Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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49. Der Fährbetrieb bewältigte den zwischenörtlichen Verkehr mehr schlecht als recht. Es war schon ziemlich umständlich und mitunter auch zeitraubend, wenn man mit einem Fahrzeug zum anderen Ufer wollte. Dennoch war die Fähre eine lebensnotwendige Einrichtung. Wenn wie hier auf dem Bild (um 1920) rnit feierlichem Geleit und großer Volksmenge ein Bischof abgeholt wurde, dann legten die Mesumer nicht nur ihre Festtagsgewänder an und schmückten mit buntem Papier ihre Fahrräder, sondern dann wurde auch die Fähre festlich mit bunten Girlanden bekränzt und mit frischem Grün ausgeschlagen. Schon auf der Fähre mitten auf dem Fluß wurde der hohe Gast von den Honoratioren der Gemeinde feierlich begrüßt.

50. Die Eisenbahn löste als leistungsstärkster, schnellster Verkehrsträger die meisten Verkehrsprobleme, auch für die Mesumer. Man kann sich darum gut ausmalen, wie die Bürger die Bahneröffnung feicrten und wie sie an allem, was ihren Bahnhof anging, teilnahmen. In den Bahnhofsbereich ist gerade die Darnpflok eingefahren, Zu welchem Festereignis die große Versammlung aus Eisenbahnern und Bürgern zusammenkam, ist nicht ganz klar ersichtlich. Da die Strecke 1854 erbaut und 1856 eröffnet wurde, könnte das 50jährige Bestehen gefeiert worden sein, denn das Bild muß 1904 oder 1906 aufgenommen worden sein. Zu sehen sind auch die Gutsbesitzer Höping und Schulte-Mesurn (links neben dem Herrn mit dem Fahrrad). Die Strecke, die zunächst eingleisig war, besitzt jetzt schon zwei Gleise.

51. Ein langer Festzug bewegt sich im November 1929 über die Bahnhofstraße und biegt dann in die Münsterstraße ab, Musikkapelle, Vereine mit Fahnenabordnungen ziehen in Richtung Ems, um die neue Emsbrücke einzuweihen. Die Ortsstraßen sind zu dieser Zeit, vorn rechts ist ein Teilstück Rheiner Straße sichtbar, noch mit Blaubasalt gepflastert, das bei Nässe sehr rutschig war. Die Metzgerei Overmeier in der Bildmitte besitzt noch kein Schaufenster, und der Kirchplatz zeigt noch sein altes Aussehen: Baumbestand, kleine, schmale, gepflasterte Wege und Steinflächen dazwischen.

52. Eifrig bemühten sich die Mesumer Kommunalpolitiker um den Bau der Emsbrücke zwischen Mesurn und Elte. Es dauerte dann bis 1929, ehe die Regierung die notwendigen Gelder bewilligte. Die Baukosten betrugen 300 000 Mark, von denen Mesurn 60 000 Mark aufbringen mußte. Der Einweihetag am 6. November 1929 war ein großer Festtag für das ganze Dorf, zu dem die Gastwirte Extra-Speisekarten drucken ließen. Auf unserem Bild ist die nagelneue Brücke für den Einweihungsakt festlich geschmückt und bekränzt. Der Straßenwall ist neu aufgeschüttet, die Straßenbegrenzungssteine sind frisch geweißt, und am linken Brückenpfeiler liegt noch ein kleines Boot, das wohl die Bauarbeiter benutzt haben.

53. Für die neue Emsbrücke mußte die Straße nach Elte neu angelegt werden. Mit einer Lorenbahn schütteten die Bauarbeiter den Sandwall auf und fuhren das Baumaterial an. Einen Teil der Materialen schaffte man so vom Mesumer Bahnhof heran. Die Trasse wurde südlich vom Dorf am Friedhof vorbeigeführt, Auf Mesumer Seite mußte ein paar hundert Meter vor der Ernsbrücke eine Vcrflutbrücke gebaut werden, um Hochwasserschäden zu vermeiden. Am Einweihungstag 1929 segnete der Mesumer Dechant Franz Römer auch die Vorflutbrücke ein. Er wurde assistiert vom Küster Georg Kamp. Girlanden und Fahnen schmückten auch dieses Bauwerk. Die Schulkinder mit ihren Lehrkräften und sehr viele Bürger aus Mesum und EHe waren als Zuschauer dabei.

