Mettlach in alten Ansichten Band 1

Mettlach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Reinhold Junges
Gemeente
:   Mettlach
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0799-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mettlach in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

'Mettlach in alten Ansichten' zusammenzustellen, schien mir zunächst eine nicht gerade leichte Aufgabe zu sein, der ich mich jedoch nicht entziehen konnte, noch wollte. Allerdings war meine Hoffnung, den vorliegenden Band weitgehend mit Ansichtskarten gestalten zukönnen, anfänglich aus verschiedenen Überlegungen heraus sehr gering.

Zunächst ist das alte Mettlach-Keuchingen mit heute noch nicht einmal 4500 Einwohnern ein relativ kleiner Ort, der, von der jeden Fremden entzückenden Landschaft abgesehen, nicht gerade eine große Zahl an Objekten bot, beziehungsweise bietet, die nach heutiger Ansicht einen Verleger zur Darstellung auf Ansichtskarten reizen könnten. Soweit solche Karten aber einmal vorhanden gewesen sein mögen, dürften die Bestände wahrscheinlich weitgehend mit den Evakuierungen von 1939/40 und 1944/45 verloren gegangen sein. Die vielleicht noch vcrhandenen Restbestände in ausreichender Zahl zu mobilisieren, schien mir eine weitere Hürde zu sein. Ein Aufruf an die Bevölkerung, die Herausgabe des Bandes durch leihweise Überlassung von noch vorhandenem Karten- und Bildmaterial zu ermöglichen, hat aber unerwarteterweise ein erfreulich weites Echo gefunden, für das es an dieser Stelle besonders zu

danken gilt. Die anfänglich schwierig scheinende Aufgabe gewann mit jeder Erweiterung des zur Verfügung gestellten Materials immer mehr an Reiz.

Was wurde doch im Laufe der Jahrzehnte für eine Vielfalt an Ansichtskarten durch eine Reihe von Verlegern angeboten! Weit über hundert verschiedene Karten wurden mir, teils sehr spontan, zur Verfügung gestellt. Von diesen konnte allerdings etwa nur ein Drittel ausgewählt werden. Auf den großen Rest mußte teils zugunsten älterer, noch interessanter scheinender Photos verzichtet werden.

Bei der Vielfalt des gesammelten Materials erwachte zwangsläufig auch das Interesse, die Entwicklungsstadien der für Mettlach hergestellten Karten zu untersuchen. In den frühen neunziger Jahren wurden vielleicht schon die ersten mehr oder weniger phantasicvollen Lithographien sowohl in Schwarz-Weiß- als auch in Buntdruck herausgebracht. Ältere Karten sind nicht bekannt, da die 1889 erfolgte Aufstockung von Schloß Ziegelberg ein sicheres Indiz für die Altersbestimmung der ältesten Karten liefert. Teils wurden sie von Gastwirten, wie dem des Gasthofes zur Saar (Martin) oder Bauer, aber auch durch den Tabakwarenhändler Georg Dinges verlegt. Die ersten Karten auf Basis wahrscheinlich selbst hergestellter Photo-

graphien wurden ebenfalls noch in den neunziger Jahren von dem Verleger Eduard Beck angeboten. Wohl nach Vcrlage einer Photographie mit dem bekannten Brückenmotiv erschien im gleichen Jahrzehnt zumindest noch ein allerdings sehr kitschig wirkender Buntdruck. Obwohl Photographien als Ansichtskarten durchaus nicht mehr als neu zu bezeichnen waren, brachten die Geschwister Zirbes Anfang des Jahrhunderts in zwei Serien mindestens drei Karten in Kunstdruck heraus, die nach farbigen Vorlagen angefertigt worden waren. Etwa zur gleichen Zeit vertrieb der Gastwirt Martin bereits eine ansprechende Karte unter Verwendung des üblichen Brückenmotivs. Ein unbekannter Verleger brachte eine für diese Zeit als sehr gut zu bezeichnende Kunstdruckkarte mit einer Gesamtansicht des Ortes heraus.

