Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1823-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1'

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19. Ursprünglich war dieses Haus neben dem Nagelschmiedturm ein Bräuhaus, auf dem der letzte Bierbräu A10is Mareis auf die Gant gekommen war. A10is Kirmayr hatte nur mehr die Restauration in seinem Besitz, die er nach der Umbenennung des Nagelschmiedturmes in 'Münchener Tor', in 'Münchener Bierhalle' umtaufte. 1920 hat der Apotheker Hermann Dölger dieses Haus erworben und zu einer modernen Apotheke umgebaut. Die alte Stadtapotheke, das heutige Donaubauer-Haus, besteht seit 1536, aber mit der ständigen Ausdehnung der Stadt nach Norden hin schien der neue Standort günstiger zu sein.

20. Von diesem Haus, in dem heute die Drogerie Menner ihr Geschäft führt, hatte der Nagelschmiedturm seinen Namen. Auf ihm lag über Jahrhunderte die Nagelschmied-Gerechtigkeit, es hatte einen unmittelbaren Zugang zum Turm und die hintere Hausmauer war zugleich der Beginn der Stadtmauer. Erst 1867, mit dem Tod von Schmiedmeister Michael Rieder, hat das Haus eine andere Verwendung gefunden. Im Erdgeschoß wurde ein Café eingeriéhtet, während im Obergeschoß der Dentist Alois Capeller praktizierte. Ungewöhnlich dicke Mauern und schwere, schön erhaltene Gewölbe lassen seine alte Bestimmung noch gut erkennen.

21. Anders als in den Innstädten Wasserburg oder Braunau hat mart in Mühldorf nicht unmittelbar an den Fluß gebaut. Das Altöttingertor war nie ein Brückentor; hier hat sich an die Stadtmauer im Süden die Heilig-Geist-Vorstadt angelehnt. Die Schrniede vor dem Tor gab es zwar auch hier, weil man ihre offene Feuerstelle in der Stadt nicht duldete, aber ebenso war es wegen ansteckender Krankheiten besser, Spital und Bruderhaus nicht unmittelbar im Zentrum zu haben. Zudem hatte das Spital große Besitzungen, betrieb selber eine Landwirtschaft, sodaß die Spitalgasse neben ein paar Kleinhandwerkern vorwiegend landwirtschaftliche Gebäude aufwies.

22. Das Altöttinger Tor war schon um 1800 ein Nadelöhr, das dem Verkehr nicht gewachsen war. Die Fuhrleute verlangten eine Verbreiterung der Durchfahrt, als diese aber.das ganze Gebäude in Einsturzgefahr brachte, entschloß man sich zum Abbruch und baute, zwar um die Hälfte niederer, aber mit breiter Durchfahrt wieder auf. Dieses Bild von 1900 zeigt links vom Tor die Turmbrauerei, oder den Tor-Bräu, der im ersten Stock seine Gastwirtschaft betrieb und ganz am rechten Bildrand den ehemaligen Berchtesgadener Kasten, der um diese Zeit als städtisches Feuerhaus diente.

_ -ach einem Rauchbild von J. N. Eckardt, 1<)02.

Bra ere i Scheicher & Scheiblhuber.

23. Unter den einstmals mehr als ein Dutzend Mühldorler Brauereien zählte der Turmbräu, auch Torbräu genannt, zu den größten und ältesten. Unsere Collage aus dem Jahr 1902 zeigt rechts das Gasthaus 'Zum Torbräu' , das im ersten Stock des Tores eingerichtet war, und links das Bräuhaus in der Weißgerberstraße, dessen Schlot erst in unseren Tagen zu rauchen aufgehört hat. Wie in Mühldorf üblich und hier am oberen Bildrand sichtbar, gehörte als SommerkeIler der Keller der Eichkapelle, der sogenannte Sinzingerkeller dazu. Der Turmbräugarten ist hinter dem Tor zu erkennen. Aus der Geschichte dieser Brauerei fällt auf, daß die Besitzer sehr häufig gewechselt haben.

Gruss aus Mühldorf a. I.

