Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1823-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1'

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29. Dieses Haus am Kirchplatz hat eine bewegte Vergangenheit. Ursprünglich war es das Bruderhaus und diente den 'Hausarmen' als letzte Lebensstation. Dann wurde es Krankenhaus, zunächst für die Stadt und dann für den Distrikt. Mit dem Krankenhaus-Neubau am Stadtberg fand es als Schulhaus Verwendung, zunächst als Volks- und Berufsschule, bis am 3. Mai 1921 nach langen Kämpfen die neugegründete Realschule Einzug hielt. Volle 60 Jahre war dieses Haus die einzige höhere Lehranstalt Mühldorfs. Als man 1961 den Neubau des Rupert-Gymnasiums erstellte, wurde das alte Bruderhaus in das neue Altersheim der Caritas einbezogen.

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30. Das Krankenwesen in Mühldorf war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts eine rein städtische Angelegenheit. Aber mit wachsender Einwohnerzahl und der Verpflichtung, auch der ländlichen Bevölkerung Krankenhilfe zu gewähren, war die Stadt überfordert, es wurde zur Aufgabe des Distrikts, neben dem städtischen Heilig-Geist-Spital eine größere Krankenanstalt zu errichten. Zunächst erwarb der Distrikt das alte Bruderhaus am Kirchplatz, aber auch nach einer Erweiterung mußte man erkennen, daß die einzig dauerhafte Lösung nur ein neues, großes Krankenhaus sein konnte. 1899 war es fertiggestellt und diese Aufnahme von 1903 zeigt, wie ruhig es damals für die Patienten noch gewesen sein mag.

31. Das Fröhlich-Haus steht am Ende der Bräugasse, es existiert heute nur mehr in verkleinerter Form und ist jetzt im Besitz von Felix und Katharina Riedl, geborene Fröhlich. Es steht außerhalb der alten Stadtmauer an der Stelle, an der früher der Stadtgraben lief. Als er 1835 eingefüllt wurde, hat man Eichenpfähle in das loekere Erdreich geschlagen und darauf dieses Haus gebaut. An dem großen Kamin, der über das Dach hinausreicht, kann man sehen, daß man die Ofenkacheln im eigenen Brennofen gebrannt hat. Die Familie Fröhlich-Markl stellt sich an der Stelle dem Fotografen, an der heute die Straße um den Stadtwall führt. Der grauhaarige Herr ist Bürgermeister Nikolans Fröhlich.

32. Die Katharinenvorstadt wußte um 1870, als dieses Bild entstand, noch nichts von Bahnhof und Mühldorf-Nord. Von hier aus nahm der Altmühldorfer Fußweg seinen Anfang, neben der Katharinenkirche stand noch der Pfarrhof von Altmühldorf, der Höllbräu, in dessen Haus heute das Café Sax ist, war zehn Jahre vorher auf die Gant gekommen. Beim Höllschmied, bei dem 1749 das Kindsmensch Maria Pauerin eingestanden war, die dann ein Jahr später auf dem Scheiterhaufen als Hex verbrannt wurde, hörte man noch das Klirren des Hammers auf dem Amboß und der Wagnermeister Sattler hat seine Postkutschen, Heuwägen und Brauerei-Fuhrwerke noch dort repariert, wo heute der Straßenverkehr nicht mehr abreißt.

33. Für viele Mühldorfer verbindet sich der Name 'Himmelbräu' mit den schönsten Erinnerungen. Im größten Saal der Stadt hat man dort die ersten Tanzschritte gewagt, rauschende Ballnächte erlebt und Theateraufführungen mit lebenden Bildern beigewohnt. 1945 haben Fliegerbomben dem Haus ein Ende gesetzt. Die Ruine wurde von der Kreissparkasse erworben, die einen repräsentativen Bau an seine Stelle setzte. Die Geschichte des 'Himmelbräu ' reicht zurück bis in das Jahr 1481. Sie war die älteste und größte Brauerei in der Stadt, von der Familie Stöttner über 200 Jahre geführt. Häufiger Besitzerwechsel hat 1907 zur Aufgabe der Brauerei geführt, nur der dazugehörige Märzenkeller, die 'Neue Welt', existiert noch.

