feuerstiege ist noch ein Sandweg, der erst 1925 ausgebaut wurde.

Illesum i. W.

30. Der Gasthof 'Zur Krone ', hier im Bild von 1915, zählt zu den ältesten Gasthäusern Mesums. Der Südteil des Gebäudes, hier von den hohen Bäumen verdeckt, wurde bereits im 17. Jahrhundert errichtet. Da in Mesum ein Gastwirt von seiner Schenke allein nicht leben konnte, gehörten auch noch Bäckerei, Kotten, Schmiede und Kolonialwarenhandlung zum Besitz der Familie Kamp, die auch Pohlmann genannt wurde. Daher dürfte auch der Beiname 'Pomes' herführen. Die Frau mit der weißen Schürze ist Pomes Röschen, die nach dem Ersten Weltkrieg einen Schulz heiratete. Der Gasthof Kamp war auch das erste Vereinslokal der 'Junggesellen-Schützen-Gesellschaft Mesum 1877'.

Gasthof zum Schwan August Rrckerrnann MESUM i: Westfalen.

31. Wohl kaum ein Foto im Bildband erinnert an die 'gute, alte Zeit' so sehr wie dieses aus dem Jahre 1915. Es zeigt eine liebenswerte Dorfidylle, das bekannte Bild einer gemütlichen Dorfstraße, wo die Menschen noch am Straßenrand sitzen können, wie hier vor dem Gasthof 'Zum Schwan". Gastwirt Rickermann, zugleich Bäcker und Ackerer auf einem kleinen Kotten, steht vor der Gasthaustür, während seine Familie die Tische besetzt. Hier stand auch an jedem Sonntagmorgen nach dem Hochamt der Gemeindediener und verlas laut die neuesten, amtlichen Bekanntmachungen der Arntsund Gemeindeverwaltung. Bemerkenswert sind noch einige Details: Das Haus Gilhaus-Nitz ist im Bau, das Kötterhaus Veltmann ragt weit in die Rheiner Straße hinein und der Thieplatz ist noch mit hohen Bäumen bestanden.

32. 'Hexenhäuschen' ist ein lustiger Beiname für das Gasthaus, das auf unserem Bild von 1910 zu sehen ist und das Josef Kattenbeek 1874 gegenüber dem Bahnhof eröffnete. Seine Frau Elisabeth hatte schon früher die ankommenden Bahnreisenden bewirtet. In dritter Ehe heiratete sie dann Bernhard Feldhaus, der vorn links mit seiner Frau am Zaun steht. In dem Gasthaus soll es mitunter recht turbulent zugegangen sein, daß so mancher Gast gar 'behext' nicht den Heimweg fand. Das 1873 erbaute Haus weist alle Merkmale eines in Mesum oft vorkommenden Baustils auf: Fachwerkbau mit leicht überkragendem Brettergiebel, traufenseitig zur Straße. Ganz rechts erkennt man noch die Kegelbahn.

Mesurn

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33. Unser Bild von 1912 zeigt links einen Teil des neu angelegten Servatiiplatzes mit den jungen Bäumen und im Hintergrund mit qualmendem Schornstein die Fabrik Schürmann & Holländer. Rechts steht das wuchtige, 1905 erbaute Gasthaus Mersch, dessen Fassade im Rundbogenstil besonders auffällt. Da der Gasthausbetrieb die Familie allein nicht ernähren konnte, legte man sich noch eine Bäckerei und eine Drogen- und Kolonialwarenhandlung zu. Am Straßenrand befindet sich vor dem Wirtshauseingang ein Futtertrog für Pferdegespanne. Der unausgebaute Burgsteinfurter Damm wirkt recht weitläufig und großzügig angelegt. Hier in der Nähe lag vorher ein Sandhügel, wo die Dorfschützen auf Scheiben schossen und wo bis kurz vor 1900 das alte Mesumer Armenhaus stand.

