Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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39. Landwirt August Schürrnann und Prokurist Laurenz Holländer bauten 1898 in unmittelbarer Bahnnähe eine Juteweberei, der sie 1908 eine Spinnerei angliederten. Das Foto von etwa 1905 zeigt im Vordergrund das Wohnhaus des Fabrikanten Schürmann (heute Robbers), der sich mit Frau und Tochter ganz vorn in Positur gestellt hat. In gehöriger Distanz bleiben hinten vor dem Fabrikgebäude ganz bescheiden die Arbeiter, die einzeln nicht zu erkennen sind. Nur Gastwirt Bernhard Feldhaus und Gattin gesellen sich selbstbewußt der Unternehmerfamilie zu. Die Straße zum Bahnhof weist schon die ersten Ausbaumerkmale auf: Rinnstein und ebene Sanddecke. Fabrikant August Schürmann stand etwa zwei Jahrzehnte der Gemeinde als Bürgermeister vor,

40. Es gibt kaum alte Bilder aus dem Arbeitsmilieu. Der arbeitende Mensch an der Maschine war offensichtlich kein erstrebenswertes Motiv für die damaligen Fotografen in Mesum. Ein seltenes Bilddokument aus dem Jahre 1925 zeigt Textilarbeiter der Firma Schürmann & Holländer in einer Arbeitspause vor dem Gebäude. Typisch ist die Arbeitskleidung: dunkle Hose, etwas hellerer Arbeitskittel, Mütze. Das Unternehmen, das in Spinnerei (bis zu 1 100 Spindeln) und Weberei an 115 Webstühlen zeitweise bis zu 170 Arbeiter beschäftigte, ging 1932 in Konkurs, Ältere Bildbandleser werden sicherlich noch viele der abgebildeten Arbeiter, vorn in der Mitte Albert Winter, erkennen.

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41. Die älteste Mesumer Textilfabrik ging aus dem 1871 von Wilhelm Gröning gegründeten Leinenund Jutegeschäft hervor. Aus ganz bescheidenen Anfängen, als noch Handweberei betrieben wurde, entwickelte sich 1887 nach dem Bau der ersten mechanischen Weberei mit 30 Webstühlen rasch ein großes Unternehmen. Im Bild von 1910 festgehalten ist vorn das Bürogebäude mit Weberei. Daran schließen sich die 1904 erbauten Spinnerei und Kesselhaus an. Dahinter sieht man, an der Rheiner Straße gelegen, Wohnhaus und Pferdestall. Der aufmerksame Betrachter erkennt vor dem Fabrikgebäude auf der Gröningstraße zwei Pferdefuhrwerke zum Abtransport der Fertigprodukte.

42. Der Bliek fällt in den Websaai der Gröning'schen Fabrik. Während eine große Brandkatastrofe am 15. August 1912 die Spinnerei völlig zerstörte, blieben die Weberei und andere Gebäudeteile wie Maschinen- und Kesselhaus weitgehend verschont. Im Maschinenhaus stand der zentrale Antrieb für alle Maschinen im Betrieb: die dampfbetriebene Kraftmaschine. Drehbewegung und Antriebskräfte wurden, wie im Bild deutlich zu verfolgen ist, mit Hilfe von Transmissionen, einem System mit Treibriemen, Riemenscheiben, Wellen und Drucklagern, vom Hauptantrieb auf die einzelnen Webstühle übertragen. Verwebt wurde hier überwiegend Jutegarn.

43. Im Textilwerk Gröning wurden nicht nur Jutegewebe hergestellt, sondern teilweise auch in der eigenen Näherei zu Säcken verarbeitet. Auf unserer Aufnahme aus der Zeit um 1925 erkennt man einen Teil der Arbeitsplätze mit den Nähmaschinen und den Ablagetischen. 1925 arbeiteten bei Gröning 310 Personen an 2000 Spindeln, 170 Webstühlen, in Näherei, Werkstatt und auf dem Büro, Bemerkenswert ist noch, daß Wilhelm Gröning schon vor 1914 Versuche durchführte, Stroh chemisch zu bearbeiten, um es dann verspinnen zu können. Während des Ersten Weltkrieges wurde in einer eigens errichteten Werkhalle mit separatem Maschinenhaus die Strohverarbeitung zu 'Stranfa'-Fasern aufgenommen, wobei die Strohfaser mit etwas Jute vermischt verarbeitet wurde. 1920 wurden die Strohverarbeitungsanlagen demontiert.

