Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5238-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2'

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19. Noch im Jahr 1935 passierte täglich die Postkutsche das Münchner Tor um die Post vom Bahnhof in das Stadtpostamt zu bringen. Der Kutscher hatte zwar seine weiß-blaue Uniform und den federgeschmückten Zylinderhut längst abgelegt, aber der PoststaJl war noch mit Pferden bestückt und nicht zur Garage degradiert. Im Nagelschmiedturm konnte man das Heimatmuseum bewundern und die vielen Zeugnisse aus der Geschichte der Stadt; im Vordergrund des Bildes ist noch die Metzgerei Rosenstingl zu erkennen und unmittelbar am Tor sieht man die Drogerie 'Zum Weißen Kreuz' des Herrn Menner. Die Weißgerberstraße hatte ihren ursprünglichen Namen wieder zurückbekommen, nachdem man sie wegen der Tonwarenfabrik der Gebrüder Mösl in Fabrikstraße umbenannt hatte. Es hat sich allerhand getan im Verlauf von sechzig Jahren.

N-ühlclorf a. Inn

20. Das Foto aus dem Münchner Tor von 1910 zeigt uns die beiden schönsten Jugendstilhäuser von Mühldorf, das Knappe-Haus auf der rechten, und das Heilrath-Haus auf der linken Straßenseite. Dieser Baustil hat sich um die Jahrhundertwende wie eine große Modewelle über ganz Europa ausgebreitet, er entwickelte mit Vorliebe eine verspielte Leichtigkeit, verzierte die Baurnassen mit Türmchen und Erkerchen und bevorzugte Rundungen an Fenstern und Türen. Es wäre interessant zu wissen, wie man in Mühldorf diese neue Bauweise aufgenommen hat, sicher hat es auch damals Kopfschütteln und Beifallskundgebungen gegeben. Zum Glück hat man ihn vom Stadtplatz ferngehalten, seine unruhigen Bauformen hätten sich mit den Innstadthäusern schlecht vertragen.

21. Der Schneidermeister Carl Wimmer betrieb um 1920 ein Geschäft in der Bräugasse. Es war in der Zeit, als die ersten Konfektionshäuser und Vcrsandgeschäfte aufs Land drängten, Woolworth kam mit seinen S-Mark-Artikeln, Witt in Weiden wurde zum beliebten Lieferanten, Hertie's Großkaufhaus in München wurde zum großen Anziehungspunkt und in Mühldorf wetreiferten Daxenberger, Kaußner, Krempelsetzer und Michaelis mit Billigangeboten um die Kundschaft. Da hatte es der Schneidermeister schwer, zumal er mit keinern Verkaufsraum aufwarten konnte. Er mußte seine Ware eben an den Fensterladen oder an die Wand hangen um überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. In der Gasse konnte er ohnehin nicht mit viel Laufkundschaft rechnen. Es war nicht leicht, sich durch mühsames Nadeln mit vier Kindern durchzubringen.

22. Wie so vieles in Mühldorf hatte auch das Hotel Dinhuber am Beginn des Stadtplatzes ziemlich unter den Bombardierungen von 1945 zu leiden. Mit dem Ende des Krieges war überhaupt eine gute Zeit für das Haus vorbeigegangen, die schon 1919 mit Josef und Anna Dinhuber begann. Sie hatten ihr Anwesen unter den Bögen an den Konditoreigehilfen Max Schreindl verkauft, den Jägerhof erworben und viel renoviert und erneuert. Im alten Jägerwirtssaal wurde ein Kino eingebaut, Restaurant und Frerndenzimmer waren geschätzt und als am 12. März 1938 gar der Reichskanzler Adolf Hitler in diesem Haus sein Mittagsmahl eingenommen hatte, bevor er seiner Geburtsstadt Braunau einen Besuch abstattete, brauchte man sich um seinen guten Ruf keine Sorgen mehr zu machen.

23. Die Anlage der Stadt Mühldorf wird von zwei Straßenzügen in Nord-Süd-Richtung bestirnmt, dem Stadtplatz und einem rückwärtigen Verbindungsweg, der mit der Weißgerberstraße beginnt und über die Nagelschrniedund Fragnergasse zum Kirchplatz führt. Beide Straßen sind durch sechs Gassen miteinander verbunden. auf der anderen Seite der Stadt gibt es statt Gassen nur einen Zugang zur Wies. Unser Bild zeigt die Nagelschmiedgasse, die deutlich ärmer aussieht als der Stadtplatz, die aber als Versorgungsweg ebenso wichtig war. Von hier aus konnte man per Fuhrwerk den Mist aus den Hinterhöfen schaffen, die Gruben entleeren oder Brennholz, Heu und Stroh , Braugerste oder Mehl, eben alle Rohmaterialien anliefern lassen, die von den vielen Handwerkern gebraucht wurden.

