Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1823-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1'

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49. Der Inn als Handelsweg hatte um 1910 längst ausgedient, auf Schiene und Straße konnte man billiger und schneller transportieren. So diente diese alte Plätte nur mehr für den örtlichen Nahverkehr. Plätten wurden nur zur Talfahrt verwendet, waren roh zusammengezimmert, verschoppt, also wasserdicht gemacht und wurden am Bestimrnungsort abgetakelt, die Bretter als Bauholz verkauft weil die Plätten zur Bergfahrt nicht geeignet waren. Die Steuerung erfolgte mittels zweier Ruderbänke, das vordere bediente der Nauführer und das hinter der 'Nachkehrer', der seinen Platz auf einem in der Mitte aufgebauten Bretterhaus hatte. Die vier Mann Besatzung waren bei ihren schnellen Fahrten flußabwärts vielen Gefahren ausgesetzt.

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SO. Für die Bierbräuer war es sehr wichtig, daß der Winter auch eine richtige 'Gfrier' brachte. Sie mußten ihre Bierkeiler rnit Eis füllen, um besonders im Sommer kein saueres Bier zu bekommen. Die Bräuknechte mußten zum 'Eisen' an den Inn fahren, haben Treibeis vom Fluß mit langen Haken an Land gezogen, dort wurde es in Stücke geschlagen und auf das Fuhrwerk geladen. Es war eine grausige, schwere Arbeit, die Eisbroeken sollten so groß wie möglich bleiben um nicht zu schnell zu schmelzen, mit Handschuhen war nicht viel anzufangen und es war fast unmöglich, bei dieser Kälte nicht tropfnaß zu werden. Erst die Entwicklung der Kühltechnik nach dem Weltkrieg hat diese leidige Arbeit abgeschafft.

51. Der Inn war von Anfang an Mühldorfs Lebensader. Die Stadt liegt auf einer Landzunge, die der Inn im Laufe von undenkbaren Zeiträumen infolge einer starken Biegung angeschwemmt hat. Als Handelsweg hat der Fluß die Stadt reich gemacht, Salz, Getreide, Wein und Baumaterial waren wertvolle Handelsgüter, die von hier aus in das ganze bayerische Umland transportiert wurden. Mit dem Entstehen der Bahn und einem Straßennetz hat der Inn als Transportweg seine Bedeutung verloren. Eine besonders einschneidende Veränderung brachte der Bau der Staustufen in Jettenbach und Töging mit dem nötigen Innkanal, der den Inn, gerade um Mühldorf, wie ein Rinnsal erscheinen läßt.

52. Die überdachte Maximiliansbrücke war für beinahe hundert Jahre ein Stück Mühldorf, ein echtes Wahrzeichen der Stadt, auf das die Bürger mit Recht stolz waren. Sie war nach seiner Majestät König Maximilian von Bayern benannt und wurde am 12. Oktober 1851 feierlich eingeweiht. Der Erbauer war der Königliche Bauinspektor Karl Kärner, dem dafür die Ehrenbürgerschaft von Mühldorf verliehen wurde. Zur Einweihung hatte man einen, mit 180 Zentnern Weizen beladenen Wagen vorausgeschickt um die Tragfähigkeit der Brücke sichtbar unter Beweis zu stellen. Leider hat sie die Jahrhundertfeier 1951 nicht mehr erleben können, der Wahnsinn des totalen Krieges hat sie 1945 in die Luft gejagt.

53. Der Zugang zur alten Maximiliansbrücke von der Stadt her war von zwei Brückenheiligen flankiert. Sie waren beide nicht ursprünglich für diese Brücke bestimmt und sind erst zur Brückeneinweihung 1851 dorthin gebracht worden. Der heilige Nepomuk stand bis 1813 auf einer Zugbrücke beim ehemaligen Rentamt, dem heutigen alten Finanzamt. Der heilige Florian wurde schon 1659 als Marktwächter geschaffen, als umfunktionierten Florian hat man ihn dann als Brückenheiligen aufgestellt. Als 1945 die Maximiliansbrücke gesprengt wurde, bekam er seine alte Funktion wieder und steht heute am Münchner Tor als Stadtwächter. Der heilige Nepomuk hat neben der neuen Brücke ein bescheidenes Plätzchen gefunden.