44. Kötter, Händler und Faktorist Clemens Eggert führte die Faktorei für Kettelhack in Mesum (Faktorei = Handel mit Gewebe, das Heimweber fertigten). 1888 baute dann Kettelhack auf dem Hofgelände Eggert eine kleine Weberei mit 25 Webstühlen. Es kam zu Differenzen zwischen Eggert und Kettelhack, so daß sich beide trennten. Eggert führte 1913 das junge Unternehmen mit seinem neuen Partner unter der Firmenbezeichnung Eggert & Dupre weiter. Auf unserem Bild, etwa um 1900 aufgenommen, ist noch gut der alte Hof Eggert zu erkennen (heute Büro Blomberg). Im Wohnteil neben der Tenne unterhielt Eggert auch einen kleinen Kolonialwarenhandel. Links stehen die ersten Fabrikgebäude. Clemens Eggert junior präsentiert stolz sein Fahrrad.

45. Wie zum vorigen Bild ausgeführt, trennte sich Heinrich Kettelhack 1912 von seinem alten Partner Eggert. Auf der östlichen Bahnseite baute er sich ein neues, größeres Werk auf, in dem erstmals elektrische Antriebe installiert wurden. Das Baugelände hatte er von Clemens Gronotte erworben, einem Heimweber, den er anschließend als Meister in seine Dienste aufnahm. Nach 1919 wurde das Werk noch einmal groß um Spinnerei und Sacknäherei erweitert und auf Juteverarbeitung umgestellt. Aufgestellt wurden ganz moderne Flachwebstühle, die später zu Rundwebstühlen weiterentwickelt wurden, auf denen nathlose Säcke produziert werden konnten. Auf unserem Bild von 1930 ist die Industriestraße noch ein Sandweg.

46. Um die Jahrhundertwende gab es in Mesum als gepflasterte Chausseen nur die Straßenverbindung Rheine-Emsdetten, sonst nur mehr oder weniger gut befestigte Sand- und Feldwege. Wer eine Reise oder Fahrt unternehmen wollte - und sei es nur ein Besuch in einem Nachbarort - der ging entweder zu Fuß oder benutzte ein Pferdefuhrwerk. Die Gutsbesitzer, Bauern und Fabrikherren besaßen eine oder mehrere Kutschen in verschiedenen Größen und in unterschiedlicher Ausstattung mit prächtig aufgezäumten Gespannen. Um 1920 wurde der leichte Jagdwagen fotografiert, der dem Gutsbesitzer Schulte-Mesurn gehörte und mit dem er hauptsächlich seine Jagdgäste ins eigene Revier fahren ließ. Der Wagen war mit seiner dieken Polsterung und weichen Federung sehr bequem.

47. Entscheidenden Auftrieb erhielt die Entwicklung des Fahrrades, als Dunlop 1887 den Luftreifen erfand. Es dauerte dann aber noch mehr als zehn Jahre, ehe das Fahrrad seinen vielbestaunten Einzug in Mesum halten konnte. Um 1895 drängten sich die Schulkinder noch ans Fenster, wenn ein Radfahrer die Rheiner Straße befuhr, und der Lehrer duldete diese kleine Unterbrechung gem, denn niemand ließ sich solch eine sensationelle Neuigkeit entgehen. Einer der ersten Fahrradbesitzer in Mesurn, der erste auf der Kolge, war Franz Asernann, der sich mit seinem neuen Rad 1907 stolz dem Fotografen stellt. Fahrräder waren damals ein Prestigebesitz und erscheinen darum oft mit ihren Besitzern auf alten Fotos.

48. Die Ems lag immer als ein trennendes, nicht leicht zu überwindendes Verkehrshindernis zwischen den beiden Nachbardörfern Mesum und Elte. Schon seit altersher wurden eine Wagen- und Personenfähre betrieben, denn die nächste Emsbrücke lag weit entfernt in Rheine, Zwischen Mesum und Elte gab es zwei Fährstellen: einmal die sogenannte 'graute Schippstieere' (große Schiffsanlegestelle), wo auch Fuhrwerke und Wagen die Ems überqueren konnten und die sich dort befand, wo heute etwa die Emsbrücke steht. Die kleinere Personenfähre legte weiter nördlich an, etwa in der Verlängerung der Feuerstiege gegenüber von Trampenhegge.

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