Offensichtlich erfreuten sich die echten Photographien jedoch einer größeren Beliebtheit. Zu Beginn des ersten Jahrzehnts boten Georg Dinges und J.P. Hoffmann mehrere Motive an. Der Verlag des letzteren wurde wenige Jahre später von BergmannHoffmann mit ansprechenden Karten fortgeführt. Noch vor dem Ersten Weltkriege brachte dieser neben einem luxemburgischen Herausgeber auch kolorierte photographische Ansichten in Umlauf, die wirklich-

keitsnäher wirkten als die von Eduard Beek etwa zur gleichen Zeit auf Basis von Photos hergestellten und verlegten farbigen Drucke. Damals wurden auch die bekarmten Becker'schen Lithographien und Zeichnungen anderer Künstler auf Ansichtskarten verbreitet. breitet.

Die matt gedruckten Karten wurden in fast allen möglichen Farben herausgebracht. Neben Grauschwarz waren es vor allem Blau, Grün, Braun und Rot, in denen sie verlegt wurden. Ende der zwanziger Jahre erschienen schließlich die ersten Karten im Glanzdruck. Diese Entwicklung läßt sich aus drucktechnischen Gründen natürlich nicht bei den zur Auswahl gelangten Karten verfolgen.

Auf eine Vielzahl zur Verfügung gestellter Photos mußte leider auch verzichtet werden. Lediglich einige Gruppenaufnahmen - diese vor allem von nicht mehr bestehenden Vereinen - sollten aber nicht fehlen. Möge der vorliegende Band mit dazu beitragen, die Liebe zu Alt-Mettlach dort, wo sie bereits schlummerte, wieder zu wecken und sie im übrigen für immer zu bewahren.

1. Mit leicht abgewandeltem Text soll eine der wohl ältesten Mettlacher Ansichtskarten der folgenden Karten- und Photosammlung mit einem 'Gruß an Mettlach' , und zwar an das alte, nur noch in der Erinnerung bestehende Mettlach gleichsam das Motto zum Geleit geben. Neben der Abtei mit ihrem rechten Flügel, der allgemein als Altes Schloß bezeichnet wurde, waren Alter Turm, Pavillon, Ruine Montclair und Schloß Ziegelberg die üblichen Motive jener Zeit. Bei der vorliegenden Karte wurde, wie auf einigen anderen auch, zusätzlich noch die Klosterkapelle gezeigt. Waren Gastwirte die Verleger, wurden gewöhnlich auch deren Gasthöfe abgebildet.

2. Mettlach in seiner heutigen Gestalt ist ohne die Klostergründung des fränkischen Großen Liutwin und den Ubergang der säkularisierten Abtei in den Besitz der Industriellenfamilie von Boch überhaupt nicht denkbar. Die etwa 1928 entstandene Luftaufnahme zeigt in ihrer rechten Partie die von 1728 bis etwa 1771 durch den sächsischen Banmeister Christian Kretschmar erstellten Abteigebäude recht anschaulich. Die Urngebung des Barockgebäudes hat seit dieser Aufnahme im Interesse der industriellen Fortentwicklung mancherlei Veränderungen erfahren müssen. Davon ist eine für Mett1ach sehr schmerzliche der Verlust des hier noch hinter der Fabrikanlage sichtbaren Parkteiles. 1955 begarmen dort die Arbeiten zur Errichtung des Sanitärwerkes 11.

3. Mittagspause in der Steingutfabrik (vor 1900). Diese vielleicht einmalige Aufnahme gestattet einen Bliek in den Fabrikhof, wie er sich bis zum Sommer 1931 in kaum veränderter Form präsentierte. Damals mußten diese Gebäude moderneren Hallen weichen. Bis in die dreißiger Jahre hinein hatte die Arbeiterschaft noch eine längere Mittagspause von I 1/4 Stunden. Für die aus Besseringen und Saarhölzbach stammenden Arbeiter wurden von der Eisenbahnverwaltung eigens Züge, die sogenannten 'Döppches'Züge, eingesetzt, welche die 'Döppches', wie man die Steingutarbeiter zuweilen auch heute noch nennt, umgehend zur Mittagspause nach Hause beförderten und auch wieder pünktlich vor Pausenende zurückbrachten.