Ilîühldorf

24. Diese Postkarte aus dem Jahr 1911 führt uns eine Situation vor Augen, die sich seitdem völlig verändert hat. Um sich besser zurecht zu finden muß man wissen. daß an dieser Stelle früher der Stadtgraben verlief und das Pflegschloß nur über eine eigene Brücke zu erreichen war. Anschließend an das Münchner Tor waren die städtischen Fleischbänke , die wiederum in ein Tor, das sogenannte Fleischtor, endeten. Der Eingang zur Stadt war also durch zwei Tore gesichert. Mit der EinfüHung des Wassergrabens und dem Abbruch des Fleischtores entstand die Situation, wie sie auf dem Bild vorgestellt ist, dann wurden um 1900 das KnappeHaus und später das Heilrath-Haus gebaut, an dessen Stelle hier noch der Garten zu sehen ist. Ein fast schon historisches Foto, obwohl noch nicht JOOJahre seitdem vergangen sind.

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25. Die Altveteranen von Mühldorf anläßlich eines Veteranentreffens. das der Wachtmeister Oberreiter (ganz links stehend) um 1920 erganisiert hatte. Von diesen alten Kämpfern ist nur ein einziger, der unter 80 Jahre war, zusammen zählten sieI 322 Lebensjahre. An ihren mit Stolz gezeigten Orden und Ehrenzeichen kann man die ganze Kriegsgeschichte des 19. Jahrhunderts ablesen, den Preußenkrieg von 1860 und 1866, den triumphalen Sieg über die Franzosen von 1870171 mit der Schlacht von Sedan, womöglich hat der eine oder andere auch den Weltkrieg von 1914-1918 miterlebt. Sie gehörten traditionsreichen Regimentern an, waren Ulanen, Leiber, Husaren oder Chevaliers die nach den Mitgliedern der Wittelsbachischen Herrscherfamilie benannt waren und die Tatsache, daß sie für König und Vaterland den Kopf hingehalten haben, verlieh ihnen Hochachtung und Respekt bis zum Lebensende.

MÜHLDORF am Inn InnbrOcke

26. Mühldorf im September 1909. Die Stadt bietet ein Bild tiefster Ruhe und Beschaulichkeit, die dekorative Maximiliansbrücke gibt den Weg frei über den Fluß Richtung AItötting, von Hektik oder Verkehr keine Spur. Als Blickfang sozusagen, als wollte der Fotograf seinem Bild eine besondere Note verleihen. passiert ein Automobil die Straße, der Chauffeur sichtlich stolz, mit offenem Chassis, die Damen im Fond des Wagens in schützende Mäntel gehüllt. Es mag eine gemütliche Spazierfahrt gewesen sein, aber bestaunt und begafft war man jedenfalls mit einem solchen Gefährt, das heute noch die Herzen aller echten Automobilisten höher schlagen läßt.

27. Dieses Bild aus der Daxenbergergasse ist wie eine friedliche Idylle aus vergangenen Zeiten. Kein Lärm und keine Hetze stören die Mittagsruhe, der alten Frau und ihrem Enkel scheint die Gasse allein zu gehören. Aber ganz so romantisch wird es in dieser Zeit auch nicht gewesen sein, man denke nur, daß jeder Eimer Wasser erst ins Haus gebracht werden mußte, daß elektrisches Licht noch ein Fremdwort und eine warme Stube in der Winterkälte nicht für jeden erschwinglich waren. Was mögen Waschtage für eine elende Plagerei gewesen sein, wie viele alte Leute konnten einen Arzt nicht bezahlen und wie einsam mögen die Abende gewesen sein ohne Zeitung, Radio oder gar Fernsehen. Was mag es für eine Langeweile gegeben haben hinter diesen Fenstern, wenn auf der Gasse immer wieder nur die gleichen Gesichter zu sehen waren. Ist unsere Zeit nicht doch die bessere?

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28. Am 1. Juni 1871 konnte die Bahnstrecke München-Simbach für den täglichen Verkehr freigegeben werden. Mühldorf war damit zu einem wichtigen Verkehrsknotcnpunkt geworden, nachdem auch die Verbindungen nach Roscnheirn, Landshut. Plattling und Neumarkt-Pfarrkirchen über Mühldorf liefen. Die technischen Einrichtungen waren erstellt und so konnte man drei Jahre später an den Bau der Hochbauten gehen, Bahngebäude, Güterhalle, Verwaltung, Lockschuppen samt den nötigen Nebengebäuden. Die Direktion der bayerischen Ostbahnen in München erließ eine allgemeine Submission. die sich auf 77 000 Gulden belief. Das Bahnhofsgebäude war wohl der größte Broeken innerhalb der Ausschreibung, die Architekten haben sich streng an den damals üblichen Regierungsstil gehalten, der vor allem eine repräsentative Würde ausstrahlen sollte.

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