54. Um die Jahrhundertwende hatte der Zuspruch zu den Mühldorfer Pferde- und Schlittenrennen so zugenommen, daß man sich ernsthaft mit dem Gedanken an eine neue Rennbahn beschäftigte. Die Stadt hat pachtweise für 30 Jahre ein Grundstück überlassen und am 15. Oktober 1920 wurden 40 Arbeitslose eingestellt, um mit den erforderlichen Erdarbeiten zu beginnen. Nach einem Jahr hat man am Peter-und-Pauls-Tag 1921 die Rennbahn mit großem Aufwand einweihen können. Die Sensation war neben der neuen Bahn der Totalisator, der trotz täglich steigender Inflation an drei Renntagen riesige Umsätze verbuchen konnte.

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SS. Wer ist angesichts dieser Postkarte aus dem Jahr 1906 nicht geneigt, an die gute alte Zeit zu denken? Von jeher waren die Kaufleute, die Bierbrauer und Wemschenken die wohlhabendsten Leute in der Stadt und an den breit-behäbigen Häusern ist dies auch unschwer abzulesen. Bis zu 14 Brauereien hat es in Mühldorf früher gegeben und das Bier war wegen seiner Güte sowohl im bayerischen Umland, als auch in Salzburg und Tirol geschätzt. Zudem läßt sich anhand der vielen Wirtshäuser auch erkennen, daß Mühldorf als Handelsstadt keine geringe Bedeutung besaß. Doch war es zu allen Zeiten strengstens untersagt, Bier aus der Stadt zu bringen, bevor nicht die eigenen Einwohner ausreichend damit versorgt waren.

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56. Das Hotel Schwan war nicht nur von seiner Fassade her repräsentativ, auf dieser seltenen Postkarte aus der Zeit der Jahrhundertwende ist auch recht anschaulich dargestellt, daß sich die verschiedenen Gastlokale durchaus sehen lassen konnten. Links oben, der Raum für besondere Gesellschaften mit dem zu jener Zeit unvermeidlichen Billardtisch, rechts das allgemeine Gastlokal mit umgehender Holzverkleidung und darunter das Gewölbe, das vor allem den zahlreichen Ortsvereinen als Versammlungslokal diente. Es war eine gut bürgerliche Atmosphäre, die allen Ansprüchen einer Handelsstadt gerecht wurden.

57. Das Jahr 1902 brachte für Mühldorf einen gewichtigen Anlaß, ein großes, patriotisches Fest zu feiern. Hundert Jahre gehörte man nun zur Krone Bayerns, die Zugehörigkeit zu Salzburg war mit der Säkularisation von 1802 zu Ende gegangen. Es wurde ein Fest, wie es Mühldorf noch nicht gesehen hatte, eine riesige Budenstadt wurde aufgebaut, die Königlichen Feuerschützen veranstalteten ein Jubiläumsschießen, mit einer großen Landwirtschaftsausstellung war die Kreisversammlung und eine Bezirksvieh-Ausstellung verbunden, Pferderennen, Schäfflertanz, Vogelschau, Zirkus, Turnfest, ein kilometerlanger Festzug - die ganze Stadt war an diesem Jahrhundertfest beteiligt. In den vier Tagen wurden 465 Hektoliter Bier ausgeschenkt.

58. Viehmärkte haben in Mühldorf eine lange Tradition. Sie waren lebenswichtig für die Stadt, fehlte ihr doch als salzburger Enklave das natürliche Hinterland und man war angewiesen auf die Zufuhr von Lebensmitteln aus dem bayerischen Ausland. Neben den in der Fastenzeit jeden Dienstag abgehaltenen Pferde- und Klohviehmärkten gab es das ganze Jahr hindurch die Monatsmärkte, die in der Regel mit Warenmärkten kombiniert waren. Zum Fastenmarkt 1915, von dem dieses Bild stamm t, wurden noch 127 Kühe, 119 Ochsen und 84 Schweine aufgetrieben, aber schon ein Jahr später hat die zunehmende Lebensmittelknappheit und die Einführung von Fleischmarken den Viehmärkten ein Ende gesetzt.

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