Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1823-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 1'

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69. Der Fußballsport hat Tradition in Mühldorf. Ursprünglich in den TSV eingegliedert, führte er lange ein Schattendasein gegenüber den Turnern, aber als 1905 die Turnhalle erbaut wurde und endlich auch ein Fußballplatz zur Verfügung stand, hatte König Fußball auch hier den Aufschwung genommen wie überall. 1922 hatte man sich vom TSV losgesagt und mit 110 Mitgliedern die Spielvereinigung gegründet. Endlich konnte man an einen geregelten Spielbetrieb, an Training, an vereinseigene Dressen denken, auch wenn auf dem Bild aus den zwanziger Jahren die Individualität der Spieler unschwer an ihren Beinkleidern abzulesen ist.

70. Im September 1890 begarmen zwischen Mühldorf und Kraiburg bayerische Divisionsmanöver, bei denen erstmals rauchlose Pulvergeschoße Verwendung fanden. Für Mühldorf bedeutete dies hohen Besuch, denn die Prinzen Leopold und Arnulph von Wittelsbach nahmen die Manöverinspizierung zum Anlaß, die Stadt zu besichtigen. Sie wurden von den Honorationen in aller Ehrerbietung empfangen, die königliche Hoheiten bedankten sich für das Wohlwollen und ließen sich nach dem Diner, das sie irn Hotel Riedl einnahmen, von den Spitzen der Behörden informieren. Unser Bild zeigt die beiden Prinzen, rechts neben ihnen Josef Riedl, wie sie sich vierspännig zur Manöverbesichtigung begaben.

71. Im Jahr 1854 kam es an der hiesigen Schule zur Trennung von Knaben und Mädchen. Dies war erst möglich, als die königliche Regierung die Einführung der armen Schulschwestern genehmigt hatte. Zunächst kamen nach Mühldorf zwei Schwestern, die im renovierten ehemaligen Kapuzinerkloster ihre Wohnung und neue Schulräume für Mädchen bezogen. Von den hier im Jahr 1895 abgebildeten Mädchen wird wohl kaum mehr eine am Leben sein. Sie hatten bei den Schulschwestern in Zucht und Strenge eine gute Ausbildung genossen. Der Religionsunterricht blieb aber dem Stadtpfarrer Franz Xaver Rieder (1870-1898) persönlich vorbehalten.

72. So hat Altmühldorf kurz vor dem Ersten Weltkrieg ausgesehen, ein Straßendorf mit ein paar großen Bauernhöfen und dem weiten Land, das sich auf der Hochterrasse bis nach Mettenheim und Mössling hin ausbreitet. Die Eisenbahnlinie durchschneidet die fruchtbaren Felder und im Hintergrund erahnt man das Bahnhofsgelände vom Mühldorf. An den Innkanal hat um diese Zeit noch niemand gedacht. Der Südhang im Vordergrund ist nur von vereinzelten Bauernhöfen bebaut, erst in unserer Zeit hat man die herrliche Lage und den weiten Bliek über das Inntal als bevorzugten Bauplatz schätzen gelernt.

73. Der Bau des Kanalkraftwerkes mit Wehr und Einlaufbauwerk in Jettenbach, einern 20 Kilometer langen Oberwasserkanal, dem Krafthaus Töging und einem drei Kilometer langen Unterwasserkanal wurde 1919 begonnen. Durch die Nachkriegs- und Inflationsjahre sind für die Bauunternehmer viele Schwierigkeiten bei der Finanzierung entstanden. Auf der anderen Seite war dieses Vorhaben ein großer Segen, besonders wenn man an die vielen Arbeitslosen denkt, die wenigstens für die schlimmsten Jahre Beschäftigung fanden. Insgesamt waren ab 1921 im Schnitt 5000 Arbeiter beschäftigt, der Nettolohn betrug 1923 bei 48 Stunden 2300045 Mark, in der Woche, ein Kilogramm Brot kostete zur selben Zeit 42 000 Mark.

74. Im Jahr 1852 kam Josef Probst als neuer Expositus nach Ecksberg, er hatte sich darum beworben, weil er dort glaubte, sein großes Ziel verwirklichen zu können. In seiner Begleitung waren sieben Kinder, die er aufgelesen und zu sich genommen hatte, geistesgestörte, zurückgebliebene, gehörlose und behinderte Kinder. Möglichst vielen solcher bedauernswerten Menschen eine Heimstatt zu schaffen, hatte er sich zur Aufgabe gemacht, dafür hat er über 30 Jahre gelebt, gebettelt und aufgebaut. Und sein Werk hat reiche Früchte getragen, bis heute haben in der Kretinenanstalt Ecksberg über 3 000 Menschen eine Bleibe gefunden, wurde im Sinne von Josef Probst alles unternommen um zu heilen und zu helfen.

75. Der 28. Oktober 1911 war ein schrecklicher Unglückstag für die Kretinenanstalt in Ecksberg. Im Musterhof war gegen halbzwölf Uhr nachts an drei Seiten zugleich Feuer ausgebrochen, sodaß von Seiten der neun herbeigeeilten Feuerwehren jede Hilfe zu spät kam. Das Großvieh und die Kälber konnten gerettet werden, während ungefähr 50 Schafe und das Federvieh zugrunde ging. Der ganze Getreide- und Futterbestand war verloren und trotzdem mufsten täglich 400 Menschen ernährt werden. Das Vieh konnte auf die umliegenden Landwirte verteilt werden, aber der Wiederaufbau und der Ersatz des landwirtschaftlichen Gerätebestandes haben Jahre in Anspruch genommen.

76. Die Rastkapelle Kleinötting, hier ein Bild von 1910, lag an einem Pilgerweg, der heute nur mehr in einem kleinen Teil existiert. Er zog sich am Inn entlang, auf ihm legten die Pilger, abseits von verkehrsreichen Straßen das letzte Stück der Wallfahrt zurück. Kleinötting war auf diesem Weg eine letzte Raststätte unter einer schattigen Baumgruppe, mit einem Regendach und einem Brunnen ausgestattet. Mit dem Ausbau der heutigen Straße nach Altötting verfiel sie mehr und mehr und wurde schließlich ganz abgebrochen. Der Mühldorfer Trachtenverein hat sich in unserer Zeit um eine neue Kapelle bemüht, hat dieselbe aber nicht an der alten Stelle, sondern an der B 12 errichtet.

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