Mesum in alten Ansichten

Mesum in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Greiwe
Gemeente
:   Mesum
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3104-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mesum in alten Ansichten'

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("lesu:n i. W.

Sevatyplatz.

59. Der Servatiiplatz, hier im Bild von 1912, wurde 1910/1911 im Straßendreieck Bahnhofstraße und Burgsteinfurter Damm ausgebaut, Er verdankt seine erste bescheidene gärtnerische Gestaltung engagierten Mesumer Bürgern, denn hier feierten die Mesumer ihre nationalen Gedenktage. So standen beispielsweise für die Gemeinde am 5. August 1913 hier gleich zwei Jubiläen auf dern Kalender:

Deutschland beging die Jahrhundertfeier der Befreiung Preußens von der Franzosenherrschaft. Dann feierte man noch das 25jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Wilhelm 11. Der Servatiiplatz war bis 1959 auch Kriegergedächtnisstätte. Im Haus links neben dem Gasthaus Mersch hatte sich der Gummibandweber Sterthus eingerichtet und einen kleinen TextilIaden eröffnet.

60. Der Eisenbahnbau 1854-1856 zerschnitt einen Teil des in Jahrhunderten gewachsenen Wegenetzes, das aus allen Ortsteilen auf die Kirche ausgerichtet war. Die Schienen trennten Wege ab, neue Verbindungen aus dem Feld mußten geschaffen werden. So mußte die Gemeinde auch einen besonderen, direkten Zuweg zum neuen Bahnhof anlegen, wobei man nur teilweise einer vorhandenen Trasse folgen konnte. Es entstand die Bahnhofstraße (heute Burgsteinfurter Damm). Vor allem im kirchnahen Bereich ließen sich bald Handwerker und Geschäftsleute nieder, wie hier das Textilhaus Niehaus und die Metzgerei Overmeier dahinter.

61. Die Bahnhofstraße, hier im mittleren Teil zu sehen, wurde für die Gemeinde eine bedeutende Verkehrs- und Geschäftsstraße. An ihr ließ sich Fabrikant Laurenz Holländer in den zwanziger Jahren eine für Mesumer Verhältnisse pompöse Villa erbauen, die links die Hecke überragt. Die Straße, vornehm alleenartig angelegt, wurde schon 1900 als erste Gemeindestraße gepflastert. Wiederholt sah sich die Gemeinde genötigt die sehr tief liegende Verbindung zum Bahnhof, die 1886/1887 zur Kreisstraße aufgewertet wurde, bis zu einen Meter hoch aufschütten und befestigen zu lassen.

62. Nach und nach entstanden auch am unteren Verlauf der Bahnhofstraße Häuser, zum Teil aufwendige Bürgerhäuser, von denen unsere Aufnahme von 1930 drei zeigt. Das Haus Feistmann liegt etwas zurück und schieb einen kleinen Vorgarten vor, Vor dem Haus Kamp im Vordergrund legte die Gemeinde einen großen Markt- und Kirmesplatz an (nicht im Bild zu sehen). Wie sehr die Bahnhofstraße im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte zur Geschäftsstraße wurde, zeigt eine Zählung von 1973, als man hier 28 Läden und Dienstleistungseinrichtungen registrierte. Diese Tendenz soll durch neueste städtebauliche Planungen noch verstärkt,

63. Besonders gefürchtet waren zu allen Zeiten große Brandkatastrophen und Feuersbrünste, denen der Mensch früher nahezu hilf- und wehrlos gegenüberstand. Die 1768 gegründete Brandversicherungsgesellschaft linderte die Not zwar und half beim Neuaufbau, wirksamen Feuerschutz bot erst eine gut ausgerüstete Feuerwehr, die in Mesum 1872 zwangsweise eingerichtet wurde. Vorher schützten sich die Bewohner durch Löschhilfe in der Nachbarschaft. Da es keine zentrale Feueralarmeinrichtung mit Sirenen gab, richtete die Gemeinde in einigen Häusern Feuerrneidestellen ein, zum Beispiel auch im Kötterhaus Kampel (heute Ludger Heitjans), das unser Bild von 1900 zeigt. Bei einem Brand mußte Opa Kampel mit seinem Feuerhorn auf die Straße und die Leute alarmieren.

