Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1823-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1'

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9. Im Jahre 1924 wurde in Mühldorf ein neues Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1914-1918 eingeweiht. Das alte Denkmal auf dem Platz, das nur aus einem umzäunten Obelisk bestand, war von 1874 und bot keinen Platz für die Namen der 149 Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Professor Selzer und der Bildhauer Lechner haben das neue Denkmal geschaffen, das mit seinem schönen Baumbestand bis 1960 der Mittelpunkt des Stadtplatzes war. In der Neuzeit wurde es mehr und mehr zum Verkehrshindernis, nach langen Debatten wurde es abgebrochen. Der Obelisk wurde zertrümmert, die beiden Löwen haben einen neuen Platz am Franzosenfriedhof und vor der Bayernbrücke in Waldkraiburg gefunden.

10. Die Bürgerhäuser auf dem Platz sind durchwegs streng und nüchtern gehalten, wenn man von einigen Erkern und Ecktürmchen absieht. Das alte Riedl-Haus, nach einem Bild von 1912, bildet eine Ausnahme, seine aufwendige Barockfassade entspricht auch äußerlich der Bedeutung, die es als' 1. Haus am Platze' hatte. Als Hotel Schwan hat es Geschichte gemacht, Kaiser Napoleon hat 1805 und 1809 hier Logis genommen, Erzbischof Lothar Anselm von Gebsattel ist in diesem Haus gestorben, nachdem er anläßlich einer Firmung vom Schlag getroffen wurde, 1876 nahm Prinzregent Luitpold mit seinern Stab Quartier und auch die Prinzen Rupprecht und Alfons fühlten sich hier wohl. Frau Therese Riedl schrieb in ihr Notitzbuch: 'Es war eine herrliche Zeit.'

11. Eine bürgerliche Idylle aus dem Jahr 1880. Die honorigen Bürger trafen sich schon am späten Nachmittag zu einem gemütlichen Tarock, jeder kannte jeden, man war unter sich, das gesellschaftliche Leben hatte seine unumstößliche Ordnung. Bürgermeister Fröhlich, der Drechsler Wiesmair, Müllermeister Wirrer und der Privatier Scheifele (von links nach rechts) sitzen hier im Weinhaus Riedl zusammen und die Privatiere Rosina Riedl leistet den Herrn Gesellschaft. Frau Riedl war eine verwitwete Gaigl, hatte in zweiter Ehe den Kraiburger Schiffsmeistersohn Josef Riedl geheiratet und war die Seele des renomierten Riedi-Hotels am Stadtplatz. Ungemein vermögend, war ihr Haus auch der gesellschaftliche Mittelpunkt des bürgerlichen Mühldorf.

12. Die Huterergasse, einst Kupferschmiedgasse genannt, ist eine der zahlreichen Handwerkergassen der Stadt. Die Lederer, Bäcker, Fragner, Weißgerber, Tuchmacher und Nagelschmiede waren in bestimmten Stadtteilen konzentriert. Auf diesem Bild von 1910 hatte am Eingang zur Huterergasse der Uhrmacher und Optiker Fesemair sein Geschäft und ihm gegenüber war der 'Straubinger Hof', den Josef Leidmann jahrelang innehatte und dann an Frau MetschI überging. Die Gassen waren wie der Stadtplatz gepflastert und hatten in der Mitte eine Wasserrinne, in der das Abwasser zum Stadtgraben geleitet wurde.

13. Es gibt einige Gassen in Mühldorf, die nach bedeutenden Familien benannt sind. Ein Beispiel dafür ist die Daxenbergergasse, die den Stadtplatz mit der Nagelschmiedgasse verbindet, hier in einer romantischen Aufnahme aus dem Jahr 1920 dargestellt. Das Daxenbergerhaus, das Eckhaus zum Stadtplatz, zählt zu den ältesten Kaufmannshäusern der Stadt. Über die Familien Schmidt und Reischl ist es durch Binheirat auf die Daxenberger übergegangen und das Geschäft hat unter ihnen die größte Blüte erlebt. Über vier Generationen betrieb man ein Spezerei-, Material-, Farben-, Schnitt- und Modewaren-, Tuch- und Porzellangeschäft, eine Lebensmittelgroßhandlung und ein eigenes Bank- und Wechselgeschäft waren angegliedert.