34. Der junge Schmied Julius Bischof machte sich auf Anraten seines Neuenkirchener Meisters 1898 in Mesum selbständig und pachtete zunächst den alten Betrieb des Schmiedemeisters Bernhard Schmitz, genannt 'Luks Bänd' (heute Dülmer). 1907 erwarb Bischof das Haus des Schusters Krukenkamp an der Rheiner Straße und baute eine neue Schmiede an. Unser Foto aus dem Jahre 1907 zeigt das Anwesen mit der angebauten Schmiedewerkstatt und den beiden ältesten Kindern, Heinrich und Bernhard. Julius Bischef führte nicht nur Schmiede- und Reparaturarbeiten aus, sondern fertigte Handkarren und Ackerwagen, handelte mit Landmaschinen, verkaufte Haushaltswaren, Öfen und Herde und lieferte Brennstoffe.

35. Das Jahr 1797 gilt als Gründungsjahr für die Schmiede Stiegemann (heute Maschinenbau Upmann), die nicht nur gängige Schmiedearbeiten ausführte, sondern noch Werkzeuge, Baubeschläge, Waschmaschinen, Acker- und Gartengerät herstellte. 1910 kaufte sich Theodor Stiegemann, von den Mesumern nur 'Stiems Terro' geheißen, für 7710,75 Mark eine stationäre Heißdampf-HochdruckLokomobile und erzeugte damit Lichtstrom, den er auch über ein einfaches Leitungsnetz an andere Mesumer Haushalte lieferte. Damit legte er den Grundstein für das spätere Mesumer Gemeindewerk. Unser Bild wurde 1912 aufgenommen und zeigt von links Theodor Stiegemann, eine kleine Nichte, seine Frau, die Hausgehilfin Kampel und ganz rechts Josef Stiegernann, Aus dem Hintergrund ragt der hohe Schornstein für die Hochdrucklokomobile empor.

36. Heimweberei war der wichtigste Nebenerwerb für die Mesumer Kötter, und noch um die Jahrhundertwende gab es viele Häuser mit Webkammer, in der oft mehrere Handwebstühle standen. Einer ist rechts auf dem Festwagen für das Handwerkerfest 1931 zu sehen. Er wird bedient vom alten Weber Holthaus. Demonstriert werden auch noch die übrigen Arbeitsgänge: das Spinnen und das Fertigen der Kette, wozu Hannes Stienemann in der Wagenmitte die Fäden von den Spulen auf den Scherrahmen zieht. Das prächtige Gröning'sche Pferdegespann lenkt Kutscher Johannes Frehe, Der Wagen hält vor dem Haus des Fabrikanten Gröning, der den Wagen bauen ließ.

Mesum.

Bahnhof

37. Im Jahre 1856 wurde nach mehrjähriger Bauzeit die Eisenbahnlinie Münster-Rheine, zunächst nur einspurig, eröffnet, und Mesum bekam seine Haltestelle an dieser Strecke. Da nun der kleinste Ort ebenso wie das große Berlin einen Bahnhof erhielt, taufte man Mesum scherzhaft in 'Klein-Berlin' um. Dieser Scherzname blieb bis heute erhalten. 1912, aus dem Jahre stammt die Aufnahme, präsentierte sich das schmucke Bahnhofsgebäude samt kaiserlichen Bahnbeamten in Uniform dem Fotografen. In Bahnhofsnähe entstanden bald die ersten Fabriken, wie etwa die Firma Schürmann & Holländer, deren Schornstein hoch aufragt. Der Weg im Vordergrund (heute 'Am Bahndamm') wurde mit dem Bahnbau neu angelegt.

38. Die erste Fabrik, die am Bahnhof entstand, war die von holländischen Kaufleuten 1886 errichtete Fischräucherei auf dem Gelände des Wirtes Feldhaus. Zollersparnis war der Grund für die cleveren Holländer. Mit der Bahn schafften sie den grünen Hering heran, den dann die Arbeitskräfte, meist Mesumer Frauen, in einigen Tagen zum leekeren Bücking räucherten, Der Rauch zog durch viele Schornsteine ab, die dem Fabrikgebäude ein eigentümliches, charakteristisches Aussehen verliehen. Die Fischräucherei, weitgehend Saisonarbeit, wurde nach wenigen Jahrzehnten aufgegeben. Die Bauten dienten im Ersten Weltkrieg als Gefangenenlager und wurden dann 1920 an Schönthal verkauft. Unser Bild muß vor 1910 entstanden sein.

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