64. Die Mesumer Zwangsfeuerwehr war den Anforderungen bei Brandkatastrophen nicht mehr gewachsen. Darum erließ Gemeindevorsteher August Schürmann am 22. Juli 1906 an alle Mesumer zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr einen dringenden Aufruf. Zum ersten Kommando gehörten Gutsbesitzer SchulteMesum als Hauptmann, Wirt Feldhaus, Fabrikant Schürrnann, Schmied Stiegemann und Gutsbesitzer Höping. Hinzu kamen noch die vier Kompaniefûhrer von Rettungs-, Spritzen-, Ordnungs- und Wassertransportmannschaft. Die Übungen der Wehr, wie hier um 1925 am Haus Bernhard Bischof an der Rheiner Straße, fanden viele, vor allem jugendliche Zuschauer.

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65. Die ersten neuen Ausrüstungsgegenstände erhielt die Mesumer Freiwillige Feuerwehr im Februar 1907: eine Handspritzpumpe, einen Schlauchwagen, ein paar hundert Meter Schläuche, einige Leitern, Seile und Äxte. Lag der Übungs- oder Einsatzort nah am Spritzenhaus, dann zogen die Feuerwehrleute die Spritze von Hand, sonst mußte ein eigens bereitzustellendes Pferd diese Arbeit übernehmen. Für die Wehr war es darum ein gewaltiger Fortschritt, als sie 1929 ihren ersten motorisierten Einsatzwagen bekam; einen gebrauchten Maybach-Kraftwagen, der in Horstmar gekauft und in Eigenarbeit zum Feuerwehrauto umgebaut wurde. Er steht hier vor dem 1912 errichteten Spritzenhaus mit Steigerturm auf dem Schulplatz der Josefschule.

66. Die Gründung einer Musikkapelle war sicherlich nicht nur ein sehnlicher Wunsch der jungen Mesumer Feuerwehr. Nachdem die notwendigen Gelder für Instrumente beschafft waren, konnte im Frühjahr 1908 mit zunächst 12 Mann die Feuerwehrkapelle gegründet werden. Sie schritt fortan bei Wehrübungen mit klingendem Spiel voraus und sorgte bei vielen Feiern, nicht nur bei der Wehr, fûr den musikalischen Rahmen und gute Unterhaltung. Kapellmeister Bernhard Hüls, in der Bildmitte mit Taktstock, war erster Dirigent, Vorsitzender war Bernhard Ringbeck, auf dem Bild links neben Hüls stehend.

67. Unser Foto von 1930 zeigt das älteste Mesumer Schulgebäude, die alte Johannesschule, die heute schulisch nicht mehr genutzt wird. Sie wurde 1904 zweiklassig mit zwei Lehrerwohnungen für 22 000 Mark errichtet, nachdem die Gemeinde die alte, einklassige Schule abgebrochen hatte, die vorher auf dem jetzigen Schulhof (Bildervordergrund) stand. Mächtige Eichen spendeten den Schülern beim Pausenspiel willkommenen Schatten oder Schutz vor Regen. Bildstock und Straßenkreuz begrenzten den Schulhof zur Rheiner Straße hin. Der Bildstock des Lazarus, in dem Geld für den Mesumer Armenfond gesammelt wurde, steht heute auf dem Friedhof neben den beiden Linden.

MES,UM i. W.

68. Infolge der fortschreitenden Industrialisierung stieg Mesums Bevölkerung rasch an, so daß sich bereits wenige Jahre nach dem Bau der Johannesschule eine neue Schulraumnot abzeichnete. Die Regierung riet der auf 1 369 Einwohner angewachsenen Gemeinde schon 1907 zu einem weiteren Schulneubau, der dann 1910 verwirklicht wurde, als die 'Joseph-Schule.' (unser Bild von 1910) mit zwei Klassenzimmern und zwei Dienstwohnungen gebaut wurde. Als Standort wählten die Gemeindeväter ein Grundstück gleich neben dem Mesumer Rathaus (heute Verwaltungsnebenstelle). Das Aussehen der Schule hat sich bis heute nicht verändert, obwohl die Schule seit Jahren nicht mehr benutzt wird.

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