14. Um 1920 war an der Luitpoldallee noch ein großer Teil der einstigen Stadtmauer erhalten. Gut 600 Jahre hat sie der immer gefährdeten Stadt Mühldorf als Befestigungsgürtel gedient, war etwa sieben Meter hoch und hatte nach außen hin zahlreiche Schießscharten und auf der Innenseite einen hölzernen Wehrgang. Als Mühldorf bayerisch wurde hatte die Befestigung ihren Sinn verloren, den einzelnen Häusern, die mit ihrer Rückwand an die Mauer grenzten wurden dieselbe als Privatbesitz einverleibt. So haben sich mit der baulichen Entwicklung der Stadt nur mehr ganz wenige Reste der einstigen Stadtmauer bis heute erhalten.

15. überall und zu allen Zeiten hat man auf die Rathäuser ein besonderes Augenmerk gelegt. Das Mühldorfer Rathaus ist aus drei Bürgerhäusern entstanden, seine wuchtige Fassade läßt dies an den 3 x 3 Fenstern erkennen, die so seit 1638 vereint sind. Der obere Abschluß des Rathauses ist einigemale verändert worden, wir kennen es mit einer schwungvollen Barockfassade, 1853 hat man es mit den Zinnen bekrönt, die auf diesem Bild von 1912 zu sehen sind. 1939 wurden die Zinnen durch einen einfachen Fries abgelöst. Dafür wurde in der Mitte der Fassade ein großes, aus Muschelkalk gehauenes Wappenbild angebracht mit dem roten, achtschaufeligen Mühlrad auf weißem Grund.

16. So wie man die Schmiede und Sudhäuser wegen der Feuersgefahr nicht innerhalb der Stadtmauer duldete, so hat man auch die Metzger wegen der Hygiene vor das Tor verbannt. Zudem ist ihr Beruf mit hohem Wasserverbrauch verbunden, eine Angrenzung an den Wassergraben war wichtig. So sind auch in Mühldorf unmittelbar vor dem Tor die Fleischbänke gestanden und nur in diesen durften die Metzger ihr Fleisch verkaufen. 1901 wurde dann ein neues, gemeindliches Schlachthaus gebaut, das dann aber aufgelassen wurde, als die allgemeine Wasserversorgung das Schlachten in den Metzgerhäusern zuließ. Das Tor hat man deshalb auch früher das Fleischtor genannt.

17. Das Münchener Tor ist das Wahrzeichen der Stadt. Es war über Jahrhunderte der einzige, westliche Zugang und zugleich die wichtigste Bastion der Stadtmauer. Der Stadttürmer, der mit seinen Gehilfen den Turm bewohnte, hatte abends das Tor zu verschließen, nachts die Feuerwache zu halten und hohen Gästen vom Dach aus mit Böllerkanonen Salut zu schießen. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts waren die Türmer überflüssig geworden und man hat spater in den freigewordenen Wohnräumen das Heimatmuseum eingerichtet, das über diesen Aufgang in der Tordurchfahrt zu erreichen war. Heute ist das Museum im Lodronhaus untergebracht.

18. Das Gemälde an der Frauenkirche, das die Schlacht von Mühldorf von 1322 darstellt, stammt aus dem Jahr 1901. Vorher schon war ein ähnliches Wandbild im Durchgang des Münchener Tores aufgemalt, das vom Berchtesgadener Maler Harras stammte und vom Verschönerungsverein gestiftet war. Als das Bild, das auf feuchtem Untergrund gemalt war, immer mehr verblaßte und abzubröckeln drohte, entschloß man sich 1893 es nicht mehr restaurieren zu lassen, sondern an der Frauenkirche ein neues Bild zu schaffen, um das historische Ereignis in Erinnerung zu halten. Dieses Foto vorn alten Gemälde im Tordurchgang hat also dokumentarischen Wert.

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