Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1823-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1'

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59. Die allgemeine politische Verwirrung des Jahres 1919 hat sich auch in Mühldorf niedergeschlagen. Am 25. April 1919 wurde die Stadt von Truppen der Roten Garde besetzt, die am Bahnhof angekommen war und mit 80 Mann und drei Maschinengewehren das Postamt und den Bahnhof unter ihre Kontrolle brachten. Im Stadtplatz wurde das Rathaus eingenomrnen, einige Bürger als Geiseln verhaftet und über die ganze Stadt der Belagerungszustand verhängt. Auf Plakaten war zu lesen: 'Durch den Kommunismus soll dem Volk das gegeben werden, was ihrn gehört.' Sechs Tage später wurden die Regierungstruppen wieder Herr der Lage, die Rote Garde in Mühldorf überrumpelt, entwaffnet und gefangen abtransportiert.

60. Im Jahr 1925 hegte man im ganzen Land noch die Hoffnung, das Militär könne die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit überwinden. Alte Soldatentradition wurde eifrig gepflegt und so kam es in Mühldorf zu einer eindrucksvollen Demonstration der alten Frontkämpfer. Neun Regimentsvereinigungen hatten sich zusammengefunden um eine gemeinsame Fahnenweihe vorzunehmen. Prinzregent Rupprecht übernahm die Schirrnherrschaft, General Ritter von Epp nahm die Truppenparade ab, bei der 150 Kriegervereine mit 120 Fahnen und Standarten an ihrem alten Heerführer vorbeidefilierten. Der Mühldorfer Bankier Josef Straßer hatte das Fest aufgezogen, der Stadtplatz war durch eine prächtige Illumination, Fahnen- und Girlandenschmuck zum Festsaal geworden.

61. An1äßlich des einrnaligen Festes von 1902, bei dem die hundertjährige Zugehörigkeit Mühldorfs zu Bayern gefeiert wurde, war natürlich der Festzug mit seinen 24 Abteilungen eine besondere Attraktion. Auch die honorigen Bürgerstöchter haben mit wertvollen, alten Trachtenkostümen daran teilgenommen. Hier die Namen (von links nach rechts sitzend): Reserl Riedl, Maria Leiseder, Therse Rambold, Marie Fischer, Anny Schuller und Luise Riedl. Stehend: Rose Kindhammer, Zenzi Kleiter, Marie Koppenwallner, Anny Rumpl, Elis Maurer, Kathi Winkler, Katherl Sattler, Elis Witter, A. Zellner und Zenzi Gückl,

62. Nur sehr zögernd hat sich in Mühldorf das Leben nach den Wirren der napoleonischen Zeit wieder normalisiert. Erst in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich langsam die Lebensfreude durchgerungen, Musik und Geselligkeit ihren Nährboden gefunden. In der Bürgervereinigung 'Die Quelle' haben sich alle musisch engagierten Bürger zusammengefunden, Konzerte, Vorträge, Debatten, aber auch rauschende Bälle, bei denen der Française kreiert wurde, winterliche Schlittenfahrten nach Kraiburg, Sommerfeste in schattigen Wirtsgärten haben bei der Bevölkerung viel Anklang gefunden. Mit der Gründung einer Liedertafel, eines Heimatbundes und eines Verschönerungsvereins ist die 'Quelle' als Kulturverein in andere Kanäle geleitet worden.

63. Am 22. Mai 1882 wurde im Hotel Riedl der Velozipedclub Mühldorf gegründet. Es war eine natürliche Folge der Begeisterung, die durch das Auftreten der ersten Hochräder ausgelöst wurde. Nur, diese Räder waren recht kostspielig und außerdem wollte es erst gelernt sein, auf ihnen zu fahren. So hat der Verein zunächst eine gebrauchte Lehrmaschine angeschafft und jedern Mitglied einen kostenlosen Fahrkurs ermittelt. Die wohlhabenden Bürgersöhne haben sich dann schnell eigene Fahrmaschinen angeschafft und der Velo-Club ist mit den ersten Wettfahrten an die Öffentlichkeit getreten. Wie die Vereinschronik zeigt, ist aus den ersten Fahrkanonen ein lustig-gernütlicher Verein geworden.