Turmbrêuçerien, !J. 8. Lan!(es

24. Der Turm bräugarten von 1914 zeigt sich hier noch als eine Idylle. Da konnte man in aller Gemütlichkeit seinen Dämmerschoppen zu sich nehmen, dem Fuhrwerksverkehr auf der alten, hölzernen Maximiliansbrücke zusehen, kein Gestank und kein Motorenlärm störten dabei. Auch gegenüber, auf der anderen Seite der Straße, gab es einen Wirtsgarten, der nur im Sommer betrieben wurde und manchem noch als 'Hierlmeier-Garten' in Erinnerung sein mag. Georg Lankes hat 1930 anstelle des rückwärtigen Kastens den LankesSaal erbaut, der nach dem Himmel-Saal zum Mittelpunkt aller Mühldorfer Festlichkeiten wurde.

25. Das elektrische Zeitalter begann in Mühldorf im Jahr 1893. Die Ofenfabrik der Gebrüder Mösl in der Weißgerberstraße stellte einen Dynamo auf', dessen fünf Kilowatt Leistung über den Eigenbedarf auch eine Reihe von Geschäftshäusern mit Strom versorgte. Das hat die Stadtväter angespornt, von sich aus elektrischen Strom zu produzieren und so hat man in den ohnehin nutzlos gewordenen Getreidespeichern aus salzburger Zeit neben dem Bauhof ein Dampfkraftwerk eingerichtet, in dem Tag und Nacht elektrischer Strom produziert werden konnte. Die Leistung betrug 1899, als man neben der allgemeinen Straßenbeleuchtung auch noch den Bahnhof in die Stromversorgung einbeziehen konnte, 100 Pferdestärken.

26. Die moderne Bauweise ist von Nüchternheit und Zweckmäßigkeit bestimmt, Verzierungen kosten nur Geld und glatte Fenster sind schneller zu putzen. Unseren Vorgängern war der Schmuck ihres Hauses noch etwas wert, Blumen, Fensterumrahmungen in lockeren Zierformen und ein Madonnenbild als besonderen Schutz des Hauses. Das Aumüllerhaus war eines dieser stattlichen Bürgerhäuser, in seinen Mauern lebt eine 400jährige Geschäftstradition fort. 1567 saß hier ein Andreas Paulhuber als 'Münchener und Salzburger Bot', ein Fuhrmann also, der neben Gasthaus und Kontor weite Stallungen bis in die Wies hinaus besaß, um zwei Dutzend Rössern und Zugochsen den nötigen Platz zu bieten.

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27. Zum Vitzthum-Haus auf dem Kirchplatz, gegenüber dem Portal von St. Nikolaus, gehörte immer die Bäckergerechtigkeit. Die Akten des Stadtarchivs erzählen vom Weberbäcker, von Sebastian Schneeweiß, dessen einzige Tochter Josef Schwabl geheiratet hatte und als der Schwabl-Bäck in den Stadtplatz zog, hat 1913 Georg Vitzthum die Bäckerei übernommen. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hat das Haus seine einstige Bestimmung verloren. Es ist eines der wenigen Häuser Mühldorfs mit einer Spitzgiebelfassade, leider hat sich das große Abendmahls-Fresko nicht mehr erhalten, das, wie bei so vielen Bürgerhäusern, dem Haus eine besondere Note verlieh.

28. Der approbierte Bader und Zahntechniker Anton Schwabl hat in der Tuchmachergasse, heute Wollstüberl Speckmeier, seine Baderstube eingerichtet. Er hat sich, wie auf dem Bild von 1908 zu sehen ist, neben Zahnbehandlung, dem Aderlassen mittels Blutegel oder Schröpfköpfen, Brucheinrenken und dergleichen, der Haar- und Bartpflege zugewandt und hat Rasier- und Haarschneidekabinen eingerichtet. Die Bartmode der Vorkriegszeit eröffnete den Badern, die sich kurze Zeit später schon Friseure nannten, neue Verdienstmöglichkeiten. Damenfriseure, die künstliche Zöpfe aufsteckten, ondulierten und Wasserwellen legten, waren noch selten.

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