54. Genau am Schnittpunkt der Hauptverkehrsachsen Rheiner Straße, Münsterstraße und Bahnhofstraße errichteten die Mesumer ihre neue Kirche, die damit in den Brennpunkt des Ortsgeschehens rückte. Das Bild gibt die Straßenszene kurz vor 1900 wieder. Die Straße ist ein festgefahrener Sandweg, wo Rinnstein und Bürgersteig fehlen. Der alte Torfschuppen, ein für Mesum typisches Bauwerk, drängt sich rechts dicht an die Straße heran. Straßenlaternen sind schon vorhanden. Holzschuhmacher Schulte lagert seine Baumstämme vor der Haustür auf der Straße. Wenn früher der Fotograf auftauchte, dann war das ein Ereignis vor allem für die Kinder, die gerne so lange stillstanden, bis das Bild belichtet war.

55. Unser Foto von etwa 1920 zeigt die Rheiner Straße in Richtung Ortsausgang. Schmied Julius Bischof konnte das große Jauchefaß, das er gerade angefertigt hatte, getrost quer auf die Straße stellen. Er behinderte damit den wenigen Verkehr kaum. Ähnliches gilt flit das WagengesteIl am Straßenrand, das in Reparatur ist. Die Straße ist schon gepflastert, besitzt aber noch keinen Rinnstein und keinen Bürgersteig. Sie wurde 1897 ausgebaut. Im Hintergrund erkennt man den Fachwerkgiebel des jetzigen Hauses Isfort, rechts davon das alte Treckler'sche Häuschen, das vor einigen Jahren abgebrochen wurde.

56. Vorn Turm der neuen Kirche wurde 1930 diese Aufnahme von der Münsterstraße (heute ein Teilstück der Rheiner Straße) aufgenommen. Vorn rechts erhebt sich der breite Giebel der Kaplanei. Sie wurde vor einiger Zeit (1970) ebenso abgerissen wie der alte Fachwerkschuppen gegenüber.Am südlichen Ortsausgang, wo die Straße nach Elte und Emsdetten abknickt, steht die mächtige Linde vor dem Gasthaus Kamp. Zu erkennen sind im Hintergrund die alte Kirche auf dem Friedhof mit den großen Linden davor und die schattige Lindenallee nach Emsdetten hin. Ganz links das große Gebäude ist der Gasthof 'Zur Linde', der der älteste in Mesum sein soll. Das neue Haus wurde 1880 von Mense an dieser Stelle erbaut.

57. Zu einer früheren Zeit (kurz vor 1900) und aus anderer Perspektive wie vorhin stellt sich hier die Münsterstraße dar. Links der behäbige Fachwerkbau gehörte der Familie Engeln, die ihn 1902 an die Kirche verkaufte, die daraus die Kaplanswohnung machte. Seitdem heißt das Haus im Volksmund 'Kaplanei'. Rechts die Hausfront ist das Gasthaus 'Zur Linde'. Das alte Haus Bußmann dahinter, von einer Hecke umgeben, ist vor ein paar Jahren abgerissen worden. Die Straße, auf der sich einige Mesumer mit Hund oder Kind oder Schubkarre dem Fotografen stellen, ist noch ungepflastert. Sie erhielt 1899 eine feste Straßendecke.

58. Betrachten wir die alte Münsterstraße auf dem Bild von 1930 noch einmal vom Ortsausgang her. Die alte Dorilinde mit der Ruhebank darunter war ein beliebter Treffpunkt für ein Schwätzchen am Feierabend oder des Sonntags. Links dahinter liegt eine kleine Grünanlage, mit Bruchsteinen eingefaßt. Rechts verschwindet das Gasthaus Kamp fast im Grün. Gut zu erkennen ist, wie der mächtige Brettergiebel der Kaplanei das kleinere Haus Veltmann fast erdrückt. Aber alles wird überragt vom Kirchturm, dem höchsten Mesumer Bauwerk. Ein Pferdewagen und ein Radfahrer machen den ganzen Verkehr aus: ein fürwahr geruhsames Straßenbild.

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