4. Diese wohl älteste Aufnahme der Abtei ist vielleicht noch vor dem Eisenbahnbau (1856/60) entstanden. Besonders interessant erscheint das Bild nicht nur wegen des im zwanzigsten Jahrhundert nicht mehr gebräuchlichen Ofentyps, sondern auch wegen der in der Saar ankernden Lastkähne. Die Aufschüttung an der Uferböschung bekundet deutlich, daß irgendwelche Gebäude abgerissen wurden. Im Zusammenhang mit den erkermbaren Materiallagerungen deuten die Gerüste jedoch auf einen Neubau hin. Da aber auf einem um 1865 entstandenen Photo bereits die heute noch vorhandene Fassade erkermbar ist, muß dieses Bild wohl um einiges älter sein.

5. Die Abtei im Sommer 1921. Große Zerstörungen hatte ein in der Nacht vom 12. zum 13. August etwa um drei Uhr ausgebrochener vierstündiger Brand verursacht. Gegen das Feuer konnte die Mettlacher Wehr mit ihrem veralteten Material überhaupt nichts ausrichten. Die Folgen waren entsprechend furchtbar. Auch die Wehren aus der Nachbarschaft konnten nicht entscheidend helfen. Als dann schließlich die Saarbrücker Wehr mit ihrer Motorspritze angerückt kam, war das Dachgeschoß in seiner ganzen Ausdehnung bereits restlos abgebrannt. Das Ausmaß der Brandschäden kann selbst diese Aufnahme nicht zeigen, sondern nur erahnen lassen.

6. Die vielleicht interessanteste, wenn auch nicht älteste Aufnahme von Mettlach, gegen 1870 entstanden, weist erneut mit den zwei besonders anschaulich ankernden Lastkähnen auf die frühere Bedeutung der Saar als Verkehrsweg hin. Der noch kleine Ort bestand bereits in klösterlicher Zeit aus dem 'Dorf" im Vordergrund und dem 'Untersten Dorf", Rechts im Hintergrund die noch völlig unbebaute Oberste Acht und die erst mit einem Gebäude, dem sogenannten Eisenbahnerhaus, bestandene Siebent. Das zweite, links stehende Haus wurde vor etwa einem Jahrzehnt niedergelegt. Am Alten Turm links vorbei, in Blickrichtung auf den Waldwinkel der Siebent, lugen hinter dem Abteidach Bürogebäude und Pförtnerhaus der Mosaikfabrik hervor.

7. Ecke Marktplatz-Bezirksstraße um 1900. Welchen Wandel das Ortsbild Mettlachs im Laufe der Jahrzehnte erfahren hat, wird besonders an dieser Stelle deutlich. Bis 1895 war hier ein freier Platz. Zu Anfang des Jahrhunderts wurde der Schulplatz nach vorne erweitert, und am 15. September 1904 in der Spitze desselben ein Denkmal mit der Büste von Mettlachs 'Altern Herrn', Eugen von Boch, aufgestellt. 1935 wurde aus dem Spielplatz nach einer gärtnerischen Umgestaltung ein 'Heimkehrplatz' . Dieser mußte aber bald nach Kriegsende Verkehrsnotwendigkeiten weichen. Der Bauvon 1895, der bis in die fünfziger Jahre die 3. und 4. Klasse beherbergte, wurde 1973 schließlich abgerissen. An seiner Stelle steht nunmehr das Gebäude der Volksbank Mettlach.

8. Mettlach vor 1875. Gegenüber der Aufnahme von f870 ist keine bauliche Veränderung festzustellen. Lediglich die gleichzeitig mit dem Schulgebäude errichtete, aber nur bis 1875 bestehende Turnhalle ist zusätzlich zu sehen. Rechts oben im Hang steht die 1846 fertiggestellte Lutwinuspfarrkirche. In der rechten Bildhälfte (zur Mitte hin mit Front zur Saar) eine der ältesten heute noch bestehenden Mettlacher Gastwirtschaften, von ihrer jeweiligen offiziellen Bezeichnung unabhängig seit jeher 'Bierstall' genannt. Im Vordergrund einige Keuchinger Fischer mit ihren Nachen. Bis zur Französischen Revolution waren die Fischer in einer uralten, vom Kloster straff organisierten Zunft zusamrnengeschlossen.

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