64. Zu den karnevalistischen Höhepunkten jeder Saison gehörten in Mühldorf immer die Bälle des Sängerbundes, die in der Regel im Saal des Hotel 'Stern' (Dinhuber) stattfanden. Da gab es neben viel Tanzmusik auch humoristische Einlagen, Couplès, vor allem aber viele originelle und teuere Masken. Die Tanzfolge war für den ganzen Abend auf gedruckten Karten festgelegt, Foxtrott, Polka, Walzer, Française etc. Die Herren mußten sich zu Beginn des Abends für die einzelnen Tänze in die Tanzkarten der Damen eintragen, den Tanz also vorbestellen. Die Damen wußten also schon zu Beginn, was ihnen im Laufe einer langen Faschingsnacht bevorstand.

65. Die Ideen des Turnvaters Jahn sind in Mühldorf sehr schnell auf fruchtbaren Boden gefallen. Schon am 22. März 1860 haben sich 13 Jugendliche im Gasthof 'Zum Himmel' zusammengefunden um einen Turnverein zu gründen. Trotzdem hat es noch 40 Jahre gedauert, bis man an den Bau einer eigenen Turnhalle gehen konnte, deren Finanzierung große Schwierigkeiten bereitete. Um zu Geld zu kommen hat der Turnverein eine eigene Musikkapelle zusammengestellt, die unter ihrem Dirigenten Karl Weilnböck bei allen gesellschaftlichen und turnerischen Veranstaltungen zu hören war.

66. Kurz bevor man diese jungen Männer auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges schickte , haben sie sich im weißen Turndreß mit roter Schärpe dem Fotografen gestellt. Sie waren als Turnerriege (ganz rechts ihr Vorturner Bartl Bach) der Stolz eines Vereins, der schon 1860 von 13 jungen Leuten im Gasthof' Zum Himmel' gegründet wurde. Der Magistrat hatte beschlossen, den Spitalhof als Turnplatz zur Verfügung zu stellen und für Turngeräte und ein Klettergerüst das nötige Holz zu beschaffen, allerdings mit der Auflage, daß armen Knaben der Turnunterricht kostenlos zu erteilen sei. Erst 1905 konnte man das große Ziel, eine eigene Turnhalle zu bauen, in die Tat umsetzen.

67. Am 31. Oktober 1919 hat die Stadt das Anwesen des Herrn Alois Scheleher in Oberaham käuflich erworben. Zum Wohnhaus gehörten eine Mühle, ein kleines Elektrizitätswerk und ein Schwimmbad, das Herr Scheicher privat betrieben hatte. Mit 20 000 Mark Kaufpreis wurde auch das Bad übernommen, wurde als öffentliche Badeanstalt ausgebaut und, streng nach Geschlechtern getrennt, einem städtischen Bademeister anvertraut. Es hat bis zum Jahr 1965 seinem Zweck so recht und schlecht gedient, bis es bedeutend vergrößert, modernisiert und mit einer Heizungsanlage versehen wurde.

68. Im Jahr 1862 wurde der Schäfflertanz in der Münchner Form erstmals in Mühldorf aufgeführt, Inzwischen hat man den siebenjährigen Turnus beibehalten und heute wie früher sind es junge Sportler, die sich dafür zur Verfügung stellen. Es ist ein malerisches Bild, wenn die Tänzerpaare aufmarschieren mit grüner Schlegelhaube, roten Röcken, ledernem Schurzfell, schwarzen Kniehosen und weißen Strümpfen, wenn sie in künstlerisch verschlungenem Bogen den großen Achter tanzen. Die beiden Vortänzer und der Solotänzer bereichern mit ihren Parts den Reigen der Reifenträger während die Clowns die ursprüngliche Freude über das Ende der Pest zum Ausdruck bringen.

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