34. Als in Mühldorf im Jahr 1871 die erste Dampflokomotive auftauchte hat man sich auch darüber Gedanken machen müssen, woher man das nötige Wasser für die Lokomotiven bekommen kann. Eine zentrale Wasserversorgung gab es noch nicht, so blieb keine andere Wahl, als das Innwasser zum Bahnhof zu pumpen. Dazu wurde hinter der Katharinenkirche ein Pumpenhaus mit einem Wohngebäude errichtet, das dann aber mit dem Bau des Wasserwerkes seinen Zweck verlor und abgebrochen wurde. Das angebaute Wohnhaus ließ man stehen und ist heute noch vermietet.

35. Der Stadtberg war jahrzehntelang ein Ärgernis. Schon 1906 wurden die ersten Anträge auf Erweiterung der Straße gestellt, aber erst 1924 kam es nach langen Grundverhandlungen zur Erweiterung, Teerung und Kanalisation, nachdem das Verkehrsaufkornmen immer größer geworden war. Das Gasthaus an der Abzweigung zur Münchener Straße war ursprünglich ein Lagerkeller für Bier, der erst zum Höllbräu in der Katharinenvorstadt gehörte, dann vom Sallerbräu übernommen wurde und schließlich zum Hofbräukeller der Turmbrauerei wurde. Am 19. März 1945 wurde das 'Turmbräustüberl' von Fliegerbomben vollständig ausradiert.

36. Mit einer Entschließung des Staatsministeriums der Finanzen wurde am 1. Februar 1895 der Sitz des Königlichen Forstamtes von Pürten nach Mühldorf verlegt. Bedingung dafür war die Errichtung eines neuen Forstamtsgebäudes, wozu die Stadt den Grund zur Verfügung zu stellen hatte und den Anschluß an die Wasserversorgung kostenlos übernehmen mußte. Das Gebäude wurde 1903 errichtet und zeigt deutlich die Einflüsse einer altdeutsch-historisierenden Baugesinnung, wie das landschaftsfremde Fachwerk zeigt, Ganz unwirklich erscheint heute der freie Bliek von der Bahnhofsstraße über freies Feld bis nach Ecksberg hinauf.

37. Zu allen Zeiten seiner Geschichte hat sich Mühldorf nach Süden, zum Fluß hin orientiert. Er war die Lebensader, nach Norden hin gab es nur bäuerliches Umland. Die Eisenbahn hat dies alles mit einem Schlag verändert, die Innschiffahrt wurde unrentabel, nachdem auch der Versuch mit der Dampfschiffahrt fehlgeschlagen hatte, wurde die Schiene wirtschaftlich unentbehrlich. Die Folge war, daß die Industrie die Nähe des Bahnhofs suchte, daß auch die Stadt sich bemühen mußte, eine gute verkehrstechnische Anbindung an den Bahnhof zu schaffen. Dieses Bild aus dem Jahr 1900 zeigt, daß man damals schon recht großzügig plante, wenn man auch nicht übersehen kann, wie bescheiden das alles begonnen hat.

38. Am 1. Mai 1871 war es endlich soweit: die lange umstrittene Bahnlinie MünchenMühldorf-Simbach konnte erstmals befahren werden. Vorausgehend waren lange Verhandlungen nötig, um dieser Linie gegenüber einer Rottal-Linie über München-ErdingNeumarkt-Neuhaus am Inn den Vorzug zu verschaffen. Der Erfolg dieser Verhandlungen, den überwiegend Bürgermeister Leiseder und Landrat Riedl für sich buchen konnte, hat Mühldorf zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt gemacht, der nicht nur verkehrstechnisch von großem Wert war, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. In den felgenden Jahren wurde das Bahnhofsgebäude errichtet, typisch im Stil der Jahrhundertwende, wie unser Bild aus dem Jahr 1880 zeigt.

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